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Triff eine Entscheidung

Author: T.M Tales
last update publish date: 2026-05-14 17:44:09

Sloanes Sicht.

Die Welt um mich herum drehte sich, und alle Geräusche verstummten, als hätte sie mir jemand entrissen.

Meine Lippen öffneten sich, aber kein Wort kam heraus. Meine Finger umklammerten das Telefon so fest, dass sie zu zittern begannen.

Nein.

Das konnte nicht sein.

Carl darf nicht sterben …

Sobald ich aufgelegt hatte, stürmte ich aus dem Zimmer, rannte die Treppe hinunter und knickte dabei fast um.

„Sloane, was ist los?“, fragte Hannah, aber es war definitiv nicht der richtige Zeitpunkt für eine Antwort.

Panik stieg in mir auf, und ich klammerte mich während der gesamten Fahrt ins Krankenhaus an mein Kleid. Als der Wagen hielt, stürmte ich hinaus, bevor der Fahrer etwas sagen konnte.

Im Krankenhaus

rannte ich durch den Flur, meine Sicht verschwamm vor Tränen. Mein Kopf war wie im Rausch, und ich konnte mich an nichts anderes mehr erinnern als an Carl.

Ich merkte erst, dass ich nicht aufgepasst hatte, wohin ich ging, als ich mit jemandem zusammenstieß und hart auf dem Boden aufschlug.

Ein stechender Schmerz durchfuhr meine Handfläche, und ich stöhnte auf.

„Pass auf, Schlampe!“, zischte eine männliche Stimme.

„Tut mir leid“, entschuldigte ich mich atemlos.

Mein Kopf war gesenkt.

Meine Stimme zitterte.

Ich konnte ihm nicht einmal ins Gesicht sehen. Ich dachte nur an Carl … Ich musste zu ihm.

Ich schleppte mich hoch und rannte den Flur entlang zum Aufzug, in den zweiten Stock, wo Carls Station war.

Ich drückte immer wieder den Aufzugknopf, meine Hände zitterten, mein Atem ging stoßweise.

„Komm schon … Bitte …“, flehte ich flüsternd, aber die Tür blieb verschlossen. Beide Aufzüge waren besetzt.

Panisch sah ich mich um, bis ich schließlich auf der Treppe landete. Ich zögerte keine Sekunde und eilte die Treppe hinauf, bis ich im zweiten Stock war.

„Station 107“, wiederholte ich immer wieder in Gedanken, dann sah ich sie.

Schwester Celia.

Sie stand vor Carls Tür und spielte nervös mit ihren Fingern. Ihr Gesichtsausdruck war immer noch unruhig, und das ließ mich innerlich zusammenzucken.

In diesem Moment betete ich …

hoffte ich …

ich hoffte inständig, dass es Carl gut ging.

Ich sagte kein Wort zu ihr. Ich eilte an ihr vorbei und öffnete die Tür zur Station.

Carl lag im Bett, die Sauerstoffmaske bedeckte noch immer Nase und Mund.

Ich blieb stehen und vergaß für einen Moment zu atmen und sah ihn nur an. Carls Augen waren geschlossen, aber sein Brustkorb hob und senkte sich langsam und gleichmäßig, und ich atmete erleichtert aus.

Er lebt … er atmet noch.

Das allein genügte.

Ich rückte näher, setzte mich neben ihn und hielt seine Hand. Die Gerätewerte waren normal, seine Atmung war unauffällig, und auch sonst war alles in Ordnung.

„Carl …“ Die Tränen, die mir die Sicht verschleiert hatten, liefen mir endlich ungehindert über die Wangen.

Schon vor Mamas Tod war er so. Die Ärzte sagten, er habe Mukoviszidose und seine Lunge würde langsam zerstört. Er sei noch zu jung für die Operation und müsse Sauerstoff bekommen, bis er ihn vertrage.

„Miss …“, ertönte Schwester Celias Stimme hinter mir, und mein Gesichtsausdruck verfinsterte sich.

Ich wischte mir mit dem Handrücken die Tränen ab und stand auf, um ihr gegenüberzutreten.

„Sie sagten, er würde sterben …“ Ich schluckte und versuchte immer noch, meine Gefühle zu beherrschen. „Er sieht völlig gesund aus.“

Bevor die Schwester antworten konnte, öffnete sich die Tür hinter ihr, und der Arzt kam herein.

„Seine Sauerstoffmaske wird in einer Stunde abgenommen“, sagte er. „Wenn die Maske abgenommen wird, weißt du, dass er nicht mehr lange lebt.“

Ich blinzelte.

Ja, ich weiß. Seine Sauerstoffmaske wird nur zum Essen abgenommen und nach weniger als fünfzehn Minuten wieder aufgesetzt.

„Was meinen Sie, Doc?“ Meine Stimme zitterte, und mein Blick irrte verwirrt umher. „Warum sollten Sie die Maske abnehmen?“

„Sie haben Anweisungen bekommen“, sagte er und sprach die Worte, als würde er sie ablesen. „Alpha Bianchi hat mir aufgetragen, Ihnen das auszurichten.“

Alpha Bianchi.

Das war Dad.

Mein Herz zog sich zusammen.

Ich taumelte zurück und schüttelte ungläubig den Kopf.

„Nein … Das darf nicht sein …“

Dad kann Carl doch nicht einfach sterben lassen, nur weil ich mich geweigert habe, Lucien Collins zu heiraten.

„Nein!“, rief ich und trat näher an den Arzt heran. „Sie sind Arzt, Sie können so etwas einem kranken achtjährigen Kind nicht antun!“

„Es tut mir leid.“ Die Lippen des Arztes waren zu einem schmalen Strich zusammengepresst, und dieser mitleidserregende Ausdruck, den ich immer gehasst hatte, erschien auf seinem Gesicht. „Der Alpha sagte, die Zeit läuft.“

Er drehte sich zum Gehen um, aber ich versperrte ihm den Weg und packte seinen Mantel. Wieder füllten sich meine Augen, diesmal strömten sie wie Regentropfen herab.

„Nein, ein Arzt tut so etwas nicht mit einem Patienten …“, schluchzte ich. „Sie wissen, was passiert, wenn Sie die Maske abnehmen.“

Der Arzt presste die Zähne zusammen.

Langsam bewegte er seine Hand und drückte meine Hand von seinem Mantel.

„Wenn ich die Maske abnehme, verliere ich meine Approbation“, sagte er und hielt inne. „Wenn nicht, verliere ich mein Leben.“

„Verstehen Sie es jetzt, Miss Sloane?“

Meine Beine knickten ein, und ich fiel zu Boden. Der Arzt ging an mir vorbei, und Schwester Celia folgte ihm. Mein Blick wanderte langsam durch den Raum, bis er auf Carl ruhte.

Sein braunes Haar war streng nach hinten gekämmt, und sein schmächtiger Körper lag bewusstlos im Bett.

Eine Stunde.

Das war alles, was ich hatte, um ihn zu retten.

Von wh

Bevor ich mich entmutigt auf den Boden setzte, sah ich, wie er die Augen öffnete.

Schnell wischte ich mir die Tränen ab und ging zu ihm. Carl sah mich, und ein kleines Lächeln huschte über seine Lippen unter der Maske.

„Du bist wach.“ Ich setzte mich neben ihn, nahm seine Hand und lächelte so breit ich konnte.

Ich wollte nicht, dass er den Schmerz in meinen Augen sah, den herzzerreißenden Schmerz hinter meinem süßen Lächeln.

Er nickte langsam, und mein Lächeln wurde breiter. „So ein braver Junge.“

Ich wusste, ich hatte keine Zeit zu verlieren. Ich musste schnell zu Dad.

Ich lebte seit fünf Jahren mit ihm zusammen und kannte ihn gut. Er würde nicht zögern, Carl ohne Maske zurückzulassen und ihn seinem Schicksal zu überlassen.

Das darf nicht passieren.

Carl ist das Einzige, was mir je Gutes widerfahren ist.

„Ich bin gleich wieder da, Carl.“ Ich stand auf und strich ihm durchs Haar. „Vermiss mich nicht zu sehr.“

Er nickte.

Ich verließ eilig das Zimmer und stand kurz darauf vor der Villa.

Ich starrte die Villa an, und meine Brust schnürte sich zusammen, mein Herz hämmerte. Wieder einmal hatte ich mich als Omega ohne Wolf so töricht verhalten, und das hätte mich beinahe Carl gekostet.

Jetzt gab es keinen Ausweg mehr.

Nicht, wenn Carls Leben auf dem Spiel stand.

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