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Sloanes Sicht.
„Bella ist weg!“
Mein Herz setzte einen Schlag aus, bevor ich mich ruckartig zur Tür umdrehte. Dad stand neben der offenen Tür, sein Gesicht war von einer finsteren Miene gezeichnet, und ein Hauch von Wut blitzte in seinen Augen auf.
Ich stand vom Stuhl auf und drehte mich ganz zu ihm um, mein Gesichtsausdruck verzerrte sich vor Verwirrung. „Was meinst du mit Bella ist weg?“
„Du hast mich deutlich verstanden, Sloane.“ Sein Gesicht verfinsterte sich.
Mir stockte der Atem.
Weg?
Nur noch ein Tag bis zu ihrer Paarung?
„Vielleicht ist sie unterwegs, um etwas zu holen, sie kommt bestimmt bald zurück …“, sagte ich, doch Dads Stimme unterbrach mich sofort.
„Nein“, sagte Dad scharf. „Sie ist weg.“
An seinem ernsten Gesichtsausdruck erkannte ich, dass er überall nach Bella gesucht, sie aber nicht finden konnte.
Bella ist meine Halbschwester. Morgen ist ihr Paarungstag, und alle sind mit den Vorbereitungen für den großen Tag beschäftigt. Zumindest hatte sie mir das gestern mit einem breiten Lächeln erzählt.
Sie wirkte so glücklich, nur beim Gedanken an die Hochzeit mit Lucien Collins, ihrem Verlobten.
Wenn sie verschwunden ist, dann …
„Ich glaube, wir sollten die Hochzeit absagen“, murmelte ich leise.
„Das geht nicht“, Dads grauer Blick verfinsterte sich. „Du musst ihren Platz einnehmen.“
Ich hatte ihn richtig verstanden.
Aber die Worte drangen erst nicht zu mir durch.
„Was?“, fragte ich mit zitternder Stimme, die dünner klang, als ich erwartet hatte. Ungläubig blinzelte ich.
„Es ist zu spät, die Hochzeit abzusagen. Du musst morgen in Bellas Brautkleid erscheinen.“
Er trat zurück und musterte mich von Kopf bis Fuß.
„Du bist ähnlich gebaut, du bist im selben Alter wie Bella.“ Er hielt inne. „Es wird kaum einen Unterschied machen, du bist der perfekte Ersatz.“
Dad meinte es ernst.
Aber nein, das ist viel zu absurd.
„Ich kann nicht.“ Ich schüttelte den Kopf und wich zurück. „Ich will diese Ehe nicht.“
Bellas Paarung geht mich nichts an. Es war ein Bündnis zwischen unserem Rudel und Luciens. Sie hat zugestimmt, Lucien Collins zu heiraten, und das geht mich absolut nichts an.
Sie ist verschwunden, aber warum sollte ich ihren Platz einnehmen? Warum sollte ich mich mit einem Partner einlassen, den ich nicht will, nur wegen des Bündnisses?
„Du bist undankbar, Sloane“, spottete Dad. „Du bist nicht meine Tochter, aber ich habe dich aufgenommen, und du wagst es, meine Entscheidung infrage zu stellen?“
Ich senkte den Kopf und zuckte bei seinem Tonfall zusammen. Meine Haare fielen mir ins Gesicht und verdeckten meine Augen, als wollten sie mich vor seinem gefährlichen Blick schützen.
„Du bist wolfslos.“ Seine Stimme war bedrohlich und tief. „Ein Omega, eine Schande.“
Er trat näher an mich heran. „Eine Last, die ich in meinem Haushalt behalten wollte, und jetzt glaubst du, du seist alt genug, um deine eigene Meinung zu haben?“
„Lass mich meine Entscheidung nicht bereuen, Sloane“, knurrte er.
Yes, I wasn't his daughter. Through his marriage to my mother, we became a family. I was grateful that he took us in after my biological father proved worthless and abandoned us five years ago. My mother had to take care of us:
my brother and me.Carl was only three at the time, and I was thirteen. My mother remarried almost immediately, as if she'd been waiting for my biological father to disown us. She married Oscar Bianchi, the man standing before me now, and he's taken care of us ever since. He was always strict, but that was expected of him as the alpha male.
Even after my mother's death two years ago, he continued to take care of us.
His memory would have silenced me, but I could not allow my future to be decided.
“No,” I shook my head and stepped back. “I won’t do that.”
My voice dropped to a whisper. "This is not my marriage."
"If Bella doesn't want this marriage..." My eyes widened and my voice rose. "Then we'll just call it off."
It would be better to cancel it. I never liked the idea of Bella marrying Lucien anyway. I didn't know why, but the thought of her marrying him made me sad.
That was better. Better if we simply cancelled the mating.
Dad came closer and my breath caught in my throat. His hand roughly grabbed my chin and he lifted my face so that I was looking at him.
"That. Doesn't. Happen!" he muttered.
"You won't have a choice, Sloane." His gaze was cold and firm on me. And for the first time since we'd been standing there, a strange feeling of unease washed over me. "You have to do this."
He roughly let go of me, turned around, left the room and slammed the door behind him.
I was alone in the room and could finally breathe a sigh of relief. I sighed and sank back into the chair, his last words still ringing in my ears.
What did he mean by that?
What is he up to?
I took out my phone and dialed Bella's number. It rang once.
Twice.
I gripped the phone tighter and tapped impatiently with my feet while nervously fidgeting with my fingers.
"Come on... answer it..." I whispered.
But there was silence; only the ringing echoed through the room before the call was redirected to the voicemail.
My head was full of questions that no one but Bella could answer.
Why did she leave?
Had she not consented to this marriage voluntarily?
I groaned and
Ich fuhr mir mit den Händen durchs Haar. Alles war so beunruhigend, und ich konnte nicht aufhören, darüber nachzudenken, wie der morgige Tag verlaufen würde, ohne Bella und ohne Dads Wunsch, die Paarung abzusagen.
Die Gedanken an Bella und ihren Paarungstag verdrängten sich, und mein Bruder Carl trat an ihre Stelle. Es war Zeit, sein Essen zu kochen, bald würde ich ihn besuchen.
Ich trat aus meinem Zimmer in die stille Villa und schlich leise in die Küche. Dort stand die Köchin vor der Arbeitsplatte und schnitt Zwiebeln. Sie drehte sich abrupt um und lächelte mich an, was ich sofort erwiderte.
„Ich weiß, es ist Zeit, Carls Essen vorzubereiten, deshalb helfe ich mit“, grinste sie.
Ich trat neben sie in die Küche und klopfte ihr leicht auf die Schulter. „Danke, Hannah. Ich übernehme das.“
Ich griff nach dem Messer und schnitt weiter Zwiebeln, doch mir rutschte die Hand ab, und ich schnitt mir fast in die Finger.
„Vorsicht“, sagte Hannah leise und besorgt.
„Mir geht’s gut“, murmelte ich, obwohl ich wusste, dass es nicht stimmte. Meine Gedanken wirbelten durcheinander, und schlimmer noch, sie waren weit weg von der Küche.
Ich schaffte es, das Essen fertig zu kochen, packte es in eine Box und ging zurück in mein Zimmer, um mich umzuziehen. Kaum hatte ich das Zimmer betreten, fiel mein Blick auf den Nachttisch, wo der Bildschirm meines Handys aufleuchtete – ein verpasster Anruf.
Ich nahm den Hörer ab und runzelte verwirrt die Stirn. Ich hatte sechs verpasste Anrufe von Schwester Celia, der Krankenschwester, die für Carls Behandlung zuständig war.
Ja, Carl ist schwer krank und im Krankenhaus.
Ich wählte die Nummer der Schwester erneut, und sie ging sofort ran.
„Miss Sloane …“, ihre Stimme zitterte, und ich war alarmiert.
Mir stockte der Atem. „Was ist los?“
„Dein Bruder …“
Ihre Stimme zitterte, und diese beiden Worte bebten furchtbar.
„Was ist mit Carl?“
Mir stockte der Atem.
Und ich erstarrte.
„Er wird sterben …“ Sie zitterte.
„Er wird es nicht schaffen …“
Aus Ryans SichtFrüher sind wir vor dem Training davongelaufen – keiner von uns wollte es beenden. Vor fünfzehn Jahren kletterte ich gemeinsam mit Lucien aus einem Fenster im zweiten Stock; wir lachten dabei viel zu laut, um unbemerkt zu bleiben. Er kam zuerst unten an. Irgendein Instinkt in ihm sorgte schon damals dafür, dass der Boden ihn sanfter auffing als uns andere; er landete immer als Erster. An jenem Tag redete ich mir ein, es spiele keine Rolle, wer zuerst auf dem Boden aufkam – und das habe ich mir in den fünfzehn Jahren seither immer wieder gesagt: stets einen Schritt hinter ihm, nah genug, um eine Rolle zu spielen, aber nie nah genug, um er selbst zu sein.Heute wollte ich eine einzige Sache erreichen, die eigentlich Lucien vorbehalten war – und dabei ging es nicht um Sloane, ganz gleich, was andere dachten oder denken würden, sollten sie mich jemals dabei ertappen, wie ich sie einen Augenblick zu lange ansah. Ich wollte der Mann sein, der tat, wozu Lucien nicht schnell g
Aus Sloanes SichtIch konnte damit nicht zu Lucien gehen. Nicht, weil er mir nicht geholfen hätte, sondern weil ich wusste: Wenn er mir half, müsste ich zu Oscar gehen – obwohl er mir das untersagt hatte. Und ich hatte heute Abend einfach nicht die Kraft für diesen Kampf, zusätzlich zu dem, den ich bereits ausgefochten und verloren hatte. Also ging ich ins Archiv und suchte den einzigen Mann in Blackstone auf, der mich noch nie irgendwohin weggeschickt hatte. Ich fand ihn an jenem Holztisch, an dem wir früher Seite an Seite gesessen und Streifenberichte verfasst hatten – damals, als ich noch am wenigsten über meinen Vater wusste, außer dass er kalt war.Als ich hereinkam, blickte Ryan auf. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich; er wirkte, als hätte er auf jemanden gewartet – als hätte er auf ein bestimmtes Geräusch geachtet.„Du siehst aus, als läge eine harte Nacht hinter dir“, sagte er.Ich erzählte ihm alles. Von dem Dokument zum Sorgerechtsverzicht, von Oscars Weigerung, von der B
Sloanes PerspektiveBella hatte das geübt. Ich sah es in ihren Augen, in ihrer Körperhaltung, in der Art, wie sie die Beine übereinanderschlug, als ich hereinkam, wie sie vor dem Sprechen innehielt und wie sie auf Knopfdruck einen sanften, verletzten Ausdruck annahm – ganz so, als hätte sie es vor dem Spiegel einstudiert.Ich hatte mich auf nichts vorbereitet. Ich hatte lediglich meine Wut auf Oscar im Kopf durchgespielt, doch nun saß die falsche Schwester auf dem falschen Stuhl, und all die Worte, die ich mir auf der Fahrt hierher zurechtgelegt hatte, waren wie weggewischt.„Woher weißt du das?“, fragte Bella. „Hast du etwa geglaubt, ich würde nicht zurückkommen, um mir zu holen, was mir gehört?“„Was dir gehört?“ Meine Stimme klang emotionslos. Doch in meinem Inneren sah es ganz anders aus.„Mein Mann, mein Haus, mein Titel.“ Sie legte den Kopf schief; ihr blondes Haar fiel ihr über die Schulter – ein Anblick, der Männer früher ihren eigenen Namen hatte vergessen lassen. „Du hast di
Sloanes SichtweiseIch hatte fünf Jahre meines Lebens auf einen einzigen Satz aufgebaut: Er ist zu jung für die Operation. Ich hatte diesen Satz von Oscar auf einem Krankenhausflur gehört, als Carl noch klein genug war, um mich zu fragen, warum seine Lippen manchmal blau anliefen. Seitdem trug ich diesen Satz wie ein heiliges Gebot mit mir herum und rechtfertigte damit jedes Jahr, das ohne eine Lösung verstrich – jedes Jahr, in dem Carl kränker statt gesünder wurde. Ich hatte ihn Ärzten gegenüber wiederholt, die daraufhin skeptisch die Augenbrauen hochzogen. Ich hatte ihn mir selbst in unzähligen Nächten vorgesagt, während ich wach lag und mich fragte, was ich sonst noch tun könnte.Dieser Satz entsprach nie der Wahrheit.Ich befand mich in der Waschküche von Oscars Haus – dem einzigen Raum, den sonst nie jemand betrat –, als Celia mit zitternden Händen ein gefaltetes Blatt Papier aus der Tasche ihrer Strickjacke zog.„Er hatte grünes Licht“, flüsterte sie. „Carl war mit sieben Jahren
Sloanes PerspektiveFünf Jahre lang hatte sich still und leise Hass auf Oscar in mir aufgestaut – eine Art von Hass, wie man ihn für Wetterphänomene empfindet: gewaltig, beständig und unmöglich zu ändern; man kann nur mit ihm leben. Doch als ein anderer Mann den Namen meines Vaters aussprach – verbunden mit der Demütigung, dass er zum Schweigen erkauft worden war –, durchfuhr mich ein eisiger Schauer, wie ich ihn in all den Jahren des Hasses aus der Ferne nie erlebt hatte.„Sag es noch einmal“, verlangte ich. „Alles davon, nicht nur die Teile, von denen du glaubst, dass ich sie hören will.“Lucien stand mit dem Rücken zu mir am Fenster seines Arbeitszimmers; er hatte das Sakko abgelegt und die Ärmel hochgekrempelt. Seine Schultern schienen noch immer unter der Last der Ratssitzung zu ächzen. „Oscar hat Theodore bezahlt. Das ist die Tatsache.“„Das ist nur die halbe Wahrheit.“„Es ist die Hälfte, die du heute Abend erfährst.“„Warum?“ Ich trat näher, so nah, dass er mich ansehen musste
Sloanes PerspektiveIn der Bibliothek war es zu still. Ich hatte dieselbe Seite schon viermal gelesen und wusste immer noch nicht, worum es darin ging; meine Augen erfassten zwar die Worte, doch meine Gedanken waren zwei Stockwerke tiefer und eine halbe Meile entfernt – in einem Raum, in dem alle kampferprobten Wölfe, denen Lucien vertraute, eingesperrt waren, um einen Mann wie Theodore verschwinden zu lassen.Emma saß mir gegenüber und tat so, als würde sie Fäden nach Farben sortieren. Nora stand wie immer an der Tür, kerzengerade, den Blick auf den Flur gerichtet – in jener Art von Stille, die verriet, dass sie niemals wirklich zur Ruhe kam. Zwei Stockwerke unter uns entschied ein Raum voller Männer über das Schicksal eines Verräters, und hier oben war das Haus in jene Stille verfallen, die Häuser annehmen, wenn sie lauschen.Emma sagte: „Du hängst schon eine ganze Weile auf dieser Seite fest.“„Es ist eine gute Seite.“Sie lächelte, doch ihre Augen spiegelten dieses Lächeln nicht w
Sloanes SichtSeine Brust hob und senkte sich langsam. Heute Abend war ich nicht mehr Sloane, das naive Mädchen, das ihrem Schwarm einen Brief geschrieben hatte. Ich war Sloane, Luciens Vertragsfrau. Sein Penis stand steif zwischen seinen Schenkeln, die Adern pulsierten schnell mit jedem Atemzug, u
Sloanes Sicht.Ich keuchte auf, als Lucien mich vom Boden hob und aufs Bett legte. Er lehnte sich nicht von mir weg, sein Gesicht war so nah, dass ich schlucken musste.Sein Körper presste sich gegen meine nackten Brüste, und seine Hand wanderte zu meinem Rücken. Unbewusst bog ich mich vom Bett weg
Sloanes Sicht.Man sagt, Omegas seien bedeutungslos. Man erinnert uns daran, dass wir nichts wert sind. Deshalb kann jemand wie ich nicht einmal davon träumen, mit jemandem wie Lucien zusammen zu sein. Was er mir damals im College angetan hat, hat es nur bestätigt.Omegas wie ich werden behandelt,
Sloanes Sicht.Ein Klopfen an Dads Arbeitszimmer genügte. Ohne auf Erlaubnis zu warten, drehte ich den Türknauf und stieß die Tür auf.Dad saß auf dem Drehstuhl, seine Hand trommelte langsam auf dem Schreibtisch.„Willst du das wirklich tun?“, fragte ich und blieb vor ihm stehen.Unsere Blicke traf







