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Kapitel 2

Autor: Verachi2
last update Data de publicação: 2026-05-11 07:20:50

ZOEYS POV

Ich schloss mich zitternd in der Toilettenkabine ein. Tränen liefen mir über die Wangen, egal wie sehr ich versuchte, sie zurückzuhalten. Ihr Lachen, ihre Verspottungen – alles hallte in meinem Kopf wider.

Aber nichts tat so weh wie Julians Stimme. Die Art, wie er lachte, die Art, wie er mich wie Müll ansah. Das war tiefer als alles, was Cassidy jemals getan hatte.

Ich hasste mich dafür, dass ich auch nur für eine Sekunde geglaubt hatte, dass er mich sehen würde. Dass es ihn interessieren würde.

Sie waren alle gleich – ein Rudel grausamer, rücksichtsloser Raubtiere, die nach Beute suchten, an der sie sich erfreuen konnten. Was habe ich mir nur dabei gedacht, dem Goldjungen der Schule vor allen anderen meine Gefühle zu gestehen, wohlwissend über die Kluft zwischen uns? 

Ich wünschte, ich hätte jemanden, vielleicht einen Freund, der mich aus diesem Wahnsinn herausholte und wieder zur Besinnung kam. Aber ich hatte niemanden. Niemand möchte mit einem schwachen, erbärmlichen, wolflosen Verlierer wie mir verkehren. Ich war einfach ganz allein in dieser Schule.

Ich klammerte mich an den Rand des Waschbeckens und zwang mich dazu, in den gesprungenen Spiegel zu starren. Ich sah genauso erbärmlich aus, wie sie sagten: blass, dünn, zu klein für mein Alter, mit Haaren, die nie an Ort und Stelle blieben, und weiten Klamotten, die meinen Körper überfluteten.

Ich hatte ein paar Sommersprossen auf meinen Wangen und egal wie oft ich mein Gesicht wusch, es sah immer ein wenig ölig aus. 

Auch meine Körperhaltung hat der Sache nicht geholfen. Egal wie gerade ich versuchte, meine Schultern zu halten, sie wirkten immer hängend, sodass ich jedes Mal, wenn ich ging, wie einer dieser Zombies in The Walking Dead aussah.

Obwohl ich kein Make-up trug und genauso hübsch aussah wie Cassidy und die anderen Mädchen, wusste ich, dass ich nicht hässlich genug war, als dass Julian mich eine ertrunkene Kanalratte nennen könnte. 

Plötzlich öffnete sich quietschend die Badezimmertür und ich hörte unheimliche Schritte, die sich der Kabine näherten, in der ich war.

„Hey kleiner Freak“, Cassidys Stimme klang erschreckend böse und sadistisch. „Wir wissen, dass du da drin steckst. Komm jetzt raus und stell dich uns gegenüber, sonst ziehen wir dich raus wie das wertlose Stück Scheiße, das du bist.“

Ich erstarrte vor Schock und hob instinktiv die Hand, um meinen Mund zu bedecken, damit ich keinen Ton von mir gab. Ich begann zu zittern, als mich pure, schwarze Angst befiel. 

Schnell schnappte ich mir meine Brille und setzte sie auf. Ich wollte verschwinden, aber es gab keinen Ort, an den ich fliehen konnte, und die Schlösser dieser Toilettenkabine waren nicht stark genug, um sie draußen zu halten.

Bevor mir etwas einfiel, flog die Tür auf. Lacey und Brianna, Cassidys Schergen, packten mich und zogen mich aus der Box.

„Lass mich los!“ Ich riss mir die Worte aus der Kehle und kämpfte darum, mich zu befreien. Aber sie waren stärker.

Cassidy stand mit verschränkten Armen vor mir und starrte mich wütend an. Wenn Augen töten könnten, dann wäre ich längst tot. 

„Ich muss sagen, dass du Mut hast, auf meinen Freund zuzugehen und ihm den ganzen Blödsinn zu erzählen, den du über ihn geschrieben hast“, spottete sie ungläubig. „Was hast du gedacht? Dass er dich akzeptieren und übernehmen würde … über mich?“

Sie stieß ein lautes, spöttisches Lachen aus, das die Luft durchdrang und in jeder Ecke des Raumes widerhallte. 

„Schau dich an“, sagte sie mit einem trügerischen Blick, der den Anschein erweckte, als hätte sie Mitleid mit mir. „Uns beide zu vergleichen ist, als würde man einen Wolkenkratzer mit einer Lehmhütte vergleichen. Gegen mich hast du nie eine Chance. Du bist so klein, so schwach, so dumm, so bedeutungslos. Ich weiß nicht einmal, wie du unter uns existieren kannst. Du hättest nie geboren werden sollen. Glaubst du wirklich, dass irgendjemand auf dieser Welt dich jemals lieben wird?“

Lacey und Brianna lachten nur, als würden sie eine Comedy-Show genießen, was die Demütigung noch verstärkte, die mich erdrückte.

Ihre Worte erreichten mich und durchbohrten meine Haut wie tausend Glassplitter. Ich konnte fühlen, wie die Tränen in meinen Augen brannten, aber ich weigerte mich, sie herauszulassen. Ich wollte ihr diese Befriedigung nicht bereiten, also hielt ich den Kopf gesenkt.

„Antworte mir, du erbsengroßer Trottel!“ Sie sprühte vor Funken, packte mich grob am Kinn und zwang mich, sie anzusehen. „Ihr Leben in dieser Schule gehört mir. Wenn ich also eine Frage stelle, antworten Sie, ohne Zeit zu verschwenden.“

„FICK DICH“, diese beiden Worte kamen aus meinem Mund, ohne dass ich darüber nachgedacht hätte. Ich wusste, dass ich erledigt war, aber gleichzeitig fühlte es sich wirklich gut an, ihr das laut ins Gesicht sagen zu können. Selbst in meinem erbärmlichen Zustand war ich ein wenig stolz auf mich.

Als wäre in ihrem Inneren ein Biest entfesselt worden, knurrte Cassidy laut und frustriert. Ihre rechte Hand schnitt durch die Luft, bevor sie auf meiner Wange landete und einen lauten Schlag versetzte, der mein Gesicht scharf zur Seite reißen ließ. Meine Haare waren noch zerzauster und spritzten mir ins ganze Gesicht. Das wird sicherlich schreckliche Spuren hinterlassen.

Bevor ich mich von der Wucht der Ohrfeige erholen konnte, zog sie mich an den Haaren und verdrehte meinen Hals in eine schmerzhafte Position. Ich biss die Zähne zusammen, um den Schmerz zu unterdrücken, denn meine Haare fühlten sich an, als würden sie mir von der Kopfhaut gerissen.

„Du schwache, erbärmliche Entschuldigung eines Lebewesens“, spottete sie mit einem rücksichtslos teuflischen Gesichtsausdruck. „Du wagst es, mit mir zu antworten? Herzlichen Glückwunsch, denn du hast dir gerade eine goldene Eintrittskarte in die Tiefen der Hölle gesichert. Ich werde die paar Wochen, die wir bis zum Abschluss haben, unbedingt nutzen, um deine Strafe zu verdreifachen und dich ununterbrochen zu quälen. Mal sehen, wer jetzt gefickt wird.“ Sie kicherte böse.

Ich wehrte mich und versuchte, mich zu befreien. Aber meine Bemühungen waren vergeblich, da Lacey und Brianna mich immer noch fest in ihren Armen hielten und Cassidy an meinen Haaren zog.

„Lass mich gehen, du Hexe“, spuckte ich mühsam aus. Was ich sagte, schürte nur ihre Wut, ihre Wut flammte auf.

„Du hast immer noch den Mut, etwas zu erwidern?!“ 

Sie packte mich, als wäre ich nichts, und schlug meinen Kopf gegen die Badezimmertür. Ich brach auf dem Boden zusammen und in meinem Kopf ertönte ein klingelndes Geräusch, als hätte ich gerade einen Bombenanschlag erlebt.  

Mein ganzer Körper fühlte sich gelähmt an, als ich leblos auf dem Boden lag. Ich konnte meinen Atem kaum spüren, da er in meinen Ohren widerhallte. Meine Augenlider wurden schwer. Und in meiner verblassenden Vision sah ich, wie Cassidy und ihre Schergen das Badezimmer verließen und die Tür hinter sich abschlossen.

In meinem letzten Atemzug wollte ich um Hilfe schreien, als mich eine Welle der Dunkelheit traf.

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