LOGINMondgebundene Herzen Als Lily in die alte Hütte ihrer Großmutter im dichten Wald zurückkehrt, sucht sie eigentlich nur Ruhe und Frieden. Doch schon in der ersten Nacht begegnet sie ihm – Jake, dem mächtigen Alpha des Nachtrudels. Ein Blick genügt, und ein uraltes Schicksalsband erwacht zwischen der rebellischen Fotografin und dem gefährlichen Werwolf. Jake ist besitzergreifend, dominant und bereit, alles zu tun, um seine Gefährtin zu beschützen. Lily hingegen will sich niemandem unterwerfen – schon gar nicht einem Mann, der halb Wolf ist. Zwischen verbotener Leidenschaft, gefährlichen Rudelkriegen und dunklen Geheimnissen der Vergangenheit entbrennt eine Liebe, die beide Welten erschüttern könnte. Wird Lily ihr Herz dem Alpha schenken – oder flieht sie vor dem Schicksal, das der Mond für sie bestimmt hat?
View MoreDie Jahre vergingen wie Blätter im Wind. Die Jahreszeiten wechselten, die Kinder wuchsen, und die Welt veränderte sich langsam, aber stetig. Der Bund der Fünf wurde größer — das Fischerdorf an der Küste war beigetreten, dann ein Rudel aus den südlichen Ebenen, dann eines aus den östlichen Hügeln. Die Schule der vier Gaben hatte Ableger in jedem Winkel der westlichen Lande, und überall, wo Wölfe lebten, kannte man die Geschichte der Silberwölfin, die aus der Welt der Menschen gekommen war, um eine neue Ära einzuläuten.Elara führte das Nightfang-Rudel mit einer Weisheit, die selbst die Ältesten staunen ließ. Sie war nicht nur eine Alpha, sondern eine Brücke — zwischen den Rudeln, zwischen den Welten, zwischen den Generationen. Sie reiste viel, unterrichtete in den Schulen, half, wo Hilfe gebraucht wurde, und kehrte immer wieder nach Blackthorn Hollow zurück, wo ihr Zuhause war.Kael und Maya hatten zwei Kinder — einen Sohn namens Liam und eine Tochter namens Selene. Liam war zwölf und
Der Winter kam und ging, und mit dem Frühling kam der Tag, auf den Aurora ihr ganzes Leben gewartet hatte. Nicht mit Ungeduld, nicht mit Angst, sondern mit einer ruhigen, tiefen Gewissheit, dass die Zeit gekommen war.Sie war jetzt fünfundvierzig Jahre alt. Ihr Haar trug die ersten silbernen Strähnen, und um ihre Augen lagen feine Linien, die von Jahren des Lachens und Weinens erzählten. Aber ihre Augen leuchteten noch immer wie an dem Tag, an dem sie zum ersten Mal in die Berge gekommen war — silbern, klar, voller Liebe.Elara war zwanzig. Sie hatte die Schule der vier Gaben abgeschlossen, hatte in Falkenhorst, an der Küste und in den Sümpfen unterrichtet und war zu einer jungen Frau herangewachsen, die die Gaben ihrer Mutter und ihres Vaters in sich vereinte. Sie konnte heilen, sie konnte lehren, sie konnte die Geisterebene betreten und verlassen, wie andere einen Raum betraten. Und sie war bereit.„Bist du sicher?“, fragte Aurora eines Morgens, als sie mit Elara am See saß. „Es ist
Die Jahre waren vergangen wie Wasser in einem Fluss. Elara war jetzt siebzehn, eine junge Frau mit silbernen Augen und einem Herzen, das größer war als die Berge, in denen sie aufgewachsen war. Sie hatte gelernt, ihre Gaben zu beherrschen — die Lebensmagie, das Lied der Wurzeln, die Sprache der Delfine. Sie hatte die Schule der vier Gaben besucht, hatte in Falkenhorst und an der Küste unterrichtet und war zu einer Lehrerin geworden, die selbst Mirin staunen ließ.Aber sie wusste, dass etwas fehlte. Etwas, das sie nicht benennen konnte. Etwas, das sie in ihren Träumen rief.An einem kalten Novembermorgen erwachte sie mit einem Bild vor Augen, das sie nicht losließ. Eine Brücke — nicht aus Stein, nicht aus Holz, sondern aus Licht. Und auf der anderen Seite der Brücke standen Gestalten, die sie kannte. Ihre Urgroßmutter Elara. Die Luna Prime, die sie im Ebereschenhain gesehen hatte. Und andere, die sie nicht kannte, aber deren Gesichter ihr vertraut waren.„Mama“, sagte sie beim Frühstüc
Der September brachte kühle Nächte und goldene Tage, und mit ihm kehrte der Alltag in die Bergwacht zurück. Die Schule öffnete wieder ihre Türen, die Kinder strömten aus ihren Häusern, und Elara wurde von ihren Freunden überschwänglich begrüßt, als hätte sie eine Weltreise hinter sich — was sie im Grunde auch hatte.Timo, der in den Monaten ihrer Abwesenheit einen Wachstumsschub gemacht hatte und jetzt fast so groß war wie Aurora, hob sie hoch und wirbelte sie durch die Luft. „Du hast uns gefehlt!“, rief er. „Ohne dich war der Unterricht langweilig!“„Ich habe euch auch vermisst“, sagte Elara, als sie wieder auf dem Boden stand. „Aber ich habe Delfine gesehen. Echte Delfine!“„Erzähl mir alles“, sagte Timo, und die beiden verschwanden im Handumdrehen in Richtung See, wo Elara ihre Geschichten loswerden konnte.Aurora sah ihnen nach und lächelte. Es war schön, wieder zu Hause zu sein. Das Meer war ein Geschenk gewesen, aber die Berge waren ihr Zuhause. Und sie wusste, dass sie nie wied
Jake hielt Lily noch eine Weile in seinen Armen. Sie spürte seinen starken Herzschlag an ihrer Wange. Für einen Moment vergaß sie alles – die Angst, die Werwölfe, die Gefahr. Es fühlte sich einfach nur richtig an.Dann löste sie sich vorsichtig von ihm. Ihre Wangen waren rot.„Danke“, murmelte sie.
Lily wachte auf, weil Sonnenlicht durch das Fenster fiel. Für einen Moment wusste sie nicht, wo sie war. Dann kamen die Erinnerungen zurück. Der Wald. Jake. Die Werwölfe. Das Dorf.Sie setzte sich im Bett auf und schaute sich um. Das Zimmer war schön. Holzwände, weiche Decken und ein großer Kleider
Lily saß noch lange im Wohnzimmer und starrte ins Feuer. Die Flammen tanzten ruhig, aber in ihrem Kopf drehte sich alles. Werwölfe. Gefährtenbund. Mond. Jake. Das alles klang wie eine verrückte Geschichte aus einem Buch. Aber sie war hier. In einem fremden Haus. In einem Dorf, das auf keiner Karte
Lily versuchte erneut, ihren Arm aus Jakes Griff zu befreien. Seine Finger waren warm und stark, aber sie taten ihr nicht weh. Trotzdem hatte sie große Angst. „Lass mich los!“, sagte sie laut. „Ich will nach Hause!“ Jake schaute sie nur an. Seine goldenen Augen leuchteten im Mondlicht. Er antwor











