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Kapitel 7

Author: Blütenkranz
Die Stimmen der Gäste drangen klar an Claras Ohr.

„Ich war mit Herrn Falkenberg und Fräulein Schubert an der Universität“, sagte ein Mann im Anzug mit gedämpfter Stimme. „Damals hat Herr Falkenberg sie so heftig verwöhnt, dass es schon beinahe legendär war. Es fehlte nur noch, dass er ihr vor dem Abschluss einen Heiratsantrag machte.“

„Kein Wunder!“ Jemand neben ihm begriff sofort. „Eine unerreichbare erste Liebe bleibt eben eine unerreichbare erste Liebe. Selbst ohne den Namen einer Ehefrau bleibt sie für immer die wichtigste Person.“

„Manche Leute können sich noch so sehr den Kopf zerbrechen, um in diese Familie einzuheiraten. Und was bringt es?“ Jemand warf Clara einen verächtlichen Blick zu. „Selbst wenn sie Kinder geboren hat, gewinnt sie doch nie das Herz ihres Mannes. Meiner Meinung nach ist sie dazu bestimmt, ihr ganzes Leben einsam zu bleiben.“

Clara hörte schweigend zu.

Ihr Herz fühlte sich an, als wäre es von einer dicken Schicht Eis umhüllt. Dumpf und schwer, aber es schmerzte nicht mehr.

Sie atmete tief ein, drehte sich um und ging zum Aufzug.

In dem Moment, als sich die Türen schließen wollten, schob sich plötzlich eine Hand dazwischen.

Mara trat elegant auf hohen Absätzen ein, die roten Lippen leicht gehoben.

„Die Bedenkfrist vor der Scheidung endet in drei Tagen.“ Sie sah Clara direkt in die Augen. „Du wirst dich an unsere Abmachung halten und gehen, nicht wahr?“

Clara drückte auf die Taste für das Erdgeschoss.

„Natürlich.“

„Ich wünsche mir mehr als jeder andere, so schnell wie möglich zu gehen.“

Endlich zeigte Mara ein zufriedenes Lächeln.

„Keine Sorge. Ich werde mich an deiner Stelle gut um diese Familie kümmern.“

„Alexander und die Kinder mögen dich ohnehin nicht. Sie werden dich nach und nach vergessen.“

Der Aufzug sank langsam nach unten. Clara antwortete nicht.

Plötzlich ...

„Bumm!“

Ein gewaltiger Knall ertönte. Der Aufzug wurde sich heftig erschüttert und versank im nächsten Moment in völliger Dunkelheit.

„Ah!“

Mara schrie auf und zog panisch ihr Handy hervor.

„Alexander! Hilfe! Der Aufzug ist defekt!“

Clara prallte schwer gegen die Wand. Ein stechender Schmerz fuhr durch ihre Stirn, und warme Flüssigkeit lief ihr die Wange hinab.

Sie wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war, als draußen hastige, laute Schritte zu hören waren.

„Geht es den Personen drinnen gut?“

Die Stimme einer Rettungskrafte drang durch die Aufzugstür.

„Holen Sie uns raus!“ Mara schlug gegen die Tür. „Mein Bein ist eingeklemmt!“

Das schrille Geräusch von aufgebogenem Metall erklang. Ein greller Lichtstrahl fiel herein.

Eine Rettungskraft beugte sich hinein, um die Lage zu prüfen. Sein Gesicht wurde ernst.

„Herr Falkenberg, die Beine der beiden Damen sind von der verformten Tür eingeklemmt. Die Zeit drängt. Im Moment können wir nur eine Person zuerst retten. Wen sollen wir zuerst herausholen?“

Durch ihren verschwommenen Blick sah Clara, dass Alexander mit den beiden Kindern hinter der Rettungskraft stand.

Sein Blick lag auf Mara. Ohne das geringste Zögern sagte er:

„Rettet Mara.“

„Zuerst Tante Mara retten!“ Jonas und Marie zogen weinend am Ärmel der Rettungskraft. „Schnell, retten Sie sie!“

Die Rettungskraft runzelte die Stirn.

„Herr Falkenberg, junger Herr Falkenberg, Fräulein Falkenberg, die andere Dame ist schwerer verletzt. Wir empfehlen weiterhin, sie zuerst zu retten.“

„Ich sagte: Rettet Mara!“

Alexanders Stimme war kalt wie Eis.

Die Rettungskraft seufzte. Er konnte nur die Hand ausstrecken und Mara herausziehen.

Clara sah zu, wie sie Mara vorsichtig aus dem Aufzug hoben. Die Aufzugstür, die dadurch die Hälfte ihrer Stützung verlor, gab ein entsetzliches Knirschen von sich.

„Krach!“

Das verformte Metall schlug schwer auf Claras Bein. Ein Schmerz, der bis ins Mark ging, überflutete im selben Augenblick ihren ganzen Körper.

Das Letzte, was sie sah, war Alexanders Rücken, als er Mara in den Armen davontrug, und die jubelnde Freude der beiden Kinder.

Dann verschlang die Dunkelheit ihr Bewusstsein vollständig.

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