Mag-log inDer Aufzug öffnete sich zu einem privaten Stockwerk. Durch die Glaswände blickte man auf die Lichter Roms, die verstreut lagen wie etwas, das jemand verschüttet und anschließend nie wieder aufgeräumt hatte. Clara blieben genau vier Sekunden, um sich zu sammeln, bevor sich am Ende des Flurs eine Tür öffnete und Luca De Luca heraustrat.
Sie hatte Bedrohlichkeit erwartet. Während der gesamten Fahrt nach oben hatte sie sich darauf vorbereitet, ihre Haltung, ihr Kinn und den ausdruckslosen Blick zu festigen, den sie vor ihrem gesprungenen Handspiegel so lange geübt hatte. Doch damit hatte sie nicht gerechnet – mit der Art, wie sich die Luft im Flur zu verändern schien, sobald sich die Tür öffnete, mit der Art, wie die beiden Wachmänner in der Nähe des Aufzugs schlagartig erstarrten, ohne dass jemand es ihnen befehlen musste.
Er war groß, hatte dunkles Haar und trug Schwarz, das ihm so perfekt passte, als wäre es ihm direkt auf den Leib geschneidert worden, statt aus Stoff gefertigt zu sein. Als seine Augen sie am anderen Ende des Korridors fanden, spürte Clara ihren Blick wie eine Hand, die sich langsam um ihre Kehle schloss. Nicht unbedingt schmerzhaft. Einfach vollkommen. Unausweichlich.
„Ist sie das?“ Seine Stimme war tief und emotionslos. Er sprach mit Marco, als stünde Clara nicht einmal einen Meter von ihm entfernt, als wäre sie ein Gegenstand, der ausgeliefert wurde, und kein Mensch, der ihn vollkommen deutlich hören konnte.
„Clara Ricci“, antwortete Marco. „Sie wollte Sie treffen, bevor sie unterschreibt.“
Lucas Blick glitt über sie hinweg – über das marineblaue Kleid, die rissige, gerötete Haut ihrer Hände, die trotz all des Schrubbens niemals ganz weich geworden war, über die sorgfältig einstudierte Ausdruckslosigkeit, die sie jahrelang auf ihrem Gesicht perfektioniert hatte. Etwas flackerte hinter seinen Augen auf, etwas, das Clara nicht benennen konnte und dem sie nicht traute, auch nur zu versuchen, es zu deuten.
„Tatsächlich?“ Er trat näher, ohne jede Eile, wie ein Mann, der in seinem ganzen Leben noch nie für irgendjemanden hatte hasten müssen.
Clara musste gegen den instinktiven Drang ankämpfen, zurückzuweichen, sich kleiner zu machen, so wie es ihr vier Jahre im Haus von Donna Marchesi antrainiert hatten, ohne dass sie dem jemals zugestimmt hätte.
„Sie haben Fragen, Signorina Ricci?“
„Eine.“ Clara hob das Kinn und weigerte sich, das Zittern ihrer Knie bis in ihre Stimme dringen zu lassen. „Warum ich?“
„Sie wurden als geeignet empfohlen.“ Sein Tonfall veränderte sich kein bisschen, nicht einmal ein Hauch von Regung war darin zu erkennen. „Gesund. Verschwiegen. Ohne Familie, die sich einmischen würde.“
„Ich habe eine Familie.“
„Haben Sie das?“ Er ließ die Worte unbeantwortet im Raum stehen und beobachtete sie wie ein Mann, der bei einem Kartenspiel auf ein verräterisches Zeichen wartete.
„Marco erzählt mir, dass Sie auf den Knien einen Boden schrubbten, als er Sie fand. Dass Ihre Stiefschwester dieses Jahr in einem Kleid heiratet, das mehr kostet als die Autos der meisten Menschen, während man Sie nicht einmal eingeladen hat, an ihrer Seite zu stehen. Korrigieren Sie mich, wenn ich mich irre.“
Clara spannte den Kiefer an.
„Sie verwechseln mich mit jemandem, der Ihr Mitleid will.“
„Ich habe kein Mitleid anzubieten. Ich habe einen Vertrag.“ Eine kurze Pause, beinahe amüsiert. „Aber ich mag es nicht, belogen zu werden, Clara, und ich glaube, Sie wollten mich gerade anlügen.“
„Sie haben eine Stiefmutter, die Sie im Haus Ihres verstorbenen Vaters wie eine Dienstmagd behandelt.“
Nun lag etwas Kaltes in seiner Stimme, präzise wie ein Skalpell.
„Das ist keine Familie. Das ist Gefangenschaft mit besseren Möbeln.“
Clara stockte scharf der Atem.
Sie hatte ihm das nicht erzählt. Nicht mit genau diesen Worten. Niemandem. Nicht einmal sich selbst, in der Dunkelheit ihres Dachbodenzimmers, wo die Wahrheit manchmal so nahe herankroch, dass sie ihr etwas ins Ohr flüstern konnte.
Es von ihm zurückgesagt zu hören, sachlich und nüchtern, als hätte er es irgendwo einfach von einem Blatt Papier abgelesen, gab ihr das Gefühl, völlig entblößt dazustehen. Sie befand sich in einem gläsernen Flur, drei Stockwerke über einer Stadt, die sie kaum noch als ihre eigene wiedererkannte.
„Sie haben Nachforschungen über mich angestellt.“
„Ich stelle Nachforschungen über jeden an, mit dem ich Geschäfte mache, Signorina Ricci. Alles andere wäre töricht.“
Er neigte den Kopf und musterte sie nun so, wie ein Mann vielleicht ein Pferd begutachtete, das er zu kaufen erwog – prüfend, ohne Eile, nicht unbedingt grausam, aber auch nicht im Geringsten herzlich.
„Sie werden genügen.“
Die Worte trafen sie wie eine Ohrfeige. Clara spürte, wie sich ihr brennender Schmerz tief in ihr festsetzte, an einer alten Stelle, die Donna Marchesi längst wund gerieben hatte.
Sie werden genügen.
Als wäre sie Vieh. Als hätten die vier Jahre, in denen sie Böden geschrubbt, Beleidigungen hinuntergeschluckt und sich in der Tapete ihres eigenen Lebens aufgelöst hatte, zwangsläufig genau hierhin führen müssen: zu einer Begutachtung durch einen Fremden in einem Flur, bei der man sie für gerade ausreichend befand.
„Ich habe einen Namen“, sagte Clara, bevor sie die Worte zurückhalten konnte.
Lucas Augen wurden schärfer – Überraschung vielleicht, oder etwas, das eher Interesse war, etwas, das einen Augenblick zuvor noch nicht da gewesen war.
Auch auf Marcos Gesicht konnte sie erkennen, dass er es bemerkt hatte. Wie er neben dem Aufzug vollkommen still geworden war, wie sein Blick kurz zu seinem Arbeitgeber huschte, als würde er gerade etwas Seltenes mit eigenen Augen erleben.
Niemand sprach so mit Luca De Luca.
Clara begriff das nun auf eine Weise, die sie bis ins Innerste spürte, während die angespannte Stille auf ihre Worte folgte.
„Clara“, sagte Luca langsam und kostete den Namen in seinem Mund aus, als würde er entscheiden, ob ihm sein Klang gefiel.
Er warf Marco einen kurzen Blick zu. Eine stumme Anweisung schien zwischen ihnen übermittelt zu werden, die Clara nicht zu entschlüsseln vermochte. Dann richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf sie, diesmal schwerer, bewusster.
„Sie werden im Ostflügel wohnen. Dort lebt auch meine Großmutter, Nonna Amalia. An den meisten Tagen werden Sie sich eher nach ihr als nach mir richten. Verwechseln Sie ihre Freundlichkeit nicht mit Schwäche. Sie sieht mehr als jeder andere in dieser Familie, mich eingeschlossen.“
„Soll mich das beruhigen?“
„Es soll Sie informieren.“
Ein Hauch von etwas huschte über sein Gesicht. Es war nicht ganz Belustigung, kam ihr aber nahe.
„Ich handle nicht mit Beruhigungen, Clara. Ich handle mit Fakten. Sie sollten sich das merken, bevor Sie in Ihrem Leben noch irgendetwas anderes unterschreiben.“
„Der Vertrag beginnt nächste Woche. Seien Sie bereit.“
Er wandte sich zum Gehen, hatte sie bereits abgehakt und war schon drei Schritte den Flur hinunter, bevor Clara ihre Stimme wiederfand.
„Das war alles?“, fragte sie lauter, als sie beabsichtigt hatte. „Werden Sie mich nicht fragen, ob ich noch Fragen habe? Ob ich … Angst habe?“
Er blieb stehen. Langsam, bedächtig, drehte er sich wieder zu ihr um und sah sie zum ersten Mal an, als wäre sie tatsächlich ein Mensch, der vor ihm stand, und keine Position auf einem Vertrag, der nur noch abgeschlossen werden musste.
„Haben Sie Angst, Clara?“
Im Korridor war es vollkommen still geworden. Irgendwo hinter ihm, jenseits der Glaswand, brannten die Lichter Roms weiter, gleichgültig gegenüber den beiden und dem, was sich in diesem Flur zwischen ihnen abspielte, für das Clara noch keinen Namen hatte.
„Ja“, antwortete sie, denn es hatte keinen Sinn, einen Mann anzulügen, der ihr ganzes Leben aus einer Akte gelesen hatte, noch bevor sie überhaupt durch die Tür getreten war.
„Gut“, sagte er. „Angst hält Menschen ehrlich. Mit Menschen, die es nicht sind, kann ich nur sehr wenig anfangen.“
Er musterte sie noch einen Moment lang. Etwas Unlesbares bewegte sich hinter seinen Augen, und für einen völlig absurden Augenblick fragte Clara sich, ob er noch etwas sagen würde – etwas Sanfteres, etwas, das diese ganze Vereinbarung vielleicht weniger wie einen Schritt an den Rand eines Abgrunds erscheinen lassen würde.
Das tat er nicht.
Was auch immer für einen kurzen Moment in seinem Gesichtsausdruck aufgetaucht war, verschwand wieder, verborgen hinter derselben kalten Selbstbeherrschung, die er wie eine Rüstung trug.
Dann war er fort. Ohne ihr noch einen Blick zuzuwerfen, verschwand er durch die Tür am Ende des Flurs und ließ Clara allein im gläsernen Korridor zurück, das Herz so heftig gegen ihre Rippen hämmernd, dass es schmerzte.
Eine seltsame, fremde Wärme kroch langsam ihren Nacken hinauf. Eine Wärme, die überhaupt nichts mit Angst zu tun hatte, sondern alles mit der Art, wie seine Augen sie in diesem einen, einzigen Moment angesehen hatten, als wäre sie etwas, das es wert war, gesehen zu werden.
Marco räusperte sich neben ihr und unterbrach damit die seltsame Spannung, die eben noch durch den Korridor geflossen war.
„Das Auto bringt Sie nach Hause. Donnerstag, acht Uhr. Kommen Sie nicht zu spät. Er bemerkt Verspätungen. Er bemerkt alles.“
„Das habe ich schon mitbekommen“, erwiderte Clara.
Etwas an ihrer eigenen Stimme überraschte sie – ein Hauch trockenen Humors, den sie seit Jahren nicht mehr von sich gehört hatte. Nicht mehr, seit ihr Vater gestorben war. Nicht mehr, seit das Haus noch ihr gehört hatte.
Marco lächelte beinahe. Beinahe. Er fing sich, bevor sich das Lächeln vollständig bilden konnte, und bedeutete ihr stattdessen, zum Aufzug zurückzukehren.
Clara folgte ihm. Ihre Beine waren noch immer unsicher, ihre Gedanken kreisten weiterhin um den genauen Eisblau-Ton von Luca De Lucas Augen und um jene eine, einzige Sekunde, in der das Eis einen Riss bekommen und ihr etwas anderes darunter gezeigt hatte – etwas, für das sie keinen Namen hatte.
Während der gesamten Fahrt nach unten und noch draußen in der kühlen Abendluft redete sie sich mit aller Entschlossenheit ein, dass sie sich darüber keine Gedanken machen durfte.
Sie hatte einen Vertrag zu erfüllen.
Nichts weiter.
Sie ließ sich zurück zur Straße führen, zurück in ein Leben, das nur noch eine einzige Woche vor sich hatte, bevor sich alles verändern würde.
Sie blickte nicht zurück zu dem gläsernen Turm hinter ihr, obwohl jeder Instinkt in ihrem Körper genau das von ihr verlangte.
Der Ratssaal war ganz anders, als Clara ihn sich vorgestellt hatte.Sie hatte etwas Prunkvolles und Einschüchterndes erwartet, Marmor und Goldverzierungen, passend zum Rest der De-Luca-Welt, in die sie vor zwei Wochen hineingestolpert war. Doch der Raum war überraschend schlicht: dunkle Holzvertäfelungen, ein langer ovaler Tisch und elf Stühle, die bereits besetzt waren. Die Männer reichten von silberhaarigen Ältesten bis hin zu einigen jüngeren Männern mit scharfen Augen, die ganz offensichtlich darauf vorbereitet wurden, eines Tages die Sitze ihrer Väter zu übernehmen. Die Luft roch schwach nach altem Zigarrenrauch und noch älterem Geld. Jahrzehnte voller Entscheidungen, die genau in diesem Raum getroffen worden waren, hatten sich in den Wänden festgesetzt wie Staub, der sich nie ganz wegwischen ließ. Amalia saß bereits nahe am Kopfende des Tisches. Neben ihr stand ein einzelner leerer Stuhl, der, wie Clara mit einem kleinen Anflug von Dankbarkeit begriff, für sie freigehalten worde
Über Rom brach ein grauer, kalter Morgen an, und Clara hatte kein Auge zugetan.Sie waren kurz nach drei zum Anwesen zurückgekehrt. Marcos Kontakt hatte bestätigt, dass die Bezeugungsunterlagen gesichert waren und direkt an die Kanzlei geliefert würden, sobald diese öffnete. Doch Schlaf war trotzdem unmöglich gewesen, denn Claras Gedanken kreisten unaufhörlich um all die Dinge, die bis zehn Uhr noch schiefgehen konnten. Sie lag im Dunkeln ihres Zimmers, beobachtete, wie die Decke allmählich heller wurde, und gab schließlich gegen sechs Uhr endgültig auf. Sie zog sich schweigend an und ging hinunter in die Küche, wo sie Amalia bereits wach vorfand. Zwei Tassen Espresso standen auf der Arbeitsfläche, als hätte die alte Dame gewusst, dass Clara kommen würde.„Du siehst aus wie eine Frau, die die ganze Nacht mit elf alten Männern gestritten hat“, bemerkte Amalia und schob ihr eine der Tassen hin.„Tatsächlich waren es nur vier. Luca und Marco haben sich um die übrigen gekümmert.“ Clara sc
Bellandi erwies sich als schwieriger umzustimmen, als Cardano versprochen hatte.Er empfing sie in einem formellen Arbeitszimmer statt in einem Salon. Trotz der späten Stunde war er gekleidet, als hätte er geschäftlichen Besuch erwartet und keinen unangekündigten. Während Luca ihm die Situation schilderte, hörte er mit verschränkten Armen zu und hielt seinen Gesichtsausdruck die ganze Zeit über sorgfältig unbewegt.„Dir ist bewusst, was du von mir verlangst“, sagte Bellandi, als Luca geendet hatte. Seine Stimme war knapp und präzise. „Es geht nicht einfach nur um eine gelöste Verlobung. Du weist öffentlich eine verbündete Familie zurück, zugunsten einer Frau, deren eigene Vergangenheit, soweit ich weiß, nicht ganz einwandfrei ist.“„Du hast also bereits etwas gehört.“ Lucas Stimme wurde schärfer. „Von wem?“„Ich habe meine eigenen Quellen, Luca, genauso wie Moretti seine hat. Es wäre töricht von mir, das nicht zu tun.“ Bellandis Blick huschte kurz zu Clara, bevor er sich wieder Luca z
Cardanos Villa lag hinter einer hohen Steinmauer in Parioli. Einige wenige Sicherheitslampen beleuchteten das Anwesen und verliehen ihm eher das Aussehen einer Festung als das eines Zuhauses. Luca kündigte seinen Besuch nicht an. Als Clara beobachtete, wie er sich mit zügiger, geübter Selbstverständlichkeit durch das Tor bewegte, verstand sie, dass dies Absicht war – ein kalkuliertes Risiko, das Dringlichkeit statt Höflichkeit vermitteln sollte.Ein älterer Mann in einer Strickjacke öffnete persönlich die Tür. Sein silbernes Haar und seine scharfen Augen fielen Clara sofort auf. Mit unaufgeregter, prüfender Geduld musterte er zunächst Luca und dann sie.„Luca. Es ist beinahe elf.“ Cardanos Stimme war rau, doch eher unbeeindruckt als verärgert. „Das hier sollte es wert sein, meinen abendlichen Wein zu unterbrechen.“„Das ist es. Dürfen wir hereinkommen?“Cardanos Blick wanderte zu Clara und verweilte mit derselben unaufgeregten Neugier auf ihr, mit der Luca sie eine Woche zuvor in jene
Die Vorladung des Rates traf vier Tage später ein. Ein ausdrucksloser Bediensteter überbrachte sie an den Frühstückstisch, an dem Clara mit Amalia saß. Beide beobachteten, wie Lucas Gesicht sich verdüsterte, während er das Schreiben las.„Sie wollen sich treffen“, sagte er und faltete den Brief mit mehr Kraft als nötig zusammen. „Alle. Morgen Abend, eine offizielle Sitzung. Keine angegebene Tagesordnung, was bedeutet, dass sie bereits Bescheid wissen.“„Elisa“, sagte Amalia. Es war keine Frage.„Oder ihr Vater. Vielleicht beide.“ Luca legte den Brief ab und fuhr sich mit der Hand über das Gesicht. Die Erschöpfung der vergangenen Woche trat nun endlich hinter der sorgfältigen Selbstbeherrschung hervor, die er gewöhnlich aufrechterhielt. „Das kommt früher, als ich erwartet hatte. Ich hatte nicht vor, die Angelegenheit vor mindestens einem weiteren Monat vor den Rat zu bringen, bis sich die Dinge etwas beruhigt hätten.“„Was geschieht bei einer offiziellen Sitzung?“, fragte Clara, währen
Clara wartete, bis Luca von seiner Ratssitzung zurückkehrte. Es war längst nach neun, und die Erschöpfung zeichnete sich in jeder Linie seines Gesichts ab, als er sie auf der Kante seines Schreibtisches sitzen sah. Die einzelne Lampe im Arbeitszimmer warf lange Schatten über die Wände.„Du bist noch wach“, sagte er überrascht und schlüpfte aus seinem Jackett. „Ich dachte, du wärst schon vor Stunden ins Bett gegangen.“„Ich musste mit dir reden. Bevor ich den Mut dazu verliere.“ Claras Hände zitterten leicht, und sie presste sie flach auf ihre Knie, um sie zu beruhigen.Luca ging zu dem kleinen Barwagen in der Ecke und schenkte sich ungefragt ein Glas einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit ein. Clara bemerkte die Müdigkeit in seinen Schultern, jene besondere Erschöpfung eines Mannes, der den ganzen Abend über Dinge hatte diskutieren müssen, die überhaupt keiner Diskussion hätten bedürfen sollen.„Ärger mit dem Rat?“, fragte sie und schob das eigentliche Thema hinaus, obwohl sie sich fest







