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Das Angebot

Author: Pretty
last update Petsa ng paglalathala: 2026-10-14 03:00:42

„Mach es aus“, sagte Adrian.

„Wenn ich es ausschalte, ruft er in fünf Minuten einfach wieder an. Nur werden wir beim nächsten Mal nicht wissen, was er uns anbieten will, bevor er bereits handelt.“ Lena griff an ihm vorbei und drückte selbst die Sprechtaste des Funkgeräts. Ihre Stimme klang fester, als sie erwartet hatte. „Ich bin hier, Gerald.“

„Da ist sie ja.“ Seine Stimme klang warm und gelassen, genau wie damals, als er im Regen gestanden hatte, eine Waffe auf niemanden gerichtet und doch je
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  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Blackwell Point

    Die Lichter gingen langsam an, so, wie es in echten Häfen üblich war. Nicht nur eine einzelne Glühbirne über einem verlassenen Steg, sondern eine ganze beleuchtete Uferlinie, orange und weiß, mit einem Maschendrahtzaun und einem Wachhäuschen, das hell genug erleuchtet war, um darin eine Zeitung lesen zu können.„Das ist echt“, sagte Adrian, als müsste er es laut aussprechen, um es selbst glauben zu können. „Eine Küstenwachstation kann man nicht einfach vortäuschen.“„Heute Nacht kann man eine Menge Dinge vortäuschen.“„Keine Kameras an einem Bundesgebäude. Und schon gar nicht so viele.“Lena hielt sie trotzdem hundert Meter entfernt, den Gashebel nur leicht gedrückt, während sie beobachtete, wie das andere Boot unter den hellsten Lichtern in einen Liegeplatz glitt. Ein Mann stieg aus, noch bevor sie ihren eigenen Motor abgestellt hatten. Er war vielleicht Mitte dreißig, trug eine Jacke, die für diese Uhrzeit viel zu dünn war, und hielt die Hände leer und sichtbar, sobald seine Füße de

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Neun Uhr morgens

    „Sie bewegt sich nicht wie ein Polizeiboot“, sagte Mia. „Die Polizei wartet nicht vier Minuten lang untätig, bevor sie sich zu etwas entschließt.“Adrian hatte den Motor ihres Bootes bereits weiter heruntergedrosselt und ließ es treiben, statt eine Bugwelle zu erzeugen, an der jemand sie verfolgen könnte.„Lichter?“„Keine. Das ist auch nicht gerade beruhigend.“Lena zog die Mappe wieder zu sich und blätterte über die Eigentumsseite hinweg bis zu der Klausel, die sie beim ersten Lesen zu hastig überflogen hatte.„Warte. Hier steht ein Datum.“„Was für ein Datum?“„Die jährliche Einreichung von Thornfield. Die Gesellschafterversammlung. Es ist …“ Sie überprüfte das Datum zweimal, als könnte sich die Zahl ändern, wenn sie kurz weg- und dann wieder hinsah. „Heute um neun Uhr morgens.“Mia erstarrte.„Das ist kein Zufall. Deshalb die Frist bis zum Sonnenaufgang. Wenn bis zum Abgabetermin keine Einigung über die Abstimmung erzielt wurde, greift die Satzung für einen festgefahrenen Vorstand

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Das Angebot

    „Mach es aus“, sagte Adrian.„Wenn ich es ausschalte, ruft er in fünf Minuten einfach wieder an. Nur werden wir beim nächsten Mal nicht wissen, was er uns anbieten will, bevor er bereits handelt.“ Lena griff an ihm vorbei und drückte selbst die Sprechtaste des Funkgeräts. Ihre Stimme klang fester, als sie erwartet hatte. „Ich bin hier, Gerald.“„Da ist sie ja.“ Seine Stimme klang warm und gelassen, genau wie damals, als er im Regen gestanden hatte, eine Waffe auf niemanden gerichtet und doch jedem eine Drohung entgegenwerfend. „Ich nehme an, du hast die Unterlagen inzwischen gefunden. Mia ist gründlich, wenn sie es sein will. Das ist eine der wenigen Eigenschaften an ihr, die ich tatsächlich bewundert habe.“„Rede nicht über sie, als würdest du sie kennen.“„Ich kannte sie, bevor du sie kanntest, Schätzchen. Ich war nur nicht derjenige, den sie sich ausgesucht hat, um ihn zu lieben.“ Er machte eine Pause, wie jemand, der Satzzeichen benutzte, um seine Worte wirken zu lassen, bevor er

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Einunddreißig Prozent

    „Registrierung“, sagte Lena laut, als könnte das Wort schneller einen Sinn ergeben, wenn sie es aussprach. „Warum sollte sie sich für die Bootsregistrierung interessieren?“Mia durchsuchte bereits wieder die Metallbox. Sie ging am Kontobuch und den Fotografien vorbei bis zu einer Mappe ganz unten, die keiner von ihnen bisher geöffnet hatte. Sie zog sie heraus und legte sie flach auf den ausklappbaren Tisch unter der Batterielampe.Gründungsunterlagen. Eine Holdinggesellschaft, dicht bedruckte Seiten in grauer Schrift, ein Name, den Lena nicht kannte – Thornfield Maritime Holdings. Unter dem Punkt „Eigentumsverhältnisse“ stand eine einzige Zeile, die die Kabine schlagartig verstummen ließ.LENA HART — 31 %, wirksam ab ihrem achtzehnten Geburtstag, treuhänderisch verwaltet.„Das ist unmöglich“, sagte sie. „Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie von dieser Firma gehört.“„Du solltest auch nichts von ihr erfahren.“ Mia blätterte schnell weiter und überflog die nächste Seite. „Dein Vater

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Leinen los!

    „Motor“, sagte Adrian. „Jetzt. Ich kümmere mich um die Leinen.“„Du weißt gar nicht, wie man ein Boot steuert.“„Ich bin zwischen Docks aufgewachsen, Lena. Ich weiß, wie man ein Boot steuert.“ Er war bereits an ihr vorbei und durch die Kabinentür nach draußen, bevor sie über das eigentliche Problem streiten konnte: Auf der anderen Seite standen drei Männer, und er war allein.Sie ging stattdessen zu den Steuerkontrollen, denn Streiten kostete Zeit, die sie nicht hatten. Der Schlüssel steckte bereits im Zündschloss, als hätte ihr Vater ihn absichtlich dort gelassen, als hätte ein Teil von ihm schon immer gewusst, dass irgendwann jemand diesen Steg in aller Eile verlassen müsste.Der Motor hustete, sprang an und lief.Draußen krachte etwas gegen den Rumpf. Ein Körper oder eine Hand, schwer zu sagen. Adrians Stimme drang durch die offene Tür, scharf vor Anstrengung, nicht vor Angst.„Die Bugleine ist durchtrennt. Mach dich bereit.“Mia hatte sich am gegenüberliegenden Kabinenfenster posi

  • DER FREUND, DEN ICH VERGESSEN SOLLTE   Was er gegen sie in der Hand hatte

    Mia war auf den Beinen, noch bevor die Schritte die Gangway erreichten.„Mach die Lampe aus.“Adrian hatte sie bereits in der Hand. Die Kabine versank in völliger Dunkelheit, bis auf den grauen Schein der Sicherheitslampe, der durch das einzige Bullauge fiel.Sie warteten.Die Schritte hielten am Rand des Liegeplatzes an. Zwei Personen, ohne Eile. Dann erklang eine Stimme, die sich nicht einmal die Mühe machte, leiser zu werden, weil sie bereits genau wusste, wer zuhörte.„Mia. Du kannst das Licht wieder anmachen. Ich weiß bereits, dass du auf dem Boot bist. Ich habe dich den Steg entlanggehen sehen.“Daniel.Mias Kiefer spannte sich einmal an, bevor sie antwortete. Und als sie es tat, war nichts von der Ruhe in ihrer Stimme, die sie in der Gasse noch gehabt hatte.„Geh nach Hause, Daniel.“„So etwas habe ich nicht mehr. Dafür hast du gesorgt, als du beschlossen hast, dass heute Nacht der Abend ist, an dem du ein Gewissen bekommst.“„Ich hatte die ganze Zeit ein Gewissen. Das war nie

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