تسجيل الدخولDie Flugpreise im April waren lächerlich – fast doppelt so hoch wie in jedem anderen Monat. Ich hielt Leos Hand fest umklammert, während wir den schmalen Gang entlanggingen, nachdem wir den Zoll passiert hatten. Sobald das Flugzeug aufgesetzt hatte, überrollte mich eine riesige Welle der Nostalgie. Ich war zurück in New York. Nach ganzen sechs Jahren sah die Stadt in so vielen Dingen anders aus. Da Claras Hochzeit genau hier stattfand, hatte sie mir gesagt, ich solle direkt zum Hotel fahren, in dem alle untergebracht waren.
Eine weitere Durchsage knisterte über die Lautsprecher. Wir schlängelten uns durch die Menschenmenge und traten aus dem Terminal hinaus. Clara hatte angeboten, uns abzuholen, aber ich hatte strikt abgelehnt – sie war die Braut. Auf keinen Fall würde ich sie in ihrer großen Woche herumrennen und Besorgungen machen lassen.„Mommy“, zog Leo an meinem Ärmel. Meine Augen klebten am Handy, während ich versuchte, ein Taxi zu buchen. Der Verkehr hier war der reine Wahnsinn, und selbst eine Fahrt zu bekommen fühlte sich wie ein Kampf an.„Ja, Schatz?“„Ich muss auf die Toilette“, sagte er und presste die Lippen zu einem schmalen Strich zusammen.„Oh, klar. Die sollte ganz in der Nähe sein. Komm, ich bringe dich hin“, antwortete ich. Nachdem ich einen Flughafenmitarbeiter nach dem Weg gefragt hatte, führte ich ihn hinüber.„Ich kann allein gehen, Mommy“, sagte er. Ich war mir nicht so sicher. Der Ort war mit Tausenden von Menschen gefüllt – wenn ich auch nur eine Sekunde wegschaute, würde ich ihn nie wiederfinden.„Bist du sicher? Ich kann mitkommen, das macht mir nichts aus“, lächelte ich, doch er bestand darauf, dass er es allein schaffte. Ich seufzte und sah zu, wie er in die Herrentoilette ging.Ich drehte mich um, umklammerte mit einer Hand den Griff meines Koffers und versuchte weiter, das Taxi zu buchen.Genau in diesem Moment kam eine ältere Dame auf mich zu. „Liebes, könnten Sie mir sagen, wo die Toilette ist?“ Sie trug eine dunkle Sonnenbrille und einen weißen Blindenstock, deshalb nahm ich an, dass sie blind war.„Oh, ja, natürlich.“ Ich kannte mich selbst nicht aus, aber ich hatte sie gerade eben um die Ecke gesehen, direkt gegenüber der Herrentoilette. „Sie ist gleich hier. Soll ich auf Ihre Tasche aufpassen, während Sie reingehen?“ Ich nahm sanft ihre Hand und drückte die Tür für sie auf.„Das wäre eine riesige Hilfe“, sagte sie mit einem dankbaren Lächeln.Verdammt. Für einen Moment hatte ich Leo komplett vergessen. Er würde wahrscheinlich jeden Augenblick herauskommen, und wenn er mich nicht da sah, wo ich gesagt hatte, dass ich warten würde, würde er sich Sorgen machen. Ich schrieb ihm schnell eine Nachricht, dass er direkt vor der Toilette warten sollte, bis ich zurück sei. Eine Minute später antwortete er mit einem einfachen „ja“. Gut. Jetzt konnte ich auf das Gepäck aufpassen, während die Dame drinnen war.Zehn Minuten vergingen, und sie war immer noch nicht herausgekommen. Das Taxi, das ich gebucht hatte, wartete wahrscheinlich schon draußen. Ich stöhnte auf und griff nach meinem Koffer – nur um festzustellen, dass der Platz neben mir leer war. Ich schaute nach links und rechts. Mein schwarzer Koffer war weg. Die Tasche der Dame stand noch genau dort, wo ich sie abgestellt hatte.Die Panik traf mich wie ein Lastwagen. Wo war mein Koffer? Wer konnte ihn – Nein. „Das kann nicht sein“, flüsterte ich, als mir die Erkenntnis dämmerte. Die „blinde“ Dame war gar nicht blind gewesen. Sie hatte mich reingelegt. Ich stürmte in die Toilette und entdeckte eine Frau in einem geblümten Maxikleid, die sich die Hände wusch. „Entschuldigung, haben Sie eine ältere Dame mit schwarzer Sonnenbrille und Blindenstock herauskommen sehen?“„Nein, tut mir leid. So jemanden habe ich nicht gesehen.“Ich rannte direkt zu den zwei Sicherheitsleuten in der Nähe und erzählte ihnen genau, was passiert war. Sie machten sich sofort auf die Suche nach ihr. Ich fuhr mir mit den Fingern durch die Haare, mein Magen rumorte vom Essen im Flugzeug. Sie gaben eine Durchsage über die Frau heraus, und ich betete, dass sie sie schnappen würden. Ich blieb genau dort stehen, wo die Sicherheitsleute es mir gesagt hatten, bis sie mit Neuigkeiten zurückkamen.„Hier!“, rief jemand aus der Ferne. Ich riss den Kopf herum. Ein Mann jagte jemanden quer durch das Terminal. Als ich ein paar Schritte näher trat, sah ich, dass es dieselbe „blinde“ Dame war. Es stellte sich heraus, dass sie hervorragend sehen konnte und wie eine Athletin rannte. Der ganze Bereich verwandelte sich in Chaos, die Leute murmelten und zeigten mit dem Finger.Irgendwie gelang es den Sicherheitsleuten, sie zu fassen. Sie hatte nicht nur meinen Koffer genommen – sie hatte auch noch ein paar andere gestohlen. Als sie gefragt wurde, warum sie es getan hatte, sagte sie kein Wort. Was gab es da auch zu sagen? Sie hatte gestohlen, weil sie es wollte.Die Sicherheitsleute brachten meinen schwarzen Koffer unversehrt zurück, und eine riesige Welle der Erleichterung überrollte mich. Gott sei Dank. Genau in diesem Moment begann mein Handy zu klingeln.„Mommy, wo bist du?“, drang Leos Stimme durch die Leitung. Verdammt, ich hatte ihn schon wieder vergessen.„Ich komme sofort. Bleib genau da, okay?“Was für ein perfekter Start in den Tag. Nach sechs Jahren Abwesenheit war das also mein erster Tag zurück in Amerika. ------------------ADRIAN
Wie zur Hölle hatte ich das zulassen können? Ich hätte meinen Privatjet nehmen und bequem nach Los Angeles fliegen können, aber nein – ich hatte eine Ausnahme für Franklin Desmy gemacht. Wäre da nicht der Deal gewesen, den ich unbedingt wollte, hätte ich keinen Fuß in diesen chaotischen New Yorker Flughafen gesetzt. Der alte Mann hatte darauf bestanden, dass wir zusammen flogen, damit wir „zuerst eine Bindung aufbauen“ konnten. Was für ein Haufen Mist. Ich hatte ihm meinen Jet angeboten, der um Längen besser war als alles Kommerzielle, aber er hatte abgelehnt. Er wollte „Spaß“ haben. Da ich den Deal brauchte, hatte ich mitgespielt.
Jetzt stand ich hier im Terminal fest, und die Leute starrten mich an, als wäre ich irgendein Alien zur Schau. Es fing an, mich zu nerven. Ich warf einen Blick auf meine Uhr. Schon zehn Minuten zu spät.
„Irgendwelche Neuigkeiten?“, fragte ich Holden, meinen Sekretär.
Er rief erneut bei Franklins Sekretärin an – zum zweiten Mal –, doch die Antwort war dieselbe. Sie steckten im Stau. Ich stieß ein leises Knurren aus und schob die Hände in die Taschen. Genau deshalb hasste ich Menschenmengen.
„Überprüfen Sie die Verkehrsmeldungen. Wenn sie wirklich im Stau stehen, warten wir noch zehn Minuten. Aber wenn nicht …“ Meine Stimme wurde hart. „… dann sorge ich dafür, dass die Desmy Group dafür bezahlt.“ Ich scherzte nicht. Ich scherzte nie über Geschäfte. Und ich machte verdammt noch mal keine Witze darüber, jemanden zu zermalmen, der versuchte, Spielchen mit mir zu spielen. Franklin Desmy dachte, er könnte mich verarschen? Großer Fehler. Ich war bereit gewesen, nett zu spielen, aber offenbar schätzte der alte Mann das nicht.
Die Blicke gingen mir langsam auf die Nerven. Als ich einen Typen böse ansah, rannte er praktisch davon. „Ich gehe zur Toilette“, sagte ich zu Holden. „Melden Sie sich, falls sich etwas ändert.“ Er nickte und rückte seine runde Brille zurecht.
Ich lockerte einen Knopf an meinem Blazer und ging in die Richtung. Zum Glück war die Toilette leer, aber der Ort war ekelhaft. Alles sah billig aus – der Desinfektionsspender, die Seife, der Handtuchspender. Und der Geruch … Gott, der war furchtbar. Ich überlegte es mir anders und verzichtete auf das Urinal. Ich wusch mir einfach nur die Hände. Meine Nieren würden das schon aushalten.
Genau da schwang die Tür auf, und ein Junge kam herein. Normalerweise hätte ich niemandem einen zweiten Blick geschenkt, aber dieser Junge … Er war für sein Alter durchschnittlich groß, mit klaren blauen Augen und Haaren so schwarz wie Kohle. Sein Gesicht traf mich wie ein Faustschlag. Ich erstarrte. Unmöglich.
ADRIANIch hatte mich in meinem ganzen Leben noch nie so nervös gefühlt. Meine Knie zitterten unkontrolliert, und meine Handflächen waren schweißnass. Im Krankenhausflur lief ich wie ein gefangenes Tier rastlos auf und ab. Immer wieder wanderte mein Blick zu der Tür des Zimmers, in dem sich mein Moonshine, meine Elara, befand.Ihre Fruchtblase war heute völlig unerwartet geplatzt. Man hatte uns gesagt, dass es noch eine weitere Woche dauern würde, doch offenbar hatte unsere Tochter andere Pläne. In dem Moment, als es passierte, setzte mein Gehirn praktisch aus. Ich brachte Elara so schnell ins Krankenhaus, dass ich mich kaum noch an die Fahrt erinnern konnte.Beide Mütter waren sofort auf dem Weg gewesen, nachdem sie die Nachricht erhalten hatten. Leo war bei meiner Mutter in der Richmond-Villa in Sicherheit, während Elara und ich uns auf dem Weingut aufgehalten hatten, als alles begann.Der Krankenhausflur fühlte sich plötzlich unerträglich eng a
Meine Hände zitterten leicht, als ich mich auf den Mittelgang zubewegte. Mit jedem Schritt breitete sich eine neue Welle der Nervosität in meinem Bauch aus. Der Strauß aus Pfingstrosen fühlte sich in meinen Händen überraschend leicht an, doch die Bedeutung dieses Augenblicks lastete schwer auf meinem Herzen.Ich hob meinen Blick von den zarten Blumen und sah zu Dad und Leo hinüber, die bereits auf mich warteten. Beide sahen in ihren perfekt sitzenden, eleganten Anzügen unglaublich gut aus, und ihre Gesichter hellten sich sofort auf, als sie mich erblickten. Leo, dessen Gesicht vor Glück strahlte, rannte mit dem breitesten Lächeln auf seinen kleinen Lippen sofort auf mich zu.Dad hingegen blieb wie angewurzelt stehen und starrte mich mit einem verblüfften Gesichtsausdruck an, als würde er mich gerade zum allerersten Mal sehen.Als ich mich ihnen näherte, bemerkte ich, dass sich Tränen in Dads Augen sammelten, obwohl er sich alle Mühe gab, sie zurückzuhalten
Während ich vor dem Spiegel saß und mein Blick zwischen meinem Spiegelbild und dem meiner Mutter hin und her wanderte, legte sich ein sanftes Lächeln auf meine Lippen. Meine Make-up-Pinsel lagen ordentlich vor mir bereit, und ich ging meine gewohnte Routine mit der Selbstsicherheit einer Frau durch, die sie im Laufe der Jahre perfektioniert hatte.Meine Mutter saß hinter mir auf einem Hocker und beobachtete mich. Ihr Gesicht spiegelte noch immer diese vertraute Mischung aus Ungläubigkeit und grenzenloser Zuneigung wider.„Du wirst nicht auf mich hören, oder?“, seufzte sie. Trotz ihrer Worte klang ihre Stimme voller Liebe. Ihre Augen, die sich bereits wieder mit Tränen zu füllen begannen, wurden ganz weich, als sie mich ansah.„Ich bin eine professionelle Visagistin, Mom“, erwiderte ich. Mein Tonfall war verspielt, aber bestimmt, während ich ihr durch den Spiegel in die Augen sah. „Wie könnte ich es da zulassen, dass jemand anderes mich für meine eigene Hochzeit schminkt?“Mom schüttel
In dem Moment, als Leo das Zimmer verließ, blieb der besorgte Blick meiner Mutter auf mich gerichtet. Ich seufzte, wobei sich der Schmerz in meiner Brust selbst bei diesem flachen Atemzug verstärkte. Der Arzt hatte mir gesagt, dass ich großes Glück gehabt hatte, weil die Kugel mein Herz nicht durchbohrt hatte. Das bedeutete jedoch nicht, dass ich schmerzfrei war. Jede noch so kleine Bewegung tat immer noch weh.Mama streckte die Hand nach mir aus und nahm sanft meine Hand. Ihre Berührung war zärtlich, doch ich konnte ihre Sorge deutlich spüren. Mir war klar, wie sehr sie sich nach Antworten sehnte, also begann ich, ihr alles zu erklären. Ich erzählte ihr von Vivians Besessenheit von Adrian und davon, wie weit sie mit ihrem ungesunden Verhalten gegangen war, nur um ihn an ihrer Seite zu halten.Außerdem erwähnte ich kurz Dominics verdrehten Plan, mich zu seiner Sklavin zu machen und mich als Spielfigur für seine kranke Rache an Adrian zu benutzen. Diesen Teil hielt ich kurz, weil ich n
Alles tat weh.Meine Augenlider fühlten sich an, als würden sie eine Tonne wiegen, während ich mühsam versuchte, sie zu öffnen. Ich wollte meinen Arm heben, doch mein Körper weigerte sich, mir zu gehorchen, sodass ich mich beinahe wie gelähmt fühlte. Schwache Stimmen drangen immer wieder an mein Bewusstsein, tauchten auf und verschwanden erneut. Eine davon stach besonders hervor. Sie klang klar und doch weit entfernt, während sie meinen Namen rief.„Elara … bitte wach auf“, flehte die Stimme leise, aber voller Verzweiflung.Wer war das?Langsam und unter großen Mühen öffnete ich die Augen einen Spalt. Nach und nach nahm ich das schwach beleuchtete Zimmer wahr. Mein Blick fiel auf die schlichte Decke, während ich versuchte, meine Umgebung zu begreifen. Dann sah ich ihn.Adrian. Mein Adrian.Er saß neben meinem Bett, den Kopf in den Händen vergraben, und flüsterte immer wieder meinen Namen. Seine Stimme war schwer von Emotionen.Ich wollte nach ihm greifen, ihn berühren und meine Arme u
Dominic Voss’ Faust kam aus dem Nichts und krachte gegen meinen Kiefer, sodass ich rückwärts taumelte. Der Aufprall ließ meinen Kopf dröhnen und lockerte meinen Griff um ihn, wodurch er die Gelegenheit nutzen konnte. Noch bevor ich mich wieder fangen konnte, verpasste er mir einen weiteren Schlag, der mir die Waffe aus der Hand riss. Sie schlitterte quer durch den Raum und landete weit außerhalb meiner Reichweite. Mein Körper krachte hart auf den Boden und presste mir die Luft aus den Lungen.„Du verdammter Hurensohn“, zischte er, packte mich am Kragen und riss mich grob auf die Füße. Sein Gesicht war vor Wut verzerrt, und sein Griff wurde noch fester, als er sich näher zu mir beugte. „Ich werde derjenige sein, der dich endgültig erledigt. Ein für alle Mal.“Ich stöhnte und wehrte mich gegen seinen Griff, während meine Muskeln sich anspannten. Ich packte seinen Arm und versuchte verzweifelt, ihn von mir wegzustoßen. Vivian Cross schrie ihn an, er solle aufhören. Ihre Stimme klang hekt
„…was hast du im Krankenhaus gemacht? Was für ein Abbruch?“ Moms Stimme zitterte so sehr, dass sie mein ganzes Ohr ausfüllte.„Mom, beruhig dich. Ich erkläre dir alles, das verspreche ich. Ich sag’s dir heute Abend, wenn ich zum Essen vorbeikomme.“„Du weißt wirklich, wie man mir einen Herzinfarkt
Ich sah den Kindern zu, wie sie über das Feld tobten und dem Fußball hinterherjagten, als wäre er das Wichtigste auf der Welt. Ihre Rufe und ihr Lachen erfüllten die Luft, und etwas daran wärmte mich von innen. Allein der Anblick ihrer riesigen Grinser und das pure Glück darin ließen mich automatis
GEGENWARTDer scharfe Chlorgeruch traf mich und ließ meinen Magen rebellieren. Selbst der sanfte Lilien-Duft meines eigenen Shampoos machte mich jetzt übel. Ich holte langsam Luft, versuchte, das Gefühl zu beruhigen, und ging weiter auf Zimmer zwölf zu – die Gynäkologie-Abteilung.Herauszufinden, d
Etwas in mir zerbrach in dem Moment, als ich diese Stimme hörte. Es gab keinen Zweifel. Ich schob mich an der Rothaarigen vorbei und betrat das Zimmer, bevor sie mich aufhalten konnte. In meinem schlimmsten Albtraum hätte ich mir nie ausgemalt, Jackson dort im Bett liegen zu sehen, vollkommen nackt







