LOGIN„Bist du noch Jungfrau?“ Diese Frage hätte ihr peinlich sein sollen. Doch stattdessen ließ die unverhüllte Selbstbeherrschung in seinen Augen ihr Herz erbeben. „Ja“, flüsterte sie. „Aber hör nicht auf. Bitte.“ … „Ich habe nur drei Bedingungen“, sagte er mit einer Stimme, so kalt wie der Diamant an ihrem Finger. „Erstens: Ich kann anhängliche Frauen nicht ausstehen. Zweitens: Es ist strengstens verboten, sich in mich zu verlieben. Und drittens? Mit wem wir schlafen, geht nur uns selbst etwas an.“ … Vor drei Jahren schloss Ashley Barton einen Pakt, den sie niemals wirklich gewinnen konnte. Um ihre Freiheit zu erlangen, verbarg sie ihre wahre Identität und lebte als Omega – nur damit Alpha Rowan sich in sie verliebte, so wie sie wirklich war. In der Nacht, in der ihre Gefährtenbindung vollzogen werden sollte, trat Ashley direkt in die Hölle. Ihre beste Freundin lag mit dem Mann im Bett, der sie hätte als Gefährtin beanspruchen sollen. Ashley floh. Unter dem Vollmond, überwältigt von Trauer und Verzweiflung, fand das Schicksal sie trotzdem. Tief in der Wildnis stieß sie mit einem mächtigen Alpha zusammen – gefährlich, dominant und vollkommen undurchschaubar. Schmerz verschwamm zu Verlangen. Das Band sprang augenblicklich an seinen Platz. Er zeichnete sie mit seinem Mal. Er beanspruchte sie. Er verband ihre Seelen mit Blut und Mondlicht. Bei Sonnenaufgang war er verschwunden. Nur das Echo seiner Gegenwart und das brennende Mal auf ihrer Haut blieben zurück. Gedemütigt und wie wertloser Abfall verstoßen, zerbrach Ashley. Sie kehrte nach Hause zurück, senkte den Kopf und akzeptierte die arrangierte Ehe, vor der sie einst geschworen hatte zu fliehen. Doch das Schicksal zeigte keine Gnade. Ihr Verlobter war derselbe Alpha, der sie beansprucht und gezeichnet hatte. Als sie sich jedoch wieder begegneten, erkannte er sie nicht einmal. Für ihn war sie nichts weiter als eine Fremde.
View MoreDane begab sich in das Gästezimmer, wo Nathan bereits auf ihn wartete.Er trat ein und nahm ihm gegenüber Platz.„Ich hoffe, ich platze nicht ungelegen hinein“, sagte Nathan mit einem höflichen Lächeln, als Dane sich setzte.„Tust du“, erwiderte Dane trocken.Nathan stieß ein leises, keineswegs überraschtes Schnauben aus. „Nun, ich entschuldige mich trotzdem. Ich konnte einfach nicht anders. Wie geht es ihr?“„Alpha Nathan, gibt es einen Grund, warum du dich so zu meiner Frau hingezogen fühlst?“, fragte Dane und hob ganz bewusst die Tatsache hervor, dass Ashley seine Ehefrau war – fast so, als sei Nathan sich dessen nicht ohnehin im Klaren.Nathans Lächeln schwand. Er lehnte sich vor, und seine Miene schärfte sich. „Gibt es einen Grund, warum ich es nicht sein dürfte?“, feuerte er zurück und zog herausfordernd eine Braue hoch. Er wollte Dane provozieren. Wollte sehen, wie weit er für Ashley wirklich gehen würde.„Weiß sie, dass du Gefühle für sie hegst?“, fragte Dane mit gleichgültige
Zurück auf ihrem Zimmer fand Ashley keine Ruhe. Ihre Blicke huschten unablässig in jede Ecke, in jeden Schatten, als könnte jeden Moment etwas auf sie herabstürzen. Seit jenem Tag war das Alleinsein unerträglich geworden, ihre Nerven lagen dauerhaft blank.Jedes Mal, wenn sie draußen Schritte hörte, fuhr ihr Kopf zur Tür herum – in der Hoffnung, es sei Dane … nur um zu hören, wie das Geräusch wieder verhallte.Sie überlegte, Nora anzurufen, zögerte jedoch. Es war über einen Monat her, dass sie ihre Mutter das letzte Mal gesehen hatte. Nachdem diese erkrankt war, hatte man sie zur Genesung in das Rudel ihrer Eltern gebracht, und in ihrer Abwesenheit hatte Nora den Großteil ihrer Pflichten übernommen. Das bedeutete, dass Nora sie kaum noch zu Gesicht bekam; allenfalls bei kurzen Besuchen.*Klirr!*Das scharfe Geräusch eines herabfallenden Gegenstands ließ sie zusammenzucken. Ihr Blick schnellte durch den Raum.Plötzlich fühlte sich alles falsch an. Dasselbe Zimmer, das ihr einst Geborge
Ashley wandte sich Dane zu. Sein Blick streifte sie nur flüchtig, ehe er sich auf Lucien heftete.„Und wer soll das sein?“, fragte Ältester Bathsheba mit neugierig hochgezogenen Brauen.Dane warf Silas einen kurzen Blick zu. Dieser trat sogleich vor und reichte ihm ein Schriftstück.„Das ist eine Liste derer, die ihr und ihrem Vater vor dessen Tod die Treue geschworen haben. Er hat sie mir übergeben, bevor er die Hauptstadt verließ“, verkündete Dane und hielt das Dokument in die Höhe.Ein unruhiges Raunen ging durch den Saal. Die Ältesten tauschten vielsagende Blicke aus, und Furcht stahl sich in Luciens Miene.„Woher sollen wir wissen, dass das kein Fake ist?!“, fuhr Lucien auf und deutete mit hervortretenden Halsadern auf das Dokument. „Vater hat so etwas mit keiner Silbe erwähnt!“Dane verzog die Lippen zu einem spöttischen Grinsen. „Genau deshalb hat er es dir verschwiegen. Er wusste, dass du es als Fälschung abtun würdest.“ Dann wandte er sich an Ältesten Bathsheba: „Ihr könnt di
Mitten in der Nacht spürte Ashley, wie die Matratze leicht nachgab, und wusste augenblicklich, dass er es war. Sie war überrascht, dass er überhaupt zurückgekehrt war. Normalerweise pflegte er nach einem Streit fernzubleiben.Sie spürte, wie er sich über sie beugte, und runzelte leicht die Stirn, unsicher, was er vorhatte. Obwohl sie ihm den Rücken zuwandte, nahm sie seinen Blick auf sich deutlich wahr.Plagten ihn Schuldgefühle? Langsam schlug sie die Augen auf und wollte sich gerade umdrehen, doch in genau diesem Moment wich er zurück und legte sich neben ihr auf den Rücken.…Am nächsten Morgen setzte sich Ashley im Bett auf und blickte sich suchend um; Dane war nirgends zu sehen. In der Annahme, er sei bereits aufgebrochen, um etwas zu erledigen, stand sie auf und ging ins Badezimmer.Sie stieß die Tür auf, ging gähnend und noch schlaftrunken direkt auf den Spiegel zu, ohne groß nach links oder rechts zu schauen.Dann wandte sie den Kopf leicht zur Seite und erstarrte.Dort stand











