LOGINKapitel 40Ein Bett, keine AusredenAus Alexanders SichtDer Gastwirt überbrachte die Nachricht mit einem entschuldigenden Gesichtsausdruck und erklärte, dass ein Problem mit den Wasserleitungen das zweite Zimmer, das wir reserviert hatten, unter Wasser gesetzt habe; für unsere letzte Nacht blieb somit nur noch die größere Suite übrig.„Ich kann im Auto schlafen“, bot ich sofort an.„Alexander, das ist lächerlich“, sagte Harper, während sie ihre Tasche bereits in Richtung der Suite trug. „Das Zimmer ist mehr als groß genug für uns beide.“„Harper …“„Es ist nur eine Nacht. Wir sind erwachsen. Ich denke, wir kriegen das hin, uns ein Zimmer zu teilen, ohne dass es kompliziert wird.“Ich folgte ihr hinein, doch irgendetwas in meiner Brust zog sich unangenehm zusammen, als ich das einzelne, großzügig bemessene Bett sah, das die Mitte des Zimmers dominierte. Am Fenster stand ein kleines Sofa – theoretisch eine Alternative, aber eindeutig zu kurz für jeden, der größer als etwa 1,65 Meter wa
Kapitel 39Das Wochenende auswärtsAus Harpers Sicht„Dr. Olivia meint, du brauchst weniger Stress“, sagte Alexander und schob eine kleine Mappe über den Frühstückstisch zu mir herüber. „Ich habe für das Wochenende einen ruhigen Ort organisiert.“Ich hob eine Augenbraue und warf einen Blick auf die Mappe, ohne sie zu öffnen. „Dr. Olivia hat einen bestimmten Wochenendausflug empfohlen?“„Sie hat allgemein dazu geraten, Stress abzubauen. Ich habe das einfach etwas großzügiger ausgelegt.“„Aha.“ Ich musterte ihn genau und bemerkte die leichte Müdigkeit, die noch immer unter seinen Augen lag, sowie die Anspannung, die er ständig mit sich herumtrug – verursacht durch Vorstandssitzungen und Richards endloses Taktieren. „Das ist auch für dich, oder?“Ein kurzer Ausdruck huschte über sein Gesicht, als wäre er ertappt worden. „Vielleicht.“„Alexander.“„Na gut“, gab er zu. „Ich brauche das genauso sehr wie du.“Wir verließen die Stadt am frühen Samstagmorgen und fuhren fast zwei Stunden, bis K
Kapitel 38Nicht mehr nur FassadeAus Alexanders SichtHarpers Rückkehr nach Knight Manor fühlte sich anders an, schon in dem Moment, als sie wieder durch die Eingangstür trat; eine gewisse Leichtigkeit legte sich über das ganze Haus, als hätten die Wände selbst den Atem angehalten, während sie fort gewesen war.An jenem ersten Abend saßen wir zusammen im Arbeitszimmer. Uns beiden war klar, dass sich etwas Grundlegendes zwischen uns verändert hatte, doch keiner von uns drängte darauf, diesem neuen Stadium sofort einen offiziellen Namen zu geben.„Was genau sind wir jetzt eigentlich?“, fragte Harper, während sie es sich neben mir auf dem Sofa gemütlich machte.„Ich weiß nicht, ob wir eine Bezeichnung brauchen“, sagte ich ehrlich. „Ich weiß nur, dass ich nicht länger so tun will, als wären unsere Gefühle nicht echt.“„Das ist nicht wirklich eine Antwort, Alexander.“„Es ist die ehrlichste Antwort, die ich im Moment habe“, gab ich zu. „Nach außen hin sind wir immer noch verlobt. Was auch
Kapitel 37Die Wahrheit, die sie hören mussHarpers SichtweiseDie kleine Küche meiner Mutter roch nach Zimt und alten Erinnerungen – derselbe beruhigende Duft, den ich noch von den Morgenstunden meiner Kindheit kannte, bevor alles kompliziert wurde. Ich saß den dritten Abend in Folge an ihrem Tisch, rührte in meinem Tee, den ich eigentlich gar nicht trank, und ließ im Geiste immer wieder denselben Streit mit Alexander Revue passieren.„Du hast kaum etwas davon angerührt“, sagte Evelyn sanft, während sie sich auf den Stuhl mir gegenüber setzte.„Ich habe nicht wirklich Durst.“„Du bist auch nicht wirklich hier“, sagte sie und musterte mich aufmerksam. „Nicht ganz. Ein Teil von dir ist noch immer dort in diesem Herrenhaus.“Ich seufzte und stellte meine Tasse ab. „Ich weiß nicht, ob es die richtige Entscheidung war zu gehen, Mom.“„Warum bist du gegangen?“„Weil er sagte, es gäbe keine Beziehung zwischen uns. Nur einen Vertrag.“„Und glaubst du, dass das stimmt?“Ich zögerte; die ehrli
Kapitel 36Das leere HausAus Alexanders SichtIm Herrenhaus war wieder Stille eingekehrt – jene schwere, hohle Stille, an die ich mich noch aus der Zeit erinnerte, bevor Harper jemals durch diese Türen geschritten war. Ich hatte mir eingeredet, ich würde damit zurechtkommen. Ich hatte schon vor ihr jahrelang in dieser Stille gelebt, und gewiss würden ein paar Tage nicht die Disziplin zunichtemachen, die ich mir für das Alleinsein angeeignet hatte.Schon in der ersten Stunde wurde ich eines Besseren belehrt.Die Blumen, die sie vor Wochen im Esszimmer aufgestellt hatte, standen dort noch immer – inzwischen leicht verwelkt, denn niemand war auf die Idee gekommen, sie nach ihrem Weggang auszutauschen. Am ersten Tag ging ich dreimal an ihnen vorbei; jedes Mal verlangsamte ich meine Schritte, doch ich brachte es nicht übers Herz, sie wegzuwerfen.In der Küche stand ihr Lieblingstee noch immer im Regal, genau dort, wo sie ihn stets aufbewahrt hatte; die Packung war schon etwas abgegriffen,
Kapitel 35Was passiert nach der Geburt des Babys?Harpers SichtweiseAlexanders Worte von diesem Morgen gingen mir den ganzen Tag über nicht aus dem Kopf; sie ließen sich einfach nicht verdrängen, ganz gleich, wie oft ich es auch versuchte. Er hatte gesagt, er wolle nicht, dass ich nach der Geburt des Babys gehe – doch er hatte es so leise gesagt, fast zu sich selbst, dass ich mir nicht ganz sicher war, ob ich es überhaupt hätte hören sollen.Am Abend – er hatte sich von seinem Fieber erholt und wirkte sichtlich kräftiger – fand er mich im Wohnzimmer; mein Skizzenbuch lag unberührt auf meinem Schoß.„Können wir reden?“, fragte er.„Worüber?“„Über das, was ich heute Morgen gesagt habe.“Sofort zog sich meine Brust zusammen. „Du meinst, dass du nicht willst, dass ich gehe.“Er nickte langsam und ließ sich in den Sessel mir gegenüber sinken; sein Gesichtsausdruck war ungewohnt unsicher für einen Mann, der sonst so gefasst wirkte.„Was genau hast du damit gemeint?“, fragte ich vorsichti







