Mag-log inKapitel 2
Milos Perspektive Ich muss unterwegs wohl irgendwo eingenickt sein. Die Erschöpfung, die ständige Angst und die Ungewissheit darüber, was mich erwartet – all das hatte mich schließlich in einen unruhigen Schlaf getrieben. Doch mein kurzer Moment der Flucht wurde durch das scharfe Knacken einer rauen, befehlenden Stimme jäh unterbrochen. „Steh auf.“ Die harte Stimme riss mich aus dem Schlaf; mein Herz hämmerte heftig gegen meine Rippen, während ich versuchte, meine neue Umgebung zu erfassen. Im Handumdrehen stand der grimmige Mann, der mich aus meinem Zuhause gezerrt hatte, an der Autotür, seinen scharfen Blick auf mich geheftet wie ein Raubtier, das eine schwache Beute im Visier hat. Ich schluckte schwer. Meine Kehle wurde trocken. Ich hatte nicht mitbekommen, wann er sich bewegt hatte. In einem Moment saß er noch auf dem Fahrersitz, im nächsten öffnete er die Tür und hauchte mir wie ein wütendes Raubtier ins Gesicht. Als ich aus dem Auto stieg, fiel mir vor Staunen über den grandiosen Anblick, der sich mir bot, die Kinnlade herunter. Das Auto stand vor einer riesigen Villa, die wie eine Festung gebaut war. Ihre dunklen Steinmauern schienen im Mondlicht zu leuchten. Bewaffnete Wachen in pechschwarzen Uniformen flankierten den Eingang wie dressierte Marionetten. Ihre Augen verfolgten jede meiner Bewegungen mit einem raubtierhaften Blick, der mir Schauer über den Rücken jagte. Das war ganz anders als bei meinem Rudel. Der erstickende Geruch von Reichtum war schon beim Einatmen der Luft zu spüren, doch da war noch etwas anderes dabei – es war wie Ketten, die jeden umschlangen, der jemals hier einen Fuß hineinsetzte. Plötzlich wollte ich mich umdrehen und in den umliegenden Wald flüchten, der sich um das Mafia-Rudel herum auftürmte. Mir wurde mit einem Schock klar, dass ich nicht nur als Haustier hierhergekommen war. Ich war eine Attraktion. Ein animalisches Knurren riss mich aus meinen Gedanken, und bevor ich reagieren konnte, stieß mich eine Hand nach vorne. Die plötzliche Bewegung ließ mich unsanft nach vorne stolpern. Ich hatte kaum Zeit, mich wieder zu fangen, da dröhnte schon die donnernde Stimme des grimmigen Mannes. „Beweg dich, bevor ich dich dazu zwinge!“ Ich zwang meine Füße zum Gehorsam und hielt das schwere Kleid mit den Händen fest, damit es sich nicht um meine Beine verhedderte, während ich mich abmühte, mit seinen langen Schritten Schritt zu halten. Je tiefer wir vordrangen, desto stärker war die Luft vom Geruch nach Blut durchdrungen. Mir drehte sich der Magen um. Ich wollte mein Gesicht vor Scham verbergen, vor den Tausenden von Augenpaaren davonlaufen, die mir weiterhin folgten, als wäre ich eine Art wertvolles Eigentum für ihren Anführer. Ich ging die verschiedenen, für Damen typischen Umgangsformen durch, die mir unsere Haushälterin Nancy in der kurzen Zeit beigebracht hatte, die mir zur Verfügung stand. Jetzt gab es kein Zurück mehr, sagte ich mir und starrte auf die sich vor mir auftürmende Tür, die mir die Sicht versperrte. Die Tür schwang auf, und direkt vor mir lag ein noch prächtigerer und luxuriöserer Saal. Der Saal war in ein goldenes, erfrischendes Licht getaucht, obwohl es draußen düster und dunkel war. Wunderschöne Kronleuchter hingen an der Decke, und an den Wänden hingen Gemälde von Bestien und Monstern, die so lebendig wirkten, dass ich schon beim bloßen Anblick zusammenzuckte. Aber das war noch nicht alles. Ich blickte hinauf zum Thronbereich. Ich erstarrte. Ihn als Gott zu bezeichnen, würde dieser überirdischen Gestalt, die auf dem üppig mit Diamanten verzierten Thron saß, nicht gerecht werden. Er sah aus, als wäre er gerade aus dem feuchten Traum einer sündigen Stripperin herangeschritten. Er ragte wie ein Berg über mir auf. Über 6,2 groß und dunkelhäutig, und ein furchteinflößendes Tattoo begann an seinem Nacken und verlief nach unten, um schließlich unter seiner goldenen Robe zu verschwinden. Er sah in jeder Hinsicht wie ein König aus. „Knie dich hin.“ Mein Tagtraum wurde von der mir mittlerweile vertrauten, rauen Stimme zerschmettert. Instinktiv kniete ich mich hin, ohne Zeit zu verschwenden. „Es tut mir so … leid“, stammelte ich, ohne es zu wagen, aufzublicken. Im Stillen schimpfte ich mich selbst für meine Dummheit. Ich konnte nicht glauben, dass ich tatsächlich einen Mörder begaffte. Und das Schlimmste daran war, dass er ein Mann war. Ich bin hetero, zumindest glaube ich das, denn ich weiß kaum, wie ich mit einem nackten Mädchen umgehen soll. Es ist ja nicht so, als hätte ich jemals die Chance gehabt, mich auch nur mit den niedrigsten Mädchen aus meinem Rudel zu verabreden. Ein leises Knurren ließ mich aufblicken, nur um ein wütendes Gesicht zu sehen, das mein Blickfeld ausfüllte. „Ich habe dir eine Frage gestellt“, funkelte er mich an, während ich bereits unter seiner Aura zitterte. „Ich… ich“ Klatsche! Ein schmerzhafter Stich breitete sich über meine Wangen aus, als mich die Wucht der Ohrfeige auf den harten Boden schleuderte. Heiße Tränen brannten in meinen Augen, während ich schemenhaft die Silhouette dieses Ungeheuers von einem Mann sah, der mit bedächtigen Schritten auf mich zukam. „Regel Nummer eins: Lass mich mich nicht wiederholen“, stellte er klar und hob mein tränenüberströmtes Gesicht an. Ich zwang mich zu nicken, doch das brachte mir nur einen weiteren harten Schlag auf meine andere Wange ein. „Regel Nummer zwei: Wenn ich mit dir rede … heißt es ‚Ja, Meister‘.“ „J… Ja, Meister“, sagte ich unter heftigem Schluchzen. „Und die dritte …“ Er wollte gerade weiterreden, doch da ertönte sofort ein lauter Alarm. Die fröhlichen Wachen, die die Show genossen hatten, verfielen daraufhin in hektische Betriebsamkeit. Bevor irgendjemand reagieren konnte, stürmte ein Bote herein: „Wir werden an den Grenzen angegriffen.“ Auf den Ruf des Boten folgte Stille. Alle blickten unwillkürlich zum Mafiakönig, den der Angriff sichtlich nicht störte. Er hielt mein Gesicht immer noch fest im Griff, während er überlegte, wie er mich am besten erwürgen könnte. Ohne Vorwarnung ließ er mich los, und ich taumelte zu Boden, wo ich mich sofort zusammenkauerte, um den Schmerz und die Demütigung zu ertragen. Doch der Mafiaboss schenkte mir nicht einmal einen Blick. Er war damit beschäftigt, seinen Männern Befehle zu erteilen, die bereits in Bewegung waren. Als er fertig war, waren nur noch er und der Mann, der gekommen war, um mich abzuholen – vermutlich seine rechte Hand –, in der nun leeren Halle übrig. „Knie dich hin“, befahl er, und wie eine Kugel schoss ich auf die Knie, während ich mein Gesicht unterwürfig gesenkt hielt. Genau wie es ein Haustier tun würde. „Ich sehe, du lernst schnell“, sagte er und beugte sich zu mir herunter. „Sieh mich an“, knurrte er. Ich zuckte bei seinen erhobenen Händen zusammen, doch diesmal traf er mich nicht an der Wange, sondern packte mich an den Haaren und riss meinen Kopf schmerzhaft nach hinten. „Von jetzt an bist du mein Haustier. Du wirst nur mir gehorchen, und wenn du dein kleines erbärmliches Leben behalten willst, tust du, was ich sage, sonst …“, ließ er den Satz in der Luft verhallen. Eine eiskalte Angst überkam mich. Mein Körper zitterte unwillkürlich, obwohl ich innerlich schrie, es nicht zu tun. „J… Ja, Meister“, platzte es instinktiv aus mir heraus, während ich mir auf die Lippen biss, aber es war bereits zu spät. „Gut, genau diese Reaktion erwarte ich“, lächelte er, als würde er sich an meinem kleinen Leiden weiden. „Ich gehe jetzt, um einen dummen Trottel zu empfangen, der es für klug hielt, in meinem Revier Lärm zu machen“, ballte er wütend die Faust und zog dabei ungewollt meine Haare noch weiter nach hinten. „Wenn du am Leben bleiben willst, will ich dich nackt sehen, mit hochgestrecktem Hintern, wie du da auf mich wartest – wie der kleine Hund, der du bist …“ „Ja, Meister“, sagte ich und versuchte so gut es ging, keinen Laut von mir zu geben, trotz der blendenden Schmerzen, die von meiner Kopfhaut ausgingen. Er ließ mich los, bevor er mit seinem rechten Mann hinausging, der das ganze Drama schweigend beobachtet hatte. Ich huschte auf die Beine. „Meister …“, versuchte ich ihn zu rufen, doch das laute Zuschlagen der Türen hallte durch meine ohnehin schon erschöpften Knochen. Meine Augen weiteten sich vor Angst, mein Herz hämmerte vor Furcht und Adrenalin. Was sollte ich bloß tun? Wohin sollte ich von hier aus gehen? Der König hatte mir nur einen Befehl hinterlassen, ohne irgendwelche Informationen. War das Teil seiner verdrehten Spielchen? Ich schaffte es, aufzustehen, wischte mir die Tränen ab und sah mich um. Ich musste einen Ausweg finden. Wenn ich in seinem Höllenloch am Leben bleiben wollte, musste ich vor allem eines tun: niemals seinen Befehlen widersprechen. Das habe ich aus erster Hand gelernt – auf die harte Tour.Kapitel 135: Der enthüllte Fluch Milos Perspektive Ich befand mich in diesem mittlerweile vertrauten Traum, der einfach nicht enden wollte. Ich stand auf dem blutgetränkten Feld, auf dem ich zusammen mit Jared und den Leichen war. Alle rannten vor dem dunklen Raubtier davon, das weiter alles niedermähte und zerstörte, was es finden konnte. „Du hast das getan“, fingen die Leute, die um ihr Leben rannten, an, mich anzuschreien und anzubrüllen, als sie mich entdeckten. „Das ist deine Schuld.“ „Was? Nein, das habe ich nicht …“ „Du bist der Grund für unser Verderben.“ „Du hast uns das eingebrockt.“ Sie schrien weiter wie Ketzer, während der Feuerwolf sie zu Asche verbrannte. „Ich bin es nicht!!! Ich habe nichts getan“, schrie ich, wobei sich meine Stimme in ein wütendes Brüllen verwandelte. Ich war so wütend, dass ich rot sah. Meine Gesichtszüge veränderten sich und verwandelten sich wie beim ersten Mal, als ich mich verwandelte, doch diesmal geschah es in einem Augenblick. Ich
Kapitel 134: Zu spät Damons Perspektive Der Raum war ein einziges Chaos „Chaos“ war noch eine Untertreibung für das Ausmaß der Zerstörung, das sich vor mir ausbreitete. Es sah eher so aus, als wäre hier ein Hurrikan durchgefegt. Die Möbel waren in Stücke zerschlagen, die Regale mit den umfangreichen Sammlungen von Heilungshandbüchern und Tabellen waren bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert, und die Bücher brannten. Ich schlich vorwärts, jeder Muskel angespannt und bereit zum Kampf. Der Raum war etwas dunkel, aber das war nichts, womit mein Wolfsblick nicht zurechtkommen würde. Ich erkannte das wahre Ausmaß dessen, was hier geschehen war. Kratz- und Schwertspuren übersäten den Boden und zierten die Wände. Es sah aus, als hätten hier zwei brutale Kämpfe stattgefunden. Je mehr ich den Zustand des Zimmers in mich aufnahm, desto mehr kroch mir ein Schauer über den Rücken. Mein Herz hämmerte heftig gegen meinen Brustkorb. Ich spürte den bitteren Geschmack der Angst im Rachen. „Daphne?
Kapitel 133: Ärger Damons Perspektive Auf dem Schlachtfeld herrschte Chaos. Überall lagen Leichen. Manche in menschlicher Gestalt, andere in ihrer Wolfsgestalt. Der Geruch von Blut lag so schwer in der Luft, dass ich ihn förmlich schmecken konnte. Ich schlug einen weiteren Wolf der „Righteous“ nieder, der aus dem Nichts auf mich gesprungen war; mein Schwert zischte durch die Luft, gefolgt vom Geräusch aufschlitzenden Fleisches. Ein schmerzvolles Heulen, dann Stille. Ich stand an der Front, mein Schwert tropfte vor frischem Blut, während ich auf das brennende Chaos blickte, zu dem mein Rudel geworden war. Das „Righteous“-Rudel war gut vorbereitet gekommen. Sie hatten Gewehre, Silberkugeln und Wolfsbann-Bomben. All das sind Waffen, die sehr begehrt sind, aber die „Righteous“-Rudel verfügten über große Mengen davon, was nur eines bedeuten konnte … Der Rat. Meine Krieger kämpften verbissen. James war zu meiner Linken, seine Wolfsgestalt riss sich wie durch Papier durch die Feinde.
Kapitel 132: Süße Träume Milos Perspektive „Cornelius!!“, flüsterte Daphne, und ihre Stimme klang voller Angst. Der Kopf rollte zum Fußende meines Bettes und blieb mit einem klirrenden Geräusch liegen. Es war einer der Wachen, die uns beschützt hatten. „Du hast ihn getötet“, keuchte ich. „Du hast einen Mit-Schatten getötet!“ „Es gibt für alles ein erstes Mal“, lachte Cornelius. „Und glaub mir, es wird nicht das letzte Mal sein.“ Er schritt in den Raum wie eine Katze, die Mäuse jagt. Blut tropfte von seinem Schwert und machte kleine Platschergeräusche auf dem Boden. „Na, na, na“, sagte er, während sein Lächeln breiter wurde. „Schau mal, was wir hier haben. Das Haustier des Alphas und seinen Schutzengel.“ „Bleib zurück“, warnte Daphne und stellte sich vor mich. „Oder was?“, lachte Cornelius. „Wirst du mich zu Tode heilen? Ein paar Kräuter nach mir werfen?“ Er genoss das sichtlich. Er spielte mit uns wie eine Katze mit Mäusen. „Du solltest eigentlich in den Verliesen sein“, sa
Kapitel 131: Vermisst mich Milos Perspektive (Der Traum) Ich versank in der Dunkelheit. Nein, ich versank nicht. Ich schwebte, als wäre ich unter Wasser, könnte aber trotzdem atmen. Ich trieb zwischen verschiedenen seltsamen und verwirrenden Träumen hin und her. Der Himmel war dunkel, nicht nachtschwarz, sondern diese Art von Dunkelheit, die sich so falsch anfühlte. Ich befand mich auf einem Feld. Oder was einmal ein Feld gewesen war … denn jetzt sah es überhaupt nicht mehr wie ein normales Feld aus. Das Gras war rot, rot, als hätte menschliches Blut den Boden getränkt. Verstümmelte Körper und Leichen von Kriegern bedeckten den blutgetränkten Boden. Ich schnappte nach Luft, ich befand mich mitten im Krieg. Ich sah mich um und beobachtete Menschen, die wild durcheinander rannten. Ich kannte sie: Mütter mit ihren Babys, obdachlose Kinder und sogar Krieger aus dem einst mächtigen Damon-Rudel. Sie schrien alle und rannten vor etwas davon. Aber vor wem?? Bumm!! Eine gewaltige
Kapitel 130: Zu den Schwachen stoßen Damons Perspektive Stunden vergingen, oder Minuten, oder Sekunden. Ich weiß nicht, wie viele es waren oder wie lange die Zeit schon vergangen ist. Die Zeit fühlte sich seltsam und still an. Ich lief in Daphnes Heilungsraum hin und her … links, rechts, links, rechts … Wie ein Tiger im Käfig. Ich konnte kaum fünf Minuten still sitzen, ohne das Gefühl zu haben, verrückt zu werden. Und so bin ich hier und laufe wie ein Verrückter immer wieder dieselbe Strecke ab. Milo war noch nicht aufgewacht. Er lag einfach da auf dem Bett, regungslos und still, kaum noch atmend. Daphne sah immer wieder nach ihm, legte ihm kühle Tücher auf die Stirn und gab ihm Medizin zu trinken, obwohl er bewusstlos war. Sie tat alles, was sie konnte, aber bis jetzt hatte nichts geholfen. Doch er wachte immer noch nicht auf. Draußen konnte ich die entfernten Geräusche der Schlacht hören. Das Heulen und Brüllen verschiedener Wölfe, die kämpften und aufeinanderprallten, hallt







