INICIAR SESIÓNUnter den empörten Kommentaren verfärbte sich Sebastians Gesicht. Trotzdem musste er weiter für Charlotte bitten. „Klara, können wir die Polizei bitte aus dem Spiel lassen? Ich akzeptiere wirklich jede deiner Bedingungen.“Klara stützte ihre Großmutter und lächelte kalt. „Keine Sorge. Ich rufe die Polizei nicht.“Sebastians Gesicht hellte sich auf. Er atmete erleichtert aus. „Wirklich?“„Natürlich. Allerdings ...“ Bei diesem Wort stockte sowohl ihm als auch Charlotte hinter ihm der Atem.Hass blitzte in Klaras Augen auf. „Sebastian, glaubst du mir, wenn ich sage, dass ich wirklich im Guten mit dir auseinandergehen wollte? Das wollte ich tatsächlich. Bis heute. Uns für den Rest unseres Lebens nie wiederzusehen, war für mich der bestmögliche Ausgang.“Aber ihre Großmutter hätten sie niemals anrühren dürfen ...„Und jetzt ...?“ Sebastian konnte nicht einschätzen, worauf sie hinauswollte.„Jetzt ...“ Klaras Blick glitt zu Charlotte hinter ihm. „Verspreche ich dir, dass ich die Polizei nich
„Oma!“ Sebastian reagierte blitzschnell. Er riss den Arm hoch und fing die schmiedeeiserne Dekoration ab. Sie prallte von seinem Unterarm auf den Boden.Eine der scharfen Spitzen hatte seine Haut aufgerissen. Blut sickerte aus der Wunde.Klara half ihrer Großmutter auf und vergewisserte sich immer wieder, dass sie unverletzt war. Erst dann sah sie zu Sebastians Arm und zu den spitzen Metallzacken des Gegenstands. Sie wollte sich gar nicht vorstellen, was passiert war, wenn dieses Ding ihre Großmutter am Kopf getroffen hatte!Die Verkäuferin war völlig aufgelöst und entschuldigte sich ununterbrochen. „Es tut mir leid! Es tut mir so leid! Das war keine Absicht, wirklich nicht! Hat Ihre Großmutter einen Schreck bekommen? Ich ...“Sie war nur eine Angestellte und den Tränen nahe. Als sie sich umdrehte und das Blut auf Sebastians Arm sah, wurde sie noch panischer. „Entschuldigung ... Die Behandlungskosten ... Ich ...“Zwar hatte sie die Dekoration heruntergestoßen, aber nur, weil Charlotte
Plötzlich holte ihre Großmutter aus und schlug Sebastian ins Gesicht.Sofort zeichneten sich 5 rote Fingerabdrücke auf seiner Wange ab.Sie zeigte auf ihn, brachte vor Wut aber lange kein Wort heraus.„Oma!“ Sebastian blieb auf den Knien. Mit der roten Strieme auf der Wange sagte er erstickt: „Es ist alles meine Schuld. Bitte reg dich nicht auf. Du darfst dich nicht so aufregen ... In Zukunft ... kann ich nicht mehr für dich da sein. Bitte pass gut auf dich auf.“Klara legte die Arme um ihre Großmutter. Aus Angst, die Aufregung wurde ihr zu viel, fuhr sie Sebastian an: „Meiner Oma geht es gut! Solange du Arschloch ihr nicht mehr unter die Augen kommst, wird sie noch 100 Jahre alt!“Diese Worte trafen Sebastian tief. Er hielt die Hand ihrer Großmutter fest und wollte sie nicht loslassen. „Oma, ich ... Ich weiß doch, wie lieb du mich hast. Ich ...“Vor Schluchzen konnte er nicht weitersprechen.Sie entzog ihm ihre Hand. Ihr Finger zitterte vor Wut, als sie auf ihn zeigte. „Nenn mich nich
Als Charlotte das Wort „Hochzeit“ aussprach, sah sie Klara direkt an. Ihr Blick war voller Triumph und Provokation.Sebastian zuckte sichtlich zusammen. Seine Augen blieben auf Klara gerichtet. „Klara ...“Klara lächelte leicht. „Ihr heiratet also. Herzlichen Glückwunsch. Wann ist es denn so weit?“Sebastian wurde aschfahl. „Nein, Klara, hör mir bitte zu ...“Sie lachte leise. „Warum sind Sie denn so nervös, Herr Wolf? Machen Sie sich etwa Sorgen wegen unserer Vereinbarung?“„Was für eine Vereinbarung?“ Charlotte kam näher und zog die lange Schleppe hinter sich her.„Ach, das ist eine Abmachung zwischen Herrn Wolf und mir“, sagte Klara lächelnd. „Frag ihn doch selbst.“ Dann sah sie wieder Sebastian an. „Sie haben es aber eilig, Herr Wolf. Warten Sie doch wenigstens, bis unsere Scheidung rechtskräftig ist.“Charlotte bekam rote Augen und setzte vor Klara eine Miene auf, die Mitleid erregen sollte. „Klara, hast du es dir etwa anders überlegt? Bitte lass Sebastian gehen. Er hat deinetwege
Julian war sprachlos. Zum ersten Mal erlebte Klara, dass ihr Cousin keine Antwort parat hatte. Sie brach in schallendes Gelächter aus.Julian warf ihr einen Blick zu, wusste aber selbst nicht, ob er lachen oder seufzen sollte. „Wolltet ihr nicht in der alten Konfiserie Süßigkeiten und Gebäck für die Reise bestellen? Langsam wird es Zeit. Wann geht ihr hin?“ Damit wechselte er kurzerhand das Thema.„Morgen oder übermorgen“, sagte Klara und rechnete im Kopf nach. Sie kannte eine alte Konfiserie, die traditionelle Süßigkeiten noch nach überlieferten Rezepten herstellte. Sonderanfertigungen musste man allerdings frühzeitig bestellen. Viel Zeit blieb ihnen nicht mehr.Auch ihre Großmutter lächelte und ließ Julian davonkommen. „Ich gehe mit Klara.“„Gut. Der Fahrer begleitet euch. Ich komme nicht mit.“ Julian atmete erleichtert auf. Hoffentlich fragte jetzt niemand mehr nach seiner Freundin.Die alte Konfiserie lag in einer schmalen Gasse in Hamburg. Dort reihten sich inzwischen kleine Bout
Sebastian schwieg. Die Feindseligkeit, mit der er Julian zuvor begegnet war, war restlos verschwunden. Mit unendlichem Schmerz und voller Sehnsucht sah er zu Klara im Wagen.Klara drehte sich nicht um. Doch sie hatte Julians Worte gehört. War es nicht längst zur Gewohnheit geworden, dass Sebastian sie für etwas anderes stehen ließ?Früher hatte ihr Herz unter jedem dieser Momente gelitten. Jetzt spürte sie überhaupt nichts mehr.„Julian, verschwende keine Worte mehr an ihn. Fahren wir“, drängte sie aus dem Wagen.Julian konnte sich ungefähr denken, worum es ging. Er lächelte nur und sagte spöttisch zu Sebastian: „Viel Glück, Herr Wolf.“Sebastian verstand nicht, was er damit meinte. Regungslos sah er zu, wie auch Julian einstieg und der Wagen davonfuhr.Warum vermittelte Julian ihm ständig das Gefühl, über alles Bescheid zu wissen? Was wusste er diesmal, dass er ihm so etwas sagte?Als Alex bemerkte, dass Julians Wagen abfuhr, eilte er aufgeregt nach draußen. Doch er erhaschte nur noch







