MasukYuna Sommer wurde Zeugin des widerlichsten Verrats ihres Mannes Henrik Wolfhardt – er hatte seine Schwägerin Chiara Jensen geschwängert und rechtfertigte sich auch noch ungeniert: „Du kannst keine Kinder bekommen. Unsere Familie darf nicht aussterben.“ Wie zynisch. Damals war es derselbe Mann gewesen, der neunmal vor ihr auf die Knie gefallen war, der geschworen hatte, sich lieber sterilisieren zu lassen, als jemals Kinder zu wollen. Wenn die Liebe schon zur Farce verkommen war, dann brauchte sie auch keine Würde mehr zu wahren. Noch in derselben Nacht wählte sie jene Nummer, die niemand zu wählen wagte, und heiratete den mächtigsten Mann von Südstadt. Sie sahen sich erst auf ihrer Hochzeit wieder. Henrik brach endlich zusammen, kniete vor ihr nieder und flehte: „Liebling, ich habe Fehler gemacht. Gib mir noch eine Chance, bitte, nur eine einzige…“ Doch Yuna trat einen Schritt zurück – genau in die Arme des Mannes hinter ihr. Adrian Wolfhardt, der berüchtigte „Schattenherrscher“ mit dem eiskalten Blick und der erbarmungslosen Hand, der die halbe Stadt im Griff hielt, legte den Arm fest um ihre Taille. Seine Stimme war schneidend kalt: „Du scheinst zu vergessen, wer hier mit wem verwandt ist.“ „Ab heute ist sie meine Frau.“
Lihat lebih banyakYuna lachte verächtlich auf. „Fortgehen? Ich habe weder Macht noch Einfluss und niemanden, an den ich mich wenden kann. Kaum bin ich fort, holt Henrik mich zurück – sofern du mich nicht schon auf dem Weg beseitigen lässt. So oder so erwartet mich nichts Gutes. Dann kann ich auch alles auffliegen lassen. Wenigstens hat am Ende keiner von uns mehr seine Ruhe.“Yuna ließ die sichtlich nervöse Chiara stehen und wandte sich direkt an Henrik. „Florian hat doch zuletzt die zerrissenen Seiten eines Vaterschaftstests zusammengesetzt. Wo ist der Bericht geblieben? Schick deine Leute los und lass gründlich danach suchen.“Henrik stutzte. Plötzlich kam ihm ein Gedanke. „Was weißt du?“Yunas Antwort fiel knapp aus. „Auf diesem Blatt steht die ganze Wahrheit.“Henrik fragte nicht weiter, sondern gab den Männern hinter ihm sofort Anweisung: „Findet den Vaterschaftstest, an dem Florian gearbeitet hat. Findet außerdem heraus, womit er sich in letzter Zeit beschäftigt und was er unternommen hat.“Chiara
„Ich soll sie getötet haben?“, fragte Yuna ruhig. „Seit dem Bankett habe ich Sieglinde nicht einmal gesehen. Wie soll ich sie da umgebracht haben? Etwa mit einem Fluch aus der Ferne?“Tränen standen Chiara in den Augen, als sie anklagend auf Yuna zeigte.„Willst du dich noch immer herausreden, Yuna? Der Fahrer hat gerade gestanden. Du und Adrian habt ihn beauftragt, Sieglinde zu überfahren. Sie hat dich all die Jahre wie eine eigene Tochter behandelt. Wie konntest du nur zusammen mit Adrian ihren Tod planen?“„Und jetzt stehst du vor ihrem Sarg und vergießt keine einzige Träne. Du bereust nichts. Hast du denn überhaupt ein Herz?“Henriks Miene verdüsterte sich schlagartig. Er sah Yuna finster an, während sich seine Hand langsam zur Faust ballte.Chiaras Worte schürten den Zorn der Trauergäste nur noch weiter.„Ein herzloses Monster wie du gehört in die Hölle!“„Auf die Knie mit dir! Bitte Sieglinde um Vergebung!“„Auf die Knie! Auf die Knie!“Mehrere Gäste stürzten sich auf Yuna, packt
Kaum hatte Yuna zu Ende gesprochen, griff sie nach der Schüssel und warf sie samt Suppe ohne Zögern in den Mülleimer. Mit lautem Krachen landete die Schüssel darin.Henriks Miene erstarrte.Seit Henrik die Führung der Familie übernommen hatte, kam er vor lauter Arbeit kaum noch zur Ruhe. In dieser Nacht hatte er kein Auge zugetan. Trotzdem war er noch vor Tagesanbruch in die Küche gegangen und hatte die Suppe stundenlang sorgfältig gekocht. Yuna wollte nicht einmal davon kosten.Wieder ging es nur um Adrian.Die wenigen Monate mit Adrian hatten Yuna offenbar stärker geprägt als die drei Jahre ihrer Ehe.Die drei gemeinsamen Jahre mit Henrik schienen für Yuna inzwischen völlig bedeutungslos zu sein.Henrik kochte vor Eifersucht, gekränktem Stolz und blinder Wut.Er ballte die Fäuste so fest, dass die Knöchel weiß hervortraten. Dann kehrte er mit einer zweiten Schüssel derselben Suppe aus der Küche zurück. Sein Blick hatte etwas beinahe Besessenes.„Adrian ist tot.“Henrik fuhr mit tiefe
„Yuna!“Sie hatte Henriks wunden Punkt getroffen. Er fuhr sie an und versuchte, seine Beschämung hinter Zorn zu verbergen. „Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Ich habe mich entschuldigt und versuche, alles wiedergutzumachen. Kannst du die Vergangenheit nicht endlich ruhen lassen?“Yuna sah ihn reglos an. Ihre unheimliche Ruhe machte Henrik nervös.„Ich habe längst damit abgeschlossen. Du bist derjenige, der nicht loslassen kann. Wir hätten uns im Guten trennen können.“Hätte Henrik sie freigegeben, hätten beide längst ein neues Leben begonnen.Stattdessen hielt er Yuna nun gefangen. Schon bald würde sie ihm dafür einen vernichtenden Schlag versetzen und ihm alles nehmen.„Uns im Guten trennen?“Die Worte trafen Henrik. Mit geröteten Augen presste er hervor: „Ich habe es versucht, Yuna, aber ich kann es nicht! Seit du fort bist, bin ich kaum mehr als ein lebender Toter. Jeder Atemzug zerreißt mir das Herz.“Er packte Yunas Arm so fest, dass der Schmerz ihr bis tief in die Kno
Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta
„Frau Wolfhardt, die Angelegenheit ist diesmal außerordentlich heikel! Ich fürchte, vor einem halben Monat kommt er nicht zurück.“Yuna verstummte einen Moment.Ein persönliches Gespräch fiel damit aus.Eine Nachricht im Chat war zwar nicht ganz so höflich – aber ihr blieb nichts anderes übrig.Yuna
„Yuna!“Henriks Gesicht verfinsterte sich. Er stürmte ihr nach.Kaum hatte Yuna das Privatzimmer verlassen, rief sie Viktor an. „Herr Moll, etwas ist dazwischengekommen, das Mittagessen fällt aus. Ich fahre direkt zur Besichtigung. Schicken Sie mir die Nummer der zuständigen Person durch.“„Frau Wol
Am nächsten Tag im Vorstandsbüro des Wolfhardt-Konzerns warf Henrik gereizt die Akten auf den Tisch und trommelte mit den Fingernägeln auf die teure Nussbaumplatte. „Ist Yuna immer noch nicht zur Arbeit erschienen?“Der Assistent senkte den Kopf. „Nein, Herr Wolfhardt. Frau Sommer fehlt seit drei Ta

















