LOGINYuna Sommer wurde Zeugin des widerlichsten Verrats ihres Mannes Henrik Wolfhardt – er hatte seine Schwägerin Chiara Jensen geschwängert und rechtfertigte sich auch noch ungeniert: „Du kannst keine Kinder bekommen. Unsere Familie darf nicht aussterben.“ Wie zynisch. Damals war es derselbe Mann gewesen, der neunmal vor ihr auf die Knie gefallen war, der geschworen hatte, sich lieber sterilisieren zu lassen, als jemals Kinder zu wollen. Wenn die Liebe schon zur Farce verkommen war, dann brauchte sie auch keine Würde mehr zu wahren. Noch in derselben Nacht wählte sie jene Nummer, die niemand zu wählen wagte, und heiratete den mächtigsten Mann von Südstadt. Sie sahen sich erst auf ihrer Hochzeit wieder. Henrik brach endlich zusammen, kniete vor ihr nieder und flehte: „Liebling, ich habe Fehler gemacht. Gib mir noch eine Chance, bitte, nur eine einzige…“ Doch Yuna trat einen Schritt zurück – genau in die Arme des Mannes hinter ihr. Adrian Wolfhardt, der berüchtigte „Schattenherrscher“ mit dem eiskalten Blick und der erbarmungslosen Hand, der die halbe Stadt im Griff hielt, legte den Arm fest um ihre Taille. Seine Stimme war schneidend kalt: „Du scheinst zu vergessen, wer hier mit wem verwandt ist.“ „Ab heute ist sie meine Frau.“
View MoreAm nächsten Morgen lag noch leichter Nebel über der Küste.Das Produktionsteam startete den Livestream erneut. Nach und nach fanden sich die drei Paare am Treffpunkt ein.Der Kontrast zwischen ihnen war so drastisch, dass im Chat für einen Moment niemand mehr etwas schrieb.Karin hatte leichte Schatten unter den Augen, wirkte ansonsten aber noch recht gelassen.Jude neben ihr sah dagegen völlig gerädert aus. Er war kreidebleich, hatte tiefe, dunkle Augenringe und wischte sich unablässig mit einem Taschentuch die Nase. Jeder Nieser schüttelte ihn durch.Im Chat hagelte es bissige Kommentare.EiweißFanatiker: „Wollte Jude am Strand den Naturgewalten trotzen? Das ging wohl gründlich schief. Der sieht aus wie ein Vampiropfer.“KniebeugenDoktor: „Bei dem Wind gestern Nacht! Mit den paar dünnen Hemden als Unterlage hätte Jude gleich nackt schlafen können. Dass er nicht erfroren ist, grenzt an ein Wunder.“KarinsTreuerHund: „Karin hatte doch zusätzliche Daunenjacken dabei. Die lagen direkt da
Karin öffnete wortlos ihren Koffer und breitete die zusätzlich mitgebrachten Daunenjacken in einer Ecke der Hütte aus, in der es weniger zog. Damit war ihr notdürftiges Lager für die Nacht fertig.Es reichte allerdings nur für eine Person.Jude sah sie mit gerunzelter Stirn an und wartete einen Moment. Als sie keine Anstalten machte, auch ihm einen Schlafplatz herzurichten, fragte er schließlich: „Und was ist mit mir?“Sie warf ihm einen kühlen Blick zu. „Du hast doch selbst zwei Hände.“„Ich kann so was nun mal nicht“, entgegnete Jude ganz selbstverständlich. „Früher hast du dich doch auch immer darum gekümmert.“Karin lachte spöttisch. „Das ist vorbei. Wir lassen uns scheiden. Warum soll ich mich da noch um dich kümmern? Mach dir selbst einen Schlafplatz oder lass es bleiben. Wenn du erfrierst, bist du selbst schuld.“Jude war einen Moment lang sprachlos. Sichtlich verärgert gab er zurück: „Es geht doch bloß um einen Schlafplatz! Du glaubst wohl, ohne dich bin ich aufgeschmissen?“Tr
Ethan konnte nur noch kraftlos lachen. Nichts von dem, was er sagte, drang zu ihr durch. Er ließ sich auf das Sofa fallen und seufzte.„Dir ist wirklich nicht mehr zu helfen.“Er wusste längst, wie besessen sie von Claudia war. Trotzdem hatte er tief in sich noch einen Rest Hoffnung bewahrt. Vielleicht kam sie doch noch zur Vernunft und besann sich auf ihre Ehe. Jetzt begriff er, wie naiv er gewesen war.„Lorina, tu, was du willst. Und wenn du dich dabei zugrunde richtest.“ Er schloss die Augen. Als er weitersprach, klang seine Stimme wieder kalt. „Ich halte mich da raus. Ich habe keine Lust mehr, das alles mitzumachen. Sobald die Dreharbeiten vorbei sind, lassen wir uns scheiden. Und wenn du dich weigerst, ziehe ich vor Gericht.“„Du willst mich verklagen?“ Ihre Stimme wurde schrill. Fassungslos starrte sie ihn an. „Nach acht Jahren, Ethan? Du willst vor Gericht ziehen, nur um dich von mir scheiden zu lassen?“Er lachte verächtlich auf. „Acht Jahre? Es könnten auch achtzig sein. Deine
Beim nächsten Programmpunkt musste sie endlich aufdecken, wie verlogen Yunas Beziehung zu Adrian war. Diesmal sollte Yuna sich so gründlich blamieren, dass ihr nur noch der Rückzug blieb.…Als Zweitplatzierte bekamen Ethan und Lorina das gewöhnliche Wohnhaus am Rand des Küstenortes. Es hatte weiße Wände, ein graues Ziegeldach und einen kleinen Hof. Drinnen war es sauber und schlicht eingerichtet, mit Holzmöbeln und allen nötigen Haushaltsgeräten. Es war ein ganz normales Zuhause, in dem es sich gut leben ließ.Doch kaum hatte Lorina ihren Koffer ins Wohnzimmer gezogen, runzelte sie die Stirn. Angewidert sah sie sich um.„Was ist das denn für eine Bruchbude? Klein und alt! Hier soll man wohnen können? Ich bleibe bestimmt nicht hier!“Sie gehörte zu den größten Stars des Landes. Auf Reisen stieg sie ausschließlich in Fünf-Sterne-Hotels ab. Eine eigene Villa oder ein weitläufiges Apartment waren für sie selbstverständlich. Dieses Haus dagegen war in ihren Augen kaum mehr als eine Elendsb
Am nächsten Tag im Vorstandsbüro des Wolfhardt-Konzerns warf Henrik gereizt die Akten auf den Tisch und trommelte mit den Fingernägeln auf die teure Nussbaumplatte. „Ist Yuna immer noch nicht zur Arbeit erschienen?“Der Assistent senkte den Kopf. „Nein, Herr Wolfhardt. Frau Sommer fehlt seit drei Ta
Chiara starrte sie an. Selbst ihre gespielt verletzte Miene erstarrte mitten in der Bewegung. Die brennende Wange ließ sie für einen Moment alles vergessen.Wie konnte Yuna es wagen, wirklich zuzuschlagen?Henrik war einen Moment lang sprachlos. Dann brach seine Wut hervor.„Yuna, hast du den Versta
„Frau Wolfhardt, die Angelegenheit ist diesmal außerordentlich heikel! Ich fürchte, vor einem halben Monat kommt er nicht zurück.“Yuna verstummte einen Moment.Ein persönliches Gespräch fiel damit aus.Eine Nachricht im Chat war zwar nicht ganz so höflich – aber ihr blieb nichts anderes übrig.Yuna
„Yuna!“Henriks Gesicht verfinsterte sich. Er stürmte ihr nach.Kaum hatte Yuna das Privatzimmer verlassen, rief sie Viktor an. „Herr Moll, etwas ist dazwischengekommen, das Mittagessen fällt aus. Ich fahre direkt zur Besichtigung. Schicken Sie mir die Nummer der zuständigen Person durch.“„Frau Wol

















