Mag-log in50Gegenwart ...Andrew stand schweigend hinter Damian, während sich die wichtige Videokonferenz in die Länge zog.Ein Abteilungsleiter hatte gerade eine ausführliche Präsentation beendet, als Andrew bemerkte, dass Damian schon wieder mit den Gedanken abschweifte.Er beugte sich diskret zu seinem Chef hinunter und flüsterte ihm ins Ohr: „Boss, Mr. Lee hat seine Präsentation beendet.“Damian wurde abrupt aus seinen Gedanken gerissen und bemerkte plötzlich die zwölf Augenpaare, die ihn über den Bildschirm hinweg anstarrten.Was zum Teufel ist bloß los mit mir?Ein eisiger Anflug von Unbehagen breitete sich in seiner Brust aus.Warum konnte er sich nicht konzentrieren? So etwas war völlig untypisch für ihn. Er verlor die eiserne Kontrolle über seine Konzentration, und zwar in einem beängstigend schnellen Tempo, das ihn ernsthaft beunruhigte.Ohne auf den Manager zu achten, der auf eine Rückmeldung wartete, winkte Damian Andrew mit einer kurzen Handbewegung näher zu sich.„Gibt es Neuigke
49Sicht des AutorsSterling Corporation, Hauptsitz ...Zwei Stunden zuvor ...Damian saß hinter seinem imposanten Schreibtisch, während Andrew mit einem iPad in der Hand vor ihm stand und den Tagesplan vorlas.„Hier sind die Unterlagen zum Erweiterungsprojekt in Tokio“, sagte Andrew und schob eine Mappe über den Schreibtisch. „Die Videokonferenz mit dem Vorstand in Tokio beginnt in zwanzig Minuten.“Andrew fuhr mit seiner Aufzählung fort, obwohl sein Chef kein Wort sagte.„Sie haben außerdem ein Treffen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der ...“Nachdem er den gesamten Tagesplan vorgelesen hatte, hielt Andrew inne und wartete auf eine Reaktion. Doch es kam keine.Da wurde ihm klar, dass sein Chef schon wieder mit den Gedanken ganz woanders war.„Boss? Boss?“, rief Andrew, um seine Aufmerksamkeit zurückzugewinnen.Damian, der tief in Gedanken versunken gewesen war, hob abrupt den Blick und bedachte ihn mit einem scharfen, durchdringenden Blick.„Was?“„Haben Sie noch irgendwelche
48Ich verdrehte die Augen, zog einen Stuhl hervor und setzte mich direkt gegenüber von Sophia.„Ach, Stiefmutter, die Welt dreht sich nicht um dich“, sagte ich mit einem spöttischen Lächeln. „Du solltest dich lieber weiterhin deinem kleinen Schauspiel widmen und so tun, als wärst du die Herrin dieses Hauses. Ich bin nicht hier, um mit dir zu reden. Ich bin gekommen, um meinen Vater zu sehen.“Sophia wandte sich sofort meinem Vater zu. Ihre Stimme triefte vor Empörung.„Liebling, willst du wirklich einfach dasitzen und zulassen, dass sie so mit mir spricht? Sie respektiert mich ganz offen in meinem eigenen Haus nicht!“Ein hartes Lachen entwich meinen Lippen.Ihr eigenes Haus?Mein Vater starrte mich über den Tisch hinweg an. Sein Blick war eisig.„Was gibt es da zu lachen? Entschuldige dich sofort bei deiner Mutter!“, verlangte er.„Warum sollte ich?“, entgegnete ich scharf. „Ich habe lediglich die Wahrheit gesagt. Dieses Haus gehörte rechtmäßig meiner Mutter. Wenn sie nicht so vertr
47Arabellas SichtIch regte mich und kam langsam zu mir, während mein benebelter Geist noch immer in einem dichten Nebel aus Benommenheit gefangen war. Blinzelnd versuchte ich, mich an das schwache Umgebungslicht zu gewöhnen und herauszufinden, wo ich mich befand.Mein Körper fühlte sich schwer und kraftlos an, während hinter meinen Augen ein dumpfer Schmerz pochte. Ein Fieber schien sich anzubahnen.Nach allem, was in den vergangenen Tagen geschehen war, grenzte es ohnehin an ein Wunder, dass ich nicht längst völlig den Verstand verloren hatte.Nachdem ich gestern vom Regen bis auf die Haut durchnässt worden war, mir nach Damians unerwartetem Besuch hastig die Haare hatte trocknen müssen und anschließend stundenlang zitternd auf dem Balkon gesessen hatte, war es kein Wunder, dass mein Körper nun endgültig kapitulierte.Mein Blick wanderte zu den offenen Balkontüren, und plötzlich ergab alles einen Sinn. Ich hatte völlig vergessen, sie zu schließen, nachdem ich gestern Abend in der k
46Sienna stieß einen Schrei aus, ihre Fingernägel gruben sich in seinen Rücken, während ihre Beine sich um seine Taille schlangen.„Verdammt, Sienna“, presste er hervor. Seine Hüften fanden einen Rhythmus – tief und bedächtig –, während ihre Muschi ihn wie eine Faust umschloss. „Du fühlst dich an …“ – er stieß erneut zu, diesmal härter – „… wie ein Zuhause.“„Ja“, stöhnte sie und ging jedem seiner Stöße entgegen; ihre Hüften hoben sich, um ihn noch tiefer in sich aufzunehmen. „Ja, Ethan, genau da …“Sein Daumen fand ihre Klitoris und kreiste im Takt seiner Stöße. Sienna legte den Kopf in den Nacken, ihr Mund öffnete sich zu einem langen, abgehackten Stöhnen.Er stieß langsam und tief in sie ein – so, wie er sie immer dann liebte, wenn ihn Schuldgefühle plagten. Als könnte er ihr Versprechen in den Körper hineinstoßen, als könnte er all die abgesagten Abendessen, all die verpassten Weihnachtsmorgen und all die Male, in denen er zu Arabella zurückkehren musste, anstatt bei ihr zu bleib
45Siennas WohnungDie Tür schwang auf, noch bevor Ethan zum zweiten Mal anklopfen konnte. Es wirkte, als hätte Sienna direkt dahinter gestanden und darauf gewartet, das Geräusch seines Autos in der Einfahrt zu hören.Sie trug einen dünnen, champagnerfarbenen Seidenmantel, der in der Taille locker zusammengebunden war. Ihre Augen waren gerötet und geschwollen; verschmierte Wimperntusche hinterließ dunkle Schatten unter ihnen.Sie hatte geweint. Natürlich hatte sie geweint. „Ethan …“, hauchte sie und streckte die Hände nach ihm aus.Er ergriff ihre Handgelenke, noch bevor sie seine Brust berühren konnten. „Der Nachrichtenchef hat deinen Namen genannt. Er sagt, du hättest ihm erzählt, die Fotos von Arabella und mir würden mich freuen.“Siennas Wimpern zitterten. Sie zog ihre Hände zurück, wandte ihm den Rücken zu und ging ins Wohnzimmer. Dort stand ein halb leeres Weinglas auf dem Couchtisch aus Marmor, daneben lag ein zerknülltes Papiertaschentuch. „Du bist also den ganzen Weg hierherg







