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8 Ehevertrag

Author: Flora 62
last update Petsa ng paglalathala: 2026-07-01 11:22:32

Nina wollte ihrer Mutter so gerne erzählen, was heute gerade passiert war. Sie wollte schreien und sagen, dass ihre Mutter von Anfang an recht gehabt hatte, dass Jimmy tatsächlich ein unwürdiger Mann war.

Sie wollte in den Armen ihrer Mutter weinen und all ihren Schmerz ausschütten. Aber sie konnte das nicht tun. Der Arzt hatte sie eindringlich davor gewarnt, ihre Mutter Stress auszusetzen. Der Zustand ihrer Mutter war derzeit sehr anfällig, und jede schlechte Nachricht könnte ihren Zustand verschlechtern.

Mühsam hielt Nina all die Worte zurück, die sie herauslassen wollte. Sie zwang sich zu einem Lächeln, das nur sehr schwer auf ihren Lippen erscheinen konnte.

"Danke, Mutter", flüsterte sie, während sie ihr Schluchzen zurückhielt. "Danke, dass du deinen Segen gibst. Aber jetzt musst du nicht an diese Dinge denken. Wichtig ist, dass du auf deine Gesundheit achtest. Du musst dich ausruhen und schnell gesund werden. Über alles andere können wir später sprechen, wenn du gesund bist."

Ihre Mutter nickte langsam. Ihre Augen begannen erneut müde auszusehen, und ihre Augenlider begannen sich langsam zu schließen. Aber bevor sie wirklich einschlief, flüsterte sie noch einmal.

"Nina... ich hab dich lieb, mein Kind. Es tut mir leid, wenn ich dich all die Jahre traurig gemacht habe. Ich wollte nur das Beste für dich."

"Nina hat dich auch lieb, Mutter. Ich bin es, die sich entschuldigen muss. Ich war so dumm."

Danach schlief ihre Mutter wirklich ein. Nina hielt weiterhin die Hand ihrer Mutter, während sie still weinte. Sie wollte diese Hand nicht loslassen. Sie wollte ihre Mutter nicht verlieren.

Aber nicht lange danach begannen die medizinischen Geräte, die mit dem Körper ihrer Mutter verbunden waren, plötzlich mit lautem und besorgniserregendem Ton zu piepsen. Der Herzschlag ihrer Mutter, der auf dem Monitor angezeigt wurde, begann instabil zu werden und wurde dann langsam schwächer. Das Gesicht ihrer Mutter sah zunehmend blasser aus, und ihr Atem wurde sehr kurz.

"Mutter? Mutter!", schrie Nina panisch. "Schwester! Herr Doktor! Hilfe!"

Mehrere Krankenschwestern und Ärzte rannten sofort ins Zimmer. Sie übernahmen umgehend die Behandlung von Ninas Mutter. Eine der Schwestern bat Nina, das Zimmer zu verlassen, damit das medizinische Team ungehindert arbeiten konnte.

Nina verließ das Zimmer mit einem völlig gebrochenen Gefühl. Sie stand vor der Zimmertür, die linke Hand vor den Mund haltend, und unterdrückte ein Weinen, das fast explodierte. Einige Minuten später kam der Arzt, mit dem sie zuvor gesprochen hatte, mit einem sehr ernsten Gesicht aus dem Zimmer.

"Fräulein Nina, der Zustand Ihrer Mutter ist erneut kritisch. Wir müssen die Operation jetzt sofort durchführen. Aber bevor wir mit der Operation beginnen können, müssen Sie die Verwaltungsformalitäten für die Bezahlung der Operationskosten abschließen. Es tut mir leid, dies in einer schwierigen Zeit sagen zu müssen, aber das Krankenhaus hat Regeln, die wir befolgen müssen. Ohne Vorauszahlung können wir die Operation nicht beginnen. Und wenn wir zu spät kommen, könnte Ihre Mutter... vielleicht nicht mehr gerettet werden."

Als sie diese Worte hörte, fühlte Nina, wie ihre Welt völlig zusammenbrach. Sie wusste nicht mehr, was sie noch tun sollte.

Woher sollte sie so viel Geld in so kurzer Zeit bekommen? Banken würden keine große Summe innerhalb von Minuten verleihen. Ihre Freunde? Sie hatte keine engen Freunde, die sie um so viel Hilfe bitten könnte.

Die einzige beste Freundin, die sie hatte, hatte sie betrogen. Und Jimmy? Sie hatte geschworen, diesen Mann nie wieder um Hilfe zu bitten.

Nina stand im Krankenhauskorridor mit einem Gefühl völliger Verzweiflung. Sie wusste nicht, was sie tun sollte. Wenn ihre Mutter starb, weil sie die Operationskosten nicht bezahlen konnte, würde sie sich selbst niemals verzeihen können.

In diesem Moment erschien Toni vom Ende des Korridors und ging mit ruhigen, aber schnellen Schritten auf Nina zu. Er stellte sich vor Nina hin und verbeugte leicht und höflich.

"Fräulein Nina, der junge Meister Kevin wartet in einem Zimmer auf dieser Etage auf Sie. Er bittet Sie, ihn zu treffen. Es gibt etwas, das er mit Ihnen besprechen möchte."

Nina war überrascht zu hören, dass Kevin noch in diesem Krankenhaus war. Sie dachte, Kevin sei bereits gegangen, nachdem er sie vorhin hierher gebracht hatte. Aber der Mann mit dem kalten Gesicht war also noch hier und wollte sie sogar treffen.

"Gut, ich werde den jungen Meister Kevin treffen", antwortete Nina mit schwacher Stimme. Sie wusste nicht, was Kevin mit ihr besprechen wollte, aber sie hatte keine andere Wahl. Außerdem hatte sie sich noch nicht für die Mitfahrgelegenheit bedankt, die er ihr vorhin gegeben hatte.

Toni führte Nina zu einem kleinen Zimmer in einer Ecke der Krankenhausetage. Das Zimmer schien ein privater Warteraum zu sein, der normalerweise von VIP-Patientenfamilien genutzt wurde. In diesem Zimmer wartete Kevin bereits in seinem Rollstuhl. Sein Gesichtsausdruck war kalt wie immer, aber diesmal war etwas anders in seinem Blick.

Nina betrat das Zimmer mit zögernden Schritten. Toni schloss die Zimmertür von außen und ließ Nina und Kevin allein drinnen zurück.

"Junger Meister Kevin", sagte Nina und verbeugte sich respektvoll. "Danke für die Mitfahrgelegenheit vorhin. Es tut mir leid, dass ich vorhin so in Eile war, dass ich vergaß, mich zu bedanken. Und es tut mir auch leid, falls ich Ihre Zeit in Anspruch nehme. Gibt es etwas, das Sie mit mir besprechen möchten?"

Kevin blickte Nina mit seinem tiefen und undeutbaren Blick an. Einige Sekunden später öffnete er schließlich den Mund.

"Ich weiß über den Zustand deiner Mutter Bescheid."

Nina war etwas überrascht, diese Worte zu hören. Sie hatte nicht erwartet, dass Kevin über den Zustand ihrer Mutter Bescheid wusste.

"Ja, junger Meister. Meine Mutter hat einen Herzinfarkt erlitten und muss sofort operiert werden. Ihr Zustand ist sehr kritisch."

"Und ich weiß auch, dass du finanzielle Schwierigkeiten hast, die Kosten für diese Operation zu bezahlen."

Nina senkte beschämt den Kopf. Sie hatte nicht erwartet, dass Kevin auch über ihre finanziellen Probleme Bescheid wusste. Scham und Verärgerung vermischten sich in ihrer Brust. Aber bevor sie etwas sagen konnte, fuhr Kevin mit seinen Worten fort.

"Ich kann die Operation deiner Mutter finanzieren."

Ninas Augen weiteten sich sofort vor Überraschung. Sie blickte Kevin mit einem ungläubigen Ausdruck an. Dieser Mann mit dem kalten Gesicht hatte ihr gerade angeboten, die Operation ihrer Mutter zu finanzieren. Etwas, das sie völlig unerwartet traf.

"Junger Meister Kevin, ich... ich weiß nicht, was ich sagen soll. Warum tun Sie das für mich? Ich habe keinerlei Beziehung zu Ihnen. Ich verdiene es nicht, eine so große Hilfe von Ihnen zu erhalten."

Kevin antwortete nicht direkt auf Ninas Frage. Stattdessen holte er eine braune Mappe aus seiner Jacke und legte sie auf den kleinen Tisch, der zwischen ihnen beiden stand. Er schob die Mappe mit seiner Hand in Ninas Richtung.

"Öffne sie und lies den Inhalt."

Mit einem verwirrten Gefühl griff Nina mit ihrer linken Hand nach der Mappe und öffnete sie. In der Mappe befanden sich einige Blätter Papier, die wie offizielle Dokumente aussahen. Nina begann den Inhalt zu lesen, und je mehr sie las, desto weiter öffneten sich ihre Augen vor Schreck.

Es war ein Ehevertrag.

Ein Ehevertrag zwischen Nina und Kevin.

Nina konnte nicht glauben, was sie gerade gelesen hatte. Sie blickte Kevin mit Augen voller Verwirrung und Schock an.

"Junger Meister Kevin, was soll das alles bedeuten? Warum... warum gibt es einen Ehevertrag? Zwischen mir und Ihnen?"

Kevin blickte Nina mit einem Ausdruck an, der kalt blieb, aber voller Ernsthaftigkeit war.

"Die Bedeutung ist klar. Wenn du mich heiratest, werde ich alles bereitstellen, was du brauchst. Und das Erste, was ich geben werde, ist das Geld für die Operationskosten deiner Mutter. Danach werden all deine Bedürfnisse in meiner Verantwortung liegen."

Nina fühlte, wie sich ihre Welt drehte. Dieses Angebot kam viel zu plötzlich und war viel zu seltsam, als dass sie es schnell verdauen konnte. Kevin heiraten? Den älteren Bruder ihres Ex-Verlobten? Einen Mann, den sie kaum kannte, außer von einigen kurzen Begegnungen bei Familientreffen?

"Junger Meister Kevin, es tut mir leid, aber ich kann dieses Angebot nicht annehmen", sagte Nina mit zitternder Stimme. "Warum tun Sie das? Sie sind ein gutaussehender Mann und stammen aus einer sehr reichen Familie. Obwohl Sie... obwohl Sie in diesem Zustand sind, könnten Sie sicher eine viel bessere Partnerin bekommen als mich. Sie müssen mich nicht heiraten."

Nina holte tief Luft, bevor sie fortfuhr.

"Und außerdem, in den letzten drei Jahren war ich vielen Menschen als die Verlobte Ihres jüngeren Bruders Jimmy bekannt. Wie könnte ich jetzt Ihre Ehefrau werden? Das wäre ein riesiger Skandal für Ihre Familie. Die Leute würden über mich reden. Sie würden mich für eine schamlose Frau halten, die vom jüngeren Bruder zum älteren Bruder wechselt."

Kevin hörte sich alle Argumente Ninas an, ohne seinen Gesichtsausdruck im Geringsten zu verändern. Nachdem Nina zu Ende gesprochen hatte, schwieg er nur für einige Sekunden, bevor er schließlich den Mund öffnete.

"Meine Gründe musst du nicht hinterfragen. Das ist nicht deine Sache. Was du jetzt beantworten musst, ist nur eins. Willst du oder nicht."

Kevins Stimme klang so entschlossen und kalt, als ließe sie Nina keinen Raum für weitere Diskussionen. Nina blickte den Mann vor ihr mit völlig gemischten Gefühlen an. Auf der einen Seite verstand sie überhaupt nicht den Grund hinter diesem so seltsamen Angebot. Auf der anderen Seite, hinter dem Behandlungszimmer dort im Korridor, kämpfte ihre Mutter zwischen Leben und Tod, und sie brauchte Geld, das sie nicht hatte, um das Leben ihrer Mutter zu retten.

Nina blickte auf die geöffnete Mappe mit dem Ehevertrag auf dem Tisch. In ihrer Brust tobte ein heftiger innerer Kampf. Ihr Stolz schrie, dieses Angebot abzulehnen. Aber ihre Liebe zu ihrer Mutter schrie noch lauter, es anzunehmen.

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