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Kapitel 4: Meine Sünde entdecken

last update Petsa ng paglalathala: 2026-08-21 08:32:33

  ⋅ ⋅ ♔ Alpha Zayn Kai ♔ ⋅ ⋅ 

  Ich musste das Hotel in den frühen Morgenstunden verlassen. Mein Handy hatte ununterbrochen vibriert, weil sich Nolan wieder einmal in eine Schlägerei im Rausch verwickelt hatte.

  In den Jahren seit meiner Trennung von seiner Mutter habe ich mein Bestes gegeben, ihm als Vorbild zu dienen – er ist mein einziger Sohn und die Zukunft des Trifang-Rudels. Doch das giftige, manipulative Wesen seiner Mutter hat seinen Geist verdorben. Er wuchs damit auf, ihre Spielchen zu beobachten, und jetzt spielt er sie selbst.

  Ich war es, der ihm geraten hatte, sich ein gutes Mädchen als Frau zu suchen. Ich hoffte, dass eine Frau mit starkem Charakter und fester Hand sein rücksichtsloses Verhalten ändern könnte. Ich kann dieses Rudel nicht ewig anführen, und ich kann nicht immer da sein, um seine Fehler auszubügeln. Ich brauche eine Frau, die eine echte Luna sein kann – eine Partnerin, keine Parasitin. Ich weigerte mich, ihn denselben verdammten Fehler machen zu lassen, den ich begangen hatte, als ich seine Mutter wählte.

  Doch als ich am Bett stand und auf die Frau hinabblickte, die dort schlief, tat mein Herz etwas, was es seit Jahrzehnten nicht mehr getan hatte.

  Sie war atemberaubend. Selbst in den chaotischen Überresten unserer Nacht sah sie aus wie ein Kunstwerk. Ich musste zugeben, ich hatte gerade den besten Sex meines Lebens gehabt. Sie war wild, süß und absolut berauschend.

  Aber was mir im Gedächtnis blieb, war nicht nur ihr Körper – es war die Art, wie sie mich danach angesehen hatte, furchtlos, fast herausfordernd, als wüsste sie genau, was für ein Mann ich war, und hätte sich trotzdem für mich entschieden.

  Ich wollte nicht gehen, ohne diese Rehaugen wieder offen zu sehen, aber ich brachte es nicht übers Herz, sie aus ihrem so friedlichen Schlaf zu wecken.

  Zum ersten Mal seit langer Zeit wollte ich jemanden wirklich kennenlernen. Ich wollte ihre Geschichte kennenlernen, ihre Geheimnisse und wissen, warum ein Mädchen wie sie in Bars umherstreifte, auf der Suche nach Gefahr.

  Ich sagte mir, ich würde mich beeilen. Ich würde mich um Nolan kümmern und direkt zurückkommen, um sie zu suchen.

  Doch als ich endlich zurückkam, nachdem ich meinen nutzlosen Sohn aus der Wache auf Kaution freigekauft hatte, war es in der Suite kalt. Sie war verschwunden.

  Ich kannte nicht einmal ihren Namen. Sofort rief ich meinen Beta, Ronan, herbei.

  „Finde sie“, befahl ich.

  Es dauerte nicht lange. Ronan ist nicht umsonst der Beste. Blair Rose. Was für ein schöner, zarter Name – er passte perfekt zu ihr. Doch die Spur kühlte schnell ab. Sie hatte aus dem Hotel ausgecheckt und war verschwunden, ohne eine Nachsendeadresse oder digitale Spuren zu hinterlassen. Es war, als wäre sie ein Geist, den ich mir erträumt hatte, abgesehen von ihrem Duft, der in meinem Zimmer hing – eine eindringliche Spur, die bewies, dass sie real gewesen war und keine Illusion meiner Begierde.

  „Ich will, dass du alles über sie herausfindest, von ihrer Kindheit bis zu ihrem Stammbaum. Jedes verdammte Geheimnis, das sie jemals gehütet hat“, fuhr ich Ronan an. „Ich will wissen, wo sie atmet.“

  „Betrachte es als erledigt“, sagte Ronan, neigte den Kopf und ging davon.

  Ich blieb mit Nolan allein auf dem Hotelbalkon zurück. Die Lichter der Stadt erstreckten sich unter uns, doch meine Gedanken waren noch immer in jenem Schlafzimmer, verstrickt in schwarze Spitze und weiche Haut.

„Wann stellst du mir endlich deine Verlobte vor?“, fragte ich mit belegter Stimme. „Ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich sie kennenlerne.“

  Ich musste herausfinden, ob dieses Mädchen wirklich die Luna war, die das Rudel verdiente. Ich musste sichergehen, dass er sein Leben nicht aus einer Laune heraus wegwarf.

  „Wann immer du bereit bist, Vater“, antwortete Nolan und lehnte sich gegen das Geländer. „Wir können es morgen machen, wenn wir zurückfahren. Du kommst doch endgültig nach Hause, oder?“

  „Meine Angelegenheiten hier sind erledigt. Es ist Zeit, dass ich ins Rudelhaus zurückkehre. Außerdem heiratest du nächsten Monat. Das würde ich um nichts in der Welt verpassen wollen.“

  Nolan nickte, nippte an seinem Wein und blickte zu den Sternen hinauf. Der Himmel war klar, doch in meiner Brust braute sich ein Sturm zusammen. Er stellte sein Glas neben die Whiskyflasche auf den Tisch und gähnte ausgiebig.

  „Ich … ich fühle mich ein bisschen erschöpft, Dad. Ich glaube, ich mache für heute Schluss.“

  „Mach nur“, sagte ich, ohne ihn anzusehen. „Ruh dich aus. Morgen steht uns eine lange Rückreise bevor … und verdammt noch mal, benimm dich.“

  Er ging weg und ließ mich allein.

  Als seine Schritte verhallten, griff ich nach der Flasche und füllte mein Glas erneut. Ich brauchte den Alkohol nicht, aber ich brauchte etwas, um den Hunger zu betäuben, der mir in den Eingeweiden nagte.

  Sie war wieder in meinen Gedanken – ihr Gesicht, gerötet und trotzig; ihr Körper, weich und geschmeidig unter meinem, als ich sie nahm. Ich konnte mich noch immer an die Wärme ihrer Haut an meiner erinnern, daran, wie sie sich mir entgegenbog, als wäre sie dazu geboren, von mir gehalten zu werden.

  Seit jener Nacht war sie wie ein Fieber in meinem Blut. Ich konnte die Erinnerung an unsere ineinander verschlungenen Körper nicht abschütteln, ebenso wenig wie die Art, wie sie ihre Unschuld mit solch wilder Entschlossenheit aufgegeben hatte.

  Ich hatte es satt zu warten – ich würde sie aufspüren, in die Enge treiben und zu mir zurückbringen lassen.

  Ich hatte noch nie einen Drink gebraucht, um meine Leistung zu steigern, aber in dieser Nacht hatte der Whiskey die Schärfe meines Verlangens noch verstärkt. Sie war auf mich zugekommen – ein wahrer Engel auf der Suche nach einem Teufel – und hatte mir das Einzige angeboten, was noch niemand zuvor berührt hatte.

  „Wer auch immer du bist, Blair Rose“, flüsterte ich in die Nachtluft, meine Stimme klang wie ein Kriegsgelübde, „ich werde dich finden. Und sobald ich dich habe, werde ich dich nie wieder aus den Augen lassen. In meiner Welt verzögert die Flucht nur das Unvermeidliche.“

  Ich kippte den restlichen Whiskey hinunter, das Brennen in meiner Kehle passte zu dem Feuer in meinen Adern.

  Ich hätte nie erwartet, sie so bald wiederzusehen. Und schon gar nicht, sie im Pool um sich schlagen zu sehen, nach Luft ringend, während mein Sohn am Rand stand und grinsend zusah – zu betrunken oder zu leichtsinnig, um zu begreifen, dass sie tatsächlich in Not war. In dem Moment, als ich ihr Gesicht sah, riss etwas in mir – ein urwüchsiger, beschützender Instinkt, den ich seit Jahren nicht mehr gespürt hatte. Ich dachte nicht einmal nach; ich war im Wasser, bevor ich meinen nächsten Atemzug nehmen konnte.

  Die Wut, die in meiner Brust brodelte, richtete sich nicht nur gegen Nolan, weil er ein Feigling war – sie richtete sich gegen das Universum wegen dieses perversen Scherzes. Denn das Schockierendste an all dem, das, was mich dazu brachte, die Welt in Stücke reißen zu wollen, war die Erkenntnis, die mich traf, als ich ihren zitternden Körper an mich heranzog.

  Sie ist nicht einfach nur eine Fremde. Sie ist nicht einfach nur ein Mädchen aus einer Bar.

  Sie ist Nolans Verlobte. Das Eigentum meines eigenen Sohnes. Meine zukünftige Schwiegertochter.

  Ich blickte auf sie herab, meine Spuren noch immer unter ihrer nassen Kleidung verborgen, während sich ein dunkles, verdrehtes Lächeln in meiner Seele ausbreitete. Nolan hatte sie nicht verdient. Er wusste nicht einmal, was er da hatte.

  Aber ich wusste es. Ich kannte ihren Geschmack, den Klang ihres Atems und das Gefühl, das sie mir gab, wenn sie ganz mir gehörte.

  Nolan mochte zwar den Ring an ihrem Finger haben, aber er verstand nicht, was sie wert war.

  Ich schon.

  Und jetzt, da ich sie wiedergefunden hatte … gab es keine Kraft auf dieser Welt, die stark genug war, sie mir wegzunehmen.

  

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