LOGINKapitel 6
ELIJAH Ich ging im Flur vor meinem Zimmer auf und ab, als ich sie entdeckte. Mila, die den Flur entlangging, ihr Gesicht angespannt, ihre Augen scharf, die Art von Wut, die man nicht ignorieren konnte. Ich beschleunigte meinen Schritt und folgte ihr, bevor sie irgendwo in einer Ecke des Hauses verschwinden konnte. „Hey“, rief ich und versuchte, meine Stimme ruhig zu halten. „Mila, warte.“ Sie drehte sich nicht um, sondern ging einfach weiter, den Kiefer angespannt. Ich holte sie ein und passte mein Tempo ihrem an. „Rede mit mir. Was ist los?“ Sie warf mir schließlich einen Blick zu, ihre Augen blitzten auf. „Was los ist?“ wiederholte sie mit leiser, aber angespannter Stimme. „Meine Mutter hat entschieden, dass sie heiratet. Ohne irgendjemanden zu fragen. Hast du eine Ahnung, wie wahnsinnig mich das macht?“ „Ich... Mila, ich verstehe es. Ich verstehe dich. Aber du lässt es dich innerlich auffressen. Atme einfach. Komm, setzen wir uns.“ Sie blieb schließlich vor ihrem Zimmer stehen und stieß die Tür auf. Sie sagte kein Wort, sondern ging einfach hinein. Ich folgte ihr und schloss die Tür hinter mir. Ich setzte mich auf die Kante ihres Bettes und beobachtete, wie sie auf und ab ging. Sie sah... klein aus. Verletzlich. Wütend, ja, aber ich konnte die Last spüren, die auf ihr lag. „Ich hasse das“, murmelte sie und ballte die Fäuste. „Alles ist so verdammt kaputt.“ Ich streckte die Hand aus und berührte leicht ihren Arm. „Hey. Es ist okay. Ich bin hier. Du bist nicht allein.“ Sie sah mich an, und für eine Sekunde wurde all die Wut und Anspannung in ihrem Körper schwächer. Dann presste sie ohne Vorwarnung ihre Lippen auf meine. Es war schnell, dringlich, aber auf eine Weise sanft, die meine Brust eng werden ließ. „Ich brauchte eine Ablenkung“, flüsterte sie. „Gut“, sagte ich, und trotz allem breitete sich ein Grinsen auf meinem Gesicht aus. „Ich bin mehr als glücklich, deine Ablenkung zu sein.“ Ihre Finger verfingen sich in meinen Haaren und zogen mich näher. Ich erwiderte ihren Kuss, tiefer, und ließ die Frustration und Angst des Tages verschwinden, wenn auch nur für einen Moment. Sie drückte mich zurück aufs Bett und zog mir die Hose herunter. Ihr kalter Mund schloss sich um meinen erigierten Schwanz. Die Bewegung war schnell und geübt. Sie saugte mir die Lebenskraft aus dem Körper. Ich konnte spüren, wie mein Geist langsam meinen Körper verließ. „Ich will dich ficken“, flüsterte ich, meine Stimme von Hunger und Verzweiflung erfüllt. Ich drehte sie auf dem Bett um, und Mila hob bereitwillig ihren Hintern in die Luft. Ihr süßer Arsch sah mich an. Mein Daumen rieb instinktiv darüber, auf eine Weise, die sie liebte und ihr ein Stöhnen entlockte. Ich beugte mich kurz hinunter, um sie oral zu befriedigen, bevor ich in sie eindrang und dabei ein- oder zweimal gegen ihren Hintern klopfte. Ich konnte spüren, wie mein Körper vor Lust zitterte. Ich versuchte, so lange wie möglich mit ihr zu schlafen und hielt mich so gut ich konnte zurück. Aber ich kam bereits. Erschöpfung überkam mich. Es gab keine Möglichkeit, weiterzumachen. Doch selbst als ich es versuchte, zog sie sich auf halbem Weg zurück und ein Seufzen entwich ihren Lippen. „Ich bin nicht befriedigt“, sagte sie plötzlich. Ich erstarrte und zog mich zurück. „Ich habe versucht...“ „Ich weiß“, murmelte sie. „Ich... manchmal ist das hier, wir beide, einfach nie genug. Ich brauche mehr.“ Meine Brust zog sich zusammen, Wut und Verletzung vermischten sich miteinander. „Mehr? Was meinst du damit, dass ich dir nie genug bin? Ich bin hier, Mila. Ich gebe dir alles, was ich habe... Ich versuche es doch, oder?“ Sie zuckte mit den Schultern und sah weg. „Ich weiß es nicht. Du kannst mich nicht so befriedigen, wie ich es brauche.“ Ich konnte nicht glauben, was ich da hörte. „Also was jetzt? Du gehst einfach los und suchst dir jemand anderen?“ Sie drehte sich zu mir, ruhig, aber kalt. „Wenn ich muss, ja. Ich will es nicht, aber manchmal... muss ich tun, was ich tun muss.“ Mein Kiefer verspannte sich. „Tun, was du tun musst? Mila, du kannst nicht jedes Mal einfach gehen und mich hierlassen, wenn du frustriert bist!“ Sie antwortete nicht. Sie stand einfach auf, schnappte sich ihre Kleidung und zog sie an. „Ich brauche Abstand. Ich komme später zurück.“ Und dann ging sie. Einfach so. Sie ließ mich brennend vor Wut, Verrat und Frustration zurück. Ich blieb eine Weile im Zimmer und ließ die Wut und den Schmerz sich legen, bevor ich mich schließlich zurück in Richtung meines eigenen Zimmers schleppte. Ich hatte die Tür gerade erst geschlossen, als es klopfte. Ich erstarrte. „Elijah, Sir?“, sagte eine Stimme schüchtern. Es war wahrscheinlich ein Bediensteter. Sir? „Was?“, fuhr ich ihn an und bereute es sofort. „Der Kaffee... Andrades Kaffee. Er mag es nicht, wenn er zu spät kommt“, sagte der Bedienstete und nestelte nervös herum. Er hielt ein Tablett in den Händen. Ich fluchte leise. Scheiße. Ich hatte es vergessen. „Ich kümmere mich darum“, bellte ich und schnappte mir das Tablett. Der Flur zu Andrades Zimmer fühlte sich länger an als sonst. Jeder Schritt ließ meinen Puls hochschnellen, meine Nerven wurden immer angespannter. Ich bog um die Ecke und blieb vor seiner Tür stehen, während ich tief durchatmete. Ich klopfte mehr als dreimal. Keine Antwort. Ich beschloss, die Türen aufzudrücken, und sie schwangen sich mühelos auf, sodass ich einen Schritt zurückwich. Die Minibar war mit erstklassigem Whiskey bestückt, und die Gläser standen perfekt aufgereiht. Ein Ledersessel stand zum Fenster gerichtet. Ein prächtiges Kingsize-Bett, das unglaublich weich aussah. Ich trat ein und ging zum Tisch, um das Tablett abzustellen, während ich versuchte, kein Geräusch zu machen. Und dann spürte ich eine Bewegung hinter mir. „Scheiße“, flüsterte ich. Andrades Schatten fiel über den Raum, bevor ich mich umdrehen konnte. Der Mann war still, vollkommen regungslos, und beobachtete mich. Ich erstarrte. Mein Herz hämmerte. Instinktiv sprang ich zurück und verschüttete den Kaffee über den Boden. Die Tasse glitt aus meinen Händen und krachte mit einem lauten Knacken auf das Holz. Mein Magen sank ab. „Unachtsam“, sagte Andrade mit ruhiger, kontrollierter, aber scharf wie eine Klinge klingender Stimme. Ich erstarrte. Der Raum fühlte sich plötzlich kleiner an, die Luft schwerer. Ich konnte nicht atmen. Ich konnte nicht denken.Kapitel 80ANDRADEDie Uhr an der Wand tickte viel zu laut. Jedes Geräusch rieb an meinem Schädel wie Sandpapier.Ich hatte stundenlang hinter meinem Schreibtisch gesessen und einfach nur auf dieselbe verdammte Akte gestarrt, während ich so tat, als würde ich sie lesen.Meine Augen wanderten immer wieder zu meinem Handy, zu der Nachricht, die ich nicht beantwortet hatte.~ Wenn du nicht kommst, wirst du mich nie wiedersehen.Ich hatte sie hundertmal gelesen, vielleicht sogar öfter. Die Worte hatten sich durch mich gebrannt und etwas Rohes hinterlassen, das einfach nicht heilen wollte.Es war ein Monat her. Ein Monat, seit ich ihn aus diesem Albtraum zurückgebracht hatte. Ein Monat, seit ich ihn ins Safehouse gebracht, dafür gesorgt hatte, dass er alles hatte, was er brauchte, und dann wie ein Feigling weggegangen war.Er hatte an diesem Tag so zerbrechlich ausgesehen, still, blass, noch immer zitternd, als ich gegangen war. Ich sagte mir, dass ich es für sein eigenes Wohl tat. Dass ic
Kapitel 79ELIJAHIch kam mit meiner Tasche über der Schulter die Treppe hinunter. Meine Hände zitterten so stark, dass ich den Riemen kaum festhalten konnte.Mom weinte noch immer und flehte Dad an, mich aufzuhalten. Ihre Stimme zitterte und brach auf eine Weise, wie ich sie noch nie zuvor gehört hatte.„Isaac, bitte … er ist unser Sohn“, sagte sie und umklammerte seinen Arm. „Lass ihn nicht durch diese Tür gehen.“Aber Dad bewegte sich nicht. Er saß steif da, den Kiefer angespannt, die Augen auf den Boden gerichtet. Nicht einmal ein Blick in meine Richtung.Meine Kehle brannte, als ich die letzte Stufe erreichte. Ich konnte die Stille hören, während im Fernseher noch immer irgendein Morgenbericht lief, aber der Raum fühlte sich leer an.„Dad …“ Meine Stimme brach.„Geh“, sagte er, seine Stimme wie eine Tür, die zugeschlagen wurde.Mom schluchzte und wandte sich mir zu. „Elijah, bitte, geh einfach … geh nicht.“Ich schüttelte den Kopf und zwang die Worte an dem Kloß in meiner Kehle v
Kapitel 78ELIJAHDer Geruch von gebratenen Eiern und getoastetem Brot schlug mir entgegen, sobald ich die Treppe hinunterkam.Es war die Art von Geruch, die normalerweise Frieden bedeutete, Zuhause, Wärme, Stabilität. Die Art, die sagte: Du bist hier sicher.Zum ersten Mal seit Wochen dachte ich, dass ich vielleicht wieder atmen konnte. Das leise Stimmengewirr der Morgennachrichten drang aus dem Wohnzimmer, wo mein Vater saß und mit seiner tiefen Stimme gelegentlich über den Fernseher brummte.Ich konnte meine Mutter sehen, wie sie in ihrer Schwesternuniform geschäftig hin und her lief, ihr Haar ordentlich hochgebunden, während sie sich darauf konzentrierte, den Tisch zu decken.Sie bewegte sich im gleichen Rhythmus wie immer, als könnte nichts auf der Welt ihre Ruhe erschüttern.Ich blieb einen Moment dort stehen und beobachtete sie. Es fühlte sich beinahe so an, als hätte die Welt für mich angehalten, damit ich diesen Moment in mich aufnehmen konnte.Nach allem, was passiert war, d
Kapitel 77ELIJAHIch stand neben dem Wagen und starrte auf den Privatjet, der auf dem Rollfeld wartete.Die Luft war trocken und schwer, der Wind bewegte sich kaum. Ich konnte das leise Summen der Triebwerke hören, obwohl sie noch nicht gestartet worden waren.Meine Handflächen waren verschwitzt, aber ich war nicht nervös, nur leer. Diese Art von Leere, die alles um mich herum zu still, zu langsam wirken ließ, als würde ich mein Leben von außerhalb meines eigenen Körpers beobachten.Nora stand ein paar Meter hinter mir, die Arme verschränkt. Ihr Gesicht sah müde aus. Wir beide waren müde.Sie war in den letzten Wochen die einzige Konstante gewesen, und selbst jetzt sah sie aus, als wollte sie mich aufhalten, aber wusste, dass sie es nicht konnte.„Bist du dir sicher?“, fragte sie leise.Ihre Stimme klang beinahe gebrochen. Ich sah sie nicht an. Ich hielt meinen Blick einfach auf den Jet gerichtet.„Ja“, sagte ich nach einer langen Pause. „Ich denke, das ist das Nächstbeste, was ich t
Kapitel 76ELIJAHEs sind Wochen vergangen. Ich weiß nicht einmal mehr, wie viele.Die Sonne geht auf, geht unter und verblutet in einem weiteren Tag, der sich genauso anfühlt wie der davor.Die Wände dieses Zimmers sind zu sauber, zu still. Sie summen vor Stille und verspotten mich.Nora kommt wieder herein, zur gleichen Zeit, mit demselben Tablett und demselben sanften Gesichtsausdruck, als hätte sie Angst, ich könnte zerbrechen, wenn sie zu laut atmet.Sie stellt das Essen auf den Nachttisch, zusammen mit den Tabletten, die ich inzwischen hasse.„Eli“, sagt sie sanft, „du musst essen. Du kannst deine Medikamente nicht ständig auslassen.“Ich starre sie an und dann auf das Essen. Der Geruch macht mich krank. Ich schüttle den Kopf. „Ich habe keinen Hunger.“Sie seufzt. Es ist diese Art von Seufzen, die Menschen von sich geben, wenn ihnen die Worte ausgegangen sind, sie aber trotzdem noch etwas sagen müssen.„Das hast du gestern gesagt. Und vorgestern auch. Bitte... nur ein bisschen.“
Kapitel 75ELIJAHAls ich aufwachte, fühlte es sich nicht wie ein echtes Erwachen an.Mein Körper fuhr hoch, noch bevor mein Verstand hinterherkam, mein Atem ging scharf, mein Herz hämmerte gegen meine Rippen, als wollte es aus meiner Brust heraus.Für einen Moment war alles nur ein verschwommenes Bild aus blassem Licht und Schatten an einer Decke, die ich nicht erkannte.Meine Augen bewegten sich hektisch und suchten überall nach etwas, während mich die Angst übermannte.Ich setzte mich viel zu schnell auf. Kalte, abgestandene Luft traf mein Gesicht. Meine Kehle war trocken, mein Kopf dröhnte.Da war ein Gewicht in meiner Brust, als hätte ich tagelang die Luft angehalten, ohne überhaupt zu wissen, warum.Wo zum Teufel war ich?Die Bettlaken waren weich, aber gleichzeitig rau, wie Hotelwäsche, die viel zu oft gewaschen worden war.Der Raum war mir fremd. Cremefarbene Wände, ein kleines Fenster, das halb von schweren Vorhängen verdeckt wurde, und irgendwo hinter mir das leise Summen ei







