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Kapitel 5

Author: Author Rex
last update publish date: 2026-08-19 03:02:33

Kapitel 5

ELIJAH

Ich ging in mein Zimmer und schlug die Tür hinter mir zu.

Ich konnte nicht aufhören, über alles nachzudenken, was passiert war.

Mila, Andrade, Marisol. Der Kaffee. Die Drohungen.

Wie war ich hier gelandet? Und was zum Teufel sollte ich als Nächstes tun?

Das Zimmer war riesig. Viel zu groß. Das Bett, der Kleiderschrank voller Kleidung, alles schrie nach Geld, das ich in meinem ganzen Leben niemals besitzen würde.

Ich ließ meine Tasche auf das Bett fallen und setzte mich hin. Meine Gedanken drehten sich weiter.

Ich konnte nicht aufhören, den heutigen Tag in meinem Kopf abzuspielen.

Milas Ruhe, Andrades Blick, die Art, wie er den Bediensteten ohne einen zweiten Gedanken gefeuert hatte.

Und Mila... jedes Mal, wenn ich ihr mein Herz öffnete, spielte sie nur mit mir.

Wie oft hatte ich zugelassen, dass sie mich verletzte? Ich hatte ihr sogar gesagt, dass ich sie liebte, und nichts hatte sich verändert.

Und sie ließ mich nie vergessen, warum sie mich ständig betrog, wegen meines verdammt kleinen Schwanzes.

Ich fuhr mir durch die Haare und ließ mich nach hinten sinken. Der Schlaf kam schnell, auch wenn er nichts reparierte.

Am nächsten Morgen stand ich früh auf und nahm ein heißes Bad. Ich versuchte, mich normal zu fühlen.

Ich putzte mir die Zähne, kämmte meine Haare. Ich machte sogar ein bisschen Dehnübungen.

Aber ich spürte es, dieses Kribbeln, das Gefühl, dass jemand mich beobachtete. Ich schüttelte es ab. Wahrscheinlich Paranoia.

Ich ging in Richtung Milas Zimmer. Ich vermisste sie.

Ich war verdammt frustriert darüber, dass wir getrennte Zimmer hatten. Aber sie war nicht da.

Ich ging den Flur hinunter, um zu frühstücken. Dann sah ich sie.

Mila, Marisol, Andrade. Sie waren im Wohnzimmer und unterhielten sich.

Ich blieb hinter einer Säule stehen.

Marisols Stimme war ruhig und endgültig. „Die Hochzeit wird stattfinden. Das ist entschieden.“

Milas Kiefer verspannte sich. „Mutter, du kannst nicht einfach... Denk an uns. Denk an die Familie. Ehre Vaters Andenken.“

Andrade lehnte an der Wand, die Arme verschränkt, sein Gesichtsausdruck undurchschaubar. Er bewegte sich nicht. Sagte nichts.

„Sag etwas“, fuhr Mila ihn an. „Du bist mein Bruder. Du solltest dich darum kümmern.“

Schließlich sprach Andrade. Ruhig. Kontrolliert. „Wenn du eine Bedrohung in diese Familie bringst“, sagte er und sah Marisol an, „werde ich ihn persönlich beseitigen. Und du wirst dabei zusehen.“

Mein Magen sank ab. Ich blieb wie erstarrt stehen, mein Herz hämmerte. Dann wanderten seine Augen zu mir.

Der Blickkontakt war sofort da. Intensiv. Kalt.

Ich konnte nicht wegsehen. Mein Puls schoss in die Höhe. Etwas an diesem Blick ließ mich klein, entblößt und angespannt fühlen.

Marisol zuckte nicht einmal mit der Wimper. „Ich führe meinen Teil dieser Familie schon länger, als du auf der Welt bist. Behalte deine Drohungen für dich.“

„Mutter, komm schon“, sagte Mila. „Ich dachte, das wäre irgendein kranker Scherz.“

Marisol schüttelte den Kopf. „Ich habe meine Entscheidung getroffen.“

Andrade richtete sich auf, verlagerte sein Gewicht, seine Stimme knapp. „Ich gehe.“

Er drehte sich weg. Der Blickkontakt war unterbrochen.

Ich atmete langsam aus und lehnte mich gegen die Säule.

Meine Brust fühlte sich eng an. Leer. Der Raum fühlte sich schwer an, als wäre die Spannung nicht verschwunden, obwohl Andrade gegangen war.

Ich verstand es nicht.

Warum traf mich dieser Blick so hart?

Warum fühlte es sich an, als wäre etwas in mir gewogen und beurteilt worden?

Ich blieb noch ein paar Sekunden dort stehen, bevor ich mich auf den Weg zur Treppe machte.

Mila war weg.

Marisol war ruhig.

Andrade war weg.

Und mir wurde klar, dass ich keine Ahnung hatte, wie ich in diesem Haus überleben sollte.

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