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3.

last update publish date: 2026-07-25 15:43:40

PIETROS PERSPEKTIVE

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Man hat mir schon viele Bezeichnungen angeheftet: Bestie, Sensenmann, Dunkler Prinz, Killer, Monster, Psychopath, Mörder, Verrückter Prinz und noch einige andere. Ich persönlich finde, dass der Begriff „Verrückter Prinz“ am besten zu mir passt. Denn nur ein Verrückter kann das tun, was ich getan habe.

Aber jetzt bin ich ein König. „Verrückter König“.

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Es gibt Gruppen von Menschen, die sich selbst als Götter betrachten. Sie finden immer einen Weg, anderen Schmerz zuzufügen, nur um sich mächtig zu fühlen. In ihrem Versuch, miteinander auszukommen, finden sie einen Weg, sich innerhalb einer kleinen Sekte einzuteilen: Paten, Consiglieri, Dons, Capos, Soldaten und all die anderen dummen Bezeichnungen und Ränge, die ihnen einfallen.

Das Streben nach Macht kann berauschend sein. Schon in jungen Jahren habe ich ein paar Dinge über das Leben gelernt: Die Welt ist ein Jagdgebiet. Entweder bist du der Jäger oder die Beute. Verschlinge oder werde verschlungen.

Mir ist viel Böses widerfahren. Ich habe zugesehen, wie meine Brüder – Halbbrüder, Stiefbrüder, Adoptivbrüder, weniger würdige Brüder – einer nach dem anderen fielen, bis nur noch Edoardo und ich übrig waren. Wir wurden seelisch so sehr gequält, dass wir abstumpften und uns nicht mehr daran erinnern können, wie sich Gefühle anfühlen.

Mit jedem Tod eines unserer Geschwister wurde die bestialische Natur unseres Vaters ruhiger, bis auch seine Frau entführt wurde. Dann beugte er sich und verwandelte sich in einen Schwächling, der kaum noch überlebte.

Mit 15 musste ich zum Mann werden. Ich kämpfte, passte mich an und überlebte, und als ich bereit war, begann ich, meine Beute zu jagen – die Mörder meines Bruders. Ich schaltete sie aus, einen nach dem anderen, und nahm ihnen dabei alles weg.

Was ich alles erreicht habe, die Milliarden, die ich verdient habe, die Angst und den Respekt, die ich mir erworben habe, die Morde, die ich begangen und ungestraft davongekommen bin – all das ist unzählbar.

Doch dann beschließt die Tochter des Bürgermeisters, mich in ihrer kleinen Zeitschrift zur Person von Interesse zu machen. Jetzt ist sie auf meinem Radar, und alles, was ich will, ist, sie zu brechen, sie zu formen, sie erneut zu brechen, sie neu zu formen und sie noch einmal zu brechen.

Vielleicht ist das der einzige Weg, wie ich ihren Vater verschonen kann, der zufällig meine nächste Beute ist.

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Ich war bestens vorbereitet auf meinen großen Tag. Ich hatte mir diesen Tag ausgemalt und all die Dinge, die schiefgehen könnten. Aber mir fiel nichts ein.

Roberto Kostas wusste es besser, als sich mit mir anzulegen. Und Aria … nun, sie hatte alle ihre Tricks ausgeschöpft. Und hatte offensichtlich aufgegeben, sich aus der Ehe herauszureden.

Ich war gerade dabei, die letzten Pannen zu beseitigen, die meiner nächsten Lieferung zugestoßen wären, als Giancarlo hereinkam, seine Sorgenfalten tiefer als sonst.

Der alte Mann war hier, um mir zu sagen, wie falsch es sei, an meinem Hochzeitstag zu töten. Wer zum Teufel hört schon auf ihn? Ich jedenfalls nicht.

„Sie ist hier“, sagte Giancarlo stattdessen.

„Sprich in klaren Sätzen, Carlo“, brummte ich.

„Deine Braut“, fuhr er fort. „Sie ist hier, um dich zu sehen“, fügte er hinzu.

Das brachte mich zum Lächeln. Aria Kostas würde niemals aufgeben, oder? Ich fragte mich, nach wem sie wohl kam – nach ihrem Vater oder ihrer Mutter. Offensichtlich nach ihrer Mutter. Roberto Kostas hat nicht einmal halb so viel Mumm wie Aria. Er mag zwar ein teuflischer Krebsgeschwür sein, das herausgeschnitten werden muss, aber für mich ist er nichts als Staub.

Wenn Aria sich doch nur einen Moment Zeit nehmen könnte, um das Gute an meinem Heiratsantrag zu erkennen. Mit mir verheiratet zu sein bedeutet, ihren Vater am Leben zu erhalten – zumindest vorerst. Sie sollte mir dankbar sein. „Was will sie?“, fragte ich Giancarlo.

„Das hat sie nicht gesagt. Aber sie meinte, es würde nicht lange dauern“, antwortete er.

Mein Handy klingelte. Es war mein Vater. „Padrino“, ich machte eine Pause. „Si“, antwortete ich.

Nach ein paar Sekunden Schweigen beendete ich das Gespräch. „Alles ist geregelt“, sagte ich zu Carlo. „Verschwinden wir von hier“, fügte ich hinzu und schoss drei Kugeln in verschiedene Körperteile des Ungläubigen. Dann hörte ich einen erstickten Schrei. Es war meine Braut. Sie hatte gesehen, wie ich einen Mann getötet hatte. Und sie war kreidebleich.

„Hallo, Tesorina“, rief ich, doch sie stürmte blitzschnell aus dem Raum.

„Carlo, was zum Teufel macht sie hier drin?“, schrie ich den älteren Mann an. Er war bereits in Bewegung und brüllte Befehle in sein Walkie-Talkie. Ich folgte ihm, fast schon rennend.

Nicht heute. Das darf heute nicht passieren. Als wir nach draußen kamen, war sie nirgends zu sehen. Aber einige meiner Männer waren ihr bereits auf den Fersen. Ich sprang in mein Auto und setzte mich ans Steuer. Carlo saß direkt neben mir, immer noch mit dem Walkie-Talkie in der Hand. Ich riss es ihm aus der Hand und brüllte denjenigen an, der am anderen Ende der Leitung war.

„Verliert sie verdammt noch mal nicht aus den Augen. Habt ihr mich verstanden?“ Ich schob Carlo das Walkie-Talkie zurück und fuhr mit meinem Auto auf die Straße.

Carlo richtete das Navi ein, um unser anderes Auto zu orten, das bereits die Verfolgung aufgenommen hatte. Sie waren auf dem Weg zur U-Bahn.

„Scheiße!“

Ein kleines Lächeln huschte über mein Gesicht. Wohin könnte sie denn schon fliehen? Ich werde sie erwischen, egal wohin sie geht. Sie trägt ein schweres Hochzeitskleid. Sie zu finden, dürfte also nicht allzu schwer sein.

Wir waren jetzt so nah, dass ich das Auto meiner Männer sehen konnte. Sie hielten am Straßenrand neben der U-Bahn an und sprangen heraus. Auch ich hielt mein Auto an. Mein Adrenalin schoss in die Höhe. Das hätte so viel Spaß gemacht, wenn es nicht mein verdammter Hochzeitstag gewesen wäre.

Carlo war schon aus dem Auto, bevor ich erfolgreich anhalten konnte. Ich rannte mit ihm die U-Bahn hinunter, direkt hinter unseren Männern her. Dann passierte das Verrückteste überhaupt.

Genau dort an der U-Bahn standen drei … vier … sechs … neun Frauen, die Hochzeitskleider anzogen und ziellos durch die U-Bahn liefen.

„Was zum Teufel!“, schrie Carlo.

Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Ich hatte Aria Kostas unterschätzt. Sie hatte alles genau geplant. Ich wusste, dass sie nicht mehr hier war. Aber wo konnte sie sein? Ich entfernte mich von der Stelle und ließ meinen Blick langsam über die gesamte U-Bahn-Station schweifen.

Dann entdeckte ich jemanden: eine schwarze Jacke, eine Mütze, eine kleine Tasche. Sie eilte den Weg zurück, den wir gekommen waren. Ich nahm meinen Lauf auf und rannte ihr hinterher.

„Tesorina!“, brüllte ich. Doch gerade als ich die Treppe hinaufstieg und auf den Bürgersteig eilte, sah ich, wie sie in ein Auto stieg; sie sah mich direkt an, bevor sie davonfuhr.

Ich eilte sofort zu meinem Auto. Doch leider waren meine Reifen platt. Genauso wie die des Autos meiner Männer. Ich blickte nach oben und sah frustriert zu, wie ihr Auto verschwand. Ich hatte sie verdammt noch mal unterschätzt.

„Scheiße!!!“, schrie ich und trat aus purer Frustration gegen meinen Autoreifen. Carlo war im Nu neben mir. „DW469CP. Das ist ihr Kennzeichen. Schick unsere Leute zum Flughafen, an die Grenzen, zu den Busbahnhöfen und Bahnhöfen. Tu, was auch immer du tun kannst. Wage es ja nicht, sie aus den Augen zu verlieren“, warnte ich.

„Ja, ich bin schon dran“, sagte er und tippte wie wild auf sein Handy. „Die Frauen wurden alle von einem anonymen Mann mit 200 Dollar bezahlt, um diese Brautkleider zu tragen“, verkündete er, während er weiter tippte.

Ich nickte. „Ich habe sie unterschätzt. Diese verdammte Aria Kostas.“

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