登入Eigentlich sollte sie „Ja, ich will“ sagen. Stattdessen rannte sie. In der Nacht, die ihr Schicksal besiegeln sollte, entscheidet sich Sofia für die Freiheit und gegen ein Leben, das sie nie wollte. Gefangen in Italien durch ein mächtiges Arrangement, das als Liebe getarnt war, riskiert sie alles für die Flucht – die High Heels in der Hand, das Herz rasend, die Zukunft ungewiss. Sie hat keinen Plan. Was sie jedoch nicht erwartet hat, ist, direkt in etwas viel Gefährlicheres hineinzulaufen. Luca ist kein Mann, dem man zufällig begegnet. Kalt, kontrolliert und hineingeboren in eine Welt, die von Macht und Blut regiert wird, ist er ein Mafia-Erbe mit Feinden, die seinen Tod wollen. In dem Moment, als Sofia in sein Auto springt, kollidieren ihre Leben auf eine Weise, die keiner von beiden rückgängig machen kann. Schüsse fallen. Und plötzlich reicht Weglaufen nicht mehr aus. Luca lässt sich auf keine Bindungen ein. Er vertraut niemandem so leicht und er schafft definitiv keinen Platz für Fremde. Aber Sofia ist anders. Sie fordert ihn heraus, stellt ihn infrage und weigert sich, wie all die anderen Angst vor ihm zu haben. Und trotz jedes Instinkts, der ihm sagt, er solle sie wegstoßen, tut er das Eine, was er nie geplant hatte: er beschützt sie. Denn in Lucas Welt kann es einen das Leben kosten, zu viel zu wissen. Während die Feinde näher rücken und sich die Gefahr um sie herum verdichtet, erkennt Sofia, dass ihre Flucht erst gerade begonnen hat. Die Wahrheit über Luca ist dunkler, als sie es sich vorgestellt hat, und je tiefer sie in sein Leben hineingezogen wird, desto schwerer fällt es ihr, wieder zu gehen. Doch die eigentliche Frage ist nicht, ob sie ihn verlassen kann.
查看更多Der Februar brachte Stürme.Nicht die sanften Schneefälle des Januars, die das Haus in eine stille Winterlandschaft verwandelten. Sondern wilde, heulende Winde, die um die Ecken pfiffen und an den Fensterläden rüttelten und den Apfelbaum im Garten bogen, als wollten sie ihn aus der Erde reißen. Der Schnee wurde zu Matsch, gefror über Nacht zu gefährlichem Eis, taute am nächsten Mittag wieder auf. Die Wege waren rutschig. Der Himmel war grau. Die Welt schien in einer Art Schwebezustand zu verharren, nicht mehr Winter, noch nicht Frühling, nur ein endloses, windiges Dazwischen.Sofia stand am Schlafzimmerfenster und blickte in den Garten hinunter. Der Apfelbaum hielt stand. Sie bewunderte das. Trotz des Windes. Trotz des Eises. Trotz allem, was der Februar ihm entgegenwarf. Er bog sich, aber er brach nicht. Vielleicht war das die Lektion dieses Monats. Vielleicht war das die Lektion ihres ganzen Lebens. Biegen, nicht brechen. Überleben, nicht aufgeben. Frieden finden, selbst wenn der St
Ihr Bruder blieb bis fast Mitternacht.Sie aßen den Rest der Lasagne und tranken den Rest des Weins, und irgendwann zwischen dem zweiten und dritten Glas begann ihr Bruder, Geschichten zu erzählen. Nicht über Elias. Nicht über Verbrechen oder Ermittlungen oder die dunklen Seiten der Stadt. Sondern über ihre Kindheit. Über den Sommer, als Sofia sieben war und versuchte, auf den Apfelbaum im Garten zu klettern, und dabei herunterfiel und sich das Knie aufschlug. Über ihren Vater, der sie aufhob und lachte und sagte, Narben seien nur Geschichten, die noch nicht erzählt wurden. Über ihre Mutter, die immer Kuchen buk, wenn etwas Schlimmes passiert war, als ob Zucker und Mehl und Butter die Welt wieder in Ordnung bringen könnten.Luca hörte zu. Er stellte Fragen. Er lachte an den richtigen Stellen. Und Sofia sah, wie die beiden Männer, die sich einst gehasst hatten, langsam, fast unmerklich, zu etwas wurden, das aussah wie Freunde. Oder zumindest wie zwei Menschen, die sich respektierten. D
Punkt sieben Uhr klopfte es an der Tür.Sofia öffnete, und da stand ihr Bruder, eine Flasche Rotwein in der Hand, Schneeflocken auf den Schultern seines dunklen Mantels. Er sah müde aus, aber nicht erschöpft. Eher wie jemand, der eine lange Reise hinter sich hatte und endlich angekommen war. Hinter ihm fiel leise der Schnee, und die Straßenlaterne an der Ecke malte einen gelben Lichtkegel auf das weiße Pflaster.„Ich habe den Wein mitgebracht“, sagte er und hielt die Flasche hoch wie eine Friedensfahne. „Und die Informationen. Und die Vorsicht. Alles wie versprochen. Darf ich reinkommen? Es ist kalt. Die Straßen waren glatt, aber ich bin vorsichtig gefahren. Wie versprochen. Ich halte immer meine Versprechen. Im Gegensatz zu manchen anderen Leuten, die nie anrufen. Aber das ist ein anderes Thema. Kein Vorwurf. Nur eine Feststellung. Eine sachliche Feststellung. Mehr nicht. Also? Darf ich? Oder soll ich hier draußen erfrieren wie ein tragischer Held in einem russischen Roman? Ich habe
Es war an einem Dienstag, als das Telefon klingelte.Nicht Lucas Handy, das verschlüsselt war und nur noch selten summte, seit die Geschäfte abgewickelt und die Allianzen gelöst waren. Sondern das Festnetztelefon, das sie vor zwei Wochen hatten anschließen lassen, auf Drängen von Sofias Mutter, die es leid gewesen war, immer auf Lucas Mobilbox zu sprechen, wenn sie anrufen wollte. Es war ein altmodisches Telefon mit Schnur und Wählscheibe, das Sofia in einem Secondhand-Laden entdeckt hatte. Cremeweiß. Schwer. Mit einem Klingelton, der klang wie aus einem alten Film.Es klingelte dreimal, bevor Sofia ranging. Luca war im Garten, trotz der Kälte, und hackte Holz für den Kamin. Durch das Küchenfenster konnte sie ihn sehen, wie er die Axt schwang, gleichmäßig und kraftvoll, sein Atem kleine weiße Wolken in der frostigen Luft. Es war ein beruhigender Anblick. Ein normaler Anblick. Ein Ehemann, der Holz hackte. Kein Boss, der Befehle erteilte. Kein Stratege, der Kriege plante. Nur ein Mann
Der Februar kam und mit ihm eine Kälte, die selbst die alten Mauern des Hauses durchdrang. Der Schnee lag hoch im Garten, bedeckte die Rosenbüsche und die Schaukel und den schmalen Kiesweg zur Kapelle. Drinnen brannte fast immer der Kamin, und der Sessel, der eigentlich zu nah am Feuer stand, war L
Am nächsten Morgen stand Sofias Mutter vor der Tür.Sofia hatte noch im Schlafanzug am Küchentisch gesessen, eine Tasse Kaffee in der Hand, die halb gestrichenen gelben Wände im trüben Winterlicht betrachtend, als es plötzlich klopfte. Nicht das leise, zögernde Klopfen eines unsicheren Boten. Sonde
Sie kamen mit sechs Dosen gelber Farbe zurück, vier Pinseln in verschiedenen Größen, zwei Rollen, einer Abdeckfolie, die viel zu groß war für die kleine Küche, und einem Eimer Grundierung, den der Verkäufer ihnen aufgeschwatzt hatte, obwohl keiner von beiden wusste, ob sie ihn wirklich brauchten.„
Kapitel 73 – Die letzte WahrheitLuca führte sie aus dem leeren Haus hinaus in den Garten.Der kalte Morgenwind hatte nachgelassen. Die Sonne stand höher jetzt, blass und klar in einem Himmel, der so blau war, dass er fast unwirklich schien. Der Garten erstreckte sich hinter dem Haus, größer als So