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Die Besessenheit Meines Ex und Seines Vaters
Die Besessenheit Meines Ex und Seines Vaters
Author: Lady-Noir

Kapitel 1

Author: Lady-Noir
last update publish date: 2026-06-30 13:13:25

Die halb geöffnete Haustür knallte mit voller Wucht gegen die Wand, als Aurora ins Haus stürmte. Ihr Atem ging hastig, und ihre College-Tasche glitt achtlos zu Boden, kaum dass ihr Blick auf das Wohnzimmer fiel.

Eine Blumenvase lag in Scherben neben dem Sofa. Sämtliche Schubladen des Wohnzimmertisches waren herausgerissen und standen offen, und selbst der Bilderrahmen mit dem Familienfoto lag zerbrochen auf dem Boden.

„Was tut ihr da?!“ Auroras Stimme brach, als sie einen kräftigen Mann sah, der ihrem fünfjährigen kleinen Bruder Jonas die Kehle zudrückte.

„Rory!“, schrie ihre Mutter hysterisch vom Boden aus, während sie verzweifelt den Arm eines der Männer umklammerte, der sie wenige Sekunden zuvor grob zu Boden gestoßen hatte. „Lauf weg! Sofort!“

„Halt den Mund!“, bellte der Mann.

Aurora rannte sofort auf ihren kleinen Bruder zu, doch sie kam nicht weit. Ein weiterer Mann stellte sich ihr in den Weg.

Der groß gewachsene, breitschultrige Kerl baute sich direkt vor ihr auf und blickte kalt auf sie herab.

„Misch dich nicht ein, wenn du nicht auch verletzt werden willst“, sagte er mit eisiger Stimme.

Aurora hielt den Atem an. Ihr Herz hämmerte so laut gegen ihre Brust, dass ihr die Ohren rauschten.

Sie suchte mit den Augen ihren Vater und entdeckte ihn schließlich am Esstisch. Er saß zusammengesunken da, das Gesicht kreidebleich, die Lippe aufgeplatzt.

„Dad...“ Ihre Stimme wurde leise. „Was ist hier los?“

Ihr Vater senkte einige Sekunden lang den Blick, bevor er sich mit zitternden Händen übers Gesicht fuhr.

„Dad... hat Schulden, mein Schatz.“

Diese Worte trafen Aurora wie ein Vorschlaghammer.

„Schulden?“, wiederholte sie kaum hörbar. „Welche Schulden?“

Ihr Vater schwieg. Er brachte die Wahrheit nicht über die Lippen.

Doch ihre Mutter begann nur noch heftiger zu weinen.

Langsam ließ Aurora den Blick durch das verwüstete Haus schweifen.

Sie wusste, dass es ihrer Familie seit Monaten finanziell schlecht ging. Ihr Vater kam fast jede Nacht erst spät nach Hause, wurde schnell wütend und hatte sie mehrfach um Geld gebeten.

Aber niemals hätte sie sich vorstellen können, dass es so weit kommen würde.

Der Mann, der Jonas gewürgt hatte, ließ ihn schließlich los.

Ihr kleiner Bruder begann sofort heftig zu husten und brach schluchzend in Tränen aus.

„Wo ist das Geld?“, fragte einer der tätowierten Männer am Tisch. „Unser Boss hat dir mehr als genug Zeit gegeben.“

„Wir brauchen nur noch ein wenig Zeit“, sagte ihr Vater hastig und sprang auf. „Ich verspreche, ich werde alles zurückzahlen.“

Der Mann lachte höhnisch.

„Von Versprechen werden keine Zinsen bezahlt.“

Aurora trat einen Schritt nach vorn.

„Wie viel schuldet ihr?“

Ihr Vater schloss beschämt die Augen.

„Drei Millionen Dollar.“

Aurora erstarrte.

Das kleine Haus schien plötzlich noch enger zu werden.

Selbst das Atmen fiel ihr schwer.

„Das... das ist unmöglich...“, murmelte sie. „Dad... das ist doch ein Scherz, oder?“

„Ich habe nur eine schlechte Investition gemacht“, sagte er hastig. „Am Anfang dachte ich, ich könnte die Verluste wieder ausgleichen...“

„Eine Investition?“ Aurora starrte ihn fassungslos an. „Unser Haus sollte letzten Monat beinahe zwangsversteigert werden!“

Ihre Mutter brach erneut in Tränen aus.

Aurora sah ihren Vater lange an.

„Du hast auch gespielt... oder?“, flüsterte sie.

Sein Gesichtsausdruck veränderte sich augenblicklich.

Und in genau diesem Moment kannte Aurora die Antwort.

Eine eisige Kälte breitete sich in ihrem ganzen Körper aus.

Bevor sie noch etwas sagen konnte, erklangen Schritte im Eingangsbereich.

Mit einem Mal verstummte der gesamte Raum.

Sogar die kräftigen Männer richteten sich sofort respektvoll auf.

Langsam drehte Aurora sich um.

Ein großer Mann trat ins Haus.

Er trug einen langen schwarzen Mantel und hatte einen ruhigen Gesichtsausdruck, der auf beunruhigende Weise weitaus furchteinflößender wirkte als das Geschrei der Schuldeneintreiber zuvor.

Sein Haar war sorgfältig zurückgekämmt, an den Schläfen bereits leicht ergraut.

Seine scharf geschnittenen Augen wirkten eiskalt – die Augen eines Mannes, der es gewohnt war, immer zu bekommen, was er wollte.

„Mr. Richard Calloway...“, brachte Bertan – Auroras Vater – mit bebenden Lippen hervor.

Aurora erkannte den Namen sofort, obwohl sie ihm nie zuvor begegnet war.

In ganz New York wusste jeder, wer Richard Calloway war.

Ein berühmter Immobilienunternehmer.

Milliardär.

Und ein Mann, der viel zu gefährlich war, um sich mit ihm anzulegen.

Aurora schluckte schwer, als sein Blick direkt auf ihr ruhte.

Allein dieses Ansehen ließ ihr eine Gänsehaut über den Rücken laufen.

Richard schritt langsam durch das verwüstete Wohnzimmer und blieb schließlich vor Auroras Vater stehen.

„Ich denke, ich war lange genug geduldig, Bennett.“

Bertan erhob sich sofort mit kalkweißem Gesicht.

„Mr. Richard... bitte... ich flehe Sie an. Geben Sie mir noch etwas Zeit.“

Richard antwortete nicht sofort.

Sein Blick glitt zurück zu Aurora, die regungslos in der Nähe der Treppe stand.

Aurora fühlte sich unter diesem Blick äußerst unwohl.

Es war, als würde er sie begutachten.

„Ich werde härter arbeiten“, sagte Bertan hastig. „Ich kann dieses Haus verkaufen...“

„Dieses Haus reicht nicht einmal aus, um die aufgelaufenen Zinsen zu decken.“

Richards Stimme war ruhig und emotionslos, doch sie genügte, um den ganzen Raum zum Schweigen zu bringen.

Aurora holte tief Luft und fasste sich schließlich ein Herz.

„Bitte... geben Sie uns etwas Zeit.“

Richard sah sie regungslos an.

Sie versuchte, das beklemmende Gefühl in ihrer Brust zu ignorieren.

„Wir werden einen Weg finden, alles zurückzuzahlen.“

„Womit?“, fragte er gelassen.

Aurora öffnete den Mund.

Doch kein einziges Wort kam heraus.

Richard schob eine Hand in die Manteltasche und betrachtete sie weiter.

„Ihre Familie zahlt seit fast einem Jahr nicht mehr.“

„Ich kann arbeiten“, erwiderte Aurora hastig. „Ich zahle alles nach und nach zurück.“

Einer der Männer hinter Richard lachte leise.

Aurora wandte beschämt den Blick ab.

Richard ließ die Augen keine Sekunde von ihr.

„Du heißt Aurora, richtig?“

Sie nickte kaum merklich.

„Wie alt bist du?“

„Einundzwanzig.“

Ein schwaches Lächeln erschien auf seinen Lippen.

Ein Lächeln, das Aurora nur noch unwohler werden ließ.

Aneta – Auroras Mutter – sprang plötzlich auf und zog Aurora schützend hinter sich.

„Sie hat damit nichts zu tun.“

Richard musterte sie einige Sekunden, bevor sein Blick erneut zu Aurora wanderte.

„Es gibt einen Weg, die gesamten Schulden Ihrer Familie zu begleichen.“

Der Raum verstummte augenblicklich.

Bertan hob hoffnungsvoll den Kopf.

„Welchen Weg?“

Richard antwortete nicht sofort.

Seine Augen blieben auf Aurora gerichtet, bis sie das Gefühl hatte, unter seinem Blick zu ersticken.

Dann sagte er ruhig:

„Aurora kommt mit mir.“

Aurora runzelte verwirrt die Stirn.

„Was?“

„Alle Schulden der Familie Bennett werden vollständig erlassen“, sagte Richard mit unveränderter Ruhe. „Im Gegenzug wird sie bei mir leben.“

Aneta erstarrte.

„Was soll das heißen?“, fragte sie mit leiser Stimme.

Richard sah Aurora an, ohne auch nur einen Augenblick wegzusehen.

„Ich interessiere mich für Ihre Tochter.“

Er machte eine kurze Pause.

„Ich möchte, dass sie mit mir kommt.“

Diese Worte trafen den Raum härter als das Klirren der zerbrochenen Vase zuvor.

Für einen Moment glaubte Aurora sogar, sich verhört zu haben.

„Was?“

Ihr Atem stockte.

Aneta zog Aurora sofort hinter sich.

„Nein.“

Richard blieb vollkommen ruhig.

„Überlegen Sie gut, bevor Sie ablehnen.“

„Sie ist noch so jung!“, schrie Aneta unter Tränen. „Sie können meine Tochter nicht kaufen!“

Bertan hingegen wirkte erstaunlich gefasst.

„Sei still. Aurora sollte einfach mit Mr. Richard gehen.“

Aneta starrte ihn entsetzt an.

„Das meinst du doch nicht ernst?“

„Wir haben keine andere Wahl!“, schrie Bertan zurück.

Aurora wich langsam einen Schritt zurück.

Ihr Kopf war wie leer.

„Nein...“, flüsterte sie. „Dad... bitte mach keine Witze.“

„Aurora...“

„Du willst mich verkaufen?“

„Es geht darum, unsere Familie zu retten!“

Bertans Stimme hallte durch das kleine Haus.

Mit tränengefüllten Augen starrte Aurora den Mann an, dem sie ihr ganzes Leben vertraut hatte.

„Ich bin deine Tochter, Dad.“

„Ich will das doch auch nicht!“, schrie er verzweifelt und fuhr sich mit den Fingern durch die Haare. „Aber wenn wir jetzt nicht zahlen, werden sie unsere Familie vernichten!“

Aurora blickte zu ihrem kleinen Bruder hinüber, der noch immer verängstigt in der Ecke saß und weinte.

Aneta flehte sie an, während sie ihre Hand fest umklammerte.

„Stimm nicht zu... bitte... Mom fleht dich an.“

Doch Bertan trat auf Aurora zu und packte sie fest an den Schultern.

„Rory, hör auf Dad. Das ist der einzige Ausweg.“

Aurora sah ihren Vater lange schweigend an.

Dann wanderte ihr Blick langsam zu Richard, der noch immer ruhig wenige Schritte entfernt stand.

Sie schluckte den bitteren Kloß in ihrem Hals hinunter.

„Wenn ich zustimme... wird meine Familie dann wirklich in Sicherheit sein?“

Richard antwortete ohne zu zögern.

„Ja.“

Aurora schloss für einen Moment die Augen.

Ihre Brust schmerzte.

Ihr Leben war endgültig zerbrochen.

Und nicht einmal die Möglichkeit, Nein zu sagen, war ihr geblieben.

Als sie die Augen wieder öffnete, lag jede Regung aus ihrem Blick verschwunden.

Sie sah Richard leer an.

„Gut... ich komme mit Ihnen.“

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