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作者: Lady-Noir
last update 公開日: 2026-06-30 13:16:54

Kapitel 2

Anetas verzweifelte Schreie hallten durch das ganze Haus, als zwei kräftige Männer langsam auf Aurora zugingen. Sofort zog Aneta ihre Tochter fest an sich, so fest, dass Aurora beinahe das Gleichgewicht verlor.

„Geh nicht … Mama fleht dich an, Rory.“ Anetas Stimme zitterte unkontrolliert. „Wir finden einen anderen Weg. Ich werde jede Arbeit annehmen.“

Aurora schloss für einen Moment die Augen. Den zitternden Körper ihrer Mutter in den Armen zu spüren, ließ den Schmerz in ihrer Brust nur noch unerträglicher werden.

„Es gibt keinen anderen Weg mehr, Mom“, flüsterte sie leise.

„Doch, den muss es geben!“ Aneta brach erneut in Tränen aus und umfasste Auroras Gesicht mit beiden Händen. „Er ist kein guter Mensch. Ich will nicht, dass du mit ihm gehst.“

Das wusste Aurora.

Schon in dem Augenblick, als Richard sie zum ersten Mal angesehen hatte, war ihr klar gewesen, dass dieser Mann gefährlich war.

Nicht die Art von Mensch, die laut wurde oder im Zorn gegen Tische schlug. Richard war viel zu ruhig, um auf gewöhnliche Weise Angst einzuflößen – und genau das machte Aurora nur noch unruhiger.

Ein paar Schritte entfernt stand Richard und beobachtete schweigend die Szene. Sein Gesichtsausdruck veränderte sich kaum, selbst als Anetas Schluchzen immer hysterischer wurde.

Dann gab er einem der Bodyguards hinter sich ein kaum wahrnehmbares Zeichen.

Nur eine kleine Bewegung seiner Hand.

Doch sie genügte, damit sich die beiden Männer auf Aurora zubewegten.

Aneta geriet sofort in Panik.

„Fasst meine Tochter nicht an!“

„Mom …“ Aurora versuchte, ihre Mutter zu beruhigen, obwohl ihre eigene Stimme kurz davor war zu versagen. „Mir wird nichts passieren.“

„Das ist eine Lüge!“, schrie Aneta unter Tränen. „Wenn du mit Mr. Richard gehst, wird gar nichts in Ordnung sein!“

Aurora schwieg.

Denn ihre Mutter hatte recht.

Sie hatte Angst.

Bertan hingegen stand auf und fuhr sich grob mit der Hand über das Gesicht.

„Genug. Hör auf zu weinen.“

Aneta wirbelte zu ihrem Mann herum.

„Sie ist unsere Tochter!“

„Und genau darum geht es – um unsere Familie!“, rief Bertan frustriert. „Wenn Aurora nicht mitgeht, sind wir alle verloren!“

„Dann sollen sie mich mitnehmen!“, schrie Aneta verzweifelt. „Warum muss ausgerechnet Rory gehen?“

„Weil Mr. Richard sie haben will.“

Diese Worte ließen das ganze Haus in bedrückendes Schweigen versinken.

Langsam senkte Aurora den Kopf. Ihre Finger ballten sich so fest zu Fäusten, dass sich ihre Fingernägel schmerzhaft in die Handflächen bohrten.

„Das ist Rory gegenüber nicht fair …“, flüsterte Aneta mit gebrochener Stimme.

Schließlich trat Richard näher. Einige Sekunden lang ruhte sein Blick auf Aurora, bevor er ruhig sagte:

„Wir müssen jetzt aufbrechen.“

Langsam löste Aurora sich aus der Umarmung ihrer Mutter.

Jonas klammerte sich sofort schluchzend an ihre Beine.

„Rory, geh nicht, große Schwester …“

Auroras Körper erstarrte augenblicklich. Sie ging in die Hocke und schloss ihren kleinen Bruder fest in die Arme. Die Tränen, die sie die ganze Zeit zurückgehalten hatte, liefen ihr schließlich über die Wangen.

„Mir wird bestimmt nichts passieren“, flüsterte sie, obwohl sie selbst kein Wort davon glaubte.

Richards Bodyguards öffneten bereits die Haustür.

Die kalte Nachtluft strich Aurora über das Gesicht, als sie mit schweren Schritten hinausging. Vor dem Haus wartete bereits eine lange schwarze Limousine – wie ein dunkler Schatten, der bereit war, ihr ganzes Leben zu verschlingen.

Aurora warf einen letzten Blick zurück.

Ihre Mutter stand noch immer weinend in der Tür.

Ihr Vater schwieg und brachte es nicht einmal fertig, ihr in die Augen zu sehen.

Und Aurora hasste sich dafür, dass sie immer noch hoffte, irgendjemand würde das alles aufhalten.

Doch niemand tat es.

Die Wagentür wurde für sie geöffnet.

Langsam stieg Aurora ein und umklammerte den Saum ihres Pullovers. Wenige Sekunden später setzte sich Richard neben sie.

Dann fiel die Tür ins Schloss.

In diesem Moment begriff Aurora, dass sie ihr Zuhause wirklich hinter sich ließ.

Die Limousine setzte sich in Bewegung und verließ die kleine Wohngegend von Boston. Hinter den getönten Scheiben verschwammen die Straßenlaternen zu verschwommenen Lichtstreifen, während die bedrückende Stille im Wagen beinahe unerträglich wurde.

Unbewusst spielte Aurora immer wieder nervös mit dem Stoff ihrer Kleidung.

Richard beobachtete sie eine Weile, bevor er schließlich fragte:

„Du bist ziemlich angespannt. Bin ich wirklich so furchteinflößend?“

Aurora starrte geradeaus.

„Was glauben Sie denn?“

Ihr Tonfall ließ einen der Bodyguards auf dem Vordersitz einen kurzen Blick in den Rückspiegel werfen.

Richard dagegen lächelte nur schwach.

„Ich mag Frauen, die den Mut haben, mir zu widersprechen.“

Aurora antwortete nicht.

Sie hoffte nur, dass diese Fahrt möglichst schnell vorbei sein würde.

Einige Minuten vergingen schweigend, bis Richard erneut das Wort ergriff – diesmal mit ruhigerer Stimme.

„Bist du noch Jungfrau?“

Aurora fuhr sofort zu ihm herum.

„Warum fragen Sie so etwas?“

Richards Miene blieb völlig gelassen, als hätte er lediglich nach dem Wetter gefragt.

Die Frage ließ Auroras Gesicht vor Wut und Scham heiß werden.

„Natürlich bin ich kein leichtes Mädchen, Onkel.“

Richard hob leicht eine Augenbraue.

„Nenn mich nicht Onkel.“

Aurora runzelte die Stirn.

„Ich bin nicht so alt“, sagte Richard ruhig und strich den Ärmel seiner Hemdmanschette glatt. „Nenn mich Richard.“

Aurora wandte den Blick hastig wieder zum Fenster.

Dieser Mann jagte ihr ein unangenehmes Gefühl ein.

„Ich werde dich heute Nacht nicht anfassen“, sagte er beiläufig weiter. „Also hör auf, auszusehen wie eine Gefangene.“

Aurora biss sich leicht auf die Unterlippe.

Richard betrachtete ihr Gesicht einige Sekunden lang, bevor er leise seufzte.

„Wisch dir die Tränen ab.“

Aurora sagte nichts.

„Du betrittst mein Haus als die Frau, die ich ausgewählt habe“, sagte Richard mit ruhiger, tiefer Stimme. „Ich mag keine Frauen, die aussehen, als würden sie dazu gezwungen.“

Aurora wischte sich hastig die Tränen von den Wangen.

„Gut“, murmelte Richard.

Die Fahrt nach Manhattan kam Aurora endlos vor. Je weiter sich die Limousine ihrem Ziel näherte, desto größer wurde die Angst, die sich in ihrer Brust ausbreitete. Sie hatte keine Ahnung, wie ihr Leben von dieser Nacht an aussehen würde.

Als sie schließlich das noble Viertel von Manhattan erreichten, sah Aurora luxuriöse Villen und hohe Wolkenkratzer – Gebäude, die sie bisher nur aus dem Fernsehen gekannt hatte.

Die Limousine hielt schließlich vor einem gewaltigen schwarzen Tor, in dessen Mitte das Wappen der Familie Calloway prangte.

Langsam glitt das Tor auf.

Aurora hielt unwillkürlich den Atem an.

Das Anwesen wirkte eher wie ein luxuriöses Fünf-Sterne-Hotel als wie ein privates Wohnhaus. Das riesige Gebäude mit seinen hohen weißen Fassaden und den langen Fenstern, aus denen warmes goldenes Licht strahlte, wurde von einem makellos gepflegten Garten umgeben, der beinahe zu vollkommen aussah, um ihn überhaupt zu betreten.

„Steig aus.“

Richards Stimme riss Aurora aus ihren Gedanken.

Sofort öffnete einer der Bodyguards die Wagentür.

Langsam stieg Aurora aus und betrachtete das Herrenhaus erneut. Die kühle Nachtluft Manhattans legte sich über ihre Haut.

Richard ging bereits die breite Marmortreppe hinauf, ohne sich auch nur einmal nach ihr umzusehen.

Aurora blieb nichts anderes übrig, als ihm zu folgen und ihre Nervosität zu unterdrücken.

In dem Moment, als sich die schwere Eingangstür öffnete, wurden sie von warmem Licht empfangen. Das Innere des Anwesens war sogar noch prachtvoller als die Fassade. Ein gewaltiger Kristalllüster hing von der hohen Decke, und der Marmorboden glänzte wie poliertes Glas.

Aurora hatte das Gefühl, eine völlig andere Welt betreten zu haben.

Eine Hausangestellte trat sofort heran und verbeugte sich respektvoll vor Richard.

„Guten Abend, Sir.“

Richard zog seinen schwarzen Mantel aus und reichte ihn ihr beiläufig.

„Wo ist Tantan?“, fragte er.

Aurora runzelte leicht die Stirn, als sie diesen Spitznamen hörte.

„Der junge Herr ist in seinem Zimmer. Er ist erst vor etwa zehn Minuten nach Hause gekommen, Mr. Richard.“

„Hol ihn herunter“, ordnete Richard an.

Die Hausangestellte nickte sofort und verschwand.

Aurora stand unbeholfen mitten in der riesigen Eingangshalle und umklammerte ihre Tasche.

Ihr Herz begann ohne erkennbaren Grund schneller zu schlagen.

Wenige Sekunden später waren Schritte von der oberen Etage zu hören.

Und irgendwie kamen ihr diese Schritte seltsam vertraut vor.

Langsam hob Aurora den Kopf.

Am oberen Ende der Treppe erschien ein großer Mann in einem schwarzen Hemd, dessen Ärmel bis zu den Ellenbogen hochgekrempelt waren. Sein dunkles Haar war noch leicht zerzaust, als wäre er gerade erst aus der Dusche gekommen, und sein attraktives Gesicht war im warmen Licht deutlich zu erkennen.

Zunächst wirkte er gelangweilt und desinteressiert.

Doch in dem Moment, als sich seine Augen mit Auroras Blick trafen …

blieb er wie angewurzelt stehen.

Auroras Gesicht wurde schlagartig blass.

Ihre Finger umklammerten die Tasche so fest, dass ihre Knöchel weiß hervortraten.

Nein … Das ist unmöglich!, schrie sie innerlich.

Der Mann starrte Aurora regungslos an, ohne auch nur einmal zu blinzeln, als könne er nicht glauben, was er vor sich sah.

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