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Kapitel 4

last update Tanggal publikasi: 2026-07-12 22:51:32

Amelias POV

Die Erkenntnis, dass ich verloren hatte, noch bevor unsere Ehe überhaupt begonnen hatte, legte sich schwer auf meine Brust.

Seltsamerweise tat es weniger weh, als ich erwartet hatte.

Denn endlich verstand ich.

Normalerweise gab ich mir selbst die Schuld.

Vielleicht war ich nicht schön genug.

Vielleicht war ich nicht interessant genug.

Vielleicht war ich einfach nicht genug.

Jetzt kannte ich die Wahrheit.

Es lag nie an mir.

Damian war mit dem Namen einer anderen Frau in seinem Herzen in diese Ehe gegangen.

Wie zum Teufel hätte ich jemals dagegen ankommen sollen?

Ich konnte es nicht.

Welche Worte gab es überhaupt für eine Ehe wie unsere?

Eine Ehe, die auf Pflicht aufgebaut war.

Eine Ehe, die nur durch die Liebe einer einzigen Person zusammengehalten wurde.

Eine Ehe, die längst tot gewesen war, bevor irgendjemand es zugegeben hatte.

Schließlich blickte ich auf die Scheidungspapiere hinunter.

Die Seiten fühlten sich jetzt schwerer an.

Als würden sie das Gewicht jeder einzelnen Enttäuschung der letzten drei Jahre tragen.

„Weiß sie es?“

Meine Stimme klang fern.

Fast teilnahmslos.

Damian runzelte leicht die Stirn.

„Was denn?“

„Dass du sie immer noch liebst.“

Sein Gesicht blieb ausdruckslos.

„Ja, sie weiß es.“

Natürlich wusste sie es.

Die Antwort hätte mich nicht überraschen sollen.

Ich fragte mich, wie es sich wohl anfühlte, so vollkommen geliebt zu werden.

Nach Jahren der Trennung immer noch in Erinnerung zu bleiben.

Von jemandem über alle anderen gestellt zu werden.

Ich hatte Jahre damit verbracht, etwas zu verdienen, das Sophia ganz mühelos besessen hatte.

Plötzlich flog die Haustür auf.

Eine laute Stimme hallte durch die Villa.

„WO IST ER?“

Ich schloss die Augen.

Lily.

Pünktlich wie immer.

Mehrere erschrockene Bedienstete erschienen auf dem Flur.

Keiner von ihnen schien in der Lage zu sein, sie aufzuhalten.

Ein paar Sekunden später stürmte sie ins Esszimmer.

Ihr dunkles Haar war leicht zerzaust.

Ihre Augen brannten vor Wut.

Sie sah aus, als wäre sie bereit, gleich mehrere Verbrechen zu begehen.

In dem Moment, als sie mich weinen sah, veränderte sich ihr Gesichtsausdruck.

Die Wut verschwand.

An ihre Stelle trat Sorge.

„Oh, Amelia.“

Sofort eilte sie auf mich zu.

Ohne zu zögern schloss sie mich in die Arme.

Diese Umarmung brachte beinahe den letzten Rest meiner Fassung zum Einsturz.

Ich wollte einfach nur noch richtig weinen.

Lily löste sich leicht von mir.

Dann bemerkte sie die Scheidungspapiere.

Ihre Augen verengten sich.

Sie drehte sich zu Damian um.

Die Temperatur im Raum schien plötzlich zu sinken.

„Du.“

Damian blieb vollkommen ruhig.

„Lily.“

Allein die Tatsache, dass er sich an ihren Namen erinnerte, machte sie nur noch wütender.

„Du unterschreibst am Hochzeitstag die Scheidungspapiere?“

„Im Ernst?“

Lily lachte.

Es war ein äußerst unangenehmes Lachen.

„Weißt du was?“

Sie nickte.

„Gut.“

Diese Antwort überraschte sowohl Damian als auch mich.

Lily verschränkte die Arme.

„Tu ihr einen Gefallen und verschwinde noch schneller.“

Meine Augen weiteten sich.

„Lily.“

„Nein.“

Sie zeigte direkt auf Damian.

„Dieser Mann verdient dich nicht!“

„Lily“, sagte ich erneut.

„Das sage ich schon seit Jahren.“

Leider hatte sie nicht unrecht.

Damian blieb wie immer ausdruckslos.

Manchmal fragte ich mich, ob ihn überhaupt irgendetwas berühren konnte.

Lily schien sich genau dasselbe zu fragen.

„Fühlst du dich überhaupt schuldig?“, fragte sie.

Damian antwortete sofort.

„Ja.“

Der Raum verstummte.

Sogar Lily sah überrascht aus.

Offenbar hatte keiner von uns mit dieser Antwort gerechnet.

„Gut“, sagte sie.

Dann griff sie nach meiner Hand.

„Pack deine Sachen.“

Ich blinzelte.

„Was?“

„Wir gehen.“

Mein Blick wanderte zu Damian.

Ein seltsamer Ausdruck huschte über sein Gesicht.

„Du musst...“

Damian hielt inne.

Lily und ich sahen ihn beide an.

Sein Blick ruhte auf mir.

„Du musst heute Abend nicht gehen.“

Diese Worte schockierten mich.

Die Scheidungspapiere lagen buchstäblich zwischen uns.

Und trotzdem wollte er, dass ich blieb?

Lily wirkte ebenso verwirrt.

Dann wurde sie misstrauisch.

„Warum?“, fragte sie.

Damians Kiefer spannte sich an.

„Du kannst bleiben, bis die Scheidung rechtskräftig ist.“

Mit dieser Erklärung verschwand auch die letzte Verwirrung.

Ganz typisch Damian.

Lily verdrehte die Augen.

„Oh, wie großzügig.“

Fast hätte ich gelächelt.

Mein Blick glitt durch den Raum.

Jede Ecke war voller Erinnerungen.

Die meisten davon schmerzhaft.

Ich sah wieder auf die Scheidungspapiere.

Die leere Unterschriftszeile wartete geduldig.

Eine einzige Unterschrift.

Mehr wäre nicht nötig.

Eine einzige Unterschrift, um alles zu beenden.

Der Gedanke machte mir Angst.

Solange die Papiere nicht unterschrieben waren, konnte ein kleiner Teil von mir noch so tun, als würde das alles nicht wirklich geschehen.

Mein Handy vibrierte.

Eine Nachricht erschien.

Ich warf nur einen flüchtigen Blick darauf.

Der Name des Absenders ließ meinen Magen zusammenziehen.

Es war eine unbekannte Nummer.

Normalerweise hätte ich sie ignoriert.

Doch aus irgendeinem Grund öffnete ich die Nachricht.

Das angehängte Bild lud langsam.

Dann erschien es auf meinem Bildschirm.

Ein Foto von Damian und Sophia.

Sie standen lächelnd vor einem Restaurant.

Seine Hand ruhte sanft auf ihrem Rücken.

Der Datumsstempel unten zeigte, dass das Foto vor vier Tagen aufgenommen worden war.

Während ich noch damit beschäftigt gewesen war, Dekoration für unseren Hochzeitstag zu kaufen...

...während ich noch das Abendessen für heute plante...

...war das passiert.

Sofort erschien eine weitere Nachricht.

„Du solltest aufhören, dich lächerlich zu machen. Er hat dich nie geliebt.“

Meine Finger umklammerten das Handy fester.

„Was ist passiert?“, fragte Lily.

Ich konnte nicht antworten.

Die Demütigung traf mich härter, als ich erwartet hatte.

Denn wer auch immer diese Nachricht geschickt hatte...

...wusste ganz genau, wo sie mich treffen musste.

Lily nahm mir vorsichtig das Handy aus der Hand.

Ihr Blick glitt über das Foto.

Ihr Gesicht verdunkelte sich.

„Oh.“

„Oh, absolut nicht.“

Ich wusste, dass gleich jemand leiden würde.

Leider war ich mir nicht sicher, wer.

Lily blickte vom Handy zu Damian.

„Interessant.“

Damian runzelte die Stirn.

„Was ist?“

Lilys Lächeln war furchteinflößend.

„Sag mir mal etwas.“

Sie hob das Handy hoch.

„Würde deine geliebte Sophia zufällig wissen, wie man anonyme Nummern benutzt?“

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