LOGINRosalie Russo war neunzehn, als eine verbotene Nacht mit Aiden King ihr das Herz brach. Aiden war Navy SEAL und der beste Freund ihres Bruders. Doch nach ihrer gemeinsamen Nacht erklärte er alles zu einem Fehler und stieß sie eiskalt von sich. Damit zerstörte er alles, was Rosalie zwischen ihnen für echt gehalten hatte. Zwei Wochen später erfuhr Rosalie, dass sie schwanger war. Fast zur selben Zeit fand sie heraus, dass Aiden längst einer anderen Frau versprochen war. Zutiefst verletzt verschwand sie aus seinem Leben, ohne eine Spur zu hinterlassen. Sieben Jahre später fand Aiden sie wieder. Rosalie schlug sich als alleinerziehende Mutter durchs Leben und tat alles, um ihrer Tochter eine sichere Zukunft zu bieten. Aiden dagegen heiratete seine Verlobte nie. All die Jahre suchte er nach Rosalie. Als er schließlich erfuhr, dass Lucy seine Tochter war, fasste er einen Entschluss: Er wollte seine Familie zurückgewinnen. Und dieses Mal würde er sie nicht wieder verlieren. Doch Rosalie weigerte sich, dem Mann erneut zu vertrauen, der ihr einst das Herz gebrochen hatte. Zwischen ihnen entbrannte ein erbitterter Streit um das Sorgerecht. Gleichzeitig flammte die alte, nie ganz erloschene Anziehung mit voller Kraft wieder auf. Schließlich mussten sie sich der Wahrheit stellen. Aiden stieß Rosalie damals von sich, weil er sie vor seinen eigenen Abgründen schützen wollte. Rosalie wiederum floh aus Angst vor weiterem Schmerz, statt um ihre Liebe zu kämpfen. Konnten zwei gebrochene Seelen die Trümmer ihrer Vergangenheit hinter sich lassen und gemeinsam etwas Neues erschaffen?
View MoreRosalies PerspektiveDie Wohnung roch schon lange nicht mehr wie eine Wohnung.In der Luft lagen der Geruch von Ölfarbe und Terpentin und die unverkennbare Note von frischem Gesso auf Leinwand. Es roch nach einem Atelier, in dem wirklich gearbeitet wurde. Natürlich war die Wohnung nie als Atelier gedacht gewesen.Doch genau dazu hatte sie sich in den letzten drei Wochen entwickelt. Die Vorbereitungen für die Ausstellung nahmen inzwischen jede freie Fläche und beinahe meine gesamte Freizeit in Anspruch.Der Küchentisch war mein wichtigster Arbeitsplatz. Ich hatte die Stühle an die Wand geschoben, damit ich mich frei um die Bilder herumbewegen und sie aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten konnte.Genau so beurteilte ich meine Arbeiten am liebsten. Ich stand nicht einfach nur davor. Ich bewegte mich um sie herum.Die Staffelei, die ich gebraucht gekauft hatte, stand am Fenster. Dort stellte ich die Bilder auf, die ich im Nachmittagslicht betrachten wollte.Die kleineren Arbeiten lehnt
Sie verstummte.Dr. Harper wartete.Der Raum blieb einen Moment lang still.„Ich hoffe, dass ich weniger Angst habe“, sagte Rosie.Sie sagte es nicht direkt zu uns.Eher in den Raum zwischen uns hinein.Leise. Auf diese Art, wie sie manchmal etwas aussprach, bevor sie überhaupt darüber nachdenken konnte, ob sie es sagen wollte.Und gerade deshalb kam die Wahrheit heraus.Dr. Harper schrieb etwas auf.Dann schloss sie ihre Akte.Sie sah uns beide an.Ihr Blick war aufmerksam.Doch zum ersten Mal in all den Sitzungen, an denen ich teilgenommen hatte, lag darin auch etwas, das über reine Professionalität hinausging.Fast so etwas wie die stille Zufriedenheit eines Menschen, der beobachtet hatte, wie sich eine schwierige Situation langsam in die richtige Richtung entwickelte.„Sie brauchen mich nicht mehr“, sagte sie.Rosie sah sie an.„Die verpflichtende Phase ist beendet“, erklärte Dr. Harper.„Und selbst wenn sie es nicht wäre, würde ich empfehlen, die Sitzungen jetzt abzuschließen. Den
Aidens PerspektiveDie letzte Sitzung fand an einem Mittwochnachmittag statt.Eine Woche zuvor hatte Dr. Harper eine offizielle Mitteilung geschickt.Darin stand, dass die verpflichtende dreimonatige Co-Parenting-Therapie abgeschlossen war und dass sie in einer Abschlusssitzung die Ergebnisse besprechen und uns beiden ihre Einschätzung mitteilen wollte.Die Nachricht war professionell und formell gehalten.Sie verriet nichts darüber, wie diese Sitzung tatsächlich verlaufen würde.Und ich hatte mich bei Weitem nicht genug darauf vorbereitet.Wie immer war ich vor Rosie da.Ich setzte mich auf meine Seite des Sofas und sah mich in dem Raum um, in dem ich drei Monate lang gesessen hatte.Die Bücherregale.Die Pflanzen.Die Sessel.Das Fenster mit diesem besonderen Nachmittagslicht.Mittwochs fiel es ein wenig anders herein als donnerstags und verlieh dem Raum dadurch eine leicht andere Stimmung.Bei meiner letzten Sitzung mit Dr. Garrett hatte ich über diesen Termin gesprochen.Er hatte m
„Bevor ich gehe, möchte ich dir noch etwas sagen“, sagte er.„Okay.“„Aiden ist nicht mehr der Mann, der er vor sieben Jahren war.“Ich senkte den Blick auf mein Weinglas.„Ich habe ihn mit Lucy beobachtet“, sagte Jeffery. „Nicht nur dieses eine Mal vom Parkplatz aus. Ich habe die beiden wochenlang gesehen.“Er zählte es ruhig auf.„Ich war bei den Treffen im Park dabei. Ich habe sie hier in deiner Küche gesehen.“Er machte eine kurze Pause.„Ich habe gesehen, wie er eine Stunde lang auf dem Boden dieser Wohnung saß und mit ihr aus Bauklötzen irgendetwas gebaut hat, nur weil sie ihn darum gebeten hatte.“Jeffery sah mich an.„Und er hat dabei nicht so getan, als würde er ihr einen Gefallen erweisen.“Er senkte den Blick.„Ich habe zwei richtige Gespräche mit ihm geführt. Nicht über diese ganze Situation. Über normale Dinge. Über ihn. Darüber, wer er heute ist. Er hat sich verändert.“„Ich weiß“, sagte ich.„Ich sage das nicht leichtfertig“, erwiderte er. „Das sollst du wissen.“Er lehn






reviews