LOGINAlura traf pünktlich um acht Uhr morgens im Tempel ein.
„Lily.“ Grandma Mabel lächelte herzlich. „Du bist genau pünktlich.“ Alura lächelte zurück und setzte sich ihr gegenüber; ihr Blick haftete auf der Reisetasche, die auf dem Tisch stand. Sie sah schwer und prall gefüllt aus. „Das sind vier Millionen Dollar“, sagte Grandma Mabel und folgte ihrem Blick. „Bargeld, genau wie versprochen. Du kannst es nachzählen, wenn du willst.“ Alura schüttelte den Kopf. „Ich vertraue dir, Grandma.“ Grandma Mabel lächelte. „Kluges Mädchen.“ Sie schob das Samtkästchen nach vorn. „Mach es auf.“ Alura nickte und öffnete es. Im Inneren des Kästchens lagen zwei Ringe. Sie wirkten elegant, ohne zu protzig zu sein. Der eine war etwas größer als der andere. „Der kleinere ist für dich. Probier ihn mal an“, sagte Grandma Mabel. Alura steckte ihn sich an den Ringfinger der linken Hand. Er passte perfekt. „Woher wusstest du meine Größe?“ „Ich habe meine Methoden.“ Grandma Mabel lächelte vielsagend. Sie holte ein dickes Dokument aus ihrer Handtasche und legte es zusammen mit einem Stift vor Alura. „Lies es dir zu Hause in Ruhe durch und unterschreibe erst, wenn du jedes Wort verstanden hast. Das ist ein echter Ehevertrag, Lily; er ist rechtlich bindend. Du musst wissen, worauf du dich einlässt“, erklärte sie. Alura nickte; ihre Hände zitterten leicht, als sie das Dokument entgegennahm. „Mein Enkel lässt sich entschuldigen“, fuhr Grandma Mabel fort. „Er wollte eigentlich hier sein, aber ihm ist beruflich etwas dazwischengekommen.“ „Oh, mach dir keine Sorgen, ich verstehe das.“ Alura versuchte, ihre Erleichterung zu verbergen. Sie war noch gar nicht bereit, Lou zu treffen. „Diesen Samstag um 15 Uhr. Du kommst zum Standesamt in Cedarville. Bring den unterschriebenen Vertrag und deinen Anwalt mit. Falls du keinen Anwalt hast – keine Sorge, ich engagiere einen für dich. Lou wird auch dort sein. Ihr werdet euch das Jawort geben und die Ehe offiziell eintragen lassen. Es wird ganz einfach und schnell gehen.“ „Wirklich? So bald schon?“, fragte Alura überrascht. „Ist das ein Problem?“ „Nein, natürlich nicht.“ Je eher sie rechtmäßig mit Lou verheiratet war, desto eher würde Percy sie nicht mehr anrühren können. „Gut.“ Großmutter Mabel erhob sich anmutig. „Nun zum Geld. Du solltest nicht allein zu Percy Miller gehen. Ich habe Leibwächter organisiert, die dich begleiten.“ Fast augenblicklich traten zwei bullige Männer herein. Sie waren über 1,80 Meter groß und hatten Schultern wie Berge. Sie trugen dunkle Anzüge, die ihre massigen Körper kaum zu fassen vermochten. „Das sind Mr. Cole und Mr. Harris“, sagte Großmutter Mabel. „Sie werden dich begleiten, um die Schulden zu begleichen. Sollte Percy Miller irgendetwas versuchen, werden sie sich darum kümmern.“ Alura blickte zu den Leibwächtern auf; neben ihnen wirkte sie wie ein kleines Kind. „Danke für alles, Großmutter Mabel“, sagte Alura und empfand aufrichtige Dankbarkeit für die Begegnung mit ihr. ................ Percy Millers Büro befand sich in der Innenstadt – ein elegantes Gebäude, das geradezu nach Reichtum schrie. Es bestand fast nur aus Glas und Stahl; es wirkte, als wollte er mit aller Macht beeindrucken. Alura ging mit Mr. Cole und Mr. Harris durch die Eingangshalle; die beiden Männer wirkten neben ihr wie zwei Türme. Die Leute starrten und tuschelten, als sie an ihnen vorbeigingen. Die Empfangsdame riss die Augen auf, sobald sie die Gruppe sah. „Kann ich Ihnen helfen?“ „Wir wollen zu Percy Miller“, antwortete Alura. Ihre Stimme klang fester, als sie sich tatsächlich fühlte. „Haben Sie einen Termin?“ „Nein, aber er wird mich sehen wollen. Sagen Sie ihm, dass Alura Wayne hier ist.“ Die Empfangsdame griff nervös zum Telefon, während ihr Blick ständig bei den Bodyguards blieb. Nach einem kurzen Gespräch legte sie auf. „Gehen Sie in den zehnten Stock. Sein Büro befindet sich am Ende des Flurs.“ Die Fahrt mit dem Aufzug kam ihr ungewöhnlich lang vor, und Aluras Hände waren bereits feucht vor Schweiß. Als sie im zehnten Stock ausstiegen, stand die Tür zu Percys Büro offen. Sie trat ein, ohne anzuklopfen, blieb aber fast augenblicklich wie angewurzelt stehen. Ihr Vater kniete am Boden und flehte. „Bitte“, schluchzte ihr Vater. „Nur noch eine Woche. Ich werde das Geld irgendwie auftreiben, du musst Alura nicht mitnehmen.“ Percy verzog spöttisch den Mund: „Bist du verrückt, alter Mann? Dafür ist es längst zu spät. Und wenn du mich deswegen noch einmal störst, dann werde ich …“ Percy hob die Hand, um auf Robert einzuschlagen. „Halt!“, fuhr sie ihn an. Percy drehte sich sofort um. Sein Blick wanderte erst zu ihr, dann zu den Bodyguards und schließlich zu der Sporttasche. Sein Gesichtsausdruck wandelte sich von Überraschung über Verwirrung hin zu einem Anflug von Angst. „Alura, meine Liebe“, sagte er langsam. „Was ist das?“ Alura trat vor und ließ die Sporttasche auf seinen Schreibtisch fallen. Sie landete mit einem schweren Wummern. „Vier Millionen Dollar. Zähl sie nach.“ Percy starrte die Tasche an, als könnte sie jeden Moment explodieren. „W... woher hast du das?“ „Das geht dich nichts an. Unsere Angelegenheit ist erledigt.“ Aluras Stimme klang eiskalt. „Nimm dein Geld und melde dich nie wieder bei einem von uns.“ „Du kannst nicht einfach …“ „Doch, das kann ich.“ Alura trat näher. Die Leibwächter bewegten sich mit ihr – stumme Drohungen. „Der Vertrag, den mein Vater unter Zwang unterschreiben musste? Darin steht: Wenn die Schuld vollständig beglichen ist, ist die Heiratsvereinbarung hinfällig. Nun, hier ist das Geld. Vollständig bezahlt. Die Sache ist also erledigt.“ Percys Gesicht lief rot an. „Du kleine Schlampe. Weißt du eigentlich, wer ich bin? Ich könnte …“ Mr. Harris ließ seine Fingerknöchel knacken. Das Geräusch klang wie brechende Knochen. Percy klappte den Mund zu. „Du kannst das Geld nachzählen“, sagte Alura leise. „Vergewissere dich, dass alles da ist. Und dann stell mir eine Quittung aus, in der bestätigt wird, dass die Schuld beglichen und mein Vater von allen Verbindlichkeiten befreit ist.“ Einen langen Moment lang rührte sich niemand. Dann griff Percy nach der Tasche und öffnete den Reißverschluss. Seine Hände zitterten, als er die Geldbündel herausholte. Er zählte und zählte nach. Mit jedem Bündel wurde sein Gesicht röter. „Es ist alles da“, flüsterte er schließlich. Seine Stimme klang gepresst. „Gut. Ich will eine Quittung.“ Mit zitternden Händen holte Percy einen Bogen Firmenbriefpapier hervor. Er kritzelte etwas darauf, stempelte das Papier ab und warf es ihr hin. Alura hob es auf und las es aufmerksam durch. Schuld beglichen. Robert Wayne von allen finanziellen Verpflichtungen befreit. Unterschrieben und abgestempelt. „Wenn du meinem Vater noch einmal zu nahe kommst“, sagte Alura, „werden diese Männer wiederkommen. Und sie werden nicht so nett sein wie ich. Verstanden?“ Percy schnaubte verächtlich durch zusammengebissene Zähne. „Du glaubst, du hast gewonnen? Du glaubst, das hier ist vorbei?“ „Ja. Es IST vorbei.“ „Nichts ist vorbei, bevor ich es sage.“ Seine Augen waren voller Hass. „Du warst mein, Alura. Du wirst immer mein sein. Und eines Tages werde ich mir holen, was mir zusteht.“ Mr. Cole trat vor. „Ist das eine Drohung?“ Percys Mut verließ ihn. „Nein. Keine Drohung. Nur … nimm einfach deinen Vater und geh. Wir sind hier fertig.“ Alura half ihrem Vater auf die Beine. Er konnte kaum stehen und stützte sich schwer auf sie. „Kannst du laufen, Dad?“ Er nickte langsam. Sie gingen los, begleitet von den Leibwächtern – einer vor und einer hinter ihnen, sodass sie sicher abgeschirmt waren. Erst im Aufzug konnte Alura wieder richtig durchatmen. „Alura“, flüsterte ihr Vater. „Wie bist du an das Geld gekommen? Woher kamen diese Männer?“ „Später, Dad. Lass uns erst einmal nach Hause kommen.“ ............ Mr. Cole und Mr. Harris warteten im Flur, während Alura ihrem Vater ins Haus half. Sie holte ihm Wasser und Eis für sein Gesicht. „Danke für eure Hilfe“, sagte sie zu den Bodyguards. Mr. Cole nickte. „Oma Mabel sagt, wenn du irgendetwas brauchst, ruf sie an. Egal, ob Tag oder Nacht.“ Dann gingen sie. Alura schloss die Tür ab und drehte sich zu ihrem Vater um. Er sah schrecklich aus. „Woher hast du das Geld?“, fragte er erneut. „Ich habe geheiratet.“ Seine Augen weiteten sich. „Was?“ „Ich habe jemanden geheiratet. Es ist eine geschäftliche Vereinbarung. Er hat deine Schulden beglichen – im Austausch dafür, dass ich ... dass ich nur auf dem Papier seine Frau bin.“ „Wer? Wen hast du geheiratet?“ „Das geht dich nichts an, Dad. Du musst nur wissen, dass die Schulden bezahlt sind. Du bist in Sicherheit. Und ich gehe weg.“ „Weg? Wohin?“ „Weg von dir.“ Die Worte klangen emotionslos und endgültig. „Ich kann das nicht mehr. Ich kann nicht ständig deine Fehler ausbügeln. Ich kann nicht länger mein Leben für deine Spielsucht opfern.“ Tränen liefen über seine verletzten Wangen. „Alura, bitte. Ich bin dein Vater.“ „Du bist ein Spieler, der seine Tochter verkauft hat. Das bist du.“ Aluras Stimme zitterte nicht. „Melde dich nicht bei mir. Such mich nicht. Verspiel kein Geld, das du nicht hast. Denn beim nächsten Mal werde ich dich nicht retten.“ „Wohin wirst du gehen?“ „Auch das geht dich nichts an.“ Sie ging in ihr Zimmer. Sie nahm den Vertrag zur Hand, den Oma Mabel ihr gegeben hatte. Sie setzte sich auf ihr Bett und las jedes einzelne Wort darin. Sie unterschrieb unten auf der Seite. Alura Wayne. In dem Moment, als sie den Stift weglegte, vibrierte ihr Handy. Es war eine E-Mail-Benachrichtigung. Betreff: Bestätigung des Vorstellungsgesprächs – Hunt Corp. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Mit zitternden Fingern öffnete sie die Nachricht. *Sehr geehrte Frau Alura Wayne,* *Herzlichen Glückwunsch! Sie wurden für ein abschließendes Vorstellungsgespräch für die Position der persönlichen Assistentin des CEO ausgewählt.* Ihr Vorstellungsgespräch ist für Samstag, 15 Uhr, in unserer Firmenzentrale in Cedarville angesetzt.* Samstag. 15 Uhr? Genau an dem Tag und zu der Uhrzeit, an denen sie eigentlich zum Standesamt gehen sollte, um Lou zu heiraten. „Nein“, flüsterte Alura. „Nein, nein, nein.“ Hunt Corp. Eines der größten Unternehmen in Cedarville. Der Job, auf den sie sich vor Monaten beworben hatte – der Job, den sie innerlich schon abgeschrieben hatte. Und nun fiel das Vorstellungsgespräch genau auf den Zeitpunkt ihrer Hochzeit. Alura starrte auf ihr Handy, dann auf den unterzeichneten Vertrag und wieder zurück auf ihr Handy. Sie hatte so hart dafür gekämpft, aus einem Käfig auszubrechen. Würde sie nun wegen eines ungünstigen Zeitpunkts alles verlieren? Ihre Hände zitterten, als sie die Karte von Oma Mabel hervorholte. Aber was, wenn sie nicht einverstanden war? Was, wenn das ein Test war? Was, wenn die Bitte um eine Terminänderung dazu führte, dass die Heiratsvereinbarung komplett platzte? Oder – noch schlimmer – was, wenn sie das Geld zurückverlangte?Die Morgensonne überflutete die belebten Straßen der Innenstadt von Ashford Bay und warf lange, goldene Schatten auf das Pflaster.Abigail stand auf dem Gehweg, eine warme Tasse Kaffee in den Händen. Die kühle Küstenbrise zerrte an ihrem Haar, aber das störte sie nicht. Sie blickte hinauf zu dem bemalten Holzschild, das über den großen, spiegelnden Glasfenstern hing.Hopes Garten.Ein Lieferwagen lief mit lautem Motor am Bordstein im Leerlauf. Zwei Arbeiter trugen hohe, farbenprächtige Blumenarrangements durch die Eingangstüren, während der Duft von feuchter Erde, zerriebenen Blättern und frischen Rosen auf die Straße strömte. Abigail dirigierte sie mit ruhiger, sanfter Stimme. Sie deutete auf die Ecken des Verkaufsraums und erklärte ihnen haargenau, wo sie die weißen Orchideen, die Sonnenblumen und die seltenen Lilien platzieren sollten. Sie war nun eine Mutter, eine Überlebende und die stolze Besitzerin ihres eigenen, florierenden Traumgeschäfts.Grey stieg au
Jax saß im Heck eines pechschwarzen Überwachungstransporters, der in einer Straße von Ashford Bay parkte. Die leuchtenden Bildschirme seiner Laptops warfen ein blasses, blaues Licht auf sein Gesicht.Die Seitentür des Transporters glitt auf. Der kalte, salzige Wind der Küstenstadt strömte herein und brachte den Geruch von Regen mit sich. Marcus stieg in den Wagen; von seinem Kragen tropfte der Regen. Eine schneeweiße Bandage bedeckte noch immer die Seite seines Kopfes, an der Evelyn ihn brutal getroffen hatte, doch er hatte sich strikt geweigert, im Krankenhausbett liegen zu bleiben.„Meine Männer haben das gesamte Areal lückenlos abgeriegelt“, berichtete Marcus kühl. „Unser Sicherheitsdienst hat jede einzelne Straße, die aus diesem Block führt, verbarrikadiert. Falls er versucht zu fliehen, rennt er unnachgiebig gegen eine Wand aus schwerbewaffneten Wachen.“Jax nickte kurz, ohne den Blick von der digitalen Karte auf seinem Monitor abzuwenden. „Hervorragend. Er be
Die sterilen weißen Wände des Flurs im Cedarville General Hospital fühlten sich an wie ein absolutes Gefängnis.Lucius Hunt saß nach wie vor im Wartebereich. Er hatte sein blutverschmiertes Hemd absolut nicht gewechselt. In der Wartezone herrschte eine regelrecht ohrenbetäubende Stille, während die Worte des Arztes unaufhörlich wie eine Endlosschleife in seinem Kopf widerhallten: „Der immense Blutverlust stellt ein extremes, brandgefährliches Risiko für Ihr ungeborenes Kind dar.“Lucius beugte sich tief vor und vergrub sein Gesicht in den blutbefleckten Händen. Er hatte nicht den leisesten Schimmer besessen. Er hatte absolut nicht gewusst, dass er ein weiteres Mal Vater werden sollte. Er hatte keine Ahnung gehabt, dass Alura Wayne ihr gemeinsames Kind unter dem Herzen trug. Die nackte Vorstellung, dass er sie beide unbarmherzig verlieren könnte, noch bevor sie überhaupt eine Chance besaßen, sich eine gemeinsame Existenz aufzubauen, zerriss sein Inneres regelrecht. Er be
Zurück in Ashford Bay.Abigail erwachte mit dem beißenden Geruch von Schimmel und verrottendem Holz in der Nase.Ihre Sicht verschwamm komplett, als sie verzweifelt versuchte, die Augen zu öffnen. Im Raum herrschte eisige Kälte. Sie lag flach auf einer verrosteten Krankenhausliege und starrte starr an eine Decke voller Wasserflecken und abblätternder Farbe. Die nackte Panik traf sie wie ein physischer Schlag. Sie wollte sich ruckartig aufrichten, doch dicke Lederriemen bohrten sich schmerzhaft in ihre Handgelenke und Knöchel und fesselten sie unnachgiebig am Untergrund.„Wehre dich absolut nicht, Abigail. Das ist ganz gewaltig schlecht für die Herzfrequenz des Babys.“Abigails Kopf schnellte im Bruchteil einer Sekunde in die Richtung der Stimme. Evelyn Harrow stand leibhaftig an einem zertrümmerten Fenster und summte eine leise, fröhliche Melodie vor sich hin. Sie hatte ihre Verkleidung abgelegt und trug nun einen gestohlenen weißen Arztkittel. Seelenruhig ordne
Die Erneuerung des Eheversprechens der Hunts war das am sehnlichsten erwartete Ereignis des gesamten Jahrzehnts.Die Gärten des Anwesens hatten sich in einen absoluten Traum verwandelt. Tausende von weißen Rosen säumten die Gehwege, und Kristallleuchten hingen an den Ästen der alten Eichen, wo sie das Licht der Nachmittagssonne einfingen. Hunderte von exklusiven Gästen, rivalisierenden CEOs, Freunden, Familie und lokalen Politikern saßen in Reihen aus weißen Stühlen auf dem grünen Rasen. Nachrichtenhubschrauber kreisten weit über der Grundstücksgrenze, verzweifelt bemüht, eine Aufnahme des Milliardärs und seiner Braut zu erhaschen.In der ersten Reihe saß Bryan mit einem breiten Lächeln. Er sah in seinem maßgeschneiderten Anzug unendlich elegant aus und strahlte das Selbstbewusstsein eines erfolgreichen Working-Models aus. Er trug eigentlich absolut ungerne Anzüge, aber Alura hatte gescherzt und ihm prophezeit, dass er auf der After-Party bestimmt eine Freundin finden w
Grey legte eine geladene Handfeuerwaffe auf seinen Oberschenkel.Er hatte in den vergangenen Tagen kaum ein Auge zugetan. Jedes Mal, wenn er die Lider schloss, sah er Dr. Evelyn Harrow leibhaftig über Abigail stehen. Die Nachricht von Evelyns Entkommen aus dem Polizeigewahrsam spielte sich unaufhörlich in einer Endlosschleife in seinem Kopf ab. Diese Frau war absolut nicht mehr nur eine in Ungnade gefallene Therapeutin. Sie erlitt eine vollständige psychotische Episode und machte mittlerweile leibhaftig Jagd auf seine Familie.Grey starrte starr auf die verriegelte Schlafzimmertür ihres neuen Penthouses. Seine Paranoia zerfleischte ihn innerlich regelrecht. Er vertraute seinen Wachen, er vertraute Marcus, und er vertraute dem FBI – aber nichts davon fühlte sich auch nur im Ansatz ausreichend an. Bis diese Frau nicht endgültig wieder in einer Zelle saß, würde er absolut keine Seelenruhe finden.Gestern Morgen hatten sie einen kleinen, unscheinbaren Karton direkt vor







