เข้าสู่ระบบAls das Trio schließlich aus dem dichten Dschungel des Immergrünen Archipels auf den weißen Sandstrand trat, boten sie ein Bild des absoluten Elends. Talisa sah aus, als hätte sie in einem Schlammteich gebadet, und ihre Haare klebten dank des Harzes kreuz und quer in ihrem Gesicht. Kians Kleidung war rußig und zerrissen. Und Silas... Silas war ein wandelndes Mahnmal aus getrocknetem Schlamm, klebrigem Goldharz und glücklicher Erschöpfung, gekrönt von einem winzigen Messing-Frosch, der es sich noch immer auf seinem Kopf bequem gemacht hatte. Captain Vane stand an der Reling der Schwarzen Muräne, die Schlagseite in der Bucht hatte. Er nahm langsam die Pfeife aus dem Mund und zog eine Augenbraue hoch. „Ich hatte euch losgeschickt, um Baumharz zu besorgen“, brummte der alte Pirat, als sie über die provisorische Planke an Bord kletterten. „Nicht, um euch als Moorleichen zu verkleiden. Und bei allen Seegeistern, Silas, was ist das für ein klapperndes Ding auf deinem Kopf?“ Surrr-Quak! m
Das Eisenholz-Harz regnete in dicken, sanft leuchtenden Tropfen auf sie herab. Es roch intensiv nach Kiefernnadeln, altem Bernstein und einem Hauch von Gewitterluft. Sobald die Tropfen den felsigen Boden berührten, begannen sie mit einem leisen Zischen zäh zu werden. „Schnell!“, rief Silas, der vor Begeisterung fast über seine eigenen Füße stolperte. Er riss seinen Rucksack auf – der kleine Messing-Frosch klammerte sich derweil tapfer an seinen wild abstehenden Haaren fest – und zog drei leere Metallkanister heraus. „Wenn das Zeug an der Luft aushärtet, wird es widerstandsfähiger als kaiserlicher Stahlpanzer. Wir müssen es flüssig abfangen!“ Talisa verdrehte die Augen, schnappte sich aber einen der Kanister. „Und ich dachte, nach dem Feuer-Eintopf in Portaleon könnte es nicht mehr schlimmer werden. Jetzt stehe ich in einer unterirdischen Höhle und sammle klebrigen Baumschweiß.“ Ein großer, goldener Tropfen landete zielsicher genau auf ihrer Nase. Sie blies sich genervt eine Haarsträ
Das Brüllen des Proto-Leviathans klang nicht wie das organische Kreischen seiner lebenden Verwandten aus dem Ozean. Es war eine Symphonie aus reibendem Metall, zischendem Hochdruckdampf und der reinen, ungebändigten Energie uralten Äthers. Die Erschütterung war so gewaltig, dass sich handgroße Felsbrocken von der Höhlendecke lösten und auf den Boden prasselten. „Silas, weg da!“, brüllte Talisa. Sie stieß sich vom Boden ab, hechtete über die glatten Bronzeschuppen des Kolosses und riss den völlig erstarrten Ingenieur in letzter Sekunde zur Seite. Genau dort, wo Silas gerade noch gestanden hatte, schlug ein gewaltiger, stählerner Bartfaden des Leviathans ein und zerschmetterte den Steinboden zu Staub. Der kleine Messing-Frosch saß inzwischen völlig unbeeindruckt auf dem Horn des Ungetüms und stieß ein fröhliches Surrr-Quak! aus, als würde er auf einem riesigen, mechanischen Karussell reiten. „Das ist faszinierend!“, rief Silas, der auf dem Rücken im Staub lag, aber seine Brille bere
Talisa zögerte keine Sekunde. Sie zog einen ihrer Dolche, deutete auf den linken der drei Tunnel und schlich lautlos voran. „Das tiefe Grollen kam von dort. Und wenn dieses mechanische Frosch-Ding auch nur einen Funken Überlebensinstinkt hat, sucht es sich das größte, dunkelste Versteck, das es finden kann.“ Kian nickte und folgte ihr dicht auf den Fersen, während Silas hastig sein im Schlamm verdrecktes Notizbuch einsammelte und stolpernd hinterhereilte. Der linke Tunnel unterschied sich drastisch von den anderen. Das natürliche, weiche Moos wich allmählich einem glatten, perfekt behauenen Steinboden. Je weiter sie in die Tiefe vordrangen, desto mehr künstliche Strukturen brachen durch die massiven Baumwurzeln. Es war kein kühles, imperiales Eisen, sondern dunkle Bronze und milchiger Kristall, kunstvoll verziert mit wellenförmigen Gravuren, die Kian seltsam vertraut vorkamen. Schließlich traten sie aus dem engen Gang und blieben wie angewurzelt stehen. Die Höhle, die sich vor ihn
Das grüne Leuchten, das aus dem zersplitterten Metallgehäuse der Königin brach, wurde von Sekunde zu Sekunde intensiver. Kian trat einen Schritt zurück und hielt die Hand schützend vor die Augen. Das Holz des neugeborenen Keimlings wand sich mit einem rhythmischen, fast hypnotischen Knacken um die eisernen Zahnräder, als würde die Natur die Maschine regelrecht verdauen. KLING-KLONG. Ein helles, metallisches Geräusch ertönte aus dem Inneren der berstenden Dampfkammer. Die Ranken spalteten ein letztes Zahnsegment ab, und plötzlich schoss etwas Kleines, Gleiendes aus dem Wrack hervor. Es landete mit einem lauten Klatsch im Schlamm direkt vor Silas’ Stiefeln. Silas riss die Augen so weit auf, dass seine Brille fast von der Nase rutschte. Vor ihm saß ein winziges Wesen, kaum größer als eine Faust. Es bestand aus poliertem Messing, filigranen Spiralfedern und zwei großen, rubinroten Glasaugen, die neugierig hin und her klickten. Es sah aus wie ein perfekt gearbeiteter kleiner Frosch, do
„Hacken?“, zischte Talisa und wirbelte einen ihrer Dolche so schnell herum, dass die Klinge im fahlen Licht der Senke verschwamm. „Silas, das Ding hat Beine aus verrostetem Eisen und Mundwerkzeuge, die dicke Wurzeln wie Strohhalme durchtrennen. Wie willst du das hacken?“ „Jede Maschine, die im Schwarm agiert, braucht ein synchronisiertes Signal“, erklärte Silas flüsternd, während er seinen treuen Universalschraubenschlüssel fest umklammerte. Seine Schutzbrille hatte er sich bereits tief ins Gesicht gezogen. „Die ‚Königin‘ in der Mitte sendet eine akustische Frequenz aus. Wenn ich die Steuerplatine unter ihrer Hauptdampfkammer erreiche, kann ich die Zahnrad-Codierung so verstellen, dass das Signal kollabiert. Aber ich brauche mindestens zwei Minuten ungestörte Arbeitszeit direkt an der Maschine.“ Kian nickte entschlossen. Seine saphirblauen Schuppen schimmerten matt im feuchten Schatten der Bäume. „Du bekommst deine zwei Minuten, Silas. Talisa, wir bilden einen Kreis um ihn. Keiner v
Kian tauchte auf. Er durchbrach die Wasseroberfläche wie ein Delfin, das Salzwasser perlte von seinen dunkelblauen Schuppen am Hals ab. Er holte tief Luft, und die tropische Hitze der Smaragd-Inseln schlug ihm ins Gesicht wie ein nasses Handtuch. „Alles ruhig da unten?“, rief eine Stimme von obe
Block 4 roch nach Ozon und alter Angst. Kian hing in seinen Ketten an der Wand. Er zitterte nicht mehr. Er war jenseits des Zitterns. Die grauen Metallfesseln an seinen Handgelenken pulsierten in einem schwachen, rhythmischen Rot. Saug. Saug. Saug. „Hör auf zu kämpfen, Kleiner“, sagte eine ra
Der "Schlund der Heuler" machte seinem Namen alle Ehre. Es war kein Ort für Schiffe, die geliebt werden wollten. Es war ein Labyrinth aus messerscharfen Felsnadeln, die wie verfaulte Zähne aus dem grauen Wasser ragten. Der Wind verfing sich in den Löchern des Gesteins und erzeugte ein konstan
Der Horizont war verschwunden. Es gab kein Oben und kein Unten mehr, nur noch ein endloses, wirbelndes Grau. Der Schneesturm hatte sie wie eine weiße Faust getroffen, kaum dass sie den 40. Breitengrad passiert hatten. Aber es war kein normaler Schnee. Die Flocken waren schwer, grau und schmec







