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Die Markierung meines Alphas lösen
Die Markierung meines Alphas lösen
Author: Echo

Kapitel 1

Author: Echo
Es war tief in der Nacht, als ich meinen Körper aus dem verfallenen Lagerhaus am Rand von Seattle zurück zu unserem Anwesen schleppte.

Das Ritual hatte mir fast alle Kraft geraubt. Es fühlte sich an, als hätte man die Hälfte meiner Seele aus meinem Körper gerissen.

Aber es war es wert.

Ich senkte den Blick auf meine linke Schulter. Die Markierung in Form eines Lorbeerbaums, die einst silbern geschimmert hatte, war jetzt stumpf wie Asche.

Sie war das Zeichen meiner ewigen Gefährtenbindung mit Andrew gewesen. Jetzt sah sie nur noch wie eine eiternde Wunde aus.

„In sieben Tagen wird die Bindung vollständig gelöst sein.“

Die Stimme der Mondgöttin klang noch immer in meinen Ohren nach. Sie war majestätisch und voller unerbittlicher Autorität.

Sieben Tage.

Ich musste nur noch sieben Tage durchhalten. Dann wäre ich frei.

Ich trug eine besondere Kräuterpaste auf die Markierung auf und verdeckte ihren leblosen Zustand vollständig.

Andrew durfte nichts ahnen. Nicht jetzt, wo ich ihm so nah war zu entkommen.

Im Fernseher im Wohnzimmer gab eine vertraute Gestalt gerade ein Interview.

Es war mein Ehemann. Alpha Andrew Blackwood.

Auf diesem attraktiven Gesicht, das zahllose Wölfinnen in den Wahnsinn trieb, lag ein makelloses charmantes Lächeln, während er die Fragen des Moderators beantwortete.

„Herr Blackwood, Sie führen das mächtigste Rudel an der Westküste. Was macht das Silver Moon Rudel Ihrer Meinung nach so stabil?“

Andrews Mundwinkel hob sich zu diesem betörenden Lächeln, das ich einmal geliebt hatte.

„Meine Bindung zu meiner Frau Lucia ist das Fundament für die Stabilität unseres Rudels. Sie ist ein Geschenk der Mondgöttin. Ihre einzigartige, vom Mond gesegnete beruhigende Gabe ermöglicht es mir, während des Vollmonds bei Verstand zu bleiben. Diese Kraft ist unbezahlbar.“

Unbezahlbare Kraft.

Ein bitteres Lachen entwich mir, als ich auf das Sofa sank.

Wenn meine Kraft so kostbar war, warum ließ er dann zu, dass jemand anders meinen Platz einnahm?

Mein Handy vibrierte wieder. Noch eine Nachricht von Crystal.

Seit zwei Monaten schickte sie mir fast jeden Tag solche höhnischen Nachrichten.

[Hast du den Fernseher gesehen, Luna? Ich saß in der ersten Reihe, als Andrew dich erwähnt hat. Er ist so ein guter Schauspieler. Wenn ich nicht erst letzte Nacht gespürt hätte, wie er mich genommen hat, hätte ich ihm das am Ende wirklich noch geglaubt.]

Meine Finger schlossen sich fester um das Handy. Meine Nägel bohrten sich in meine Handfläche.

Im Fernseher fragte der Moderator weiter.

„Es gibt Gerüchte, dass man Sie und Ihre Frau in letzter Zeit seltener zusammen in der Öffentlichkeit sieht. Gibt es Probleme?“

Andrews Gesicht wurde ernst.

„Unsere Bindung hat nie geschwankt. Ich liebe sie sehr. Daran gibt es keinen Zweifel.“

Diese blanke Heuchelei war so erbärmlich, dass ich lachen musste. Es war ein kurzes, scharfes, hässliches Geräusch.

In diesem Moment hörte ich, wie sich das Schloss drehte.

Andrew war zu Hause.

Sofort schlug mir ein vermischter Geruch entgegen. Sein Kölnischwasser und ein anderer, süßlich schwerer Duft.

Crystals Geruch.

Mir drehte sich der Magen um.

„Du bist zurück“, sagte ich, ohne mich umzudrehen. Meine Stimme klang flach.

„Ja. Ich bin gerade mit ein paar Rudelangelegenheiten fertig geworden.“

In Andrews Stimme lag Müdigkeit. Er kam auf mich zu und wollte wie immer von hinten die Arme um mich legen.

Ich wich seiner Umarmung aus.

Die Luft im Raum erstarrte.

„Was ist los?“

Er runzelte die Stirn. Verwirrung blitzte in seinen grauen Augen auf.

„Geht es dir nicht gut?“

„Mir geht es gut. Ich bin nur müde.“

Andrew ging vor das Sofa. Die Augen, die mein Herz früher rasen ließen, musterten mich jetzt mit scharfem Blick.

Plötzlich blieb sein Blick an meiner linken Schulter hängen. Seine Pupillen verengten sich.

Selbst unter der Kräuterpaste konnte er als mein Gefährte noch spüren, dass etwas nicht stimmte.

Die Luft im Raum spannte sich abrupt an. Es war gefährlich. Es war bedrückend.

Andrew sprach langsam. Seine Stimme war tief.

„Lucia, was ist mit deiner Markierung?“

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