LOGINEtwas stimmt nicht mit Trey Parker. Und ich meine nicht die kleine, alltägliche Art von falsch. Ich meine die große, unerklärliche Art von falsch. Warum? Weil er sich überhaupt nicht wie er selbst verhält. Er benimmt sich so völlig untypisch für sich, dass ich das Gefühl habe, durch ein Portal in ein Paralleluniversum getreten zu sein. Als ich von dem explosiven Orgasmus, den er gerade zwischen meinen Beinen ausgelöst hatte, langsam wieder auf die Erde zurückschwebte, überrollte mich die Panik mit voller Wucht, als mir wieder einfiel, wo ich war, was ich getan hatte und die unbestreitbare Tatsache, dass Trey mich buchstäblich dabei erwischt hatte, wie ich es mir selbst besorgte – womit ich gegen die strenge Regel verstoßen hatte, die mir verbot, mir selbst einen Orgasmus zu verschaffen. In dem Moment, als ich ihn im selben Sessel im Schneiderseitz sitzen sah, in dem er zuvor seine eigene verrückte Exhibitionisten-Show abgezogen hatte, schaltete mein Überlebensinstinkt in den höchs
Ähm… wie genau soll das noch mal funktionieren? Es ist nicht so, dass ich die grundlegende Mechanik der Selbstbefriedigung nicht kenne. Ich meine, ich habe genug Dark-Romance-Romane gelesen, in denen die Hauptdarstellerinnen es tun, und die Bücher führen einen buchstäblich Schritt für Schritt da durch. Aber wenn ich diese Szenen gelesen habe, dachte ich immer, das sei völlig übertriebene Fiktion! Für jemanden wie mich – die ihr ganzes Leben lang dachte, sie sei physisch gar nicht in der Lage, einen Höhepunkt zu erleben, bis Trey Parker in ihr Leben platzte und ihr das Gegenteil bewies – wirkte die Art und Weise, wie diese Buch-Heldinnen schrien und den Verstand verloren, nur weil sie sich selbst berührten, schon immer völlig unrealistisch. Es gab keine Möglichkeit, dass es sich so gut anfühlen konnte, sich selbst anzufassen, dass man die Besinnung verlor. Also habe ich es nie ausprobiert. Und außerdem: Warum sollte ich es versuchen, wenn ich ohnehin dachte, dass ich nicht kommen kan
„Und w-warum sollte ich das tun?!“, stammle ich, während mein Herz in Konkurrenz mit einer Snare-Drum tritt, wer von beiden schneller schlagen kann. Spoiler: Mein Herz gewinnt! „Ich muss dir absolut gar nichts beweisen! Die Tatsache, dass ich es schon abgelehnt habe, dir einen zu blasen, sollte eigentlich Beweis genug sein! Warum bist du also nicht einmal erwachsen und steckst die Niederlage einfach ein? Du solltest einfach akzeptieren, dass du gegen mich verloren hast! Trey verdammter Parker hat tatsächlich ein einziges Mal in seinem Leben verloren! Wie krass ist das denn?!“ Trey hält inne und starrt mich für einen langen Moment in absoluter Stille an, bevor er meint: „Weißt du was? Du hast eigentlich recht.“ Zu sagen, dass mich das unvorbereitet trifft, wäre die Untertreibung des Jahrhunderts. „W-wie bitte?“ „Ich habe gesagt, du hast recht, Schatz“, wiederholt er gelassen. „Du hast tatsächlich gewonnen. Und anstatt solche albernen Taktiken auszupacken, um dich mürbe zu machen, da
Obwohl mir wirklich jeder einzelne Selbsterhaltungstrieb zustreit, die Augen zuzulassen, schaffe ich es irgendwie, meinen Kopf zurück in Treys Richtung zu drehen. Er starrt mich immer noch direkt an. Und nicht nur das – er wichst sich einen in genau derselben aggressiven Geschwindigkeit weiter. „Du machst das so toll, Schatz… aber ich brauche dich ein bisschen schneller. Darf ich bitte deinen Hals ficken?“ Seine tiefe Stimme kommt wieder durch und schickt einen Schauer durch meinen ganzen Körper. So sehr, dass mir schmerzhaft bewusst wird, wie sehr meine Muschi unter der Decke schon tropft. Verdammter Mist. Als ich Michelle nach dem Duschen erzählte, dass ich keine Schlafsachen dabeihatte, hatten sie und der Rest der Mädels aus dem Kappa-Omega-Haus mich praktisch mit Klamotten aus ihren Kleiderschränken überschüttet. Am Ende hatte ich mich für ein sackartiges schwarzes T-Shirt entschieden, das mir bis zur Mitte der Oberschenkel ging und auf dem in verblassten weißen Buchstaben GO
Sofort fahre ich im Bett hoch und fauche in die Dunkelheit: „Jade, kannst du bitte– AHH!“ Ein panischer Schrei entfährt meiner Kehle bei dem Anblick, der sich mir bietet. Es ist nicht Jade, die diese furchtbaren Geräusche macht. Verdammt, diese eiskalten Augen würde ich überall im Dunkeln wiedererkennen. „Trey?!“, ich klammere mich krampfhaft an die Decke vor meiner Brust. „Was zur Hölle machst du so spät in meinem Zimmer?!“ „Es ist nicht dein Zimmer, Schatz“, brummt Treys tiefe Stimme aus den Schatten. Und die merkwürdigen, feuchten Bewegungen gehen ohne eine Sekunde Unterbrechung weiter. „Was meinst du mit, es ist nicht mein– Oh.“ Ich greife nach dem Nachttisch und knipse die Lampe an, woraufhin der Raum sofort in ein warmes, oranges Licht getaucht wird. Es ist definitiv nicht mein Wohnheimzimmer. Bei dem riesigen Himmelbett, den gotischen Mahagonimöbeln und den schwarz-roten Vorhängen kommt die Erinnerung in einer schwindelerregenden Welle zurück. Ich bin im Kappa-Omega-Hau
„H-hier ist es!“, quiekt das Goth-Mädchen nervös und zeigt auf eine offene Schlafzimmertür am Ende des Flurs im zweiten Stock. Bevor einer von uns noch etwas sagen kann, dreht sie auf dem Absatz um und rennt den Flur zurück zur Treppe wie vom Hafer gestochen. Sobald ich sicher bin, dass ihre schnellen Schritte im Gang verhallt sind, fange ich wieder an zu zappeln. „Trey, lass mich sofort runter! Ich verlange das!“, schreie ich über seine Schulter und halte mit einer Hand krampfhaft meine Brille fest, damit sie nicht durch die Gegend fliegt und auf den Dielen zerschellt. Wenig überraschend ignoriert Trey meine wütenden Forderungen einfach. Er stößt die Tür auf, tritt sie hinter uns mit dem Stiefel zu und greift nach hinten, um abzuschließen. Er geht ein paar Schritte ins Zimmer und schmeißt mich mit einem unsanften Plumps mitten auf eine weiche Matratze. Ich krabbel rückwärts gegen das Kopfteil des Bettes und richte außer Atem meinen winzigen Faltenrock, während Trey über dem Fußen







