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87

Author: R-A-I-A
last update publish date: 2026-10-01 08:29:53

Kapitel 87

Dunkelrotes Blut tropfte langsam von den Knöcheln an Kaels rechter Hand und hinterließ verblassende Spuren auf dem Marmorboden. Der Mann ignorierte den brennenden Schmerz auf seiner Haut. Mit starren Schritten verließ er das leere Hauptschlafzimmer und ging durch den stillen Flur hinaus auf die Terrasse im zweiten Stock, die einen weiten Blick über den dunklen Garten bot.

Der Nachtwind blies stark und trug den Geruch der vom Regen getränkten Erde mit sich. Kael setzte sich auf das Ra
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    Kapitel 87Dunkelrotes Blut tropfte langsam von den Knöcheln an Kaels rechter Hand und hinterließ verblassende Spuren auf dem Marmorboden. Der Mann ignorierte den brennenden Schmerz auf seiner Haut. Mit starren Schritten verließ er das leere Hauptschlafzimmer und ging durch den stillen Flur hinaus auf die Terrasse im zweiten Stock, die einen weiten Blick über den dunklen Garten bot.Der Nachtwind blies stark und trug den Geruch der vom Regen getränkten Erde mit sich. Kael setzte sich auf das Rattan-Sofa in der Ecke der Terrasse. Auf dem kleinen Glastisch vor ihm standen eine halbvolle Flasche Rotwein und ein hohes Kristallglas.Ohne sich die Mühe zu machen, das Glas zu benutzen, griff Kael nach dem Flaschenhals und trank direkt aus der Flasche. Die bittere Wärme des Alkohols brannte in seinem Hals, doch diese Hitze reichte bei Weitem nicht aus, um die erdrückende Leere in seiner Brust zu füllen.Er lehnte den Kopf zurück und starrte in den sternenlosen Nachthimmel.„In meinem Alter …“

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    Kapitel 86Das Taxi, das durch die Nacht rasete, wurde zum stummen Zeugen der Zerstörung, die zurückgeblieben war. Hellena saß auf der Rückbank und lehnte ihren Kopf gegen das kalte, beschlagene Fenster. Das Bild von Kael, der starr unter den matten Straßenlaternen stand, verblasste allmählich, verschluckt vom Regenwasser, das an der Außenseite der Scheibe herunterlief.Kael war noch einige Schritte gerannt und hatte versucht, das Taxi mit den letzten Resten seines keuchenden Atems einzuholen. Doch als das Taxi beschleunigte, zerschlug es die Hoffnung des Mannes vollends. Kael blieb mitten auf dem verlassenen Bürgersteig stehen, von Kopf bis Fuß durchnässt, und verharrte reglos.Das Geräusch seines schweren Atems hallte heiser durch den leichten Nieselregen. Kael starrte geradeaus auf die leere Straße, auf der das Taxi verschwunden war, und ballte beide Fäuste fest zusammen.„Wenigstens … ist sie noch bereit, meine Sekretärin zu sein“, murmelte Kael leise mit extrem heiserer Baritons

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    Kapitel 85Hellenas Schritte, mit denen sie ihren Koffer über den regenassen Bürgersteig zog, kamen plötzlich zum Stehen, als von hinten hastige Schritte auf sie zustürzten. Noch bevor sie die Gelegenheit hatte, sich umzudrehen, schlangen sich zwei starke Arme fest um ihren kurvigen Körper und zogen sie in eine Umarmung, die ebenso verzweifelt wie besitzergreifend war.Kael umarmte sie von hinten, sein ganzer Körper bebte heftig. Er vergrub sein Gesicht in der Beuge von Hellenas Hals und Schulter und schüttete all die überwältigende Angst aus, die sein Herz zerfraß. Seine Umarmung war so fest und voller Verzweiflung, dass Hellena unter dem erdrückenden Druck auf ihrer Brust kaum atmen konnte.„Lass mich los, Chef Kael! Ich bekomme keine Luft!“, rief Hellena, die Stimme im Hals steckend, während sie darum kämpfte, den Griff der muskulösen Arme ihres Mannes zu lockern.Als Kael ihr gequältes Flehen hörte, lockerte er augenblicklich seinen Griff. Er drehte Hellena behutsam zu sich herum

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    Kapitel 84Die Nacht schritt weiter voran, begleitet von einem leichten Nieselregen, der allmählich nachgelassen hatte und eine Kälte hinterließ, die durch und durch ging. Das Taxi, in dem Hellena saß, hielt an einem Open-Air-Lokal für nächtliche Mahlzeiten. Reihen von hängenden gelben Lampen erhellten die ordentlich aufgestellten Holztische unter dem Nachthimmel. Hellena stieg aus dem Taxi und zog ihren mittelgroßen Koffer hinter sich her, während sie Ausschau nach einem freien Tisch in der ruhigsten Ecke hielt, weit weg von den anderen Gästen.Sobald sie saß, rief Hellena einen Kellner herbei. Ohne zu zögern zeigte sie auf mehrere Gerichte auf der Karte: eine große Portion gegrillte Rinderrippchen mit Honigglasur, knuspriges Backhähnchen mit scharfer Würzung, eine Schüssel heiße Rindersuppe, zwei Portionen warmen Dämpfreis und ein kaltes Getränk. Für Hellena war das wirksamste Mittel gegen ein gebrochenes Herz, all den Schmerz im Essen zu ertränken. Sie wollte die Leere füllen, die

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    Kapitel 83Als Hellena die Wendeltreppe hinunter zum Wohnzimmer im Erdgeschoss ging, fiel ihr Blick sofort auf die beiden Frauen, die gelassen auf dem langen Sofa saßen. Frau Hansel und Vivian Wheeler nippten ruhig an ihrem warmen Tee, noch immer gekleidet in die eleganten Abendkleider, die sie auf der Party getragen hatten.Hellenas schwere Schritte lenkten die Aufmerksamkeit von beiden auf sich. Vivian drehte sich als Erste um, und ein triumphierendes Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, als sie den Koffer in Hellenas Hand erblickte.„Na sieh mal an … da ist wohl endlich jemand zur Besinnung gekommen“, spottete Vivian und erhob absichtlich ihre Stimme, sodass sie durch den ganzen Raum schallte. „Du besitzt also doch noch ein Fünkchen Schamgefühl? Schließlich verlässt du dieses Haus endlich.“Frau Hansel stellte ihre Porzellantasse auf den Glastisch und sah Hellena mit einem kalten, starren Ausdruck an – ohne jede Spur jener Wärme, die sie einst als Schwiegermutter gezeigt h

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