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last update Fecha de publicación: 2026-05-21 14:41:24

Fredrics POV

Hochzeitstag – 8. August 2017

Meine Augen brennen vor Erschöpfung. Ich habe letzte Nacht keine einzige Minute geschlafen, weil meine Gedanken unaufhörlich um das kreisten, was heute passieren wird. Selbst als ich Paula anrief, brachte ich kein Wort heraus. Ich bin ein einziges Chaos — ich hätte nie gedacht, dass diese Hochzeit tatsächlich so schnell stattfinden würde.

„Fredric, bist du bereit?“

Das ist schon das zweite Mal, dass meine Großmutter mich fragt — mit einer Stunde Abstan
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  • Die Rache seiner unattraktiven Ehefrau   139

    Matildas POVMein Telefon vibriert auf dem Schminktisch. Der Bildschirm leuchtet auf und zeigt Enzos Namen.11:47 Uhr nachts. Enzo ruft um diese Zeit nie an, es sei denn, es liegt ein Notfall vor.Ich nehme den Anruf entgegen. „Ja?“„Wir haben ein Problem.“ Seine Stimme war ruhig, aber hinter diesem Ton verbarg sich eine Spannung. „Frederick hat einen Privatdetektiv engagiert. Sein Name ist Gerald Vance.“Mein Herz hörte für eine Sekunde auf zu schlagen. „Vance? Der Detektiv, der vor fünf Jahren den Fall der italienischen Mafia übernommen hat?“„Exakt. Und er steht kurz davor, unsere Verbindung zum Athel-Institut aufzudecken.“Ich stand auf und begann, im Schlafzimmer dieses viel zu großen Anwesens auf und ab zu gehen. „Wie nah ist er drangekommen?“„Sehr nah. Er hat die Routing-Nummer der Zahlungsabwicklung für die Operation zurückverfolgt. Und er weiß, dass sie von den Konten von PSD Health stammt. Ihm fehlen nur noch wenige Tage, um das Aufnahmedatum der Patientin mit der Nacht von

  • Die Rache seiner unattraktiven Ehefrau   138

    FREDRICS POVAus Fredericks PerspektiveDer Regen in New York wäscht niemals etwas rein. Er macht die Straßen nur rutschig und lässt die Sünden dieser Stadt noch schwerer abwaschen.Ich saß hinter meinem Schreibtisch aus Mahagoniholz und starrte den Mann mir gegenüber lange an. Gerald Vance. Der Privatdetektiv, dem ich eine Summe gezahlt hatte, die einem gewöhnlichen Menschen den vorzeitigen Ruhestand ermöglichen würde. Er sah mitgenommen aus — sein Hemd war zerknittert, seine Augen rot von Schlafmangel, und seine Zigarettenkippen lagen verstreut auf meinem sonst so sterilen Schreibtisch.Aber die Umgangsformen waren mir in dieser Nacht völlig egal.„Sie sagten, Sie hätten etwas, Vance“, sagte ich. Meine Stimme war ruhig. Kein Zittern mehr. Keine betelnde Verzweiflung mehr. „Sprechen Sie. Vergeuden Sie nicht meine Zeit.“Vance antwortete nicht sofort. Er nahm einen tiefen Zug von seiner Zigarette und ließ dann eine dicke, schwarze Akte auf meinen Schreibtisch fallen. Das Geräusch des

  • Die Rache seiner unattraktiven Ehefrau   137

    MATHILDAS POVIch hätte heute nicht herkommen sollen.Das war der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schoss, als Enzos Auto vor dem Tor des Smith-Jones-Anwesens hielt. Der Himmel über New York war trist und grau, als würde er um Sünden trauern, die noch gar nicht begangen worden waren.„Bist du sicher, dass du allein hineingehen willst?“, fragte Enzo vom Beifahrersitz aus. Seine Stimme klang neutral, doch er verbarg dahinter eine tiefe, brodelnde Sorge.„Ich muss. Rosa hat mich persönlich eingeladen. Wenn ich ablehne, wird ihr das nur noch mehr Verdacht erregen.“Enzo stieß einen Seufzer aus. „Sei vorsichtig. Rosa ist keine gewöhnliche Frau. Sie hat Tausende vor sich lügen sehen. Ein einziger kleiner Fehler, und sie wird es herausfinden.“„Ich weiß.“Aber ich wusste gar nichts. Eigentlich wusste ich überhaupt nichts von alledem.Am Haupteingang wurde ich von Ammy mit einem Lächeln empfangen, das fast schon zu perfekt wirkte. „Willkommen, Miss Helena. Lady Rosa erwartet Sie bereits

  • Die Rache seiner unattraktiven Ehefrau   136

    FREDRICS POVDie Manilamappe in meinen Händen fühlte sich an wie eine Zeitbombe, deren Countdown bereits lief.Ich stand vor den doppelten Holzflügeltüren von Rosas Arbeitszimmer im privaten Trakt des Anwesens. Mein Herz schlug in einem unregelmäßigen Takt, als wolle es sich von innen heraus durch meine Rippen brechen. Meine Handflächen waren kaltnass, was die Oberfläche der Mappe glitschig werden ließ.Ich hatte dieses Szenario in meinem Kopf Hunderte Male durchgespielt, seit ich Gerald Vances Büro am Morgen des Vormittags zuvor verlassen hatte. Ich stellte mir vor, wie Rosa schreien würde. Sie würde mich für verrückt erklären. Sie würde mich wieder ohrfeigen, genau wie vor einer Woche, und mir befehlen, aufzuhören, dem Schatten meiner toten Frau hinterherzulaufen. Sie würde mir sagen, dass dies nur eine Begleiterscheinung des Entzugs, des Schocks und der Schuldgefühle sei, die mit meinem Verstand spielten.Ich wünschte, sie würde wütend werden. Denn Wut war mir vertraut. Wut konnte

  • Die Rache seiner unattraktiven Ehefrau   135

    POV MATILDAEnzos Wagen hielt um punkt drei Uhr nachmittags vor dem eisernen Tor des Anwesens der Familie Smith-Jones. Ich starrte durch das Glas der Autofenster lange auf das majestätische Bauwerk und hatte das Gefühl, als würde meine Brust von einer riesigen, unsichtbaren Hand zusammengedrückt.Schwanke nicht. Du bist Helena. Du bist nicht Matilda. Matilda ist auf dem Grund jenes Abgrunds gestorben.„Bist du bereit?“, fragte Enzo und sah mich vom Nebensitz aus an. Seine Stimme war ruhig, aber hinter seinem ebenmäßigen Ton verbarg sich eine verdeckte Spannung.„Ich bin immer bereit.“Ich log.Ich war nicht bereit. Kein Mensch ist jemals bereit, an den Ort zurückzukehren, an dem er einst gequält, gedemütigt und wie Müll weggeworfen wurde. Aber ich war kein Mensch mehr. Ich war Helena. Die Waffe, die Enzo in den letzten drei Monaten geschliffen hatte.Das Tor öffnete sich mit einem schweren Summen. Enzos Fahrer steuerte den Wagen langsam über die gepflasterte Auffahrt, die mit Blumen g

  • Die Rache seiner unattraktiven Ehefrau   134

    POV FREDRICKIch hätte nicht hier sein sollen.Das war der erste Gedanke, der mir in den Sinn kam, als ich im 28. Stock des Smith-Jones Towers vor der Tür von Antonios Büro stand. Meine Hände steckten tief in den Hosentaschen, und ich spürte meinen unregelmäßigen Herzschlag — nicht wegen irgendwelcher Entzugserscheinungen, sondern wegen etwas viel Beschämenderem.Eifersucht.Dieses Wort drehte sich in meinem Kopf wie eine kaputte Kassette. Ich hasste es. Ich hasste die Tatsache, dass dieses Wort überhaupt in meinem Kopf aufgetaucht war. Aber ich konnte es nicht mehr leugnen.Ich klopfte an die Tür.„Herein“, kam Antonios Stimme von drinnen. Ebenmäßig. Kalt. Wie immer.Ich öffnete die Tür und trat ein. Sein Büro war klein und vollgestopft, mit Stapeln von Skizzen und Stoffrollen in jeder Ecke. Antonio stand vor seinem Schreibtisch, hielt einen Bleistift in der Hand und musterte eine Schneiderpuppe mit kritischem Blick.Er drehte sich um, als er das Geräusch der sich öffnenden Tür hörte

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