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Kapitel 35: Der Garten

Author: Epiphany
last update publish date: 2026-10-12 20:28:03

Kapitel 35

Der Anruf kam mitten am Nachmittag.

Ich saß aufrecht im Bett und ging Fondstransfers durch, als Kais Telefon aufleuchtete. Er nahm ab, hörte ein paar Sekunden zu, und sein Gesicht veränderte sich.

„Wie schlimm?“

Eine Pause. Sein Kiefer spannte sich an.

„Ich bin unterwegs.“

Er legte auf und griff nach seiner Jacke. Rafe erschien in der Tür, als wäre er schon informiert worden.

„Victor hat die Jersey-Lieferung getroffen“, sagte Kai. „Munition. Die wichtige. Die ganze Ladung ist komprom
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    Ich stand im Türrahmen im schwarzen Nachthemd und wartete.Kai sah mich an, als wäre er getroffen worden. Rafe starrte auf den Boden. Das Loch in der Wand roch noch nach Schießpulver. Die Waffe lag zwischen ihnen auf dem Schreibtisch.„Raus“, sagte Kai.Rafe ging ohne ein Wort. Die Tür fiel zu.Kai bewegte sich eine Sekunde lang nicht. Seine Augen wanderten von meinem Gesicht zu den dünnen Trägern an meinen Schultern zu dem Saum, der mitten am Oberschenkel endete. Dann zurück zu meinen Augen.„Was hast du an.“„Kleidung.“„Das ist keine Kleidung.“ Seine Stimme war niedrig. Rau. „Das bist du, die nach einem Schuss in mein Arbeitszimmer kommt in etwas, das dich kaum bedeckt.“Ich warf einen Blick auf das Loch in der Wand. „Was ist passiert?“„Jemand hat vergessen, wer hier das Sagen hat. Ich habe ihn erinnert.“ Er erklärte nichts weiter. „Du hättest einen Bademantel anziehen können.“„Ich wollte keinen Bademantel.“Die Stille dehnte sich. Er ging langsam um den Schreibtisch herum. Blieb

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    Er ließ meinen Arm erst los, als wir wieder im Schlafzimmer waren.Die Tür fiel härter zu, als nötig. Kai warf seine Schlüssel auf den Tisch und drehte sich zu mir um. Staub klebte noch an seinen Stiefeln. Seine Jacke lag um meine Schultern und er machte keine Anstalten, sie zurückzunehmen.„Setz dich.“Ich setzte mich auf die Bettkante. Er blieb stehen.„Du hast das Zimmer verlassen“, sagte er.„Ich brauchte Luft.“„Du brauchtest Luft in einem dünnen Hemd, während die Temperatur fiel und außer der Perimeterwache niemand wusste, wo du warst.“„Die Wachen waren bei mir.“„Die Wachen bin nicht ich.“ Seine Stimme blieb niedrig, aber es war kein Nachgeben darin. „Zwei Wochen nach einer Kugel. Einen Monat schwanger. Und du sitzt draußen, als wäre das hier ein normales Haus in einem normalen Leben.“Ich zog die Jacke enger um mich. „Hast du die Lieferung geregelt?“„Einen Teil davon. Victor hat die Hauptladung getroffen. Wir haben Ware und Zeit verloren. Ich habe dafür gesorgt, dass die Leu

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    Kapitel 35Der Anruf kam mitten am Nachmittag.Ich saß aufrecht im Bett und ging Fondstransfers durch, als Kais Telefon aufleuchtete. Er nahm ab, hörte ein paar Sekunden zu, und sein Gesicht veränderte sich.„Wie schlimm?“Eine Pause. Sein Kiefer spannte sich an.„Ich bin unterwegs.“Er legte auf und griff nach seiner Jacke. Rafe erschien in der Tür, als wäre er schon informiert worden.„Victor hat die Jersey-Lieferung getroffen“, sagte Kai. „Munition. Die wichtige. Die ganze Ladung ist kompromittiert. Ich muss hin.“„Du gehst?“Er sah mich an. Eine Sekunde lang antwortete er nicht.„Ich will nicht. Aber ich kann das nicht von hier aus regeln. Rafe kommt mit. Du hast ein volles Detail am Haus. Niemand rein oder raus ohne Freigabe.“„Wie lange?“„So lange, wie es dauert, das Chaos zu bereinigen und sicherzustellen, dass er versteht, was passiert, wenn er meine Lieferketten anfasst.“ Er kam zum Bett, legte eine Hand an die Seite meines Gesichts und küsste mich hart und kurz. „Du bleibst

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    Ich war noch dabei, die Fondskonten durchzugehen, als Kai mit Rafe hinter sich wieder ins Zimmer kam.Diesmal setzte er sich nicht. Er stand am Fußende des Bettes, Telefon in einer Hand, die andere schon nach mir ausgestreckt, als wäre es automatisch. Seine Finger strichen über mein gutes Handgelenk und blieben dort liegen, der Daumen suchte meinen Puls.„Wir warten nicht länger“, sagte er.Rafe legte einen neuen Ordner auf die Matratze. Dicker als der letzte.„Victors Stille endet heute“, fuhr Kai fort. „Er will still werden und zusehen, wie wir Schatten hinterherjagen? Gut. Ich jage nicht. Ich schneide.“Ich sah den Ordner an, dann ihn. Mein Magen drehte sich schon wieder, dieselbe scharfe Leere vermischt mit der übriggebliebenen Übelkeit vom Morgen. Die Hormone ließen alles zu nah an der Oberfläche sitzen. Eine Minute konnte ich mich auf Zahlen konzentrieren. Die nächste wollte ich den Laptop durch den Raum werfen oder weinen, ohne einen klaren Grund.„Was machst du?“ fragte ich. M

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    Die Übelkeit traf am nächsten Morgen hart.Eine Sekunde lang war ich noch halb schlafend, die nächste drehte sich mein Magen so heftig, dass ich die Decke zurückschob und rannte. Das Badezimmer war nur ein paar Schritte vom Bett entfernt, aber es fühlte sich an wie die längste Strecke, die ich je zurückgelegt hatte. Ich schaffte es gerade noch zur Toilette, bevor alles hochkam.Kai wachte mit einem Ruck auf. Matratze, die sich verschob. Barfüßige Schritte auf dem Boden. Er war hinter mir, bevor ich fertig war – eine Hand, die mein Haar zurücknahm und festhielt, die andere an der Wand über mir. Er sagte kein Wort. Blieb einfach, bis das Würgen aufhörte und ich zitternd über der Schüssel hing, die Augen brannten, der Hals roh, der Geschmack noch im Mund.Hormone. Dr. Mendez hatte gesagt, der erste Monat könne hart sein. Niemand hatte gesagt, dass es sich anfühlen würde, als hätte mein Körper über Nacht die Seiten gewechselt. Eine Minute krank. Die nächste leer und hungrig. Emotionen so

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