LOGINElena stand erstarrt am Fenster, ihre Hand gegen das kalte Glas gedrückt, ihr Herz klopfte gegen ihre Rippen.
Die Präsenz, die sie gespürt hatte, war unverkennbar – dunkel, kalt, uralt. Es lauerte an den Rändern ihres Bewusstseins, ein Schatten, der sich weigerte, verbannt zu werden. Sie hatte gedacht, dass das Licht es vollständig gereinigt hatte. Sie hatte gedacht, sie sei frei. Aber jetzt wusste sie die Wahrheit. Die Dunkelheit war immer noch in ihr. Es war nie wirklich weggegangen.
Die Reise durch die gefrorene Wildnis war hart und unversöhnlich.Elena ritt an der Vorderseite des kleinen Konvois, ihr Körper in Pelze gehüllt, ihr Atem vernebelte in der kalten Luft. Die Berge stiegen um sie herum, ihre Gipfel waren mit Schnee bestäubt, ihre Hänge waren mit alten Kiefern bedeckt. Der Wind heulte durch die Täler und trug den Duft von Frost und Kiefer.Sie war seit drei Tagen geritten und hatte immer noch keine Ahnung, wohin sie ging.Die Dunkelheit in ihr pulsierte mit jedem Schlag ihres Herzens, eine ständige Erinnerung an den Kampf, den sie kämpfte. Es flüsterte ihr zu: Macht versprechen, Freiheit versprechen, Rache versprechen. Es wollte, dass sie nachgibt, sich ergibt, das Monster umarmt, das sie wird.Kaelen ritt neben ihr, seine Obsidianaugen auf ihr Gesicht gerichtet. Er hatte kaum gesprochen, seit sie die Zitadelle verlassen hatten; sein Schweigen war ein schweres Gewicht zwischen ihnen. Sie wusste, dass er sich Sorgen machte, dass er sie auf Anzeichen von D
Elena stand erstarrt am Fenster, ihre Hand gegen das kalte Glas gedrückt, ihr Herz klopfte gegen ihre Rippen.Die Präsenz, die sie gespürt hatte, war unverkennbar – dunkel, kalt, uralt. Es lauerte an den Rändern ihres Bewusstseins, ein Schatten, der sich weigerte, verbannt zu werden. Sie hatte gedacht, dass das Licht es vollständig gereinigt hatte. Sie hatte gedacht, sie sei frei. Aber jetzt wusste sie die Wahrheit. Die Dunkelheit war immer noch in ihr. Es war nie wirklich weggegangen.Kaelen bewegte sich hinter ihr, seine Stimme war weich vor Schlaf. "Elena? Was machst du? Komm zurück ins Bett."Sie drehte sich nicht um. Sie konnte nicht. Wenn sie ihn ansehen würde, würde sie brechen. "Mir geht es gut. Konnte einfach nicht schlafen. Geh wieder schlafen."Sie hörte ihn aufstehen, spürte seine Wärme, als er sich ihr näherte. Seine Hände fanden ihre Schultern und drehten sie sanft zu ihm. "Dir geht es nicht gut. Ich kann es fühlen. Was ist los?"Elen
Die Erste Dunkelheit schrie, als das Licht sie verzehrte, ihre Form löste sich in nichts auf.Der Klang war schrecklich, ein Schrei reiner Böswilligkeit, der durch die Leere hallte und die Grundlagen der Existenz zu erschüttern schien. Elena stand in der Mitte des Abgrunds, ihr Körper war in silberblauem Licht gekleidet, ihre Augen loderten vor Kraft, von der sie nie wusste, dass sie sie besaß. Die Schatten zogen sich zurück, zischten wie verwundete Schlangen und zogen sich in die entlegensten Ecken der Leere zurück. Die Ketten, die sie gefesselt hatten, zerbrachen und fielen wie Staub weg; ihr kalter Griff wurde schließlich gebrochen."Elena!" Kaelens Stimme durchbrach das Chaos, verzweifelt und roh, erfüllt von Angst und Hoffnung in gleichem Maße. Er eilte auf sie zu, seine Arme streckten nach ihr, seine Obsidianaugen loderten vor verzweifelter Erleichterung.Sie drehte sich zu ihm um, ihre silberblauen Augen begegneten seinem Obsidianblick. Ein Lächeln breitete sich über ihre Lippe
Der Schatten blieb in der Ecke, seine kalten Augen waren auf Elena gerichtet.Sie starrte es an, ihr Herz klopfte, ihr Atem kam in flachem Keuchen. Das Mondlicht strömte durch das Fenster und warf silberne Muster über den Boden, aber die Dunkelheit in der Ecke schien das Licht zu absorbieren und weigerte sich, verbannt zu werden. Es war geduldig: warten, beobachten.Neben ihr bewegte sich Kaelen, sein Arm umklammerte ihre Taille. "Elena? Was fehlt Ihnen? Du zitterst."Sie konnte nicht sprechen. Ihre Stimme war in ihrer Kehle gefangen, erstarrt vor Angst. Der Schatten bewegte sich, seine Form windete sich und verdrehte sich, und sie spürte, wie ihr ein kalter Schauer über den Rücken lief."Elena." Kaelens Stimme war jetzt schärfer, dringender. Er setzte sich auf, seine Augen untersuchten den Raum. "Was ist das? Was siehst du?"Elena fand endlich ihre Stimme, kaum ein Flüstern. "Der Schatten. Es ist zurück. Es
Der Wiederaufbau begann am nächsten Morgen ernsthaft.Elena stand vor der Morgendämmerung auf; ihr Körper schmerzte immer noch, ihr Geist war immer noch von Erinnerungsfragmenten getrübt, die sich weigerten, sich an Ort und Stelle zu setzen. Aber sie weigerte sich, im medizinischen Flügel zu bleiben. Es gab noch Arbeit zu erledigen, und sie ließ ihre Leute nicht allein in die Zukunft gehen, während sie sich in Komfort ausruhte. Sie zog ihre königlichen Roben an. der Stoff war schwer an ihren Schultern, die Krone fühlte sich nach so vielen Tagen auf ihrem Kopf fremd an. Sie ging zielstrebig durch die Korridore der Zitadelle, ihre Schritte hallten vom alten Stein wider.Der Schaden der Schlacht war überall - gerissene Wände, zerbrochene Fenster, Brandflecken, die Geschichten von Feuer und Wut erzählten. Der Geruch von Rauch verweilte immer noch in der Luft, eine bittere Erinnerung an das, was verloren gegangen
Der medizinische Flügel der Zitadelle war still, das einzige Geräusch war das leise Summen heilender Magie, das wie ein sanfter Herzschlag durch die alten Steine pulsierte.Elena lag in einem Bett aus weißer Seide, ihr Körper war verbunden, ihre Augen waren geschlossen. Der Kampf mit der Ersten Dunkelheit hatte ihr alles genommen - ihre Stärke, ihre Macht, ihren Willen zu kämpfen. Sie war als Sieger hervorgegangen, aber die Kosten waren höher gewesen, als sie es sich je hätte vorstellen können. Die Heiler hatten unermüdlich gearbeitet, ihre Hände leuchteten mit goldenem Licht, ihre Stimmen skandierten uralte Beschwörungen. Aber selbst sie konnten das Verlorene nicht vollständig wiederherstellen. Die Schatten hatten ihre Spuren auf ihrer Seele hinterlassen, tief und dauerhaft.Kaelen saß neben ihr, seine Hand umklammerte ihre, seine Obsidianaugen auf ihr Gesicht gerichtet. Er hatte ihre Seite nicht verlassen, seit sie aus dem Abgrund zurückgekehrt waren. Er konnte nicht. Der Gedanke, d







