LOGINElena erwachte in der Dunkelheit.Für einen Moment wusste sie nicht, wo sie war. Die Decke war ungewohnt. Die Laken unter ihr waren weich. Die Luft roch nach Kräutern und Kerzenwachs.Dann traf der Schmerz sie.Es war kein körperlicher Schmerz, er war tiefer, schärfer. Ein hohler Schmerz in ihrer Brust, wo früher etwas Lebenswichtiges war.Die Bindung. Die Bindung war weg.Sie setzte sich auf, ihr Kopf drehte sich. Selena war neben ihr, ihr Gesicht war von Sorge gesäumt."Du bist wach", atmete Selena. "Danke den Sternen."Elenas Kehle war trocken. "Kaelen". Ist er -""Er lebt." Selenas Stimme war sanft. "Der Fluch ist gebrochen". "Er erholt sich."Elenas Herz stieg in die Höhe und stürzte dann ab. Er war am Leben. Aber sie hatte ihre Bindung abgebrochen. Sie
Elenas Schrei hallte durch das Tal wie ein verwundetes Tier.Sie stürzte sich auf Aldric; ihr weißer Wolf bildete eine Unschärfe von Wut und Trauer. Ihre Krallen fanden seine Kehle, ihre Reißzähne schlossen sich um seinen Hals. Sie biss mit jeder Unze Kraft, die sie besaß.Blut spritzte über ihr Gesicht. Aldrics Körper wurde schlaff.Aber sie hörte nicht auf. Sie konnte nicht aufhören. Sie riss immer wieder in ihn hinein, bis nichts mehr übrig war als ein Fruchtfleisch aus Fleisch und Knochen."Elena!"Selenas Stimme durchschnitt den roten Dunst. Elenas Kopf schnappte nach oben. Ihre Sicht klärte sich.Kaelen lag auf dem Boden, seine Brust war blutgetränkt, sein Gesicht blass wie Asche.Elena verwandelte sich wieder in die menschliche Form und kletterte auf seine Seite. "Kaelen!" "Kaelen, bleib bei mir!"Seine Augen flattern auf, unkonzentriert, glasig. "Elena", flüsterte er, seine Stimme kaum hörbar. "Ich wusste, dass du kommen würdest.""Sprich nicht." "Beweg dich nicht." Sie drückt
Die Vertragsunterzeichnung war ein Triumph.Elena stand an der Stelle der großen Halle und beobachtete, wie sich Vertreter jeder Fraktion dem Tisch näherten. Lukanische Adlige, Rudel-Alphas, Schurkenlehrer, menschliche Diplomaten – sie traten einer nach dem anderen vor, ihre Hände ruhig, ihre Augen hoffnungsvoll.Das Pergament lag vor ihnen, seine Worte sorgfältig ausgearbeitet, seine Versprechen bindend.Selena war die Erste, die unterschrieb; ihre Hand war trotz des anhaltenden Zitterns in ihren Fingern ruhig. Sie trat zurück, ihre silber blauen Augen trafen auf Elenas."Für die Zukunft", flüsterte sie.Elena nickte, ihr Herz schwoll an.Kaelen unterschrieb als Nächstes; seine Unterschrift war mutig und entschlossen. Dann die Packung Alphas. Dann die Schurken Führer. Dann die Diplomaten.
Die Zitadelle fühlte sich jetzt anders an.Elena ging durch die Korridore, ihre Schritte hallten vom alten Stein wider. Die Wände trugen immer noch die Narben von geknacktem Mauerwerk, Versennspuren, Blutflecken, die kein Schrubben vollständig auslöschen konnte. Aber auch die Leute, die diese Korridore füllten, waren anders. Sie gingen größer. Ihre Augen hatten weniger Angst.Überlebende. Alle von ihnen.Sie fand sich im Garten wieder, umgeben von Lilys leuchtenden Blumen. Die Blütenblätter schimmerten im verblassenden Licht und warfen sanfte Schatten über das Gras. Es war friedlich hier. Ruhig. Eine kleine Tasche der Schönheit in einer Welt, die so viel Hässlichkeit gesehen hat.Kaelen erschien neben ihr, seine Hand fand ihre. "Du warst den ganzen Tag still.""Ich denke nur nach." Sie lehnte sich an ihn, ihr Kopf
Der Frieden dauerte genau drei Wochen.Elena stand im Garten und beobachtete, wie Lily eine welkende Rose wieder zum Leben erweckte. Die Blütenblätter entfalteten sich, leuchtend rot, leuchtend mit einem sanften goldenen Licht. Lily kicherte, ihr kleines Gesicht errötete vor Stolz."Schau, Mama!" "Ich habe es wieder schön gemacht!"Elena kniete nieder und küsste die Stirn ihrer Tochter. "Du machst alles schön, Baby. Du hast eine Gabe."Leo stürmte über den Garten, seine kleinen Fäuste erhoben. "Mama!" Mama! Ich habe den Trainingsdummy geschlagen! Ich habe zwölf Versuche gebraucht, aber ich habe es geschafft!"Elena lachte und zog ihn in eine Umarmung. "Das ist mein starker Junge." "Ich bin so stolz auf dich."Die Zwillinge strahlten, ihre silber-goldenen Augen leuchteten vor Freude. Für einen Moment verga
Elena stand auf dem höchsten Turm der Zitadelle und beobachtete den Horizont.Der Himmel war violett gequetscht, die Wolken schwer mit unvergießenem Regen. Irgendwo hinter den fernen Bergen versammelte sich Garricks Armee. Tausende von Schurken, vereint durch Hass und Verzweiflung, bereiteten sich darauf vor, mit allem zu marschieren, was sie gebaut hatten.Kaelen erschien neben ihr, seine Hand fand ihre. "Die Pfadfinder berichten, dass sie nach Westen ziehen." "Sie werden die Außengrenzen im Morgengrauen erreichen.""Dawn." Elenas Stimme war hohl. "Wir haben eine Nacht.""Eine Nacht ist genug." Sein Griff wurde fester. "Wir sind bereit." Die Wände sind verstärkt. Die Truppen sind in Position. "Was auch immer kommt, wir werden uns dem gemeinsam stellen."Elena drehte sich zu ihm um, ihre silber blauen Augen suchten nach ihm. "Was ist, wenn wir verlieren







