LOGINAuf dem Sterbebett erfuhr Ellie die grausame Wahrheit: Dominic, der mächtige Wolfskönig und ihr Ehemann, hatte seit ihrer Jugend nie sie gewollt, sondern ihre Stiefschwester Vivian. Er hatte nicht nur ihre Liebe verraten. Noch bevor sie starb, konnte er es kaum erwarten, Vivian zu seiner Luna-Königin zu krönen. Doch das Schicksal schenkte Ellie eine zweite Chance. Mit achtzehn Jahren wiedergeboren, weigerte sie sich, weiterhin das dumme Mädchen zu sein, das Dominic blind hinterherlief. Nur erwartete sie nicht, dass auch Dominic sich veränderte. Und langsam zeigte sich, dass das, was in ihrem früheren Leben geschah, längst nicht so einfach war ...
View MoreWarum fällt es Vivian leichter, diese Rolle zu übernehmen, als Ellie?Bei diesem Gedanken glitt mein Blick zu der Schreibtischschublade, in der der Vertrag lag. Ohne nachzudenken, zog ich ihn heraus und schlug die Seite mit der Klausel auf, die Ellie ursprünglich so wütend machte.Lange betrachtete ich den Wortlaut. Versuchte, ihn aus Ellies Sicht zu lesen.Sie hatte recht. Es klang tatsächlich, als wollte ich sie an mich fesseln und ihre Gesundheit von unserer Ehe abhängig machen.Vielleicht war das in jenem Moment sogar meine Absicht. Vermutlich aus Angst. Denn tief in mir fürchtete ich, von ihr verlassen zu werden, und wollte mich davor schützen.Doch vielleicht trieb ich sie damit am Ende nur selbst von mir fort.Ich holte tief Luft und umfasste die Ränder des Vertrags. Das Papier knisterte unter meinen Fingern. Mit einer einzigen Bewegung konnte ich es zerreißen. Dann wäre es vorbei. Wenn sie wirklich nicht bei mir bleiben wollte, konnte ich ihr die Entscheidung selbst überl
Dominics SichtIch saß in meinem Arbeitszimmer und lauschte dem Regen. Es war ein kalter, grauer Tag. Die dunklen Wolken verhießen sintflutartigen Regen, vermutlich bis zum nächsten Tag.Seltsamerweise bekam ich Ellie an diesem Tag bisher kein einziges Mal zu Gesicht.Aber vielleicht lag das daran, dass ich nicht wirklich nach ihr suchte.Ihre jüngsten Stimmungsschwankungen zerrten zunehmend an meinen Nerven, so ungern ich auch zugab, wie sehr mich das mitnahm.Ich wollte ihr keinen Vorwurf machen. Ich wusste, dass die Formulierungen im Vertrag und in meinen Gelübden verwirrend und leicht misszuverstehen waren.Doch verdammt, warum hörte sie mir nicht einfach zu?Und warum musste ich Vivian für sie einspringen lassen? Ellie versprach doch, mir zu helfen.Mit diesen Gedanken im Kopf starrte ich auf die Seite vor mir, ohne die Worte wirklich wahrzunehmen. Da klopfte es an der Tür meines Arbeitszimmers. Ein leises, leichtes Klopfen. Mein Beta war das nicht.Ich horchte auf und fr
Ellies SichtDas war Karma.Das war mein erster Gedanke, als ich wenige Augenblicke später erwachte und gegen das blasse Licht anblinzelte, das durch die Baumkronen über mir fiel.Genau das bekam ich dafür, dass ich mich auf Vivian einließ. Wegen eines verdammten Wildschweins lag ich nun mitten im Wald im Sterben.Eigentlich war es beinahe lächerlich. In meinem früheren Leben starb ich an einer Wunde, die mir die für Dominic bestimmte Klinge eines Attentäters zufügte. Jetzt jagte ich einem Wildschwein hinterher, ohne jeden vernünftigen Grund, nur um es Vivian heimzuzahlen. Und das sollte mich nun das Leben kosten.Kein Messer mit vergifteter Spitze, sondern ein abgebrochener Hauer und ein über neunzig Kilo schweres Säugetier.Dumm. Dumm, dumm, dumm.Kurz darauf setzte der Schmerz ein und drängte diese Gedanken zu einem bloßen Hintergrundrauschen zurück. Er war unerträglich, pochte Welle um Welle durch meinen Körper. Ich stöhnte und versuchte, meine Beine zu bewegen, doch das lin
„Ich kümmere mich darum“, sagte ich.Die beiden Krieger sahen mich an. „Luna?“„Ich habe schon oft gejagt.“ Ich aß meinen Toast auf, leckte mir die Butter von den Fingern und wandte mich ab. Dabei entdeckte ich eine Angestellte im Türrahmen. „Kannst du bitte etwas frisches Gemüse im Garten ernten?“, fragte ich. „Vor allem Karotten. Ich finde, ein Braten heute Abend klingt hervorragend.“„Ja, Luna“, sagte die Frau und eilte davon.Ich redete mir ein, dass ich mich damit keineswegs an Vivian rächen wollte. Wir brauchten einfach etwas Vernünftiges zum Abendessen – etwas, das Dominic auch wirklich mochte.Doch während ich mich anzog und für die Jagd bereit machte, wusste ich tief in mir, dass sich wieder mein Konkurrenzdenken meldete....Der Wald war still. Nur das Wasser tropfte durch die Zweige auf den mit Kiefernnadeln bedeckten Boden. Im Regen wirkte alles grüner, die Konturen klarer. Der Geruch von Erde und kühler Luft drang mir in die Nase.Leise bewegte ich mich geduckt vor











