Die Wiedergeburt der Luna-Königin

Die Wiedergeburt der Luna-Königin

By:  Caroline Above StoryOngoing
Language: Deutsch
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Auf dem Sterbebett erfuhr Ellie die grausame Wahrheit: Dominic, der mächtige Wolfskönig und ihr Ehemann, hatte seit ihrer Jugend nie sie gewollt, sondern ihre Stiefschwester Vivian. Er hatte nicht nur ihre Liebe verraten. Noch bevor sie starb, konnte er es kaum erwarten, Vivian zu seiner Luna-Königin zu krönen. Doch das Schicksal schenkte Ellie eine zweite Chance. Mit achtzehn Jahren wiedergeboren, weigerte sie sich, weiterhin das dumme Mädchen zu sein, das Dominic blind hinterherlief. Nur erwartete sie nicht, dass auch Dominic sich veränderte. Und langsam zeigte sich, dass das, was in ihrem früheren Leben geschah, längst nicht so einfach war ...

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Chapter 1

Kapitel 1

Ellies Sicht

Ich wusste, dass ich im Sterben lag, und mein einziger Wunsch war es, meinen Gefährten Dominic noch ein letztes Mal zu sehen. Aber ...

„Luna, der Alpha ... ist sehr beschäftigt“, sagte meine Zofe Abigail.

„Bitte ...“ Meine Stimme brach. „Sag ihm einfach, dass seine Gefährtin stirbt.“

Abigail zögerte, mich allein zu lassen, aber als ich sie erneut drängte, nickte sie und verließ weinend das Zimmer.

Als sich kurz darauf die Tür öffnete, machte mein Herz einen Sprung. Das musste Abigail mit Dominic sein!

Aber es war meine Stiefschwester Vivian, die hereinkam. Sie trug ein elegantes weißes Kleid, hielt meine goldene Tiara in der Hand und grinste selbstgefällig.

Fassungslos und verwirrt starrte ich sie an.

„Wie fühlst du dich, Schwester?“, fragte sie voller Spott. „Schade, dass du meine Krönung zur Luna verpasst hast. Ich weiß, Dominic hätte dich liebend gern dabei gehabt.“ Behutsam setzte sie sich die Krone auf und fuhr gierig mit einem Finger darüber.

Ich stöhnte vor Schmerz auf, während das Gift von meiner Stichwunde an der Seite nach oben kroch. „Was meinst du damit?“

„Ich meine“, zischte sie wie eine Schlange, „dass Dominic gar nicht abwarten konnte, bis du tot bist, um mich an deine Stelle zu setzen.“

Mein Kopf begann zu dröhnen, und für vielleicht zehn Sekunden konnte ich rein gar nichts hören.

Tief in meinem Inneren wusste ich, dass ich Dominic schon immer hinterherlief, während er mich nur mit kühler Gleichgültigkeit behandelte.

Selbst als wir mit achtzehn auf dem Paarungsball erfuhren, dass wir Schicksalsgefährten waren, war seine Reaktion pure Enttäuschung gewesen. Ich erinnerte mich daran, wie sich sein Kiefer anspannte, als er erkannte, dass die Mondkönigin mich für ihn erwählt hatte.

„Ich schätze, wir haben keine Wahl“, sagte er danach. Diese Worte schnitten tiefer als jede Klinge.

Ich redete mir ein, dass es nach unserer Verbindung besser werden würde.

Aber nun lag ich im Sterben und sehnte mich nach seiner Nähe, während er meine Stiefschwester Vivian krönte?

Und das, obwohl ich seinetwegen starb?

Wie konnte Dominic nur so grausam sein?

Ich erinnerte mich noch genau an den Angriff vor einer Woche. Ein Attentäter tauchte lautlos mit einem Messer aus der Dunkelheit auf. Er hatte es auf Dominic abgesehen.

Dominic stand kurz vor seiner Krönung zum Wolfskönig, und in den letzten Jahren machte er sich etliche Feinde. Wir nahmen benachbarte schwächere Rudel auf, bis wir das am schnellsten wachsende, stärkste und erfolgreichste Rudel im ganzen Reich waren.

Beim Anblick des Attentäters schrie jeder meiner Instinkte nur eines: Beschütze deinen Gefährten. Ich stieß Dominic aus dem Weg und fing den Angriff ab, der ihm galt.

Einem tödlichen Treffer konnte ich ausweichen, und die Wachen stürmten sofort herein, um den Angreifer zu überwältigen. Aber als Dominics Leibarzt meine Wunde untersuchte, offenbarte sich die grausame Wahrheit. Die verräterische Schwellung und die roten Linien, die meinen Hals hinauf und meinen Arm hinunterkrochen, bewiesen es: Die Klinge des Attentäters war mit tödlichem Eisenhut vergiftet.

Trotz der unermüdlichen Bemühungen unserer besten Rudelärzte verschlechterte sich mein Zustand drastisch. Innerhalb weniger Tage verfiel ich von einer gesunden, jungen Frau zu einem sterbenden Wrack, das sich kaum noch rühren konnte.

In den ersten Tagen kam Dominic tatsächlich regelmäßig ans Krankenbett. Zum ersten Mal schenkte er mir fast schon zärtliche Blicke und Berührungen. Aber dann endeten seine Besuche abrupt. Je länger ich darüber nachdachte, desto ruheloser wurde ich.

„Ich werde zu ihm gehen.“ Mühsam stemmte ich mich auf und schwang die Beine über die Bettkante. Ich lag im Sterben, aber verdammt noch mal, ich musste Dominic ein letztes Mal sehen und die Antworten fordern, die er mir schuldete.

Aber Vivian versperrte mir den Weg.

„Spar dir deine Energie, Ellie. Du weißt genau, dass Dominic dich nie als seine Gefährtin wollte. Er hat dich nur benutzt, als er herausfand, dass ihr Schicksalsgefährten seid. Geliebt hat er immer nur mich. Er wollte lediglich mein Leben nicht gefährden.“ Sie lächelte spöttisch. „Ich hätte deinen Platz ohnehin eingenommen, selbst wenn du überlebt hättest.“

„Du lügst.“

Aber es tat verdammt weh zuzugeben, dass ihre Worte erschreckend viel Sinn ergaben. Dominic brachte meiner kleinen Schwester stets mehr Geduld, mehr Zeit und mehr Mitgefühl entgegen als seiner eigenen verdammten Gefährtin. Der Schmerz kroch unerbittlich höher in meine Brust.

Vivian lachte leise und zog ein kleines Aufnahmegerät aus der Tasche. „Du glaubst mir nicht? Hör selbst.“

Sie drückte auf Wiedergabe, und Dominics tiefe Stimme drang aus dem Gerät: „Ich werde dich zu meiner Luna-Königin machen. So hätte es von Anfang an sein sollen ... “

Der Schock traf mich so hart, dass ich zurück auf die Matratze sackte. Vivian schaltete die Aufnahme hastig ab und begegnete meinem entsetzten Blick mit einem eisigen Lächeln.

„Siehst du, große Schwester? Dominic hat dich nie geliebt. Du bist viel zu erbärmlich und bedürftig.“

Tränen füllten meine Augen, während sich der Schmerz wie ein Schraubstock um mein Herz legte. Die violetten Adern des Eisenhuts erreichten meinen Hals und schnürten mir die Kehle wie eine Schlinge zu. Bevor ich das Gehörte überhaupt verarbeiten konnte, stürmte Abigail herein.

„Luna!“, rief sie weinend. „Ihre Mutter!“

Meine Mutter? Sie war bisher jeden Tag an meiner Seite und blieb stets bis Mitternacht. Ich wunderte mich bereits, wo sie heute steckte.

Vivians Miene wurde extrem selbstgefällig. „Mutter hatte natürlich Einwände gegen meine Krönung. Sie hat eine riesige Szene gemacht, geschrien und mit Dingen geworfen. Dominic ließ sie dafür verhaften.“

Was?

„Sie wird wegen Widerstand gegen die Krönung und Ketzerei vor Gericht gestellt.“

Der Eisenhut schnürte mir die Luft ab, oder vielleicht war es auch pure Verzweiflung. „Nein ... “, wimmerte ich.

Es war völlig unmöglich, dass Dominic so etwas anordnete. Sicherlich log Vivian. Jeden Moment würde meine Mutter durch diese Tür treten und mich in meinen letzten Minuten festhalten.

Aber sie kam nicht. Abigails verzweifelter Gesichtsausdruck bestätigte Vivians Worte restlos: Meine Mutter wurde verhaftet.

Mir fehlte selbst die Kraft zum Weinen. Richtiggehend nach Luft ringend, krallte ich die Hände in meine Brust und glitt in einem Wirrwarr aus Decken vom Bett zu Boden. Abigail schrie auf und stürzte an meine Seite. Vivian wich hastig einen Schritt zurück, nun gezwungen, das Sterben ihrer Stiefschwester und Luna mitanzusehen.

Durch den immer dichter werdenden Schleier des Todes drang plötzlich Lärm an mein Ohr. Dominic stürmte ins Zimmer, dicht gefolgt von einer Krankenschwester. Er brüllte wild durcheinander, und Vivian brach in Tränen aus. Ich durchschaute dieses gespielte Schluchzen sofort, denn genauso täuschte sie unsere Eltern immer.

Dominic riss mich in seine Arme und flüsterte mir etwas zu, aber ich war bereits zu weit weg, um ihn noch zu verstehen.

Die Welt verblasste zu Schwarz, und mein Herz schlug ein letztes, qualvolles Mal. Ich war tot.

Mein letzter Gedanke, bevor die Dunkelheit mich endgültig verschlang, war ein Wunsch – ein verzweifelter, rasender Wunsch, alles anders machen zu können und sie für ihre Taten büßen zu lassen. Ich wollte eine zweite Chance.

Dann hörte ich es.

Ring! Ring! Ring!

Ein Wecker. Schrill und unerbittlich.

Keuchend riss ich die Augen auf und sah Sonnenlicht durch vertraute Fenster strömen. Ich war ... zurück in meinem Elternhaus.

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