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Kapitel 20

Author: Faithful
last update publish date: 2026-11-05 10:44:30

Bills Sicht

Ich könnte vor Wut fast mit einer einzigen Bewegung alles von meinem Schreibtisch fegen. Serena hat sich seit der Scheidung wirklich verändert. Sie ist jetzt viel mutiger als früher.

Sie geht nicht an mein Telefon, was für sie völlig untypisch ist. Ich versuche es erneut, doch diesmal ist die Leitung besetzt. Spricht sie etwa schon mit einem anderen Mann?

Wenn ich mir Serenas Verhalten in letzter Zeit so ansehe, könnte Doris tatsächlich recht gehabt haben. Es ist schon ärgerlich gen
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    Bills SichtIch könnte vor Wut fast mit einer einzigen Bewegung alles von meinem Schreibtisch fegen. Serena hat sich seit der Scheidung wirklich verändert. Sie ist jetzt viel mutiger als früher.Sie geht nicht an mein Telefon, was für sie völlig untypisch ist. Ich versuche es erneut, doch diesmal ist die Leitung besetzt. Spricht sie etwa schon mit einem anderen Mann?Wenn ich mir Serenas Verhalten in letzter Zeit so ansehe, könnte Doris tatsächlich recht gehabt haben. Es ist schon ärgerlich genug, dass Calvin ein Auge auf sie geworfen hat. Aber jetzt scheint sie auch noch auf der Suche nach reichen Männern zu sein.Ich balle die Hand zur Faust. Es fällt mir schwer zu akzeptieren, dass sie so schnell über mich hinweg ist. Unsere drei Ehejahre scheinen ihr nichts mehr zu bedeuten, als hätte sie sie mühelos einfach hinter sich gelassen.Als ich aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hatte ich insgeheim gehofft, Serena zu Hause anzutreffen. Ich dachte, sie würde bereit sein, die Scheidung z

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    Serenas SichtIch starre ein paar Minuten lang auf mein Handy und frage mich, warum zum Teufel Bill mich ausgerechnet jetzt anruft.Als Mom meinen verwirrten Gesichtsausdruck bemerkt, beugt sie sich besorgt zu mir. „Was ist los, Schatz? Wer ruft denn an?“„Ach, nur meine Freundin Stevie. Sie will wahrscheinlich wissen, ob ich gut angekommen bin“, lüge ich, in der Hoffnung, damit weitere Fragen zu Bill zu vermeiden. Das Letzte, was ich jetzt gebrauchen kann, ist, dass Dad wieder in Rage gerät.Nachdem ich aufgegessen habe, stehe ich auf und wende mich an meine Eltern. „Mom, Dad, die Reise war ziemlich anstrengend. Wäre es okay, wenn ich mich eine Weile in meinem alten Zimmer ausruhe?“„Natürlich, Schatz“, antwortet Dad und nickt.Ich lächle die beiden an. „Danke. Und Mom, danke noch mal für mein Lieblingsessen. Es war köstlich.“Als ich die Treppe hinaufgehe, klingelt mein Handy schon wieder. Ich murmele vor mich hin: „Im Ernst? Was will er denn jetzt? Vielleicht geht es um die Scheidun

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    Serenas SichtStevie wartet vor der Toilettenkabine, während ich mir die Seele aus dem Leib kotze.Ich höre ein sanftes Klopfen an der Tür. „Brauchst du Hilfe? Ich kann dir die Haare zurückhalten, wenn du möchtest“, bietet Stevie an.„Nein, schon gut“, antworte ich. „Ich schaffe das. Ich hab schließlich genug Übung.“Als ich fertig bin, wische ich mir den Mund ab und atme tief durch. Ich hatte befürchtet, Stevie würde mir übel nehmen, dass ich ihr nichts von dem Baby erzählt hatte.Doch da lag ich falsch.Kaum komme ich aus der Kabine, schließt Stevie mich fest in die Arme.„Stevie, weinst du etwa?“, frage ich, als ich die Tränen in ihren Augen bemerke.Sie löst sich ein Stück von mir und lächelt. „Natürlich weine ich, du Dummchen! Ich werde Tante!“„Oder du wirst die Patentante meines Babys. Ich weiß, dass du dich um mein Kind kümmern würdest, falls mir etwas zustoßen sollte“, sage ich.Stevie lächelt und erwidert: „Das wäre wundervoll! Ich meine, die Patentante deines Babys zu sein,

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    Serenas SichtMir war nie bewusst, wie weit ich mich durch meine Ehe mit Bill von meinem früheren Leben entfernt hatte, bis ich Stevie zwischen den Müsliregalen und dem Kaffee im Supermarkt über den Weg lief.Ich war gerade auf dem Weg zum Kaffee, als ich sie entdeckte. Stevie. Sie sah noch genauso aus wie damals zu unserer Collegezeit. Gerade schaute sie auf ihr Handy und lachte.Einen Moment lang zögerte ich, dann beschloss ich, auf sie zuzugehen.„Stevie?“, rief ich. „Lange nicht gesehen.“Sie drehte sich um und schien überrascht, mich zu sehen. Für einen Augenblick schwiegen wir beide, dann rief sie: „Serena! Ich glaub's ja nicht! Was machst du denn hier?“Sie nahm mich in die Arme und freute sich sichtlich, mich wiederzusehen. Doch das brachte mich erst recht aus dem Konzept.„Bist du denn gar nicht sauer auf mich?“, platzte ich heraus, ohne meine Verwirrung verbergen zu können. Schließlich hatten wir seit meiner Hochzeit mit Bill keinen Kontakt mehr gehabt.Stevie schüttelte läc

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    Serenas SichtAuf halbem Weg aus dem Krankenhaus fällt mir ein, dass Calvins Geschenk noch in Bills Zimmer liegt. Aber ich kann unmöglich zurückgehen. Nicht nach all den Demütigungen, die Bill mir an den Kopf geworfen hat.Ich kann mir schon vorstellen, was passieren würde. Wenn ich wegen des Geschenks zurückgehe, wird Bill mir wahrscheinlich gleich wieder vorwerfen, dass ich es auf seinen Onkel abgesehen habe. Dabei hat er mir nicht einmal die Gelegenheit gegeben, ihm zu erklären, dass ich das Geschenk von Anfang an gar nicht annehmen wollte.Ich will wirklich nichts mit Calvin zu tun haben. Nach all dem Ärger, den ich in den letzten drei Jahren mit seiner Familie hatte, warum sollte ich weiterhin irgendeinen Kontakt zu ihnen pflegen? Und wenn ich mich mit Calvin einlasse, muss ich mir nur wieder die gehässigen Bemerkungen von Elena und Claire anhören.Aber jetzt, da ich von Bill geschieden bin, muss ich ihnen zum Glück nie wieder begegnen. Vielleicht kann ich endlich wieder zur Ruhe

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    Serenas Sicht„Du bist so ein Arschloch, Bill“, sage ich mit unbewegter Miene.Ich spüre, wie mir das Gesicht heiß wird, doch ich lasse mir nichts anmerken. Er benimmt sich wieder wie früher und versucht, mich mit seinen Worten zu provozieren. Aber wenn er dieses Spiel spielen will, kann ich das genauso gut.Verächtlich schnaube ich. „Na und, wenn ich einen Sugardaddy habe? Was geht dich das an? Wir sind schließlich geschieden.“Bills Kiefermuskeln spannen sich an, und seine Augen verengen sich leicht. „Jetzt verstehe ich. Du hast also schon dein nächstes Opfer im Visier.“„Was soll das heißen?“, frage ich und fordere ihn auf, sich zu erklären.„Du ziehst also durch die Gegend und machst reiche Männer an“, fährt Bill mich an. „Tja, weißt du was? Ich habe mehr Geld als all diese Idioten zusammen!“Woher kommt das plötzlich? Noch nie hat Bill mir vorgeworfen, ihn betrogen zu haben. Und jetzt stellt er mich auch noch als geldgierige Schlampe hin.„Denkst du wirklich so von mir?“, frage ic

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