LOGINSydneys POV:Sydneys lauter Schrei hallte durch den gewaltigen Thronsaal. Ihre Schreie waren eine verzweifelte Mischung aus Qual, Unglauben und Schmerz.Selbst jetzt, während sie auf dem Marmorboden des Thronsaals lag, konnte sie nicht glauben, dass man sie tatsächlich erwischt hatte.Über ihr stand Lucien. Sein Blick war verengt und von Zorn erfüllt. Sein Körper strahlte jene stille, pulsierende Ruhe aus, die einem Sturm unmittelbar vorausging. Seine Wut brodelte so dicht unter der Oberfläche seiner Aura, dass selbst die Wachen vor dem Thronsaal ihre Positionen verändern mussten, um sich weit genug von ihm zu entfernen und nicht davon beeinflusst zu werden.Lucien hatte ihre Hände inzwischen mit langen Eisenketten fesseln lassen. Sie klirrten, während Sydney verzweifelt versuchte, sich daraus zu befreien.„Das könnt Ihr mir nicht antun!“, schrie sie. Ihre Stimme war noch immer von Unglauben erfüllt. „Ich bin die Tochter eines Ältesten!“Lucien blinzelte nicht einmal. Sein feuriger Bl
Roses POV:Das Geflecht selbst mochte sanft sein, wenn man es mit geschickten Fingern führte, doch sobald man es dazu zwang, wurde es unbändig.Und genau jetzt raste es mit solcher Wucht durch Rose, dass sie aufschrie.Um sie herum lag die Kammer im Halbdunkel. Abgesehen von Arias flachem, regelmäßigem Atem war es vollkommen still.Rose saß gerade an Arias Bett und presste ihre zitternden Hände fest gegen deren Stirn. Ihre Haut fühlte sich feucht und kalt an, ihr Gesicht war blass, und während sie das Geflecht mit mehr Kraft vorantrieb, als sie jemals zuvor aufgebracht hatte, schrie alles in ihrem Inneren vor Anstrengung.Sie hielt inne und atmete tief aus, während sie sich darauf vorbereitete, noch tiefer in Arias Geflecht einzutauchen.Sie schloss die Augen, holte tief Luft und griff mit ihrer anderen Hand tiefer in das Geflecht hinein.Augenblicklich durchströmte Wärme ihre Finger. Die Stränge des Geflechts krochen wie geschmolzenes Licht ihre Arme hinauf. Die Luft um sie herum sch
Sydneys POV:Sydneys Tag verlief großartig. Fantastisch sogar.Heute Morgen waren die Gerüchte noch nichts weiter als das gewesen – bloße Gerüchte. Aber jetzt? Jetzt, da sich die Nachricht verbreitet hatte, dass Lucien Alpha Orions Kopf auf dem steinernen Boden des Schlosses zerschmettert hatte, sah die Sache ganz anders aus.Die meisten Rudelmitglieder hatten begonnen, den Gerüchten Glauben zu schenken.Denn warum sonst hätten die beiden kämpfen sollen? Und die wenigen Bediensteten, die sich während des Kampfes in den Schatten versteckt gehalten hatten, waren inzwischen alle hervorgekommen und hatten erzählt, was sie gehört hatten.Und je mehr sie erzählten, desto mehr Menschen glaubten den Gerüchten.In diesem Moment kannte Sydneys Freude keine Grenzen.Deshalb hüpfte sie gerade fröhlich vor sich hin, als sie die Türen aufstieß und ins Haus ihrer Schwester stürmte.„Riley!“, rief sie mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Wo bist du?“„Hier“, ertönte eine Stimme aus dem hinteren Tei
Lyras POV:Ihr Tag mochte schlecht begonnen haben, doch in dem Moment, als sie Lucien aus den Schatten treten und unter dem schwachen Kerzenlicht erscheinen sah, lächelte sie. Vor allem, weil sie wusste, dass sie nun eine echte Chance hatte, von hier wegzukommen.Wenn Aria auf sie zugeschritten wäre, hätte sie Angst gehabt.Doch Lucien war ein Mann.Und sie wusste, wie man Männer kontrollierte.Zumindest hatte sie das geglaubt – bis ihr Körper hart gegen die Wand geschleudert wurde.Unglaube und Wut überfluteten sie, als sie sich vom Boden hochdrückte.Sie blickte auf, und ihre Augen weiteten sich, als sie sah, wie Lucien mühelos ein Gitter auseinander riss, das sie nicht einmal hatte bewegen können.Als er eintrat, hielt sie den Atem an.Zum ersten Mal in ihrem Leben tobte eine Emotion in ihr, die sie niemals hatte richtig einordnen können – zumindest bis zu diesem Augenblick.Eifersucht.Sie war verborgen, tief und intensiv. Aber sie war da. Und jetzt begann Lyra zu begreifen, dass
Zu sagen, Lucien sei stinksauer gewesen, wäre ungefähr so, als würde man behaupten, der Ozean sei ruhig.Nein, er hatte die Grenze dessen, was man als „stinksauer“ bezeichnen konnte, längst überschritten.Der Ausdruck „rasender Tornado“ reichte nicht einmal annähernd aus, um seinen Zustand zu beschreiben.Selbst seine Wachen, die beiden Männer, denen man seine Sicherheit anvertraut hatte, waren so verängstigt, dass sie noch immer wie angewurzelt in der Kammer standen. Beide hatten viel zu große Angst, auch nur einen Muskel zu bewegen, um ihm zu folgen.Auf seinem Weg zum Gefängnis des Clawholds – dem Kerker – begegnete Lucien nicht einmal einem einzigen Diener.Warum auch?Seine Aura war so gefährlich und feurig, dass die Wölfe ihm bereits aus hundert Metern Entfernung aus dem Weg rannten.Als er schließlich das große Eisentor des Kerkers erreichte, zitterten den dort postierten Wachen die Knie, und ihre Hände waren kraftlos.Sie versuchten alle, sich vor ihm zu verbeugen, doch selbst
Roses POV:Roses Tag verlief großartig, bis die Gerüchte über einen stattfindenden Kampf die Runde machten. Genau in diesem Moment schlugen ihre Instinkte Alarm.Es dauerte nicht lange, bis sich die Gerüchte bestätigten. Innerhalb weniger Minuten wusste jeder einzelne Wolf und jeder Mensch im Clawhold, dass Lucien gegen Orion Thorne gekämpft und gewonnen hatte.Zunächst waren viele Menschen skeptisch gegenüber dieser Nachricht. Doch als sie sahen, wie die Thorne-Wölfe praktisch davonrannten, während sie das Rudel verließen, begannen sie, es zu glauben.Rose hätte sich ehrlich gesagt nicht weiter für den Kampf interessiert, wenn ihre Instinkte nicht so heftig angeschlagen hätten. Sie begann zu vermuten, dass noch etwas anderes geschehen war, etwas, das in den Gerüchten nicht erwähnt wurde.Ihr Verdacht bestätigte sich, als zwei Wachen grob auf sie zukamen und ihr mitteilten, dass sie im Thronsaal gebraucht wurde. Für einen kurzen Moment überlegte sie, wie ihre Chancen standen, wenn sie







