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Kapitel 103

Author: Judith GW
Jasons Perspektive

Das Jagdritual war beendet, und ich hatte den ersten Platz belegt. Eigentlich hätte es eine Feier oder zumindest ein Festmahl geben sollen, doch der Alpha-König würdigte meinen Sieg mit keinem Wort. Nicht einmal ein Lob bekam ich von ihm. Sein Schweigen nagte an mir. Ich hatte mich gegen die stärksten Alphas aller Rudel behauptet, und trotzdem schien ihm das nichts zu bedeuten.

Die anderen Rudelführer reisten bald ab, da sie keinen Grund hatten zu bleiben. Mein Vater hingege
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    Nolans PerspektiveIch war etwa auf halbem Weg durch den Korridor zum Büro des Alpha-Königs, als ich dicht hinter mir schnelle Schritte hörte. Ich blickte zurück und sah Solon um die Ecke kommen. Er hatte es eilig. Sobald er mich erkannte, verengten sich seine Augen.„Warum sind Sie hier?“, fragte er. „Mein Vater hat nach mir gerufen.“„Der Alpha-König hat mich zu sich bestellt“, sagte ich knapp.Solon verlangsamte seinen Schritt, bis er neben mir ging, und beobachtete mich, als wartete er darauf, dass ich etwas zugab. „Das ist ungewöhnlich. Warum sollte er Sie hierhaben wollen?“„Das können Sie ihn selbst fragen“, sagte ich und verdrehte die Augen. „Ich befolge nur Befehle.“„Und seit wann befolgen Sie Befehle?“, fragte Solon. Auf seinen Seitenhieb ging ich nicht ein. „Wenn Sie glauben, dass Sie diese Gelegenheit nutzen können, um meiner Schwester näherzukommen, irren Sie sich.“„Ich bin hier, weil der Alpha-König es verlangt hat“, sagte ich. „Mehr nicht.“Wir erreichten die D

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    Jasons PerspektiveDas Jagdritual war beendet, und ich hatte den ersten Platz belegt. Eigentlich hätte es eine Feier oder zumindest ein Festmahl geben sollen, doch der Alpha-König würdigte meinen Sieg mit keinem Wort. Nicht einmal ein Lob bekam ich von ihm. Sein Schweigen nagte an mir. Ich hatte mich gegen die stärksten Alphas aller Rudel behauptet, und trotzdem schien ihm das nichts zu bedeuten.Die anderen Rudelführer reisten bald ab, da sie keinen Grund hatten zu bleiben. Mein Vater hingegen blieb noch da. Die Untätigkeit des Alpha-Königs frustrierte ihn sichtlich.„Du solltest jetzt zum Alpha-König gehen“, sagte er. „Du hast dir diesen Sieg verdient. Nutz ihn. Fordere deine Belohnung ein und besiegle die Ehe mit der Prinzessin.“„Der Zeitpunkt ist falsch“, widersprach ich.„Was soll das heißen? Du hast gewonnen. Die Belohnung steht dir zu“, entgegnete mein Vater.„Talia wurde entführt“, begann ich.„Nicht schon wieder“, sagte mein Vater. „Diese Omega ist unwichtig. Auf die P

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    Rudolfs PerspektiveAls ich das Zimmer betrat, erstarrte ich. Nolan saß neben dem Bett und hielt Talias Hand. Sobald er mich sah, ließ er sie los und wich zurück. Della räusperte sich und lachte nervös.„Ich, ähm, hole noch mehr Eis“, sagte sie schnell, schlüpfte an mir vorbei und verließ das Zimmer.Ich ging auf Nolan zu, packte ihn am Hemdkragen und zog ihn hoch. „Ich habe Ihnen ganz klar gesagt, dass Sie sich von ihr fernhalten sollen. Was machen Sie hier?“, knurrte ich.Nolans Miene blieb ausdruckslos, doch ein Zucken seines Auges verriet seinen Ärger. Er packte mein Handgelenk und löste meine Hand von seinem Kragen. „Ich habe Della gedroht, damit sie mich hereinlässt. Ich wollte sehen, wie es Talia geht, und nach Hinweisen auf die abtrünnigen Wölfe suchen.“„Hinweise? Mit dieser Lüge wollen Sie es also versuchen?“, schnaubte ich. „Was haben Sie denn erwartet zu finden? Diese Station wurde bereits durchsucht. Sie werden hier nichts entdecken, indem Sie neben ihr sitzen.“„Ich

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    Nolans PerspektiveSolon verließ das Krankenhaus erst spät am Abend. Die Wachen an den Eingängen waren wachsam, doch ich kannte ihre Abläufe inzwischen auswendig und schlich mühelos an ihnen vorbei. Lautlos kletterte ich die Außenwand hinauf und zog mich bis in den zweiten Stock.Della hatte ihr Wort gehalten. Das Fenster zu Talias Zimmer war nicht verriegelt. Ich schob es auf und schlüpfte hinein.Della stand am Bett. Sie nahm den Lappen von Talias Stirn und tauchte ihn wieder in eine Schüssel mit Eiswasser. Als sie mich sah, verengten sich ihre Augen. „Sie sind spät“, sagte sie.„Ich bin gekommen, sobald ich konnte“, erwiderte ich.„Sie haben nur zehn Minuten. Wenn Solon früher zurückkommt, erwarte ich, dass Sie sich aus dem Fenster werfen. Sonst müssen wir beide mit den Konsequenzen rechnen“, erklärte Della.„Verstanden“, sagte ich.Mein Blick fiel auf Talia. Ihre Haut war blass und feucht. Schläuche führten von ihren Armen zu den Geräten neben ihrem Bett, die gleichmäßig pie

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    Nolans POVDrei Tage waren vergangen, und Talia war immer noch nicht aufgewacht. Die Berichte waren stets gleich: Ihr Zustand war stabil, aber sie blieb bewusstlos.„Wir müssen bei ihr sein. Wenn wir an ihrer Seite wären, würde sie aufwachen“, schmollte mein Wolf.Ich hasste dieses Gefühl der Hilflosigkeit.Ich knirschte mit den Zähnen. Die Erinnerung daran, wie meine Hand um Vikis Hals geschlungen war, verfolgte mich. Ich hätte sie in diesem Moment töten sollen. Ich hatte mich entschieden, sie zu verschonen, weil ich glaubte, sie würde als Einzelgängerin nicht lange überleben, da ich sicher war, die Silverfang-Krieger würden sie finden. Leider waren sie inkompetenter, als ich gedacht hatte. Nun war Viki frei, versteckt und immer noch gefährlich, während Talia immer noch bewusstlos in ihrem Krankenhausbett lag. Jedes Mal, wenn ich den Moment wieder durchlebte, nagte die Reue an mir.„Du wirst schon noch lernen, auf mich zu hören, du sturer Narr“, schimpfte mein Wolf.Der Alpha-Kö

  • Die unfruchtbare Luna – Eine zweite Chance   Kapitel 99

    Talias POVAls ich die Augen öffnete, war ich von Dunkelheit umgeben.Ich schwebte in einer leeren Leere, in der mich nur Stille und bruchstückhafte Erinnerungen begleiteten. Ich rief in die Leere, doch niemand antwortete. War ich tot?Dann durchfuhr mich eine Erinnerung. Die Hände der Schurken waren rau auf meiner Haut gewesen. Ihre Krallen rissen an meinem Kleid, während Viki vergnügt zusah. Ich erinnerte mich an denjenigen, der seine Krallen in mich grub und meinen Schrei genoss. Seine Augen glühten vor Hunger, und sein Atem war heiß auf meinem Gesicht.Ich fühlte mich, als würde ich erneut gefoltert. Das Geräusch von reißendem Stoff und das Echo von Vikis grausamem Lachen wiederholten sich, bis ich glaubte, wahnsinnig zu werden. Die Angst packte mich so fest, dass ich daran erstickte.Dann, plötzlich, verschwanden Schmerz und Angst. Doch ich schwebte immer noch in der Dunkelheit. Das musste der Tod sein. Vielleicht war es so besser. Doch der Gedanke, nie wieder jemanden zu seh

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