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Kapitel 126

Author: Judith GW
Jasons Perspektive

Das Mittagessen mit Vater verlief normalerweise ruhig, doch heute wirkte er beinahe zufrieden. Es machte mich nervös, ihn so gut gelaunt zu sehen.

„Genieß den Moment, solange er anhält“, sagte mein Wolf, und ich konnte ihm nur zustimmen.

Wir hatten kaum angefangen zu essen, als es kräftig an der Tür klopfte. Beta Logan trat ein und verbeugte sich.

„Alpha Jason. Ältester Michael. Der Alpha-König bittet Sie beide, um zwölf Uhr in sein Büro zu kommen“, sagte er.

Vater nahm e
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    Nolans PerspektiveIch wachte mit hämmerndem Herzen auf, und Schweiß klebte mir im Nacken. Einen Moment lang wusste ich nicht, wo ich war. Es dauerte noch einen Augenblick, bis der Albtraum weit genug verblasst war, dass ich wieder klar denken konnte.Diesmal ging es nicht um meinen Vater. Es ging um Talia. Sie lag am Boden, und Jason hielt sie unter sich fest, während seine Zähne an ihrem Hals waren. Im Traum kam ich zu spät. Ich sah, wie seine Fangzähne in ihre Haut sanken.Allein der Gedanke daran, dass Jason ihr ein Gefährtenmal geben könnte, ließ Wut in meiner Brust auflodern.Ich setzte mich auf und fuhr mir mit einer Hand übers Gesicht. Mein Wolf knurrte in mir. Er war unruhig und wütend.‚Du hättest ihn töten sollen‘, knurrte mein Wolf. ‚Du solltest zu Ende bringen, was du angefangen hast, bevor er wieder freikommt.‘„Nein“, murmelte ich. „Ich werde Talia nicht die Gelegenheit nehmen, selbst Rache zu üben.“‚Nein, er ist eine zu große Bedrohung‘, knurrte mein Wolf.Ich

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    Talias PerspektiveIch starrte ihn an und wusste nicht, was ich darauf antworten sollte.„Willst du Nolan?“, fragte Colin erneut.„Ich weiß es nicht … Ich hatte keine Kontrolle über mich. Es war nicht richtig“, murmelte ich.„Das habe ich dich nicht gefragt“, sagte Colin.Ich öffnete den Mund, doch es kam keine Antwort heraus. Ich hatte keine Ahnung, wie ich es erklären sollte. Einen Moment lang konnte ich ihn nicht ansehen.„Ich … bin mir nicht sicher“, sagte ich schließlich.„Du musst jetzt nicht antworten“, sagte Colin. „Ich möchte nur, dass du darüber nachdenkst. Frag dich selbst, warum du dich geschämt hast, als du gemerkt hast, dass es Jason und nicht Nolan war.“Ich sah auf meine Hände hinunter und zwang mich, mich zu entspannen. Colin verurteilte mich nicht. Er wollte mir nur helfen, meine Gedanken zu ordnen.Colin fuhr fort: „Es ist gut, dass Nolan derjenige war, der dich gerettet hat.“Ich sah wieder auf. „Warum sagst du das?“„Weil er getan hat, was ein anständige

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    Talias PerspektiveFast unmittelbar nachdem Della das Badezimmer verlassen hatte, bereute ich, dass ich sie angeschrien hatte.Je mehr ich an ihr Gesicht dachte, als ich sie anfuhr, desto schwerer fiel es mir, mich zusammenzureißen. Ich schluchzte weiter. Jeder Schluchzer ließ meine Brust ein wenig mehr schmerzen.Ich blieb in der Badewanne, bis das Wasser kalt geworden war. Ich hatte nicht die Kraft aufzustehen, bis ich vor Kälte zu zittern begann. Als ich schließlich aufstand, wickelte ich mich in ein Handtuch und ging langsam zurück in mein Zimmer.Mondgöttin, wie sehr wünschte ich, meine Wölfin wäre wieder da. Ich brauchte wirklich jemanden zum Reden. Sie würde mich beruhigen oder mir zumindest sagen, was ich tun sollte.Ich zog ein großes T-Shirt an und betrachtete wieder mein Spiegelbild. Ich sah schon besser aus, war aber noch immer blass. Frustriert stöhnte ich auf, schleuderte meinen Stuhl quer durchs Zimmer und begann wieder zu schluchzen.„Warum? Warum passiert mir das

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    Talias PerspektiveIch saß auf der Kante des Krankenbettes und hasste Jason mit einer Intensität, die ich noch nie zuvor empfunden hatte. Die Wut lag schwer in meiner Brust und machte mir das Atmen schwer. An mir fühlte sich alles falsch an. Ich konnte weder die Erinnerung an seine Hände auf meinem Körper abschütteln noch daran, wie mein Körper reagiert hatte, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte.Mondgöttin, wie sehr wünschte ich, Nolan wäre derjenige gewesen, der mich berührt hatte.Ich wollte aus dem Bett aufstehen, die Krankenstation verlassen und duschen. Doch als ich mich hochdrückte, gaben meine Beine nach. Meine Knie landeten nur deshalb auf der Matratze statt auf dem Boden, weil Solon mich rechtzeitig auffing und wieder hochzog.„Du stehst noch nicht sicher“, sagte er.„Ich will nicht hierbleiben“, sagte ich. „Ich muss hier raus. Ich muss duschen. Ich muss –“Wieder sackte ich zusammen. Ich hasste es, wie schwach ich mich fühlte, doch gerade diese Schwäche bestärkte mi

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    Talias PerspektiveMeine Augen öffneten sich flatternd. Bei dem grellen Licht von der Decke verzog ich das Gesicht. Es fühlte sich an, als wäre mein ganzer Körper in schwere Gewichtsdecken gewickelt. Der Geruch von Desinfektionsmittel verriet mir sofort, dass ich in der Krankenstation war.„Was zum Teufel ist diesmal passiert?“, murmelte ich und blinzelte, damit sich meine Augen an das Licht gewöhnen konnten. Langsam hatte ich es wirklich satt, ständig in der Krankenstation aufzuwachen.Neben mir scharrte leise ein Stuhl über den Boden. Solon beugte sich vor und legte die Arme auf den Rand des Bettes. Er sah erschöpft aus. Sein Haar war zerzaust, und unter seinen Augen lagen dunkle Ringe.„Der Mondgöttin sei Dank, du bist wach“, sagte Solon.Ich versuchte, mich aufzusetzen, doch mein Körper wehrte sich dagegen. Ich fühlte mich schwach, und meine Arme waren leicht taub. Ich sank wieder gegen das Kissen und schloss für einen Moment die Augen.„Was … ist passiert?“, fragte ich.Mei

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    Nolans PerspektiveSobald ich mit Talia auf den Armen aus dem Café trat, stellte ich die Gedankenverbindung zu Marco her. Er antwortete sofort.‚Alpha?‘‚Finde Solon und Leslie. Sag ihnen, sie sollen mich sofort in der Krankenstation treffen‘, sagte ich. ‚Talia steckt in Schwierigkeiten. Danach gehst du ins Café und holst Jasons Getränk. Bring es zur Untersuchung in die Krankenstation.‘‚Was ist passiert?‘, fragte Marco.‚Jason hat sie unter Drogen gesetzt‘, erwiderte ich. ‚Er hat ihre Läufigkeit vorzeitig ausgelöst.‘Ich spürte Marcos Wut durch die Gedankenverbindung.‚Ich kümmere mich darum‘, antwortete er.Ich beendete die Gedankenverbindung und konzentrierte mich darauf, Talia zu meinem Wagen zu tragen. Ihre Haut brannte an meinem Hals, und bei jedem Atemzug ging ihr Atem zitternd. Sie hatte aufgehört, mich zu küssen, und war bewusstlos geworden. Trotzdem murmelte sie immer wieder meinen Namen. Alles in mir wollte sie zurück in mein Zimmer bringen und für mich beanspruchen,

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