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Chapter two

Author: Scarletwrites
last update Petsa ng paglalathala: 2026-10-13 14:19:23

Kapitel zwei

Kaias POV

Ich erinnere mich nicht daran, entschieden zu haben zu rennen.

Meine Beine bewegten sich einfach – reiner Instinkt, roher Terror – stolperten über Wurzeln, wichen Ästen aus, der Atem schnitt mir von innen heraus die Brust auf. Das Lachen der Abtrünnigen verfolgte mich durch die Bäume, höhnisch, bösartig, hungrig.

Meine Wölfin winselte nutzlos, ihre Stimme flackerte wie ein sterbender Funke.

Wir können ihnen nicht entkommen… Kaia…

Ich wusste das. Meine Lungen wussten es. Meine Beine wussten es. Der metallische Geschmack der Panik im Rachen wusste es ganz bestimmt. Aber Angst hat eine Art, einen weiterlaufen zu lassen, lange nachdem die Logik aufgegeben hat.

Ein Ast knackte hinter mir.

Dann noch einer.

Sie waren nah. Zu nah.

„Kämpf nicht dagegen an, Omega!“ schrie einer von ihnen, die Stimme tropfte vor krankem Vergnügen. „Wir werden es süß für dich machen.“

Mein Magen verknotete sich so heftig, dass ich fast stolperte. Der Instinkt, das winzige Leben in mir zu schützen, traf mich wie ein Schlag.

Nein. Nein, sie konnten nicht—

Eine Hand griff in mein Haar und riss mich rückwärts.

Ich schrie.

Bevor der Laut überhaupt meinen Mund verlassen hatte, knurrte ein anderer Abtrünniger: „Halt sie fest. Der Alpha wird sie zuerst wollen.“

Das schickte einen Schock durch mich – reines, kaltes Entsetzen.

Abtrünnige Alphas waren nicht nur grausam; sie waren unberechenbar. Wild. Wahnsinnig. Und wenn diese Abtrünnigen mich zu einem schleppten, war ich bereits so gut wie tot.

„Nein – bitte –“ Meine Stimme brach, kaum mehr als ein Keuchen. „Lasst mich gehen –“

Meine Bitte erregte sie nur noch mehr.

Sie warfen mich zu Boden, und meine Knie trafen den Felsen so hart, dass ich Sterne sah. Blut sickerte an meinem Schienbein herunter. Meine Handflächen schabten über rohe Erde. Ich kroch rückwärts, zitterte heftig und umklammerte schützend meinen Bauch.

Sie umkreisten mich.

Drei Wölfe in Menschengestalt – jeder groß, breit, schmutzig, stinkend nach Eisen und Verwesung. Ihre Grinsen glänzten im Mondlicht wie geschärfte Klingen.

„Na, na“, sagte der Anführer, duckte sich leicht und schnüffelte in die Luft. „Tragst du schon ein Junges, was?“

Heiße Scham brannte durch mich. Auch Wut. Aber vor allem Angst – Angst so schwer, dass sie mich an die Erde nagelte.

Er beugte sich näher. „Das bedeutet, du wirst einen höheren Wert erzielen.“

Ich schluckte den aufsteigenden Schrei hinunter.

Ein anderer Abtrünniger packte meinen Arm. „Sollen wir sie jetzt nehmen oder für –“

Ein tiefes, donnerndes Knurren schnitt durch die Luft.

Die Abtrünnigen erstarrten.

Nicht wegen des Lauts.

Sondern wegen der Quelle.

Aus den Schatten der Bäume trat ein massiver schwarzer Wolf. Größer als alles, was ich je gesehen hatte. Breit. Muskulös. Mitternachtsfell wogte im Mondlicht. Augen leuchteten in einem tödlichen, intelligenten Gold.

Der Wald wurde totenstill.

Mein Atem stockte.

Er war nicht normal. Er war nicht ortsansässig. Er war nichts, was ich je im Moonnight-Territorium gesehen hatte.

Der Anführer der Abtrünnigen zischte, plötzlich nervös. „Wir wollen keinen Kampf.“

Ein anderer Abtrünniger spuckte. „Das ist – Scheiße – er ist einer der Belagerungswölfe –!“

Der Name prallte wie ein Windstoß auf mich ein.

Belagerungswölfe.

Ein Rudel, über das man in Furcht flüsterte. Diejenigen, die nicht verhandelten. Die keine Gnade zeigten. Deren Alpha ein Monster auf dem Schlachtfeld war.

Eine Legende.

Eine Warnung.

Ein Name, den Eltern benutzten, um ihre Kinder zum Gehorchen zu bringen.

Kaiser Siege.

Der Alpha der Alphas.

Der Wolfskönig.

Ich starrte, das Herz hämmerte. War das wirklich er? Das konnte nicht sein. Ich hatte ihn nie gesehen. Niemand aus Moonnight hatte – nicht aus der Nähe. Nur Gerüchte gehört. Horrorgeschichten.

Aber die Abtrünnigen wussten es.

Und sie hatten Angst.

Der Anführer trat zurück. „Halt dich da raus, Kaiser! Sie ist jetzt Abtrünnigen-Territorium.“

Meine Kehle schnürte sich zu. Kaiser.

Es war er.

Ein Schauer lief mir so schnell den Rücken hinunter, dass mein Körper taub wurde.

Der riesige schwarze Wolf senkte leicht den Kopf, die Muskeln spannten sich.

Keine Worte. Nur dieses Knurren – tief, befehlend, Gewalt versprechend.

Die Abtrünnigen gerieten in Panik.

„Greift ihn an, bevor er sich verwandelt!“

Und alles explodierte auf einmal.

Sie stürzten sich vor.

Er bewegte sich zuerst.

Der schwarze Wolf sprang mit furchterregender Präzision, die Kiefer klammerten sich mit einem widerlichen Knirschen um die Kehle des ersten Abtrünnigen. Blut spritzte, heiß und metallisch, und malte den Waldboden.

Der zweite Abtrünnige schlug nach ihm, aber Kaiser drehte sich, wich mühelos aus und riss mit brutaler, kalter Effizienz in ihn hinein.

Der dritte versuchte zu rennen.

Kaiser war schneller.

Er holte ihn in Sekunden ein, schleuderte ihn mit solcher Wucht gegen einen Baum, dass der Stamm platzte. Der Abtrünnige brach zusammen und schrie, als Kaiser mit einer Wildheit in ihn einriss, die mir den Magen umdrehte.

Ich konnte nicht wegschauen.

Das war kein Kämpfen.

Das war Vernichtung.

Mühelose, gnadenlose, kontrollierte Wut.

Die Art von Macht, die nicht allein aus Training oder Stärke kam – sie kam aus Herrschaft.

Von einem Wolf, der zum Befehlen geboren war.

Innerhalb von Augenblicken lagen alle drei Abtrünnigen am Boden – gebrochene Körper verstreut im Dreck, stöhnten schwach oder waren ganz still.

Stille legte sich wieder.

Kalt. Schwer. Absolut.

Kaiser stand da, die Brust hob und senkte sich langsam, Blut tropfte von seinem Fell, die goldenen Augen fixierten mich.

Ich erstarrte.

Jeder Instinkt in meinem Körper schrie renn, aber meine Beine waren nutzlos – zitterten zu heftig, um mein Gewicht zu tragen. Mein Atem kam in kurzen, panischen Stößen. Mein Herz fühlte sich an, als versuche es, ohne mich aus meiner Brust zu rennen.

Er machte einen Schritt auf mich zu.

Nur einen.

Und ich zuckte so heftig zusammen, dass es wehtat.

Etwas flackerte in seinem Blick – keine Sanftheit, keine Güte, sondern eine scharfe, abwägende Intensität. Als katalogisiere er jedes Detail. Meine Wunden. Mein Zittern. Die Art, wie ich meinen Bauch umklammerte. Die Angst, die in Wellen von mir abfiel.

Langsam – langsam – verwandelte er sich.

Knochen knackten. Fell sank zurück. Gliedmaßen formten sich um.

Einen Moment später stand ein Mann dort, wo der Wolf gewesen war.

Groß.

Breitschultrig.

Nackte Haut gestreift von Blut, das nicht seines war.

Dunkles Haar. Augen unmöglich scharf.

Und ich erkannte ihn – nicht vom Sehen, sondern von der Präsenz.

Kaiser Siege.

Der Wolf, dessen Name ganze Rudel zum Schweigen bringen konnte.

Er war furchterregend. Schön, auf eine tödliche Art. Ein Sturm, gehüllt in den Körper eines Mannes.

Er näherte sich mir mit abgemessenen Schritten, jeder kontrolliert, absichtlich, berechnet, um mich nicht in weitere Panik zu versetzen.

Aber mein Körper hörte nicht. Er zitterte noch heftiger.

„H-Halt –“ stotterte ich, die Stimme brach. „K-Komm nicht näher. Bitte. Bleib – bleib einfach, wo du bist –“

Er blieb stehen.

Sofort.

Kein einziges Argument. Nicht einmal ein Blinzeln.

Er stand genau dort, wo ich es verlangt hatte, schweigend, beobachtete mich mit diesem beunruhigenden Alpha-Fokus.

Ich schluckte schwer, meine Stimme dünn. „Warum… warum hast du mir geholfen?“

Keine Antwort.

Er schaute mich nur an.

Als warte er.

Studierend.

Urteilend.

Jeder Instinkt schrie, dass dieser Mann – dieser Wolf – weit gefährlicher war als die Abtrünnigen, die er gerade vernichtet hatte.

Aber er bewegte sich nicht.

Drohte nicht.

Verlangte keine Unterwerfung wie andere Alphas.

Er wartete einfach…

Der Wald fühlte sich zu still an. Der Mond zu hell. Die Luft zu dünn.

Ich schob mich schwach zurück, die Beine gaben unter mir nach. Meine Sicht verschwamm. Der Adrenalinabsturz traf mich so hart, dass mein ganzer Körper zitterte.

Kaisers Blick huschte zu meinem Bauch – nur für eine Sekunde.

Dann spannte sich sein Kiefer an.

Ich verstand den Blick nicht.

Noch nicht.

Mein Atem stockte, meine Stimme kaum mehr als ein Flüstern. „Ich – ich muss hier weg.“

Etwas flackerte erneut in seinen Augen.

Diesmal dunkler.

Er machte einen kleinen Schritt auf mich zu.

Ich versuchte aufzustehen.

Mein Körper reagierte nicht.

Ich sackte nach vorne, fing mich mit zitternden Händen ab – aber die Bewegung schickte einen stechenden, stechenden Schmerz meine Seite hinauf.

Mein Atem brach. „Aua –“

Kaiser bewegte sich sofort.

Schnell.

Zu schnell.

Ich keuchte, aber die Welt drehte sich. Meine Sicht verschwamm an den Rändern. Die Kälte sickerte in meine Knochen, und der Schmerz schärfte sich, raubte mir den Atem.

Nein. Nicht jetzt. Bitte nicht jetzt –

Ich versuchte zu sprechen.

Aber alles wurde schwarz, bevor die Worte meinen Mund verließen.

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