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Ich war mit einem schmerzhaften Kater aufgewacht, doch der verdoppelte sich in dem Moment, in dem mein Blick auf den zärtlichen Namen auf Rubys Display fiel.
Reue durchströmte meine Seele.
Ich wünschte, ich hätte es nicht herausgezogen.
Die Liebes-Emojis darin ließen meinen Körper vor einer tiefen Eifersucht erzittern, von der ich nie gewusst hatte, dass es sie gibt.
Ich sollte diese Frau eigentlich hassen, doch hier stand ich und starrte hilflos auf ihr Handy, anstatt mich um meine eigenen Angelegenheiten zu kümmern.
Ich fragte mich, ob das der Mann war, für den sie mich verlassen hatte, und hob den Finger, um den Anruf wegzudrücken, doch sie riss es mir aggressiv aus der Hand, bevor ich es tun konnte.
Ich biss die Zähne zusammen und ignorierte den sauren Geschmack auf meiner Zunge, als ich den Kopf zu ihr hob.
„Was verbirgst du?” Ich brachte ein betont gleichgültiges Lächeln zustande.
„Es ist mein Handy”, erwiderte sie, um deutlich zu machen, dass es ihr persönliches Eigentum war.
Ich ließ meinen Blick darüber gleiten, wie sie ihre Finger über dem Gerät verschränkte.
Mein Verstand sagte mir, ich solle sie wegschicken, doch mein Kopf war nicht bereit, sie gehen zu lassen.
Eine tiefe Art von Bitterkeit setzte sich in meiner Brust fest bei dem Gedanken, dass mein erbärmliches Ich, als ich heute Morgen aufwachte, als Erstes nach ihr gespäht hatte, und ich war sogar so weit gegangen, Mitleid mit ihr zu haben und sie über die übliche Zeit hinaus schlafen zu lassen.
Sie verdient keine Freundlichkeit.
Ich wollte, dass sie das rohe Unbehagen spürte, das sie mich in den vergangenen Jahren hatte spüren lassen, doch sie ist einfach so unnachgiebig.
„Du stinkst!” Die Worte rutschten mir plötzlich über die Lippen.
Ihre Augen schärften sich, bevor sie sich vor Verlegenheit auf den Boden senkten.
„Es tut mir leid, Sir. Ich werde mich einfach waschen und dann …”
„Halt den Mund und geh”, fuhr ich sie an und schnitt ihr das Wort ab.
Ruby blinzelte zweimal und biss sich sanft auf die Unterlippe. Das ist eine Angewohnheit von ihr, meistens dann, wenn sie kurz davor ist, die Beherrschung zu verlieren.
„Habe ich dich beleidigt?”, fragte sie ruhig, beinahe unschuldig.
Ich schnaubte spöttisch und vergrub meine widersprüchlichen Gefühle unter einer sorgfältig aufgebauten Fassade der Arroganz.
„Muss ich dich erst beleidigen, bevor ich dich darauf hinweisen darf, dass du riechst?” Ich hob eine Augenbraue.
Sie atmete müde aus.
„Du bist einfach unnötig unhöflich.” Sie verzog die Lippen zur Seite, dann begannen ihre Augen langsam vor Schalk zu funkeln.
„Und ich weiß, dass du das nur benutzt, um zu verbergen, dass du mich letzte Nacht geküsst hast.”
Mein Körper versteifte sich.
Ich dachte, es wäre ein Traum gewesen.
„Ich würde so etwas niemals tun”, leugnete ich.
„Nun, das hast du aber”, widersprach sie, ihre Stimme triefte vor Spott.
„Soll ich dir Einzelheiten von allem erzählen, was du letzte Nacht gesagt hast? Du hast ununterbrochen von Verrat gefaselt.” Ein kleines Grinsen lag auf ihren Lippen.
Mein Herz krampfte sich zusammen.
„Sag noch ein einziges Wort in dieser Art, und du verlierst deinen Job, einschließlich aller Vorteile, die du dir von der Arbeit für mich erhofft hattest”, drohte ich und zeigte mit dem Finger auf sie.
„Es tut mir leid, Sir”, murmelte sie leise, bevor sie an mir vorbei in ihr Zimmer eilte.
Sie öffnete die Tür noch einmal, ihr Gesicht voller Belustigung, und verkündete vom Eingang aus:
„Um 12:30 Uhr haben Sie einen Termin mit einem Kunden im Sterling Grand Hotel. Bitte machen Sie sich fertig, und beachten Sie außerdem, dass es gefährlich ist, alkoholische Getränke zu sich zu nehmen”, erinnerte sie mich.
„Du …”, stöhnte ich, doch sie schlug die Tür zu, bevor ich ausreden konnte.
Sie genoss das.
Ich werde ihr zeigen, wer hier der Herr ist.
Ich fuhr mir frustriert mit der Hand durch die Haare und zermarterte mir das Hirn darüber, worüber ich gestern betrunken hätte geredet haben können.
Ich saß über dreißig Minuten dort, und als ich mich an nichts von dem erinnern konnte, was ich gesagt hatte, nahm ich meinen Laptop und schlenderte zu meinem Zimmer, nur um mein Handy klingelnd auf meinem Bett vorzufinden.
Ich starrte das Gerät finster an, bevor ich mich aufs Bett sinken ließ, um den Laptop abzulegen und das Handy zu nehmen.
„Jo!” Die Stimme meines besten Freundes dröhnte durch den Lautsprecher.
Ich hielt es von meinem Ohr weg, bevor ich taub wurde.
„Was willst du heute Morgen?”, stöhnte ich und setzte mich auf die Bettkante.
„Warum klingst du so mürrisch? Hast du deine Tage?” Er lachte, völlig ahnungslos, was meine Zwickmühle anging.
Ich habe ihn mehrmals gewarnt, diese alberne Frage über den weiblichen Zyklus zu lassen, nur weil er denkt, dass ich ihm gegenüber launisch bin.
Es war allerdings meine eigene Schuld.
Als ich frisch in Ruby verliebt war und sie mit Menstruationsschmerzen kämpfte, rief mich dieser Clown an jenem Abend an, während ich nervös war, weil ich sie zum ersten Mal so leiden sah.
Ich nahm den Anruf an und schrie ihn versehentlich an, dass ich meine Tage hätte, anstatt ihm zu sagen, er solle aufhören anzurufen.
Seitdem zieht er mich damit auf.
„Für alles gibt es eine Zeit, okay?”, zischte ich. „Wenn du keinen guten Grund hast, um diese Uhrzeit anzurufen, dann leg auf”, warnte ich, obwohl ich wusste, dass es ihm nichts bedeutete.
Charlie ist immer nervig, und ich habe mich schon daran gewöhnt.
„Warum juckt dir denn so der Hintern? Hat es mit deinem Geschäft zu tun?”, fragte er besorgt.
Ich verstummte.
Ich legte meine Handfläche auf die Stirn und rieb sie langsam, um meine Kopfschmerzen zu lindern.
„Ich habe wieder Mist gebaut”, seufzte ich schwer.
„Verdammt.”
„Sag mir nicht, es hat mit ihr zu tun?”, fragte er mit gepresster Stimme, während er sich auf meine Ex-Frau bezog.
Charlie war während meiner ganzen schmerzhaften Zeit des Liebeskummers an meiner Seite, deshalb nehme ich es ihm nicht übel.
„Es hat nichts mit ihr zu tun”, log ich.
„Genau. Du bist über sie hinweg, und du hast jetzt eine wunderschöne Frau, die bereit ist, für immer an deiner Seite zu bleiben”, sagte er beruhigend.
Ich fühle allerdings nichts für Victoria.
Ich wünschte, ich könnte ihm das sagen.
„Ja …” Ich wollte gerade etwas sagen, wurde aber von einem lauten Klopfen an der Tür unterbrochen.
„Boss, ich bin so weit. Es ist fast Zeit!”, verkündete Ruby laut, während sie die Tür einen Spalt öffnete.
„Wessen Stimme war das?”, hörte ich Charlie erschrocken nach Luft schnappen.
Ich spürte, wie meine Seele meinen Körper verließ, während ich hastig wischte, um das Gespräch zu beenden.
Was soll ich nur mit dieser Frau machen?
REGANS PERSPEKTIVEIch war mit einem schmerzhaften Kater aufgewacht, doch der verdoppelte sich in dem Moment, in dem mein Blick auf den zärtlichen Namen auf Rubys Display fiel.Reue durchströmte meine Seele.Ich wünschte, ich hätte es nicht herausgezogen.Die Liebes-Emojis darin ließen meinen Körper vor einer tiefen Eifersucht erzittern, von der ich nie gewusst hatte, dass es sie gibt.Ich sollte diese Frau eigentlich hassen, doch hier stand ich und starrte hilflos auf ihr Handy, anstatt mich um meine eigenen Angelegenheiten zu kümmern.Ich fragte mich, ob das der Mann war, für den sie mich verlassen hatte, und hob den Finger, um den Anruf wegzudrücken, doch sie riss es mir aggressiv aus der Hand, bevor ich es tun konnte.Ich biss die Zähne zusammen und ignorierte den sauren Geschmack auf meiner Zunge, als ich den Kopf zu ihr hob.„Was verbirgst du?” Ich brachte ein betont gleichgültiges Lächeln zustande.„Es ist mein Handy”, erwiderte sie, um deutlich zu machen, dass es ihr persönlic
RUBYS PERSPEKTIVEIch erstarrte auf dem Bett, meine Handflächen lagen noch immer flach auf seiner Brust, während mein Verstand versuchte zu begreifen, was gerade geschah.Mein Ex-Mann küsste mich.Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als er an meiner Unterlippe saugte, als wäre sie sein liebster Lutscher.Ein tiefes, frustriertes Grunzen entwich seiner Kehle, als ich mich nicht sofort für ihn öffnete.Seine Augen waren dunkel und schwer vor Verlangen, während mein Herz so heftig schlug.Meine Beine fühlten sich taub an.In dem Moment, in dem sich mein Mund vor Schreck öffnete, nutzte er die Gelegenheit und schob seine Zunge gierig zwischen meine geöffneten Lippen, und ich schmeckte Alkohol auf meiner Zunge.Das brachte mich augenblicklich wieder zur Besinnung. Ich sammelte die ganze Kraft, die mir noch geblieben war, und stieß ihn so fest von mir, dass er neben mir auf den Rücken fiel.Er wollte mich immer noch nicht loslassen.Ich atmete schwer aus und blieb einen Moment in m
Rubys Sicht„Mr. Mason, der Wagen wartet."Ich klopfte einmal an seine Schlafzimmertür und zwang meiner Stimme einen unbeteiligten, professionellen Ton auf. Nur eine weitere geschäftliche Nacht. Nichts weiter.Noch immer keine Antwort. Ich warf einen Blick auf meine Armbanduhr und dann wieder zur Tür, runzelte die Stirn und stieß die Tür auf.Was ich sah, ließ mich erstarren.Auf dem Bett lag Victoria, kaum bekleidet. Um ihren Körper hatte sie nur ein Seidentuch geschlungen, das der Fantasie nichts überließ.Genauer gesagt konnte ich mir durchaus vorstellen, dass sie darunter nackt war. Sie lag ausgestreckt auf Regans Bett, sah mich selbstgefällig an, die Lippen zu einem Grinsen verzogen, während sie mit einer manikürten Hand durch ihr zerzaustes Haar fuhr.Direkt vor dem Kleiderschrank stand Regan und knöpfte sein schwarzes Hemd zu. Er würdigte mich kaum eines Blickes, obwohl ich einfach hereingeplatzt war. „Du bist früh dran", begann er, als wäre nichts geschehen. Was genau war eige
Regans SichtSie klopfte nicht.Sie stürmte einfach herein, als würde ihr der Laden immer noch gehören, unter dem geschockten Blick meiner Assistentin.Ich hatte kaum Zeit, das Eindringen zu verarbeiten, bevor mein Blick auf sie fiel. Innerhalb einer Sekunde zersprang mein eisiger Ausdruck in tausend Stücke, Wärme erfüllte mein Herz, und mein Gesicht erhellte sich zu einem Lächeln.„Engel", sagte ich, der Name entglitt mir wie aus reiner Gewohnheit. Meine Stimme war warm, einladend, vielleicht sogar hoffnungsvoll. „Was machst du…" Hatte sie von der Überraschung zu ihrem Geburtstag erfahren? Nein, unmöglich. Niemand hätte es gewagt, es ihr zu verraten.Ich war noch dabei, alle Möglichkeiten durchzugehen, als sie eine Mappe auf meinen Schreibtisch knallte und mich damit unterbrach. „Unterschreib das." Meine Brauen zogen sich zusammen, als ich hinabblickte. Ein einzelner, fett gedruckter Titel oben auf der Seite ließ mein Herz stillstehen. Scheidungsantrag. Wie bitte?Langsam lehnte ich
Regans SichtVictorias Finger lagen schon wieder an meinem Nacken.Seit ein paar Minuten war sie schon dabei, presste ihre Lippen an mein Kinn und meinen Hals und flüsterte Dinge, die ich längst nicht mehr wahrnahm. Ihr Parfüm war schwer und erstickend, die Sorte, die ihre Anwesenheit ankündigte, noch bevor sie überhaupt einen Raum betrat, und gerade jetzt bewirkte es bei mir absolut nichts.Gar nichts.„Hör auf, Victoria", murmelte ich und zog zum dritten Mal ihre Hände von meinem Kragen weg.Sie schmollte, so wie sie es immer tat, wenn sie nicht bekam, was sie wollte, ihre Unterlippe vorgeschoben, als hätte dieser bestimmte Gesichtsausdruck bei mir jemals gewirkt. „Ach komm schon. Gefällt dir das etwa nicht?"Es gefiel mir durchaus, solange ich nicht nachdachte. Was inzwischen immer seltener vorkam.Sie schob ihre Hände wieder unter mein Hemd, ihr Mund fand erneut meinen Hals, und ich spürte absolut nichts außer leichter Gereiztheit.„Mein Flug geht in ein paar Stunden", sagte ich f
Rubys Sicht„Leo, du solltest inzwischen längst schlafen. Willst du morgen zu spät zur Schule kommen?", fragte ich lachend, obwohl ich schon wusste, dass ich nicht die Antwort bekommen würde, die ich mir wünschte.Der kleine Wildfang rührte sich nicht. Stattdessen schlang er seine Arme um meinen Hals, während seine weichen, dunklen Locken verspielt gegen meine Wangen strichen und er den Kopf schüttelte.Mit einem leichten Lächeln setzte ich ihn höher auf meinen Schoß und machte es mir auf seinem Bett bequem. Er war stur, ganz wie sein Vater.„Schatz, warum erzähle ich dir nicht morgen zwei verschiedene Geschichten? Hm?"„Nein", quengelte er und rieb sich die müden Augen. „Will Leo, der tapfere kleine Löwe, bitte."Ich seufzte. Er hatte wieder gewonnen.„Na gut. Aber danach musst du schlafen."Leo nickte eifrig und kuschelte sich tiefer unter seine Decke. Ich zog die Decke um ihn zurecht und räusperte mich dramatisch.„Es war einmal ein tapferer kleiner Löwe namens Leo."Sofort breitet







