MasukZwei Tage waren seit diesem Gespräch vergangen, doch Victors Worte tauchten noch immer einige Male in Taras Gedanken auf, ohne dass sie es bemerkte. Besonders der Satz, dass er an ihrer Seite und an der Seite ihres Kindes sein wollte, nicht weil er glaubte, ein Recht darauf zu haben, sondern weil er sie beschützen wollte.Tara wusste nicht, warum sie sich immer wieder an diesen einfachen Satz erinnerte. Vielleicht, weil Victor ihn gesagt hatte, ohne sie zu einer Antwort zu drängen. Vielleicht auch, weil Tara sich allzu sehr daran gewöhnt hatte, dass Menschen mit Forderungen zu ihr kamen und ihr anschließend das Gefühl gaben, etwas beweisen zu müssen, um es wert zu sein, dass man sie behielt.Victor war anders. Er bot sich lediglich an und ließ Tara selbst entscheiden, ob sie ihn annehmen wollte.
Victor, der eben noch gelächelt hatte, bemerkte es sofort. „Tara?“Tara antwortete nicht sofort. Der leichte Schmerz war noch immer zu spüren und ließ sie sich ein wenig vorbeugen. Für einen Moment zeichnete sich sofort Besorgnis auf Victors Gesicht ab.„Was ist passiert?“„Ich …“ Tara holte langsam Luft. „Warte.“Victor stand auf. „Hast du Schmerzen?“Tara schüttelte den Kopf, obwohl ihr Gesicht noch immer Überraschung zeigte. „Nicht besonders. Nur … gerade hat sich etwas bewegt.“Victor schwieg. „Bewegt?“T
„Warum dauert das so lange?“, sagte Victor unbewusst. Er seufzte leise und blickte erneut zum Fenster, von dem aus er auf den Haupteingang des Gefängnisses sehen konnte, in dem Adrian seine Strafe verbüßte.Während Tara sich im Gefängnis befand, wartete Victor in dem Wagen, der nicht weit vom Eingang entfernt geparkt war. Gilbert saß auf dem Beifahrersitz, während Victor hinten saß. Fast zwei Stunden waren bereits vergangen, doch der Mann hatte bestimmt schon unzählige Male auf seine Uhr gesehen. Hin und wieder wanderte sein Blick zum Eingang des Gefängnisses, als würde er darauf hoffen, dass Tara endlich herauskam.Gilbert, der ihn die ganze Zeit beobachtet hatte, lächelte schließlich leicht. „Sie haben bestimmt schon unzählige Male auf die Uhr gesehen.&ld
Leonard schloss für einen Moment die Augen. Diese Worte ließen den Schmerz in seiner Brust nur noch stärker werden. Denn hinter Taras ruhiger Haltung konnte er spüren, wie lang der Weg gewesen sein musste, den seine Tochter zurückgelegt hatte, um an einen Punkt zu gelangen, an dem sie so sprechen konnte.Tara streckte daraufhin ihre Hand nach Liora aus. „Komm, wir gehen nach Hause.“Liora ergriff sofort ihre Hand.Bevor sie sich umdrehte, sah Tara Adrian und Leonard noch einige Augenblicke lang an. In ihrem Blick lag kein Hass. Doch ebenso wenig lag darin die Wärme eines Kindes, das seine Familie endlich zurückbekommen hatte.Tara war beinahe an der Tür angekommen, als Leonards Stimme sie zum Stehen brachte.
Adrian hielt den Kopf weiterhin gesenkt. Die erste Träne, die ihm über die Wange lief, wurde sofort von weiteren gefolgt. Er versuchte, sie mit dem Handrücken wegzuwischen, doch je mehr er sich bemühte, sie zurückzuhalten, desto schwerer fiel es ihm, seinen Atem unter Kontrolle zu halten. Seine Brust hob und senkte sich schwer, während Lioras Worte immer wieder in seinem Kopf widerhallten.„Ich habe großes Glück gehabt, Mommy Tara kennenzulernen.“Der Satz hallte erneut in seinen Gedanken wider.Adrian schloss die Augen. Jahrelang hatte er immer geglaubt, Gründe dafür zu haben, Tara so zu behandeln. Tara war tatsächlich ein guter Mensch, das musste Adrian zugeben. Doch in seinen Augen war Tara lediglich ein Mittel gewesen, um das zu er
Victor lächelte leicht. „Ich weiß.“Tara stieg anschließend gemeinsam mit Liora aus. Susan folgte ihnen mit einigen Schritten Abstand, während Marcus und Gilbert ihnen folgten, nachdem sie sich vergewissert hatten, dass alles wie geplant verlief.Die Kontrolle dauerte eine ganze Weile, bevor sie schließlich zum Besuchsraum geführt wurden. Tara ging weiter und hielt Lioras Hand. Je näher sie dem Raum kamen, desto langsamer wurden die Schritte des Kindes.Tara drehte sich zu ihr um. „Willst du … Papa immer noch treffen?“Liora nickte.„Wenn du deine Meinung änderst, sag es Mommy.“„Ja.“







