FAZER LOGINAdrian hingegen hatte das Gefühl, als würde der Boden unter seinen Füßen beben und unter ihm zusammenbrechen. Seine Gedanken drehten sich wie im Kreis. Diese Summe … diese siebzig Millionen Dollar … sie standen tatsächlich nicht in dem Bericht, den er gestern Abend gelesen hatte! Da war er sich zu hundert Prozent sicher. Er hatte ihn unter dem gedämpften Licht in Karas Apartment immer wieder durchgelesen und sich ver
Jimmy holte langsam Luft, bevor er seinen Bericht fortsetzte. „Ich habe gerade die neuesten Informationen von unserem Mann aus der Rechtsabteilung erhalten.“Adrian runzelte die Stirn. „Welche Informationen?“„Das Apartment, in dem Miss Kara derzeit wohnt.“ Jimmy machte kurz eine Pause, als würde er die Auswirkungen seiner nächsten Worte abwägen. „Es wurde heute Abend vom Gerichtsvollzieher versiegelt.“Das leichte Lächeln, das noch vor wenigen Augenblicken Adrians Gesicht geziert hatte, verschwand langsam vollständig und wich einem angespannten Ausdruck. „Was hast du gesagt?“, zischte er scharf.„Die Ermittler haben erklärt, dass der Verdacht besteht, dass die betreffende Imm
„Das kann nicht passieren.“Wie oft Leonard diesen Satz auf der Fahrt zu seinem Haus bereits gesagt hatte, wusste er selbst nicht mehr. Er konnte nicht glauben, was Helena ihm vorhin am Telefon mitgeteilt hatte. Mehrmals hatte er den Fahrer aufgefordert, schneller zu fahren, damit er möglichst bald sein Haus am Stadtrand erreichen konnte.Sobald er das exklusive Wohnviertel betrat, das seit Jahrzehnten als Symbol für den Ruhm der Familie Valmont galt, ließ ihn der Anblick vor seinen Augen erschaudern. Die Lichter des Hauses waren noch immer hell erleuchtet, doch das große Eisentor, das normalerweise fest verschlossen war, stand nun weit offen.Ein Fahrzeug mit der Aufschrift „Gerichtsvollzieher“ stand quer auf dem Grundstück, während mehrere uniformierte Beamte
Der Mann sprang geradezu ungläubig über das, was seine Frau ihm am anderen Ende mitteilte, von seinem Stuhl auf.„Gut, ich verstehe. Ich komme sofort dorthin.“ Leonard beendete das Gespräch, ohne auf eine weitere Antwort zu warten.Er griff sofort nach seinem Gehstock und eilte hinaus. „Ich muss jetzt nach Hause“, sagte er, ohne die Situation zu erklären.Der Senioranwalt von R&H, der die dringliche Situation erkannt hatte, nickte nur kurz und begann, die Unterlagen zusammenzuräumen. „In Ordnung, Mr. Leonard. Wir setzen die Besprechung der Strategie morgen früh fort.“Bevor Leonard hinausging, hielt er direkt vor Adrian inne. Der Mann mittleren Alters sah Adrian mit einem scharfen, durchdringenden Blic
„Sag mir klipp und klar, was uns in diese Situation gebracht hat, Adrian“, sagte Leonard warnend.Seit sie sich im Ermittlungsraum befanden, hatten sie kein Wort miteinander gesprochen. Leonards Blick war unablässig auf Adrian gerichtet, immer schärfer werdend. In seinem Herzen saß ein Gefühl der Unzufriedenheit, und es lag nicht nur daran, dass er in den Fall hineingezogen worden war, in den Adrian verwickelt war.Es waren auch Karas Flehen und das Weinen seiner geliebten Tochter.„Ich weiß“, erwiderte Adrian knapp.Es war bereits spät in der Nacht, als sie den privaten Besprechungsraum der Kanzlei R&H betraten. Der Raum war vom Duft frisch aufgebrühten Kaffees erfüllt, ein deutlicher Kontrast zu der
Als Tara sah, dass der Mann keineswegs vorhatte, seine Entscheidung zu ändern, gab sie schließlich mit einem ergebenen Seufzen nach.Sie gingen nebeneinander durch den Hotelflur in Richtung des verlassenen Parkplatzes. Sobald Victor die mittelgroße Limousine sah, die Tara gewöhnlich fuhr, zog er die Stirn tief in Falten. „Du fährst jeden Tag mit diesem Auto?“Tara nickte leicht, während sie ihre Tasche zurechtrückte. „Warum?“Victor musterte das Fahrzeug einige Sekunden lang mit ungläubigem Gesichtsausdruck. „Ist das für dich bequem genug?“Tara kicherte leise angesichts seiner Reaktion. „Für mich ist es sehr bequem.“Victor er
Tara sah Victor wegen seiner gerade gestellten Frage eine ganze Weile an. Was der Mann gefragt hatte, war keine gewöhnliche Frage, sondern betraf die Zukunft eines Kindes.Taras Blick richtete sich langsam auf die Oberfläche des Tees, von der noch ein dünner Dampf aufstieg. Einige Sekunden verstrichen einfach so, bis sie schließlich sagte: „Liora trifft keine Schuld. Aus einer Lüge geboren zu werden, ist keine Entscheidung eines Kindes.“Tara hob wieder den Kopf und sah Victor eindringlich an. „Ich habe sie nie gehasst.“Victor nickte langsam.„Aber“, fuhr Tara mit weiterhin ruhiger Stimme fort, „das bedeutet nicht, dass ich alles weiterhin so hinnehmen werde wie bisher.“







