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Kapitel Fünf

작가: Vic Code
last update 게시일: 2026-07-27 11:04:51

Lolas POV

Ich suchte in seinem Gesicht nach irgendeinem Zeichen, dass dies ein grausamer Scherz war, aber es gab keines. Er wirkte völlig ernst. Ich nahm den Ordner und steckte ihn in meine Tasche.

Er ging zur Tür und öffnete sie. „Ich lasse Sie nach Hause fahren.“

Ich wollte ablehnen. Stattdessen ging ich einfach an ihm vorbei. Vor dem Büro wartete bereits dieselbe Kellnerin von vorhin.

Sie begleitete mich wortlos zurück zum Ballsaal.

Alles fühlte sich jetzt anders an. Die Musik, die Gespräche, das Lachen – nichts davon erreichte mich. Alles, woran ich denken konnte, war der Ordner in meiner Handtasche.

Eine Vertragsehe für nur achtzehn Monate, die jede Schuld tilgen würde, die die Immobilien meiner verstorbenen Eltern bedrohte.

Es klang fast unmöglich. Noch schlimmer: Es klang gefährlich.

Mein Handy vibrierte in meiner Hand. Ich überprüfte die Anrufer-ID. Eine unbekannte Nummer blitzte auf dem Bildschirm auf.

Ich starrte sie eine Sekunde lang an. In letzter Zeit hatte ich ein unangenehmes Gefühl gegenüber unbekannten Anrufern entwickelt, weil es entweder Gläubiger oder Inkasso waren.

Ich nahm nach dem dritten Klingeln ab.

„Bin ich mit Miss Payne verbunden?“ Der Anrufer fragte, ein Mann mit heiserer Stimme.

„Das ist sie.“ Ich antwortete.

„Hier ist Officer Ramirez vom New York Sheriff’s Office.“

Mein Herz setzte aus und zwang mich, stehenzubleiben.

„Ich rufe bezüglich der Zwangsvollstreckungsverfügung für die Residenz von George Payne an.“

„Was… was ist damit?“ Ich fragte mit zitternder Stimme.

„Es gab eine spontane Aktualisierung. Die Inkassogesellschaft hat eine Notfall-Gerichtsanordnung erwirkt.“

Ein kaltes Gefühl glitt durch mich. „Was bedeutet das?“

„Es bedeutet, dass das Grundstück nicht mehr für morgen Morgen zur Beschlagnahme angesetzt ist. Unser Team ist bereits in der Wohnung.“ Dann endete der Anruf.

Meine Atmung wurde ungleichmäßig. Ich taumelte und wäre fast gestürzt, wenn die Kellnerin mich nicht rechtzeitig aufgefangen hätte.

Ohne nachzudenken ging ich eilig nach draußen, ignorierte alle neugierigen Blicke und hielt das erste Taxi an, das ich sah.

„East 79th Street“, sagte ich dem Fahrer. „Bitte fahren Sie so schnell Sie können“, flehte ich.

Ich zog mein Handy heraus und rief Grace an.

„Triff mich am Stadthaus“, sagte ich panisch.

Grace wollte mehr fragen, aber ich legte auf, bevor sie ein weiteres Wort sagen konnte.

***

Als das Taxi vorfuhr, hatten bereits Sheriff-Fahrzeuge das Stadthaus umstellt. Arbeiter trugen versiegelte Kartons durch die Vordertür, während ein Schlüsseldienst die Schlösser austauschte. Gelbe Absperrungen umgaben das Grundstück.

Ich sprang heraus, bevor das Taxi vollständig gehalten hatte, und rannte zum Tor.

Ein Beamter trat sofort vor mich.

„Das können Sie nicht tun!“ Ich schluchzte. „Das ist mein Zuhause!“

„Das Gericht hat den Besitz bereits übertragen, Ma’am. Respektieren Sie die Gerichtsordnung.“

Ich schaute an ihm vorbei. Alles, was Dad hinterlassen hatte, verschwand vor meinen Augen. Die Schaukel auf der Veranda, die Dad mit eigenen Händen gebaut hatte, war weg. Die Blumentöpfe, die meine Mutter einst gepflegt hatte, waren beiseite geschoben worden. Fremde gingen durch mein Zuhause, als hätte meine Familie nie existiert.

Tränen füllten erneut meine Augen. Das geschah nicht. Das konnte nicht geschehen.

Ein weiteres Taxi hielt, und Grace stieg aus. Überraschung stand ebenso deutlich auf ihrem Gesicht bei dem Anblick vor ihr.

Ich rannte zu ihr, sobald ich sie sah, und umarmte sie fest. Tränen liefen frei über mein Gesicht.

„Sie nehmen all Dads Sachen.“ Ich schluchzte.

Grace legte einen Arm um meine Schultern.

Dann hielt eine schwarze Luxuslimousine hinter uns. Der Motor wurde abgestellt, und die hintere Tür öffnete sich.

Polierte schwarze Schuhe berührten zuerst den Bürgersteig. Dann stieg Duncan Keene aus, sein maßgeschneiderter schwarzer Anzug unberührt vom Chaos der Nacht.

Er schaute auf die Arbeiter, die Kartons aus dem Stadthaus trugen, bevor er meinen tränengefüllten Augen begegnete. Er ging mit ruhigen, abgemessenen Schritten auf mich zu und blieb vor mir stehen. Er wirkte nicht überrascht, eher so, als hätte er das erwartet.

Ich wischte mir wütend die Tränen ab und sah ihn direkt an. „War das Ihr Plan?“

Er warf die Arme in die Luft. „Warum sollte ich?“

Ich überlegte es mir in einer Sekunde trotz meines rasenden Zustands. Das stimmte. Er hatte nichts davon zu gewinnen.

Er machte einen Schritt näher zu mir, seine Stimme senkte sich so tief, dass nur ich sie hören konnte. „Sie wissen, dass ich all dieses Leid spurlos verschwinden lassen könnte.“ Dann sah er mich erneut streng an. „Aber der Schlüssel dazu liegt bei Ihnen.“

Ich verstand, was er meinte: den Vorschlag der Vertragsehe.

Ich schaute zurück auf das Haus.

Arbeiter versiegelten einen weiteren Karton mit grellorangem Beweismaterial-Klebeband. Alles, was mein Vater ein Leben lang aufgebaut hatte. Alles, was ich zu schützen gekämpft hatte, glitt mir durch die Finger.

Der letzte Rest Kraft, den ich festgehalten hatte, brach endgültig.

Es ist nur eine Scheinehe, überzeugte ich mich selbst. Ich habe nichts zu verlieren. Aber wenn dieses Haus heute Nacht geht, verliere ich alles.

„Beinhaltet die Ehevereinbarung, dass wir Geschlechtsverkehr haben?“ Ich fragte plötzlich.

Duncan war von meiner plötzlichen Frage überrascht. „Was? Nein! Auf keinen Fall!“

„Dann heiraten wir“, sagte ich in eiligem Ton und suchte bereits in meiner Handtasche nach dem Ordner, den ich von der Gala mitgenommen hatte. Ich fand ihn und hielt ihn ihm hin. „Ich unterschreibe das jetzt. Bitte halten Sie sie davon ab, das Haus meines Vaters wegzunehmen.“

Er sah mich intensiv an. Meine Nase fing den Duft seines teuren Kölnischwassers ein.

„Sobald Sie diese Papiere unterschrieben haben, Miss Payne, gehören Sie mir rechtlich für die nächsten achtzehn Monate. Mir und nur mir.“

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