LOGINKapitel 210Ninas PerspektiveDie Frage hing in der warmen, feuchten Luft der Küche und drohte, das wunderschöne, erschreckende Geheimnis zu enthüllen, das ich hütete. Nanas Augen waren sanft und voller wissender Zuneigung, sodass sich mein Herz zusammenzog.„Ach, du kennst mich doch, Nana“, sagte ich schnell. Meine Stimme war etwas höher als sonst, während ich verzweifelt nach einem Ablenkungsmanöver suchte. „Ich bin einfach … ich bin einfach total in das neue Paar bei Love Island vertieft. Hast du gesehen, wie er sie beim Re-Coupling gewählt hat? Es war so dramatisch!“Nana lachte leise und melodisch. Sie bemerkte sofort, dass ich das Thema wechseln wollte. Sanft legte sie ihre Hand auf meine und drückte sie liebevoll.„Du kannst das Thema wechseln, so oft du möchtest, meine Liebe“, sagte Nana sanft. Ihre Stimme wurde ruhiger und nahm einen tröstenden, mütterlichen Ton an. „Aber vergiss nicht, dass du jederzeit mit mir über alles reden kannst. Wann immer du bereit bist. Ich bin viel
Kapitel 209Nikolais PerspektiveMein Herz sank nicht einfach, als ich diese Schlafzimmertür öffnete. Es versank buchstäblich in einer kalten, dunklen Leere in meiner Brust.Ich bin ein Mann der Zahlen, der Variablen und der absoluten Berechenbarkeit. Ich entwickle Systeme, die den Datenfluss von Millionen Terabyte an Daten steuern. Doch nichts in meinem System hatte mich auf das vorbereitet, was ich sah, als ich Dantes Tür öffnete und Nina nackt in seinem Bett vorfand.Die Bettlaken waren zerwühlt. Die Luft roch stark nach Zedernholz und nach einer eindeutigen, tiefen Intimität. Und sie … mit gerötetem Gesicht und weit aufgerissenen Augen, während sie hastig die Decke bis an ihre Brust zog, um sich vor mir zu bedecken.Ich wusste nicht, was ich fühlen sollte.Dass ich dieses Gefühl nicht sofort logisch einordnen konnte, machte mich wütend. Unglaublich wütend und innerlich völlig unruhig.Normalerweise habe ich alles unter Kontrolle. Mein Verstand ist eine Festung.Doch heute bekam di
Kapitel 208Ninas SichtDer Speisesaal war riesig und ungewöhnlich still, als ich endlich eintrat. Der schwere Eichentisch, der sonst von der bedrückenden, schweigenden Spannung zwischen den Brüdern erfüllt war, war fast völlig leer.Nur Enzo war da.Er saß am anderen Ende des Tisches und verkörperte das reinste Chaos. Er stopfte sich eine riesige Gabel voll Eier in den Mund, während er hastig durch sein Handy scrollte. Als die Dielen unter meinen Schritten knarrten, sah er auf und beobachtete mich, während ich ein paar Stühle weiter Platz nahm. Ich bewegte mich etwas vorsichtiger, um das leichte Ziehen zwischen meinen Oberschenkeln zu schonen.„Morgen, Sunshine“, murmelte Enzo mit vollem Mund.„Guten Morgen“, sagte ich.Mein Blick wanderte automatisch zum leeren Platz am Kopfende des Tisches, an dem Dante normalerweise saß, und dann zu dem Stuhl ihm gegenüber, auf dem Nikolai gewöhnlich seinen Laptop stehen hatte. Die Abwesenheit der beiden ließ den Raum seltsam kalt wirken.„Wo sind
Kapitel 207Ninas PerspektiveIch blieb noch einige lange Minuten reglos unter der Decke liegen und wartete darauf, ob Nikolai zurückkommen oder ob im Haus plötzlich Chaos ausbrechen würde.Doch nichts geschah.Nur Stille erfüllte das Zimmer.Schließlich schob ich die Decke zur Seite und ließ meine Beine aus dem Bett gleiten. Als meine Füße den kalten Holzboden berührten, spürte ich ein leichtes Ziehen in meinem Körper.Es war nicht schlimm. Dante war in der vergangenen Nacht vorsichtig gewesen.Trotzdem war es eine deutliche Erinnerung daran, wie sehr sich mein Leben verändert hatte.Langsam stand ich auf und sah mich im großen Schlafzimmer um.Meine Kleidung, die Dante am Abend zuvor ausgezogen hatte, war verschwunden.Er musste sie zur Wäsche gebracht haben, bevor ich aufgewacht war.Mein Blick fiel auf den schweren Nachttisch aus Eichenholz.Neben einer gekühlten Flasche Wasser und einem Glas frischem Orangensaft lag eine kleine weiße Tablette.Daneben befand sich ein gefaltetes S
Kapitel 206Ninas PerspektiveDas Wasser um uns herum schwappte gegen die Seiten der Porzellanwanne, doch es war mir völlig egal. Die Spannung zwischen Dante und mir war viel zu stark, um an irgendetwas anderes zu denken.Seine großen Hände lagen sicher an meiner Taille, während er mich näher an sich zog.Die Wärme des Wassers hatte meinen Körper inzwischen vollkommen entspannt. Die anfängliche Anspannung war verschwunden, und ich konnte mich ganz auf die Nähe zwischen uns konzentrieren.Dante bewegte sich langsam und vorsichtig, immer aufmerksam auf meine Reaktionen.Ich legte meine Arme um seinen Hals und lehnte mich an ihn.Der Dampf umgab uns wie eine warme Decke. Seine haselnussbraunen Augen blieben auf meinem Gesicht gerichtet, als wollte er jede noch so kleine Veränderung in meinem Ausdruck bemerken.„Dante“, flüsterte ich.Er küsste meine Schläfe.„Ich bin hier.“Diese drei Worte ließen mein Herz schneller schlagen.Wir blieben noch eine Weile im warmen Wasser, eng aneinander,
Kapitel 205Dantes PerspektiveDer Dampf aus dem Badezimmer hatte sich bereits im Schlafzimmer ausgebreitet, als ich zum Bett zurückkehrte. In meinen Händen hielt ich ein dickes, weißes Handtuch, das ich in angenehm heißem Wasser getränkt hatte.Nina lag noch immer klein zusammengerollt in der Mitte der riesigen Matratze. Das dunkle Laken hatte sie bis zum Kinn gezogen.Ihre Augen folgten mir aufmerksam.Die tiefe Röte auf ihren Wangen war noch immer da.Sie sah so klein in meinem Zimmer aus. So zart.Und trotzdem konnte ich mich noch genau daran erinnern, wie fest sie sich vor wenigen Minuten an mich geklammert hatte.Ich setzte mich auf die Bettkante und kroch wieder zu ihr.„Komm, kleine Katze“, murmelte ich.Sie sah mich unsicher an.Mit einem sanften Lächeln zog ich das Laken etwas herunter.„Du musst dich nicht verstecken.“Sie gab einen kleinen, verlegenen Laut von sich, ließ das Laken aber schließlich sinken.Ihre Haut war noch immer gerötet.Ich bemerkte sofort, dass sie ihre