LOGINMir fiel auf, wie der Anwalt mich ständig bei meinem Mädchennamen nannte, als wären Taylor und ich bereits geschieden.
Ich trat aus dem Büro des Anwalts, die Scheidungspapiere fest in der Hand. Mein Herz sank, als ich begriff, dass die einzige Person, an die ich mich lehnen konnte, Sarah war. Ich wühlte in meiner Tasche und holte mein Telefon hervor, wählte ihre Nummer. Die Leitung klingelte einmal, zweimal, bevor ihre vertraute Stimme endlich antwortete. „Nikki?“ Sarahs Stimme klang angespannt, besorgt. „Sarah“, würgte ich hervor, meine Stimme dick vor Emotion. „Ich… ich bin draußen. Sie haben die Anklagen fallen gelassen, aber…“ „Oh, Nikki, Gott sei Dank!“ sagte Sarah, ihre Stimme voller Erleichterung. „Geht es dir gut? Ich meine… ich war so besorgt.“ Ich holte zittrig Luft. „Nein. Es geht mir nicht gut. Taylor… er hat seinen Anwalt mit Scheidungspapieren geschickt, Sarah. Er will nichts mehr mit mir zu tun haben.“ Es gab eine kurze Pause am anderen Ende, gerade lang genug, um meinen Magen vor Unbehagen zu verdrehen. „Sarah?“ hakte ich nach und runzelte die Stirn. Ein Seufzer drang durch den Hörer, so leise, dass er fast von der Stille verschluckt wurde. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll, Nikki. Ich meine… vielleicht denkt er, es ist das Beste.“ Ich spürte, wie mir das Blut aus dem Gesicht wich, der Zweifel flutete zurück. „Was meinst du mit ‚das Beste‘? Glaubst du mir etwa auch nicht?“ Sarah zögerte, ihre Stimme vorsichtig neutral. „Nikki, oh, Mädchen, ich… habe es nicht so gemeint. Ich stehe auf deiner Seite, okay? Ähm… lass mich dich bitte zurückrufen.“ Das Gespräch brach ab. Ein Schauer lief meinen Rücken hinunter. Ich senkte das Telefon vom Ohr und starrte es an, als hätte es sich plötzlich in etwas Fremdes und Unerkennbares verwandelt. Ich wusste nicht, was ich denken sollte. War meine Freundin bei mir oder gegen mich? Ich hob die Hand, um ein Taxi heranzuwinken. Sobald eines anhielt, glitt ich hinein und warf dem Fahrer eine Handvoll Scheine zu. „Zum Fury-Anwesen, bitte.“ Das Taxi fuhr los, und ich umklammerte die Papiere fester auf meinem Schoß. Die Erkenntnis, dass Taylor einen Anwalt geschickt hatte, anstatt selbst zu kommen, war wie ein Schlag in den Magen. Er hatte diese Entscheidung getroffen, ohne einen zweiten Gedanken, ohne auch nur meine Seite zu hören. Wie konnte er mich einfach so wegwerfen? Der Fahrer hielt an den Toren des Anwesens, und ich stürzte heraus, ohne darauf zu achten, wie viel ich ihm bezahlt hatte. Ich holte Luft und starrte zu dem Haus hinauf, in dem ich davon geträumt hatte, eine Zukunft mit Taylor aufzubauen. Aber jetzt würde ich nicht gehen, bis ich ihn zwang, die Wahrheit zu hören. Ich war auf halbem Weg den Weg hinauf, als ein breitschultriger Sicherheitsmann vor mir trat. „Tut mir leid, Ma’am“, knurrte er. „Ich habe strikte Anweisungen von Frau Fury. Sie dürfen nicht hinein.“ Ich ballte die Fäuste und versuchte, ruhig zu bleiben. „Das ist mein Zuhause. Ich bin Taylors Frau. Lassen Sie mich durch.“ Der Wächter hob eine Augenbraue, ungerührt. „Sie sind hier nicht willkommen, auf Befehl von Frau Fury.“ Veronica. Natürlich. Mein Herz hämmerte vor Wut, und ich schob mich an ihm vorbei, stürmte die Stufen hinauf und ins Haus, bevor er reagieren konnte. Drinnen war die gesamte Fury-Familie im Wohnzimmer versammelt. Als ich eintrat, drehten sich alle Blicke zu mir, erfüllt von Abscheu und Anklage. „Was machen Sie hier, Sie Diebin?“ höhnte Shirley, Taylors Tante. „Diese Frau hat wirklich keine Scham“, spöttelte Danny, Taylors jüngerer Bruder. Aber ich ignorierte ihre Beleidigungen. Mein Blick ging direkt zu Veronica, die ruhig in der Mitte des Raumes stand, ihr Mund krümmte sich vor Genugtuung, als sie mein zerzaustes Aussehen aufnahm. „Du hast mich reingelegt, Veronica“, sagte ich, meine Stimme zitterte vor Wut. „Du hast alles verdreht, um Taylor gegen mich aufzubringen.“ Veronicas Ausdruck wankte nicht. „Mein Sohn will dich hier nicht. Geh, bevor du es noch schlimmer machst.“ Ich schüttelte den Kopf. „Ich gehe nicht, bis ich Taylor sehe.“ Veronica hob eine Augenbraue, ihr Grinsen verblasste, aber bevor sie antworten konnte, durchschnitt eine Stimme die Spannung. „Ich dulde nicht, dass du mit meiner Mutter in diesem Ton sprichst.“ Mein Herz machte einen Sprung, als Taylor den Raum betrat, sein Gesicht hart und unleserlich. Ich stürzte auf ihn zu, hielt die Scheidungspapiere hoch und versuchte verzweifelt, ihn zur Vernunft zu bringen. „Taylor, dein Anwalt hat mir diese gegeben. Er sagte, du wolltest die Scheidung, aber das muss ein Irrtum sein. Sag mir, dass das nicht wahr ist.“ Taylors Augen erweichten sich nicht; sie wurden nur kälter. „Es gibt keinen Irrtum, Nicole. Das ist genau das, was ich will.“ Die Worte trafen mich wie ein Schlag. Ich taumelte zurück und suchte in seinem Gesicht nach irgendeinem Anzeichen, dass er zuhören könnte. „Taylor, bitte. Veronica lügt. Sie hat alles verdreht. Du weißt, dass ich dich niemals verraten würde.“ Er spöttelte, sein Blick voller Verachtung. „Glaubst du wirklich, ich will mit einer Frau wie dir verheiratet bleiben? Du ekelt mich an.“ Das Gewicht seiner Worte zerschmetterte mich. Ich griff nach seiner Hand und versuchte, ihn verstehen zu lassen. „Taylor, bitte—“ Aber er riss seine Hand weg, sein Blick fror mich an Ort und Stelle ein. „Fass mich nicht an, Nicole.“ Ich blickte mich im Raum um und spürte, wie die Wände sich zusammenzogen, während jedes Mitglied seiner Familie mit höhnischem Genugtun zusah. In diesem Moment sah ich Sarah eintreten, meine beste Freundin, die eine Person, von der ich dachte, ich könnte mich auf sie verlassen. Erleichterung überflutete mich, und ich stürzte auf sie zu, packte ihre Hände. „Sarah, bitte sag Taylor, was wirklich passiert ist. Ich habe dich vorher angerufen. Du weißt, dass ich misstrauisch war. Sag ihm, dass ich unschuldig bin.“ Aber Sarahs Gesicht wurde leer, ihr Blick wich dem meinen aus. „Nicole, ich habe es satt, für dich zu lügen. Du hast mich nicht angerufen.“ Ihre Ablehnung war wie ein Schlag, der mir den Atem raubte. „Aber… Sarah, das ist nicht wahr. Du weißt, dass wir gesprochen haben.“ Sie zog ihre Hände von den meinen, ihr Ton war kalt. „Ich kann dich nicht länger decken, Nicole. Taylor verdient Besseres als das.“ Der Verrat ließ mich taub werden. Ich blickte zurück zu Taylor, aber sein Gesicht zeigte nichts als Wut und Enttäuschung. „Unterschreib die Papiere“, sagte er, seine Stimme leise und endgültig. „Und verschwinde aus meinem Leben.“ „Nein!“ Das Wort entwich mir in einem gebrochenen Schrei, und ich warf die Scheidungspapiere auf den Boden. „Ich unterschreibe nicht. Taylor, wir können das klären. Du hast versprochen, dass nichts zwischen uns kommen würde. Was ist aus diesem Versprechen geworden?“ Er schenkte mir ein bitteres Lächeln, seine Stimme durchzogen von Verachtung. „Das war, bevor ich wusste, dass ich mit einer Lügnerin und Diebin verheiratet bin.“ „Genug davon“, schnauzte Veronica, ihre Augen loderten vor Ungeduld. „Wenn sie nicht unterschreibt, haben wir andere Wege, mit ihr fertigzuwerden. Schafft sie raus.“ Der Wächter bewegte sich auf mich zu, sein Griff stark, als er nach meinem Arm griff. Panik wallte auf, und ich schrie heraus, meine Stimme zitterte vor Verzweiflung. „Ich bin schwanger!“Nicole saß hinter ihrem Schreibtisch und starrte aus dem großen Glasfenster ihres Büros, in Gedanken versunken. Der Morgen war ein Verschwimmen von Meetings und Papierkram gewesen, doch ihr Geist war woanders. Die vergangenen Wochen waren stürmisch gewesen: ihr Sieg gegen die Fury-Familie, das Zurückfordern dessen, was sie verloren hatte, und endlich Gerechtigkeit für die Unrechte, die ihr angetan worden waren. Doch tief innen wusste sie, dass es noch lose Fäden zu knüpfen gab.Ein leises Klopfen an ihrer Tür riss sie aus ihren Grübeleien. Es war Emilia, die hineinlugte. „Ma’am, Sie haben einen Besucher.“„Wer ist es?“ fragte Nicole und nahm an, irgendein anderer Geschäftspartner oder wieder ein Journalist auf der Suche nach einem Interview.Emilia zögerte. „Es ist Taylor Fury.“Nicoles Atem stockte. Taylor? Hier? Von allen Menschen?„Lass ihn herein“, sagte sie, obwohl ihre Stimme nicht die plötzliche Unruhe widerspiegelte, die in ihrer Brust aufgestiegen war.Die Tür schwang auf,
Die Abendluft war frisch und erfüllt vom tröstlichen Summen des Stadtlebens, als Nicole aus dem Auto stieg, die Absätze klackerten leicht gegen den Bürgersteig. Das Gewicht der vergangenen Wochen lastete noch immer auf ihren Schultern, doch heute Abend war sie entschlossen, ihm zu entkommen, wenn auch nur für ein paar Stunden. Die Ereignisse des Gerichts, der Vergleichsvorschlag und die unerwartete Entscheidung, den Fall zurückzuziehen, wirbelten noch immer in ihrem Kopf, doch sie wollte sich für diesen Abend davon freimachen. Die kühle Brise strich über ihr Gesicht und half ihr, die Anspannung der letzten Tage ein wenig abzuschütteln.Sie richtete den Mantel, der über ihre Schultern drapiert war, und nickte den Leibwächtern zu beiden Seiten zu.„Ihr seid für die Nacht entlassen“, sagte sie. „Hier werde ich in Ordnung sein.“Collins zögerte. „Boss, sind Sie sicher? Wir können draußen warten.“Nicole schenkte ihm ein kleines Lächeln. „Geht nach Hause. Ihr beide verdient die Ruhe. Komm
Der Gerichtssaal war vollgepackt, die Luft dick von Erwartung. Journalisten säumten die hintere Reihe, die Stifte bereit, die finalen Momente eines Prozesses einzufangen, der die Stadt in ihren Bann gezogen hatte. Gemurmel ging durch das Publikum in gedämpften Tönen, während jeder Theorien über das Urteil warf. Einige fühlten tatsächlich, dass Veronica Fury freikommen würde, während andere glaubten, dass die Frau zum ersten Mal ihre fällige Zeit im Gefängnis absitzen würde. Nicole saß am Klägerisch mit einem unlesbaren Ausdruck im Gesicht. In ihrem eleganten, doch schlichten schwarzen Anzug war sie eine Vision von Selbstvertrauen, doch tief in ihr tobte ein Sturm.Sie hatte um diesen Tag gekämpft, Jahre damit verbracht, die Kraft zu sammeln, Veronica vor Gericht zu bringen, und jetzt kam alles darauf an – die finale Entscheidung. Ihre Anwältin, eine scharfsinnige Frau, erhob sich von ihrem Sitz und machte sich auf den Weg in die Mitte des Gerichtssaals. Sie straffte die Schulter
Das Fury-Anwesen war in eine unheimliche Stille gehüllt, als Taylor und Sarah im schwach beleuchteten Wohnzimmer saßen, die Augen auf den Fernsehbildschirm fixiert. Es hatte sie in den letzten Wochen ausgelaugt, das Gefühl im Raum, das der Niederlage, hing schwer in der Luft. Veronica saß zurückgelehnt in einer Ecke, der Ausdruck unlesbar, mit einem festen Griff um die Armlehne des Ledersessels. Die Abendnachrichten liefen, zuerst mit Politik, aktuellen Ereignissen von Interesse rund um die Welt, als die Stimme der Nachrichtensprecherin sich änderte.Zu ihrer schockierendsten Szene war die Erklärung des Verkaufs von Taylons Enterprises an seinen neuen Eigentümer. Die Firma, die schwere finanzielle Rückschläge erlitten hatte, wurde von niemand anderem als Nicole Okeke, Chief Executive Officer und Präsidentin der Okeke Group, erworben.Auf dem Bildschirm war eine klare Aufnahme von Nicole, die direkt vor dem Hauptquartier der Firma stand; das neu installierte Logo der Okeke Group war
Nicole stieg mit geübter Anmut die Gerichtsgebäudetreppen hinab, der Ausdruck unlesbar, als die Meute von Journalisten und Reportern vorwärts drängte. Kameras blitzten wie Wildfeuer am grauen Himmel. Ihnen zugewandt, gingen Ströme von Stimmen hysterisch, wobei jeder andere Reporter seine Fragen lauter schrie als der letzte. „Ms. Okeke, glauben Sie wirklich, dass das Gericht auf Ihrer Seite sein wird?“ „Ms. Okeke, sind Sie nur darauf aus, die Fury-Familie aus persönlicher Rache zu stürzen?“ „Wie antworten Sie auf Behauptungen, dass dieser Fall absolut nichts mit Gerechtigkeit zu tun hat, sondern in Wirklichkeit eine persönliche Vendetta ist?“Carter trat vor Nicole, die chaotische Menge drängte gegen ihn, während Collins die Autotür nur wenige Meter entfernt offen hielt. Die Sicherheit der Leibwächter war in diesem Moment heftig.„Zurück!“ bellte Carter, die Stimme fest, als er ein Mikrofon von Nicoles Gesicht wegschob. Nicole jedoch hob eine Hand, um ihre Leibwächter zurückzuruf
Der Gerichtssaal war an jenem Morgen ungewöhnlich still, das Gewicht des Prozesses lastete schwer auf allen Anwesenden. Nicole saß an ihrem Tisch, die Finger ineinander verschränkt, und beobachtete, wie die Richterin ihren Platz einnahm. Ihre Anwältin sah sich die Tagesordnung an, doch Nicole war woanders. Sie bereitete sich auf eine weitere schmerzhafte Enthüllung vor. Sie wusste kaum, was kommen würde. Der Anklagevertreter erhob sich und rief den nächsten Zeugen: „Wir möchten Sarah Fury in den Zeugenstand rufen.“Veronicas Augen weiteten sich schnell vor Schock. Wie war das möglich? Nicoles Kopf schnellte hoch, und ihre Augen weiteten sich vor Unglauben. Sie lehnte sich zu ihrer Anwältin, die ihren Blick vermied und nur mit den Notizen fummelte. „Sarah?“ flüsterte Nicole mit einem Hauch von Verwirrung und Anklage. „Es war ihre Entscheidung“, sagte ihre Anwältin sehr leise.Die Anwältin blickte schließlich zu ihr zurück. Ihr Ausdruck mahnte sie. „Sie kamen vor Tagen zu mir, un







