MasukIhre Hand streichelt meinen Nacken, gleitet meine Wirbelsäule entlang, folgt jedem Wirbel bis zur Mulde meiner Lenden. Ihre Finger sind sanft, beruhigend, und ich spüre, wie mein Körper sich entspannt, trotz der Position, trotz des Wartens.— Für diese erste echte Session, sagt sie, werde ich dich mehrere Dinge entdecken lassen. Verschiedene Empfindungen. Manche, die du schon kennst, andere, die du nicht kennst. Und am Ende, falls du brav warst, falls du gut gehorcht hast, werde ich dich vielleicht losbinden und dich nehmen. Vielleicht. Es wird von dir abhängen.Ihre Hand bleibt auf meinem Gesäß liegen, dort, wo sich die Striemen der Martinetsche mit den älteren des Gürtels vermischen.— Wir fangen mit etwas Einfachem an. Dem Wachs.Ich spüre, wie sich ihr Gewicht vom Bett entfernt, ich höre sie sich wegbewegen, in ihren Sachen kramen. Sie kommt zurück, und ich sehe a
MaximeDas Zimmer ist in ein rotes Halbdunkel getaucht, ein Licht, das von mehreren Lampen kommt, die zur Decke gerichtet sind und tanzende Schatten an die mit dunklem Stoff bespannten Wände werfen. Die Luft ist hier wärmer, dichter, beladen mit einem Duft von Weihrauch, Leder und noch etwas anderem, einem animalischeren, beunruhigenderen Geruch.Meine Augen gewöhnen sich allmählich, und was ich sehe, raubt mir den Atem.Es ist eine Art kleiner Raum, ein privates Kabinett, mit klinischer Präzision eingerichtet. An der Rückwand eine Holzkonstruktion, wie ein Bock, aber mit schwarzem Leder gepolstert, mit herabhängenden Riemen. Daneben ein niedriger Tisch, auf dem Gegenstände angeordnet sind: Klemmen, Ketten, Peitschen verschiedener Größen, Kerzen, Dildos aller Formen, Ringe, Seile. An einer anderen Wand ein Spiegel, riesig, vom Boden bis zur Decke, der die ganze Szene reflektiert.
Sie nickt langsam mit dem Kopf, als wäge sie meine Antwort, als bewerte sie meine Aufrichtigkeit.— Gut, sagt sie schließlich. Dann fangen wir an. Aber zuvor eine letzte Sache. Das Safeword. Weißt du, was das ist?— Nein.— Es ist ein Wort. Ein Wort, das du jederzeit sagen kannst, falls es zu intensiv wird, zu hart, zu schmerzhaft, zu was auch immer. Ein Wort, das sofort alles stoppt. Keine Diskussion, keine Verhandlung. Ich halte an, überprüfe, ob es dir gut geht, wir reden. Es ist die Basis von allem. Ohne Safeword gibt es kein Spiel, kein Vertrauen. Verstehst du?— Ja.— Dann wähl ein Wort. Ein einfaches Wort, das du in der Hitze des Gefechts keinen Grund hättest zu sagen. Nicht »Halt«, nicht »Nein«, denn im Spiel könntest du »Nein« sagen, ohne es wirklich zu meinen. Ein neutrales Wort.Ich denke
MaximeDie Wohnung ist ein Schmuckkästchen.Ich begreife es in den ersten Sekunden, sobald sich meine Augen an das gedämpfte Halbdunkel gewöhnt haben, das hier herrscht. Ein mit grauer Seide tapezierter Flur, beleuchtet von Kristallwandleuchten, die ein goldenes, gedämpftes, fast intimes Licht verströmen. Meine Schritte werden von einem dicken Teppichboden erstickt, in den meine Schuhe einsinken wie in feinen Sand. Kupferstiche an den Wänden, klassische Szenen, doch bei genauerem Hinsehen bemerke ich Details, Gewagtheiten: ein fallender Faltenwurf, eine verweilende Hand, ein zu eindringlicher Blick. Nichts Explizites, aber alles angedeutet.Sie geht vor mir, ihr schwarzes Kleid tanzt um ihre Knöchel, und ich folge ihr, wie ich ihren Absätzen eine Woche zuvor im Hotelflur gefolgt bin. Doch hier ist alles anders. Hier ist es bei ihr. Es ist ihr Territorium, ihr Königreich, ihre Höhle.
MaximeEine Woche.Das ist die Zeit, die sie mir gegeben hat. Eine Woche zum Nachdenken, zum Entscheiden. Eine Woche, in der ihre Spuren auf meinem Gesäß Tag für Tag verblassen würden, mich bei jeder Dusche daran erinnernd, jedes Mal, wenn ich mich zu schnell hinsetzte, bei jeder etwas ruckartigen Bewegung, dass diese Nacht existiert hatte, dass diese Frau existiert hatte, dass diese Version meiner selbst existiert hatte.Die ersten Tage versuchte ich, sie zu vergessen. Wirklich. Ich stürzte mich in die Arbeit, in die Unterlagen, die mein Tutor mir anvertraut hatte, in die einschläfernden Meetings, in die Mittagessen mit Kollegen, deren Gespräche mir plötzlich von absoluter Nichtigkeit erschienen. Abends kam ich erschöpft nach Hause, sackte vor dem Fernseher zusammen, zappte endlos, unfähig, mich auf irgendetwas zu konzentrieren.Aber sie war da. Die ganze Zeit. In meinen Tr&au
Sie dreht sich auf die Seite, rückt näher zu mir. Ihr nackter Körper an meinem, die Wärme ihrer Haut, die Sanftheit ihrer Schenkel an meinen. Ihre Finger verlassen mein Haar und kommen, meine Wange zu streicheln.— Willst du, dass ich dir sage, was ich an der Bar gesehen habe, als ich dich ansah?— Sagen Sie … sag es mir.— Ich habe einen verlorenen Jungen gesehen. Schüchtern, ja, aber nicht nur das. Ich habe jemanden gesehen, der etwas suchte, ohne zu wissen, was. Jemanden, der sein Leben in Klammern gesetzt hatte, der wartete. Der darauf wartete, dass jemand ihn abholt, dass man ihm einen Weg zeigt. Und in deinen Augen war dieses Schimmern. Diese kleine Flamme der Unterwerfung, die nur darauf wartete, angefacht zu werden.— Woher wissen Sie das alles? Woher haben Sie es erraten?— Weil ich nach so etwas suche, Maxime. Weil es das ist, was ich tue. Ich erspähe d






