ANMELDENRonan Das Erste, das er wiedererlangte, war der Schmerz. Das Zweite war die Dunkelheit. Er lag auf kaltem Stein, die Handgelenke mit etwas gefesselt, das nicht nach gewöhnlichem Eisen roch – etwas, das den Wolf in ihm dämpfte, ihn schwerer machte, langsamer, als hätte man ihm einen Teil seiner selbst unter die Haut genäht und ihn dort eingeschlossen. Er versuchte sich zu verwandeln. Nichts geschah. „Das wird nicht funktionieren." Eine Stimme aus der Dunkelheit, ruhig, fast gelangweilt. „Die Fesseln sind dafür gemacht." Ronan öffnete die Augen, fand nichts außer Schatten und das schwache Glühen einer einzelnen Fackel, weit entfernt, kaum hell genug, um die Konturen der Zelle zu zeigen. „Wo ist euer Befehlshaber?", fragte er, die Stimme rau. „Tot." Ein trockenes Lachen. „Ihr habt ihn getöte
Ember zog sie in einen verborgenen Seitengang, öffnete eine kaum sichtbare Tür und führte sie eine lange, steinerne Treppe hinab. Der Pferdeschwanz wippte weiter, die Perlen rieben unerbittlich, und Lyriana folgte Ember mit zitternden Beinen, vollkommen ausgeliefert und brennend vor ungestillter Lust. „Willkommen in meiner geheimen Höhle“, sagte Ember mit dunkler Vorfreude, als sie den großen, von Kristallen erleuchteten Raum betraten. Die Luft war warm, der Boden mit weichen Fellen und Kissen bedeckt. An den Wänden hingen verschiedene Seile, Peitschen, Federn und andere Spielzeuge. In der Mitte stand ein großes, steinernes Podest mit Halterungen. Ember drehte sich zu Lyriana um, zog sanft an der Leine und lächelte raubtierhaft. „Hier unten gehört uns die Zeit. Niemand wird uns stören. Und ich habe noch einige… Überraschungen für dich vorbereitet.“ Sie st
Lyrianas Gedanken wurden wach. Ember hatte recht. Dieses Erbe war nie für sie gemacht gewesen. Ihre Gefährten hatten sie zurückgelassen, und jetzt, hier, vor all diesen Augen, bewahrheitete sich genau das, was sie immer gewusst hatten, ohne es ihr zu sagen: Sie war eine Last. Keine Kriegerin. Etwas in ihr zerbrach weiter, in kleinere Stücke, als vorher. Sie zog sich zurück. Tief. Tiefer, als sie wusste, dass sie konnte. Dort, hinter den Augen, hinter dem eigenen Herzschlag, war sie zumindest unempfindlich – für die Blicke der Zuschauer, für das widersprüchliche Brennen, das Ember in ihr weckte, ganz gegen ihren Willen. Ihre Atmung beruhigte sich. Wurde flach. Fern. Ember bemerkte es. Oder roch es – den Moment, in dem Lyriana aufhörte, ganz im eigenen Körper zu sein. Ember zog ihr Gesicht zu sich und schlug
Lyriana erwachte langsam und ausgeschlafen in dem großen, weichen Bett. Das Morgenlicht fiel gedämpft durch die hohen Fenster. Sie streckte sich wohlig, doch als sie zur Seite griff, war die Stelle neben ihr leer und kalt. Ein leiser Anflug von Verwirrung breitete sich in ihr aus. „Ember?“, murmelte sie leise, setzte sich auf. Ihr Körper trug noch die sanften Spuren der letzten Nacht – ein leichtes Ziehen in den Brüsten, ein anhaltendes, süßes Pochen zwischen ihren Schenkeln. Die Tür öffnete sich leise. Ember trat ein, bereits in einer eleganten, dunklen Robe, die ihre feuerroten Haare und die goldenen Drachenaugen betonte. Sie lächelte verschmitzt. „Guten Morgen, meine Schöne. Ich habe eine Überraschung für dich vorbereitet. Keine Sorge – du wirst sie lieben.“ Ember half Lyriana beim Aufstehen und begann sie mit ruhiger, besitzergreifender Zärtlichkeit anzukleiden. Zuerst das
Die Nacht war zu ruhig. Kael bemerkte es, sobald sie die Schlucht erreichten – kein Wind, der durch die Felsen pfiff, kein Tier, das in der Dunkelheit raschelte. Nur Stille, dicht genug, um sich wie eine Hand auf der Brust anzufühlen. „Das gefällt mir nicht", sagte er leise. „Es gefällt mir auch nicht", sagte Cassian, die Augen schmal, jeden Schatten absuchend. „Aber wir sind schon hier." Ronan ging voraus, leise auf allen vieren, die Nase tief, witternd. „Ich rieche nichts Fremdes." „Das beunruhigt mich mehr, als wenn du es tätest", sagte Kael. Sie bewegten sich tiefer in die Schlucht, der vereinbarten Route folgend, die Korrath ihnen mit solcher Sicherheit beschrieben hatte. Der Pfad führte zwischen zwei steilen Felswänden hindurch, eng genug, dass nur drei Wesen nebeneinander gehen konnten. Kael spürte die Linie unruhig werden, schneller als sein eigene
„Bei allen Göttern…“, murmelte Ember leise, fast ehrfürchtig. „Du bist atemberaubend. So wunderschön ausgeliefert. Diese Brüste… so perfekt präsentiert. Und diese Perlen, die bei jedem Schritt dir Freude bereiten… Du siehst aus wie eine Göttin, die sich freiwillig unterworfen hat.“„Du hast mich gefangen genommen", sagte Lyriana flach.„Ich habe dich eingekleidet." Embers Stimme war leicht, fast verletzt. „Es gibt einen Unterschied."„Nicht für mich."Ember lachte, kurz, weich. Dann wurde ihr Gesicht ruhiger, als hätte sie selbst beschlossen, die Schärfe aus dem Raum zu nehmen.„Komm", sagte sie. „Du hast seit Stunden nichts gegessen."Sie führte Lyriana zu einer Liege am Fenster, halb Sofa, halb Diwan, mit Kissen bede







