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Das eiserne Netz

last update Veröffentlichungsdatum: 29.06.2026 20:08:33

Die plötzliche Stille auf dem offenen Wasser war schlimmer als der Lärm der Explosion. Das grüne Boot verlor seine Fahrt, die Wellen schlugen stumpf gegen den hölzernen Rumpf, und das Fahrzeug trieb wie ein totes Blatt auf die riesige, dunkle Wand des Frachtschiffs zu. Der dichte Nebel des Meeresarms verzog sich unter den warmen Strahlen der Morgensonne und gab den Blick frei auf die Männer an der Reling des großen Decks. Sie bewegten sich mit einer ruhigen, sicheren Präzision, die keinen Zweif
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  • Gebunden an die Schulden   Die dunkle Flotte

    Das helle Aufleuchten des blauen Strahls zerriss die weiche, gelbe Beleuchtung der Kuppel mit einer brutalen Gewalt. Die erste Explosion traf die äußere Lagerhalle der Zuflucht, und das schwere Material der Wand wurde in Sekundenschnelle in glühende Trümmer verwandelt. Elena warf sich über Julian, drückte seinen Kopf auf den nassen Kunststoffboden, während eine dichte Wolke aus heißem Dampf und feinem Staub über sie hinwegfegte. Die Luft brannte in ihrer Kehle, und das stete, laute Heulen der internen Warnsirenen begann von Neuem.Julian keuchte, seine Finger klammerten sich in den Stoff ihrer Jacke. Das graue Auge war starr vor Entschlossenheit, doch sein Körper zitterte unter der Kälte des Tiefenwassers, das er eben noch geschluckt hatte. "Silas", brachte er heiser heraus. "Er hat die Flotte der Loge durch das Riff geführt. Sie wollen die Stadt der Gründer nicht einnehmen. Sie wollen sie auslöschen."Elena half ihm beim Aufstehen, während die beiden Personen in den weißen Gewändern

  • Gebunden an die Schulden   Der letzte Countdown

    Das laute, rhythmische Piepen des digitalen Countdowns durchschnitt die warme Stille der unterirdischen Kuppel mit einer grausamen Deutlichkeit. Elena stand mit nackten Füßen auf dem warmen Kunststoffgitter, das große, trockene Tuch fest um ihre zitternden Schultern gewickelt. Ihre Augen waren starr auf den riesigen Bildschirm an der Hauptwand gerichtet. Die leuchtenden, roten Zahlen sprangen unerbittlich nach unten. Fünfundfünfzig Sekunden blieben ihr, um eine Entscheidung zu treffen, die das Schicksal der letzten Zuflucht besiegeln würde.Draußen im tiefen, schwarzen Wasser des Ozeangrabens lag das dunkle U-Boot der fünften Allianz wie ein lauerndes Ungeheuer vor der dicken Glasscheibe.Das Scheinwerferlicht des Schiffes schnitt durch die Finsternis und beleuchtete die eiserne Flanke des Bugs. Julian war dort festgeschmiedet. Die schwere Eisenkette um seinen Hals war mit einem kastenförmigen Sprengsatz verbunden, dessen kleine, grüne Leuchtdiode im Takt des Countdowns blinkte. Sein

  • Gebunden an die Schulden   Das Siegel des Meeres

    Das Tosen des einbrechenden Wassers füllte die dunkle Glaskathedrale mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Elena spürte, wie der eisige Strom ihren Körper erfasste und gegen die raue Felswand drückte. Die Kälte schnürte ihr die Brust ein, während sie verzweifelt versuchte, den Kopf über den schäumenden Wellen zu halten. Das schwarze Kristall der Wände zersprang um sie herum in Millionen winzige Teile, die wie ein Schwarm dunkler Insekten im Wasser tanzten. In diesem Moment gab es keine Oberschicht und keine Unterstadt mehr, es gab nur noch die reine Gewalt der Flut, die alles mit sich riss.Julian stieß einen erstickten Schrei aus. Die schwere Eisenkette, die Vitoria Rossi um seinen Hals gelegt hatte, zog ihn unaufhaltsam nach unten. Das kalte Metall war mit der schweren Verankerung der Fluchtluke verbunden, die sich nun im brechenden Boden öffnete. Sein Gesicht war blass, und sein graues Auge starrte Elena voller Todesangst an, während seine Finger haltlos über den glatten, nassen Fels gl

  • Gebunden an die Schulden   Das offene Tor

    Der tosende Wind, der durch das gebrochene Glas der Kathedrale schoss, war kälter als jede Flut zuvor. Elena krallte ihre Finger in das glatte Metall der Konsole, während ihre Füße den Halt auf dem rutschigen Boden verloren. Der Sog des violetten Lichttors an der Decke war stark, ein gähnender Schlund, der den Staub, die Steine und die Reste des Schlamms mit unbarmherziger Kraft nach oben zog. Die Luft wurde dünner, und ein gellendes Pfeifen erfüllte den weiten Raum, als wollte die Dunkelheit des Himmels diese tiefe Station vollständig verschlingen.Julian hielt sich mit der gesunden Hand an der eisernen Schiene des Direktorenstuhls fest. Sein graues Auge war weit geöffnet, starrte nach oben zu dem Mann auf dem biologischen Schiff.Arthur Rossi stand auf dem Deck des weißen Biestes, die Haare vom Sturm zerzaust. Seine Jacke war zerrissen, doch seine Haltung besaß die kalte Würde eines Herrschers, der sein Ziel nach Jahrzehnten des Versteckens endlich erreicht hatte. Die goldene Maske

  • Gebunden an die Schulden   Die gläserne Stadt

    Das dumpfe Grollen der brechenden Schleusen hallte durch die riesige Kathedrale aus schwarzem Glas. Elena lag auf dem harten, kalten Boden, und das feine Geräusch von rutschendem Sand erfüllte ihre Ohren. Die Luft in diesem unterirdischen Raum war kühl und roch nach feuchter Erde und altem Metall. Sie hob den Kopf und sah die gigantischen Säulen aus dunklem Kristall, die sich wie die Bäume eines versteinerten Waldes bis zur Decke erhoben. Über ihnen, hinter den dicken Glasscheiben der oberen Wände, drang der erste Schlamm in die äußeren Kanäle. Das dunkle, zähflüssige Wasser drückte mit unbarmherziger Kraft gegen das zerbrechliche Fundament.Julian lag nur wenige Schritte von ihr entfernt. Seine Hand zitterte, als er versuchte, den Schlamm von seinem Gesicht zu wischen. Seine Wunde an der Schulter hatte aufgehört zu bluten, doch seine Haut war kalt wie der Stein, auf dem sie lagen. Er starrte auf die Mitte des Raums, wo der große Stuhl des Direktors stand.Die Gestalt auf dem Sitz bew

  • Gebunden an die Schulden   Die brennende Flut

    Das Knistern des Feuers auf dem Wasser war ein hungriges Geräusch, das das dumpfe Grollen der einstürzenden Klippen übertönte. Elena stand starr auf dem heißen Fels, während die Hitze der Flammen ihr das Gesicht verbrannte. Der Ring aus brennendem Öl breitete sich auf der Oberfläche des Beckens aus und schnitt die kleine Insel von jedem Ausgang ab. In dem grellen, gelben Licht sah sie die Gestalt am Seil, die sich langsam aus der rauchenden Luke herabließ. Das Gesicht, das vor wenigen Minuten noch im trüben Wasser der Werft verschwunden war, wirkte bleich und von Ruß verschmiert, doch die Augen brannten mit der alten Kälte.Sofia Rossi lebte. Sie hielt das schwere Gewehr fest in ihren Händen, und der Lauf war starr auf Julians Brust gerichtet."Mutter", flüsterte Elena, und das Wort fühlte sich an wie ein schwerer Stein in ihrer Kehle. Sie verstand nicht mehr, was real war und was zu dem großen Spiel gehörte, das diese Küste kontrollierte. "Du hast Vitoria getötet. Du bist mit dem U-B

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