MasukArias POV:
„Nichts Wichtiges.“ „Mmm.“ Sie steckte sich ein Stück Banane in den Mund. „Eines Tages wirst du explodieren, Aria. Das weißt du, oder?“ Ich antwortete nicht. Ich konnte es nicht. Nicht, wenn mir allein bei dem Gedanken, ihn wiederzusehen, der Magen ganz flau wurde. Dean Wolfes Büro wirkte weniger wie das eines „Verwaltungsleiters“ und mehr wie das eines „CEOs, der nebenbei als Bösewicht arbeitet“. Dunkle Bücherregale aus Eichenholz, Ledersessel und eine Glaskaraffe mit etwas Teurem darin auf einer Ecke seines Schreibtischs. Ich stand fast zwei Minuten vor der Tür, bevor ich klopfte. „Herein.“ Seine Stimme klang nicht überrascht. Sie klang einstudiert. Als ich eintrat, sah er nicht sofort auf. Er schrieb einfach weiter mit einem Füllfederhalter, als wäre er nicht derselbe Mann, der mich vor zwölf Stunden auf die Knie befohlen hatte. „Du hast einen ziemlichen Eindruck hinterlassen“, sagte er tonlos. An seiner Stimme konnte ich erkennen, dass er mehr damit meinte. Ich wusste nicht, ob er wütend war oder nur versuchte, es nicht zu sein. „Ich wusste nicht, dass du es warst“, sagte ich hastig. „Darum geht es nicht.“ Er legte den Stift hin und sah mich endlich an. Dieselben Augen. Dieselbe Intensität. Aber diesmal keine Lederhandschuhe und keine Augenbinde. Nur Macht. Die Intensität in seinen Augen sagte mir etwas völlig anderes, doch ich konnte es nicht verstehen. Etwas in mir wollte mehr als das, was ich gerade sah. Die Art, wie er mich von Kopf bis Fuß musterte und dann für ein paar Sekunden bei meinen Brüsten verweilte. Mit diesem Grinsen im Gesicht wusste ich, was er wollte. Und mein Körper reagierte auf eine Weise, die die Antwort auf seine unausgesprochene Frage verriet. „Du hättest alles ruinieren können“, sagte er. „Hier gibt es Regeln, Aria. Regeln, die du nicht brechen darfst, nur weil dir langweilig ist oder du dich danebenbenimmst.“ Ich presste die Kiefer zusammen. „Ich wollte nicht—“ „Du wolltest dich heimlich auf eine private Veranstaltung schleichen, gekleidet wie eine Hure und eine Stripperin, deine Brüste mir entgegenstreckend, bereit, dass man sie saugt, und auf der Suche nach Bestrafung?“ Mein Gesicht lief rot an. Mir war es peinlich, aber während er darüber sprach, wie ich mich an diesem Abend gekleidet hatte, spürte ich die Hitze zwischen meinen Schenkeln und wie sich Feuchtigkeit sammelte. „Nein. Ich wusste nicht, was das für ein Raum war.“ „Du wusstest genug, um zu bleiben“, fuhr er mich an. „Es hat dir gefallen.“ Mein Schweigen verriet mich. Langsam stand er auf und ging um den Schreibtisch herum, bis er direkt vor mir stand. Groß. Einschüchternd. Auf eine Weise vertraut, die meine Haut kribbeln ließ. Ich schloss die Augen, als er mein Gesicht berühren wollte. Ich wartete auf den Moment, in dem ich seine Berührung spüren würde. Ich sollte mich nicht so zu diesem Teufel hingezogen fühlen, aber ich konnte meinen Körper nicht kontrollieren. Stattdessen spürte ich nichts. Ich öffnete die Augen. Seine Hand schwebte noch immer in der Luft, doch dann hielt er inne. „Ich bin nicht hier, um dir etwas über Neugier beizubringen“, sagte er. „Ich bin hier, um dir Kontrolle beizubringen.“ „Und wenn ich mich weigere?“, fragte ich. „Dann wirst du keine Woche in Bellmere überstehen.“ Die Stille zwischen uns war elektrisierend. „Du wirst nächsten Mittwoch hier erscheinen“, sagte er. „Eine private Sitzung. Du wirst den Anweisungen folgen und den Mund halten.“ Ich trat einen Schritt vor. „Und wenn ich es nicht tue?“ Er grinste. „Dann finde ich eine Bestrafung, die angemessen ist.“ Erst als ich draußen auf dem Flur war, atmete ich wieder. Was für eine Bestrafung?, fragte ich mich. Ich konnte es kaum erwarten, aus dem Raum zu kommen und meinen Fantasien darüber, wie er mich berührte, endlich nachzugeben. Dean Wolfe war nicht einfach nur gefährlich. Er machte süchtig. Und ich war geradewegs ins Feuer gelaufen. ⸻ Endlich war Mittwoch. Ich konnte nicht aufhören, mir auszumalen, was er für mich geplant hatte. Die Flure von Bellmere waren wie ein Labyrinth angelegt, aber an diesem Morgen fühlten sie sich wie ein Trichter an – jeder Korridor drängte mich dem Unvermeidlichen entgegen. Ihm. Dean Sebastian Wolfe. Sein Name war auf Bellmeres glänzender Website verewigt und wurde durch die Wohnheime geflüstert, als wäre er eine Legende. Tech-Milliardär. Kriegsveteran. Akademischer Retter. Und jetzt offenbar auch noch Disziplinarchef des Jahres. Keiner von ihnen wusste, was ich wusste. Keiner von ihnen hatte auf dem Teppich in seinem Roten Zimmer gekniet, gefesselt und mit verbundenen Augen, und Dominanz mit Neugier verwechselt. Ich hätte etwas Verführerischeres anziehen sollen, vielleicht etwas Schwarzes, Rückenfreies, wie die Mädchen, mit denen Sloan Maddox herumhing. Aber mein Gehirn setzte aus, als ich versuchte, mich für einen Mann anzuziehen, der mich bereits auf den Knien gesehen hatte. Also trug ich Jeans und einen Hoodie. Das genaue Gegenteil von Unterwerfung. Als ich seine Bürotür erreichte, stand sie bereits offen. „Mach die Tür hinter dir zu“, sagte Wolfe, ohne aufzusehen. Er saß hinter demselben dunklen Eichenschreibtisch, die Ärmel bis zu den Ellbogen hochgekrempelt, einen Stift in der Hand. Ich schloss die Tür. Klick. Wie der Beginn eines Countdowns. „Setz dich.“ Ich setzte mich. Mit Schwung. Er hatte mich noch immer nicht angesehen. „Du hast es geschafft, ziemlich viel Aufmerksamkeit auf dich zu ziehen“, sagte er und blätterte durch einige Papiere. „Professoren mögen keine Überraschungen. Dekane auch nicht.“ „Dann bin ich wohl etwas Besonderes.“ Jetzt sah er auf. Dieser silberne Blick traf mich wie Erfrierungen. „Du bist nichts Besonderes, Aria. Du bist impulsiv. Rücksichtslos. Und auf eine unerträgliche Weise verwöhnt.“ „Und trotzdem sind wir jetzt hier.“ Etwas huschte über sein Gesicht. Keine Belustigung. Aber auch nicht ganz Wut. Irgendetwas dazwischen. Ich wusste, was sein Gesichtsausdruck bedeutete, aber ich konnte nicht zulassen, dass ich zwischen uns etwas hineininterpretierte. „Ich gebe dir eine Chance, hierzubleiben“, sagte er. „Das ist mehr, als du verdienst.“ „Warum?“ „Weil ich etwas in dir gesehen habe.“ Er stand auf, ging um den Schreibtisch herum und lehnte sich an dessen Vorderkante. „Die meisten Studenten hier befolgen die Regeln, weil sie dazu erzogen wurden, zu gehorchen. Du hast instinktiv gegen sie verstoßen.“ Er ging vor mir in die Hocke. „Das macht dich gefährlich. Und möglicherweise nützlich.“ „Für wen?“ „Für mich“, sagte er mit lustvoller Stimme. Mir stockte der Atem. „Du wirst dich weiterhin jeden Mittwochnachmittag hier mit mir treffen“, sagte er. „Wir werden über deine Fortschritte sprechen. Über dein Verhalten. Und, wenn nötig – über deine Bestrafung.“ „Das kann doch nicht dein Ernst sein.“ Sein Lächeln war messerscharf. „Oh, mein voller Ernst.“ Ich stand auf, aber er rührte sich nicht. „Lass mich raten“, sagte ich. „Du nennst es Nachsitzen?“ „Wenn du möchtest. Oder wir nennen es einfach Gehorsamstraining.“ Ich errötete. „Du bist verrückt.“ „Nur bei Dingen, die wichtig sind.“ „Und ich bin jetzt wichtig?“ Er kam näher und senkte die Stimme. „Wichtiger, als du sein solltest.“ Der Raum schien um uns herum zu schrumpfen. Er griff hinter mich und nahm einen versiegelten Umschlag vom Schreibtisch. „Deine erste Aufgabe.“ Mit zitternden Fingern nahm ich ihn entgegen. „Lies ihn. Erledige die Aufgabe. Bring ihn mir nächsten Mittwoch.“ Ich sah auf den Umschlag hinunter und dann wieder zu ihm. „Und wenn ich es nicht tue?“ Er lächelte. „Dann verschärfen wir die Sache.“ ⸻ Ich öffnete den Umschlag in meinem Zimmer, während Jules über meine Schulter spähte, als würden wir streng geheime Akten aufbrechen. Darin lag ein einzelnes Blatt aus dickem Pergament. Aufgabe Nr. 1: Gehorsamsübung Anweisungen: 1. Trage ein Kleid ohne Unterwäsche; deine Brüste müssen unbedeckt und deine Brustwarzen sichtbar sein. 2. Reiche einen fünfseitigen Aufsatz über die Erfahrung ein: emotional, körperlich, psychologisch. Feuchtigkeit. 3. Überreiche ihn persönlich – versiegelt – bis spätestens zwölf Uhr mittags in meinem Büro. Die Nichteinhaltung führt zu formellen Disziplinarmaßnahmen. Unterzeichnet: Dean Sebastian Wolfe Jules pfiff. „Mädchen. Das ist kein Nachsitzen. Das ist Vorspiel.“ Ich lehnte mich auf dem Bett zurück, mein Herz raste. „Das ist Erpressung, oder?“ Jules zuckte mit den Schultern. „Nur, wenn es dir nicht gefallen hat.“ Ich antwortete nicht. Denn das Schlimmste war nicht der Umschlag. Es war die Tatsache, dass ich schon beim Lesen völlig feucht war. Ich stellte mir vor, wie er mich so ansah. Gekleidet, als wäre ich seine Hure, bereit, dass er mich entweder niedermachte oder fickte. Am Freitagmorgen stand ich mit zitternden Fingern vor meinem Kleiderschrank, während in meinem Kopf ein Krieg tobte. Ich hätte Strumpfhosen tragen und damit technisch gesehen trotzdem gehorchen können. Aber ich wusste, dass es nicht darum ging. Wolfe wollte nicht, dass ich mich versteckte. Er wollte, dass ich entblößt war. Gedemütigt. Bei jedem Schritt, den ich machte, sollte ich mir meines Körpers überdeutlich bewusst sein. Also entschied ich mich für das grüne Wickelkleid. Tief ausgeschnitten. Rückenfrei. Und aus Seide, die sich an jede meiner Kurven schmiegen würde. Ich trug nichts darunter. Der Weg zum Unterricht fühlte sich an, als würde ich meinen eigenen Körper von außen erleben. Jeder Windstoß ließ mich zusammenzucken. Jeder Blick machte mich paranoid. Aber das Schlimmste daran? Es gefiel mir. Der Adrenalinkick. Das Geheimnis. Die Tatsache, dass ich ihm gehorchte. Bis zwölf Uhr war der Aufsatz ausgedruckt, versiegelt und in meiner Tasche. Fünf Seiten schonungsloser Wahrheit, sorgfältig von Hand geschrieben. Ich beschönigte nichts. Ich erzählte ihm alles. Den Nervenkitzel. Die Scham. Die Hitze zwischen meinen Schenkeln, die einfach nicht verschwinden wollte. Als ich sein Büro betrat, wartete er bereits. „Mach die Tür zu.“ Ich gehorchte. „Hast du deine Aufgabe erledigt?“ Wortlos reichte ich ihm den Umschlag. Seine Finger streiften meine, als er ihn entgegennahm. Langsam. Absichtlich. Seine Berührung jagte mir Schauer über den Rücken. Er legte den Umschlag auf den Schreibtisch, ohne ihn zu öffnen. „Hast du jede Anweisung befolgt?“ „Ja.“ Sein Blick glitt kurz zu meinem Kleid und dann zurück zu meinen Augen. „Keine Unterwäsche?“ Ich schluckte. „Keine.“ Er trat näher, so nah, dass ich den schwachen Duft von Leder und Bergamotte wahrnehmen konnte. „Heb deinen Rock hoch“, sagte er leise. Mein Herz blieb stehen. „Jetzt.“ Ich tat es. Die Seide glitt meine Schenkel hinauf und entblößte mich vollständig. Er berührte mich nicht. Er bewegte sich nicht einmal. Er starrte mich einfach nur an. Als wäre ich etwas Seltenes. Wildes. Doch ich konnte es in seinen Augen sehen: Er wollte mehr, als mich nur anzustarren. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und ihm nicht in die Augen sehen. Alles, was ich wollte, war, dass er mich berührte. „Willst du, dass ich—“ Sein Kiefer spannte sich an. „Lass ihn wieder herunter“, sagte er schließlich. Ich gehorchte. „Das ist das letzte Mal, dass ich frage“, sagte er, und seine Stimme wurde härter. „Bist du bereit dafür?“ Ich nickte. Er kam noch näher, seine Lippen an meinem Ohr. „Dann fangen wir nächste Woche an.“ Und einfach so— gehörte ich ihm.Perspektive der Autorin:„Es ist eine Weile her, nicht wahr?", schnurrte Selene, die Worte eine samtene Falle über einem Nagelbett.Lancaster zog scharf den Atem ein, sein Blick folgte unwillkürlich der verführerischen Kurve ihrer Hüfte am Türrahmen. Er wappnete sich, der Muskel in seinem Kiefer spannte sich an.„Ich habe keine Zeit für deine Spielchen, Selene", stieß er hervor und legte eine Strenge in seine Stimme, die er nicht empfand. Er ging an ihr vorbei, seine Schulter streifte ihre mit bewusster Härte und drückte sie gegen den Türpfosten, während er in ihr Haus marschierte.„Hoppla", lachte sie, ein tiefes, kehliges Geräusch, während sie sich fing, die Tür noch immer weit offen hinter ihr. „Da hat es aber jemand eilig."„Hör … hör einfach … auf, okay?" Die Worte wurden hervorgepresst, Frustration zeichnete Linien in sein Gesicht. Er fuhr sich mit der Hand über den Mund, dann machte er damit eine scharfe, schneidende Bewegung. „Schluss mit deinem Unsinn. Um Himmels willen, wir
Aus der Sicht des Autors:Die Nachricht leuchtete auf dem Bildschirm, eine digitale Falle.Selene: „Du wirst wohl selbst herkommen und es löschen müssen, Mr. Lancaster.“„Dieses Miststück“, murmelte Lancaster. Seine Worte waren ein tiefes Knurren in der Stille seines Büros. Er ließ das Handy auf das polierte Holz fallen, als wäre es giftig, und presste dann die Handballen gegen seine Schläfen, während er die Worte anstarrte, bis sie vor seinen Augen verschwammen.Er fuhr sich mit den Händen über das Gesicht, eine Geste purer, erschöpfter Frustration.Und dann …BAMM!Seine Faust krachte auf den Schreibtisch, sodass das Handy hochsprang. Diese plötzliche Gewalttätigkeit vermochte den Sturm in seinem Kopf nicht im Geringsten zu beruhigen.Mit einer ruckartigen Bewegung riss er eine Schublade auf, holte eine Zigarette heraus und zündete sie mit einem scharfen Schnippen seines Feuerzeugs an. Er nahm einen langen, verzweifelten Zug, hielt den Rauch in seinen Lungen, bevor er eine dichte, a
Aus der Sicht des Autors:5 Stunden zuvorLange bevor Leon wutentbrannt in Wolfes Wohnung auftauchte und nur wenige Augenblicke, nachdem Carlos und Lancaster ihren waghalsigen Plan, die SIM-Karte zu stehlen, endgültig beschlossen hatten, wurde bereits eine ganz andere Bombe zur Detonation vorbereitet.Keiner von ihnen ahnte, dass ihr sorgfältig ausgeklügelter Plan schon bald von einem Skandal weitaus … persönlicherer Natur in den Schatten gestellt werden würde.Lancasters POV:Der metallische Geschmack des Plans lag mir noch immer frisch auf der Zunge, ein gefährlicher, aber notwendiger Beigeschmack, nachdem Carlos und ich ihn ausgeheckt hatten. Ein Hoffnungsschimmer hatte sich durch meine unablässige Sorge um Aria gekämpft. Wenn Carlos seine Rolle sorgfältig spielte, standen die Chancen gut, dass wir Aria in kürzester Zeit finden würden.Ich griff nach einer Zigarette. Das Aufflammen des Streichholzes war ein kurzer, heller Stern in dem dämmrigen Raum, als ich mich dem Chaos zuwandte
Aus der Sicht des Autors:Wolfe hatte aufgehört zu trinken. Sein Blick galt weder Carlos noch seinem Glas. Er war auf den Couchtisch gerichtet.Dort lag, deutlich sichtbar auf dem dunklen Holz, das kleine metallische Auswurfwerkzeug.Das, das Carlos benutzt hatte.Das, das vorher noch nicht dort gelegen hatte.„Warte.“ Wolfe hielt inne und senkte sein Glas langsam von den Lippen. Seine Augen verengten sich, während er den Couchtisch fixierte. „Lag das schon da, als wir reingekommen sind?“„Wovon redest du?“, fragte Carlos, sein Gesicht eine Maske unschuldiger Verwirrung.„Davon“, erwiderte Wolfe und deutete mit seinem Glas auf das kleine metallische Auswurfwerkzeug, das auf dem Holz lag.„Oh.“ Carlos spielte Überraschung vor und riss die Augen auf, während er Wolfes Blick folgte. Er streckte die Hand aus und hob das Werkzeug mit zwei Fingern vom Tisch. Er hielt es hoch und drehte es hin und her, als würde er ein merkwürdiges Insekt untersuchen. „Du meinst das hier?“Wolfe leerte sein
Aus der Sicht des Autors:Carlos’ Besuch war eine sorgfältig inszenierte Vorstellung, die Lancaster höchstpersönlich eingefädelt hatte. Unter dem Vorwand eines einfachen Besuchs hatten die beiden einen Plan ausgeheckt, ein waghalsiges Unterfangen, um herauszufinden, ob Wolfe wusste, wo Aria sich aufhielt.„Bin immer noch überrascht, dass du mich besuchen gekommen bist, kann ich nicht leugnen“, bemerkte Wolfe mit einem trockenen Lachen und lehnte sich gegen die verspiegelte Wand des Aufzugs.Seine Augen verrieten jedoch einen Anflug von Vorsicht, während er Carlos aufmerksam beobachtete.„Ich konnte unsere Freundschaft nicht einfach so sterben lassen, Mann“, erwiderte Carlos gelassen und verschränkte locker die Arme vor der Brust. Er wirkte wie jemand, der sich ganz ungezwungen Sorgen machte. „Du und Lancaster wart verdammt noch mal beste Freunde, weißt du?“„Ich weiß, Mann.“ Wolfe fuhr sich mit der Hand durchs Haar, eine Geste, die reumütige Verlegenheit ausdrücken sollte. „Ich habe M
Wolfs POV:Der Ledersitz knarrte, als ich mich zu dem Jungen auf dem Rücksitz umdrehte. „Gibt es Neuigkeiten über Aria?“„Noch nicht, Sir“, antwortete er und rutschte unter meinem Blick unruhig hin und her. „Aber bald. Ich komme der Quelle immer näher.“„Gute Arbeit.“ Ich atmete langsam aus, während meine Hände über das glatte Leder des Lenkrads strichen. Ich griff zum Armaturenbrett, holte einen schlichten, prall mit Bargeld gefüllten Umschlag heraus und reichte ihn ihm wortlos.„Das ist für deine Mühen“, sagte ich und beobachtete sein Spiegelbild im Rückspiegel.Seine Augen weiteten sich, als er den Umschlag aufriss. „Was zum …?“, hauchte er und starrte auf den Stapel Geldscheine, als hätte er noch nie so viel Geld gesehen.Meine Stimme sank zu einem tiefen, bedächtigen Ton, während ich seinen Blick im Spiegel festhielt. „Du bekommst das Doppelte, sobald du mir genau sagst, wo Aria ist und wie ich zu ihr gelangen kann.“Er schluckte schwer, sein Adamsapfel hüpfte auf und ab. „J, ja,







