MasukJulian, in schwarzem Anzug, trat ein. An seiner Seite Damaris und Frida, hinter ihm seine Leibwächter. Eine geschlossene Phalanx in dunklen Anzügen – die Wirkung war überwältigend.Alle erhoben sich instinktiv von ihren Stühlen. Niemand am Tisch, der Julian nicht kannte.Bernd brauchte ein paar Sekunden, dann setzte er reflexhaft ein Lächeln auf: „Herr Becker … Herr Becker! Was führt Sie denn hierher?“Julians Blick streifte Luna. Ihr Atem stockte einen Moment, sein Erscheinen kam für sie vollkommen unerwartet.In Weststadt war es im Winter eisig. Julian trug schwarze Lederhandschuhe. Während er einen davon abstreifte, sagte er ungerührt: „Ich habe gehört, hier soll es eine Tanzdarbietung geben. Da wollte ich mir das gerne ansehen. Hoffentlich stört es Sie nicht, dass ich so unangemeldet aufkreuze, Herr Hoffmann.“„Aber natürlich nicht! Sie möchten ebenfalls Tanz sehen?“Bernd ging es im Kopf in Sekundenschnelle durch: Dass Julian Luna aus der Branche verbannt hatte, war in der B
Bernd horchte auf: „Frau Mayer kann auch tanzen?“Bettina lachte kokett: „Ja, sogar einen klassischen Tanz. Auf einem Schulfest hat sie einmal getanzt und war anschließend die Traumfrau der halben Schule. Die Liebesbriefe stapelten sich in ihrer Schublade. An Verehrern hat es ihr nie gefehlt. Sie weiß eben, was Männern gefällt – sonst käme sie kaum so leichten Fußes durchs Leben.“Sie ließ den Blick über den Tisch streifen, auf dem nur Weinflaschen standen: „Passt doch wunderbar – die Bedienung hat noch nicht serviert. Frau Mayer, der Tisch wäre eine Bühne, steigen Sie doch einfach hinauf.“Den Gesichtern der Assistentinnen und der Vertriebsmitarbeiterin war anzusehen, dass sie entgleisten.Das war nicht mehr nur Provokation. Das war eine Demütigung!Auf den Tisch steigen? Die Andeutung war eindeutig: Luna war ein weiterer Gang auf der Speisekarte.Eine Unverschämtheit!Sie hatten solche Situationen schon erlebt, wenn Geschäftspartner unter dem Vorwand der Verhandlung Vorteile z
Luna war einen Moment lang wirklich sprachlos. Bettina hatte sich bei Herrn Hoffmann eingehakt, ihre Haltung ließ auf ein vertrautes Verhältnis schließen.In Lunas Kopf rief sie schnell ab, was in den Unterlagen von Konrad gestanden hatte: Bernd Hoffmann war verheiratet, hatte sogar zwei Kinder, betrog seine Frau aber notorisch.War Bettina also nach ihrem Ausscheiden bei der Vogel-Gruppe direkt zu Bernd übergelaufen?Lunas erste Reaktion war: schade.Bettina hätte fachlich eigentlich Potenzial gehabt.Doch jeder traf seine eigenen Entscheidungen. Luna würde sich nicht weiter darüber äußern. Sie ignorierte Bettinas herausfordernden Blick und ging mit einem Lächeln auf Hoffmann zu.„Herr Hoffmann, ich bin Luna Mayer, Sekretärin bei der Vogel-Gruppe.“Bernds Augen leuchteten auf, als er sie sah. Er ließ seinen Blick unverhohlen über sie wandern und lachte breit: „Persönlich noch beeindruckender als der Ruf, der Ihnen vorauseilt.“Er schüttelte ihr die Hand, hielt sie länger als a
Luna senkte den Kopf und aß weiter. Der Haferbrei war mit Beeren und Honig gesüßt, eigentlich lecker. Aber ihrem Hals tat das Süße im Moment nicht gut.Sie bereute es. Sie hätte besser eine klare Nudelsuppe nehmen sollen. Aber Essen wegzuwerfen war nicht ihre Art, und so aß sie weiter.Julian fixierte ihren Scheitel, seine Stimme wurde dumpf: „Ein dahingesagtes Wort aus minderjährigen Tagen – soll das für bare Münze genommen werden?“Luna hob den Kopf.Eben hatte Julian es nicht einmal übelgenommen, dass sie die Schale geworfen und unverfroren von ihm verlangt hatte, sich von all seinen Liebschaften zu trennen. Jetzt sah er sie kühl an.„Du und Alexander, ihr wart ernsthaft. Aber bilde dir nicht ein, andere gingen mit derselben kindlichen Entschlossenheit durch die Welt wie ihr. Wir waren damals noch nicht so reif, das war einfach Kinderkram. Was heißt da erste Liebe.“Luna und Alexander, das war schließlich auch zur Schulzeit gewesen.Lunas Hand am Löffel verkrampfte sich: „Es
Luna schluckte mühsam, dann sagte sie mit rauer, kaum hörbarer Stimme: „Wenn Sie diesen Tisch wollen, überlasse ich ihn Ihnen.“Julian runzelte die Stirn: „Was ist mit deinem Hals?“Luna versuchte nur, sich loszumachen. Julian befahl: „Setz dich und iss. Danach fahre ich dich ins Krankenhaus.“„Bemühen Sie sich nicht.“ Sie wollte gehen, doch Julian duldete keinen Widerspruch.Beim Hin und Her kippte die Schale um, der heiße Brei spritzte auf Lunas Handrücken. Es verbrühte sie leicht, und im nächsten Moment kochte Wut in ihr hoch.Mit einem harten Klirren knallte sie das Tablett auf den Tisch. Im Restaurant drehten sich die Köpfe.Julians Miene verfinsterte sich: „Wer hat dich so verzogen, dass du hier mit Geschirr um dich wirfst?“Selbst wenn Ulrich vor ihm auf den Tisch schlug, drehte Julian sich kalt um und ging. Bei anderen erst recht.Luna war wirklich tollkühn geworden!…Kaum war es geschehen, bereute Luna es schon.Aber sobald sie ihn sah, fiel ihr wieder ein, dass si
Luna wurde durch den Ruck nach vorn gerissen. Als sie genauer hinsah, war es Bettina.Bettina hatte gerötete Augen und schluchzte: „Frau Mayer, ich habe meinen Fehler eingesehen, verzeihen Sie mir doch. Lassen Sie mich zur Vogel-Gruppe zurückkehren.“Nach dem ersten Schreck fing Luna sich rasch wieder.Mit Nachdruck löste sie Bettinas Finger von ihrem Arm und sagte sachlich: „Sie überschätzen mich, Frau Bergen. Ihre Entlassung war eine Entscheidung von Herrn Vogel. Ich habe damit nichts zu tun.“Sie redete nicht weiter mit ihr und ging.Bettina brach völlig zusammen, weinte laut und schrie ihr Beschimpfungen hinterher.„Luna Mayer! Du elende Schlampe! Du lebst doch nur von Männern! Was bildest du dir ein? Glaub bloß nicht, wir wüssten es nicht: Dass du überhaupt in die Vogel-Gruppe gekommen bist, verdankst du Herrn Vogels Bruder! Und jetzt machst du dich mit Herrn Wagner groß! Warte nur ab, eines Tages holt dich das alles ein!“Es war nicht weit von der Vogel-Gruppe entfernt, da
Luna verstand seine gute Absicht. Sie betrachtete ihn als Freund, verheimlichte nichts und gestand offen: „Erik, sei beruhigt. Wir haben keinen illegalen Deal gemacht.“„Ich habe Matthias versprochen: Wenn er mich retten kann, kann ich bei den Vogels arbeiten, einen Fünfjahresvertrag mit ihm unters
Julians Stirn verdüsterte sich schnell: „Wann?“Luna sagte kühl: „Sie sagt, letzte Nacht.“Letzte Nacht wurde Luna „verletzt“.Aber ob es Herr Hartmann war – niemand wusste das besser als Julian.Er sah Katrin an: „Was hast du gesehen?“„Ich... ich...“ Katrins Gesicht wurde blass. Erst jetzt er
Luna sagte: „Ich habe wirklich keinen großen Einfluss. Aber ich denke, die Logik dahinter ist einfach und die Herren werden sie verstehen.“„Wenn zwei Unternehmen eine Zusammenarbeit erwägen, liegt das an gegenseitigem Nutzen. Wenn die Stimmung zu sehr ruiniert wird und die Verhandlungen scheitern,
Im ersten Moment, als sie gepackt wurde, erschrak Luna heftig, wirbelte herum und blickte direkt in Finns funkelnde Augen.„Hab's dir doch gesagt, die Musik in deinem Telefon klang genau wie hier! Du bist hier und hast mich angelogen!“„…“Luna biss sich auf die Zungenspitze.Saskia hatte hier e







